Skip to main content

Gerade ist es Morgen in San Francisco und ich fühle mich – leer geschrieben. Die vergangenen Tage auf der Techcrunch 50 waren sehr hektisch und sehr Output-reich, nicht nur hier im Blog, sondern auch in Print.

Und was bleibt? Die Anreise hier nach San Fran war die TC50 mehr als wert – auch wenn eine gewisse Zwiespältigkeit bleibt. Denn die Organisation der Veranstaltung war grauenhaft. It sucked big time. Teilnehmern, die bis zu 3000 Dollar bezahlt haben ein solches Lagerhallen-Ambiente und so mieses Essen zu bieten – damit käme in Deutschland keiner durch.

Obwohl… vielleicht doch. Denn was auf der Bühne ablief war echte Weltklasse. Normalerweise drehen die Teilnehmer während einer solche Veranstaltung ja mal ihre Runden im Vorraum, obwohl auf der Hauptbühne gerade Diskussionen laufen. Das war hier anders: Fast immer war der große Saal rappelvoll, auch ich habe noch nie bei einer Konferenz derart viel Zeit auf meinem Stuhl verbracht.

Denn die präsentierenden Startups waren top. Keine Weltmarktführer-Ansprüche, kein „Wir sind das nächste Google“. Stattdessen pfiffige Ideen, bodenständig präsentiert, vom Design her teilweise sensationell.

Am Ende gewann Yammer – meine Wahl war das Twitter für Unternehmen nicht. Hätte ich eine Stimme gehabt, sie wäre vielleicht an den Fitness-Clip Fitbit gegangen. Oder an den Produktkatalog Good Guide. Selbst der Grafikgenerator Icharts war für mich im Rennen.

Letzteren hielten viele, die ich sprach, für ein Feature, aber kein Unternehmen. Aber: Jeder gab zu dieses Feature haben zu wollen.

Bei den Abschlussdrinks dann die Überraschung: Seymour Duncker, einer der Gründer, ist Deutscher. Das haben die Jungs auf der Bühne nicht erwähnt, dass sie ein Münchener Büro haben.

Er verriet auch, wie hart der Auswahlprozess war: Über 1000 Firmen haben sich beworben. Erst führten die Icharts-Macher ein Telefon mit Jason Calacanis, eine Viertelstunde dauerte das, acht Minuten hatten sie für die Präsentation – direkt danach gab es ein Feedback. Dann die Einladung zu zwei Testläufen mit einigem Abstand, was für jeden der Auswärtigen Bewerber zwei Flüge gen San Francisco bedeutete.

Duncker verriet aber auch, dass es sich lohnen würde. Es habe viele Kontakte auf der Konferenz gegeben. Der Sieger des letzten Jahres, Mint, listete auf, was nach dem Gewinn passierte: Innerhalb eines Monats liefen die Klicks auf, die für das Gesamtjahr geplant waren; „Business Week“ und „Wall Street Journal“ berichteten, ebenso über 2000 Blogs. Heute ist Mint das größte Finanzportal der USA.

Das Konzept der Techcrunch 50 geht also auf. Auch für jene, die nicht als Gründer angereist sind. Ich fliege morgen zurück mit reichlich Artikel-Ideen und vielen neuen Kontakten. Für den Kopf war die TC50 eine der besten Konferenzen, die ich bisher besucht habe – da darf der Bauch dann auch mal leiden.

Und für die Firmen? Da zieht Ron Yekutiel ein Fazit, der Chef von Kaltura, das im vergangenen Jahr zwar nicht präsentieren durfte, aber im Vorraum einen Stand hatte – und den Besucherpreis holte:

Link: Kaltura-CEO Ron Yekutiel


Kommentare


Franz Patzig 12. September 2008 um 8:48

Du hattest twitter ja auch schon mal unterschätzt 🙂 Das Feedback, dass ich von denen bekommen, die yammer bereits einsetzen, ist extrem positiv.

Antworten

mk 12. September 2008 um 10:17

Freu mich schon, wenn die auch zu uns kommen – sehe schon die Headlines: \“In deutschen Unternehmen wird geyammert\“ 😀

Antworten

Fagor 12. September 2008 um 13:46

Die Frage ist ja ob man immer jeden mini Hype mitmachen muss siehe Secondlife

Antworten

till 16. September 2008 um 10:14

Hehe… Yammer ist schon in Ordnung. Die Frage ist nur wieso das Twitter nicht selber macht?

Wer Yammer nicht traut, der macht halt etwas in Richtung identi.ca. Opensource, etc.. Das halte ich fuer die schoenere Loesung.

Antworten

DiPi 23. September 2008 um 11:57

Die Schlagzeile : \“In deutschen Unternehmen wird geyammert\“ ist sowas von cooooool ! ich warte auch darauf 🙂

Antworten

Brigitte Zypries vs. Jens Best 1. Oktober 2010 um 8:25

[…] würde ich mir das wünschen, was der Amerikaner “Fireside Chat” nennt. Auf der Techcrunch 50 wurde dieses Format einst exzellent umgesetzt: Ein hochkompetenter Interviewer traf einen […]

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*