Heute Morgen war ich Gesprächsgast bei der Aufzeichnung des “Dossiers Politik”, dass BR2 am heutigen Abend ab 21.05 Uhr senden wird. Das Thema: “Gratis in die Armut? Das Urheberrecht im Web-Zeitalter”.

Puh.

Im Vorgespräch gab es einen Moment, in dem wir über den letzten Part jener Sendung sprachen. Und in dem geht es um Lösungen. Für mich aber stellt sich vielmehr die Frage: Wie lautet eigentlich das Problem in Sachen Urheberrecht? Derzeit gibt es eine Kampagne von Verlagen – allen voran Axel Springer und die DVH Medienholding (“Die Zeit”, “Handelsblatt”) – mit dem Ziel das bestehende Urheberrecht abzuschaffen – durch eine massive Verschärfung. Dabei ist den Medienkonzernen jedes Mittel recht, wie das “Handelsblatt” jüngst demonstrierte.

Die Argumentationskette der Urheberrechts-Gegner lautet: Raubkopien sorgen für weniger Umsatz, weniger Umsatz sorgt für darbende Medienunternehmen, darbende Medienunternehmen sorgen für darbende Künstler, darbende Künstler sorgen dafür, dass weniger Musik, weniger Filme und weniger Bücher entstehen – und das bedeutet ein Austrocknen unserer Kultur.

Nur: Das wird durch Fakten nicht gedeckt. Vielmehr zeigt sich an handfesten Zahlen das genaue Gegenteil: Das Internet sorgt für mehr Kultur und mehr bezahlte Kulturschaffende.

Nehmen wir nur einmal die Zahl der selbstständigen bildenden Künstler in Deutschland: [click to continue…]

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Neue Narrative

by Thomas Knüwer on 15. Mai 2012

Es sind die großartigsten Momente einer Konferenz, wenn ein Redner es schafft, einem als Zuhörer einen Gedanken ins Hirn zu pflanzen, der nicht mehr weg gehen will. Einen solchen Moment während der re-publica jüngst in Berlin lieferte Sascha Lobo.

In seiner jährlichen Rede zur Nation Überraschungsrede forderte er “neue Narrative” in Sachen digitales Leben. Denn es kursierten so viele negative Narrative in Sachen Netz um her, häufig nur als “ultra-kurze Anekdoten… die jeder glaubt, weil sie irgendwie logisch klingen”. Und diese würden vor allem weitergetragen von den Netznichtnutzern. Diese Bevölkerungsgruppe schätzt Lobo auf 30 Millionen Deutsche und wenn es darum geht jene Idee des freien Internet zu erhalten, so müssten wir sehen, wie wir mit diesen dauerhaft klarkommen. Ich persönlich glaube, dass die Gruppe deutlich kleiner ist, dummerweise aber eine Menge Personen enthält, die in Politik, Wirtschaft und Medien einflussreiche Positionen besetzen.

Solche negativen Narrative sind zum Beispiel “Im Netz wollen alle alles umsonst” oder “Killerspiele machen Kinder zu Mördern”. Lobo glaubt nicht, und auch hier gebe ich ihm Recht, dass es reicht die falschen Narrative richtigzustellen. Stattdessen brauchen wir neue Narrative. Und diese müssen, so fürchte ich im Gegensatz zu Sascha, eine höhere Flugbahn nehmen als die derzeit kursierenden Erzählungen. Die neuen Narrative brauchen verstärkt die Untermauerung durch Studien und die Wissenschaft. Denn es sind eben wir, die diese neuen Narrative erzählen, wir die wir sowieso die Irren im Netz sind und deshalb nicht neutral. Das ist zwar Unsinn, denn die Freunde von Kampfbegriffen wie “Gratiskultur” oder “Geistiges Eigentum” sind ebenso unneutral wie wir – nur ist es eben bequemer, auf das Alte zu setzen, denn die Welt der Geistigeigentümler ist die bequemere, wenn man nicht von neuen Freiheiten begeistert ist. Neue Freiheiten sind eben auch immer anstrengend.

Aus diesem Grund also will ich versuchen in den kommenden Monaten häufiger solche Neuen Narrative aufzugreifen und hier im Blog zu erzählen (Hinweise sind natürlich gern gesehen). Und wenn das erträglich genug ist und Sie, die Leser, das nicht ganz doof finden – dann wird darauf vielleicht ein Vortrag bei der re-publica 2013.

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Meine Fähigkeit, den Erfolg von TV-Sendungen vorherzusagen ist ja nun dokumentiert ausbaufähig: Ich hielt “Gottschalk Live” für einen Hoffnungsträger und senke hierfür mein Haupt in Scham. Zu sehr hatte ich die Dinosaurigkeit des Herren G. unterschätzt, der nur einfach eine Late-Night-Show am Vorabend durchziehen wollte statt als erster das digitale Leben ins Fernsehen zu integrieren.

