“Papa, erzähl uns, wie Du Mama getroffen hast!“
„Aber das ist eine echt lange Geschichte!“
„Egal! Erzähl!“
„Na gut, ihr habt es so gewollt… Also, Kinder, damals in 2012 sah die Welt wirklich anders aus. Das Internet war bei den meisten Menschen schon Alltag. Aber es gab so viele ungelöste Fragen, vor Gericht zum Beispiel. Denn damals durfte man nicht einfach alles so kopieren, wie ihr das heute macht.“
„Echt? Aber das ist doch erst 18 Jahre her…“

„Siehst Du? Das ging alles so furchtbar schnell. Für ältere Menschen waren Zeitungen damals noch wichtig, sie hatten richtig Einfluss..“
„Papa, was ist Zeitung? AU!“
„Hast Du in Geschichte nicht aufgepasst? Dieses Papierzeugs! AU!“
„HÖRT AUF EUCH ZU KNEIFEN! Also die Zeitungen wurden von Unternehmen gemacht, die nannte man Verlage. Die machten zwar Sachen im Internet, aber sie waren nicht so richtig gut darin. Eben nicht so wie euer Onkel Lars. Und deshalb wollten sie ein Gesetz namens Leistungsschutzrecht durchdrücken. Das sollte dafür sorgen, dass die Verlage was von den Werbeeinnahmen von Google abhaben.“
„Warum? Das ist doch moonig ungerecht!“
„Die Verlage taten so, als seien die kleinen Schnippsel bei den Google-Suchanfragen von ihnen geklaute Inhalte. Wie gesagt: Damals durfte man noch nicht alles so kopieren.“
„Was hat das mit Mama und dir zu tun?“
„Kommt gleich. Über Monate wurde über so ein Gesetz schon geredet und niemand dachte, dass es kommt. Dann aber gab es den Text des geplanten Gesetzes in einem Blog namens Netzpolitik zu lesen. Das machte der Markus Beckedahl.“
„Der Digital-Minister? Moon!“
„Ja, der war damals schon ziemlich fit. Als das raus kam, gab es einen riesigen Aufschrei. Ich war zu der Zeit Student an der Uni und hatte mein erstes Blog gestartet.“
„Und an der Uni hast Du Mama…“
„Nein, ich hab doch gesagt, es ist eine lange Geschichte! Wir haben damals alle Buttons für unsere Seiten gebastelt, „Nicht meine Pressefreiheit“ und so. Alle bekannten Blogger und Youtuber haben gegen dieses Gesetz geschrieben und argumentiert. Aber diese Verlage waren halt ziemlich verzweifelt.“
„Weil keiner ihr Papier wollte?“
„So in der Art. Zumindest immer weniger“
„Warum sollte man das auch haben wollen?“
„Das ist noch mal eine andere Sache. Auf jeden Fall gab es damals noch so Verbände, das waren Zusammenschlüsse von Unternehmen, die versuchten Politiker zu beeinflussen.“
„Wie die Mafia?“
„Jetzt… nicht ganz so. Also nicht mit Waffen und Beton an den Füßen, eher mit Worten. Und der Chef von dem Zeitungsverband, Heinen hieß der, sagte man lasse sich nicht einschüchtern und außerdem habe man doch auf die Kritik reagiert. Zum Beispiel dürften Blogger ja weiter zitieren und man dürfe auch weiter als kleines Unternehmen Sachen aus dem Internet ausdrucken.“
„Wie jetzt? Die wollten das Ausdrucken verbieten?“
„Sie wollten Geld dafür haben. Diese Äußerung sorgte dann über Wochen für Witzfutter. Der CDU/CSU-Innenminister Friedrich…“
„Was ist CDU/CSU?“ [click to continue…]