Genau das, die Verschmelzung der digitalen Welt mit der Television, wollen derzeit einige. Selbst der “Tatort” musste gestern ohne Mörder auskommen – er darf nun im Netz gejagd werden. “The Voice of Germany” begleitete ihren Sangeswettstreit schon mit eigener App, häufig wurden Kandidaten nach ihrem Auftritt mit getweeteten Reaktionen konfrontiert. Überhaupt: Twitter. Wie schon in vielen anderen Ländern kristallisiert sich der Kurznachrichtendienst als am besten geeignete TV-Begleitung heraus und mit Couchfunk gibt es schon ein Startup, das sich auf genau diese Kombination von Glotze und Handy spezialisiert hat.

Heute Abend aber startet das ambitionierteste Fernseh-Projekt in Sachen Digital-Integration: die Rundshow des Bayerischen Rundfunks. [click to continue…]

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Netzwert Reloaded LXXIV: Schweine im Welt-Web

by Thomas Knüwer on 10. Mai 2012

In der Serie “Netzwert Reloaded” verfolge ich jede Woche, was das Team von Handelsblatt Netzwert vor exakt 10 Jahren über das digitale Geschäft schrieb. Alle Netzwert-Reloaded Folgen finden Sie hier.

Zu den größten, unerfüllten Hoffnungen der bunten, wilden Dotcom-Jahre zählt die Umkehr von Marktverhältnissen durch B2B-Handelsplattformen. In etlichen Industrien wurde davon gesprochen, dass ein transparenterer und schnellerer Markt eine bisher unterlegene Seite stärker machen oder eine bisher überlegene noch besser stellen könnte. Ja, das widerspricht sich, doch die alleinige Tatsache, dass im Handel zwischen Unternehmen digitale Marktplätze errichtet werden konnten, sorgte für eine gewisse Goldgräberstimmung.

Viele dieser Träume haben sich nicht erfüllt. Es gab zu viele dieser Marktplätze, eine große Zahl von ihnen wurde betriebswirtschaftliche nicht seriös betrieben und außerdem hakte es oft im Vertrieb: strukturkonservative Unternehmen begegneten der neuen Technik mit Skepsis.

Eine der ungewöhnlichsten Handelsplattformen entstand damals auf Schweine.net: Dort handelten Schweinezüchter und Schlachtbetriebe grunzendes Vieh, Freitags um 14 Uhr passierte dies in einer Auktion, an der heute die Beschreibung “realtime” hinge. Dies hätte die herrschende Schweine-Ökonomie aushebeln können: Denn die Preisfindung war höchst intransparent, noch dazu hatten sich viele Landwirte vertraglich an bestimmte Genossenschaften gebunden. Die Schweinebörse sollte das ändern. Was aus ihr geworden ist? Detlef Breuer, der damalige Geschäftsführer des Auktions-Veranstalters ISN (Interessengemeinschaft der Schweinehalter) verließ diesen 2010 – die Börse selbst scheint nicht mehr zu existieren. Zumindest existiert sie noch (danke für den Leserhinweis an Alexander S.).

Jene Netzwert-Titelgeschichte vom 8.4.02 war zugleich der Auftakt einer Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle. Die berichtete in ihrer TV-Sendung “Made in Germany” über E-Business-Themen eine Zeit lang in Kooperation mit dem “Handelsblatt”. Für das Netzwert-Team war das eine Entlastung: Denn die DW-Autoren lieferten eben auch Texte für’s Gedruckte – und die waren oft richtig gut. Ganz nebenbei senkte das natürlich auch die Redaktionskosten.

Noch so eine Idee, die in Deutschland nie recht Fuß fasste: Online-Streitschlichtung. In den USA mit ihren vielen Rechtsstreitigkeiten und teuren Prozessen war die Idee des E-Judges entstanden: Plattformen warben pensionierte Richter und Staatsanwälte an, streitende Bürger akzeptierten diese als Ombudsleute und zahlten 50 bis 150 Dollar, der Richterspruch wurde nach digitaler Anhörung per E-Mail zugestellt. In Deutschland startete solch ein Dienst im Juli 2001 unter dem Namen “Just Fair”, das Bundeswirtschaftsministerium spendierte eine Förderung von 1,4 Mill. Euro – zusätzlich zur Angel-Finanzierungsrunde. Heute verweist die Homepage nur noch auf den zuständigen Liquidator.

Überlebt hat dagegen Keynote Systems. Die Kalifornier sind aber auch eine Demonstration, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. Denn über ihr damaliges Angebot würden viele heute schmunzeln: Keynote überwachte die Leistungsstärke von Web-Seiten. Schwächelt die eines Kunden unter der Last der Anfragen, wurde ihm 2002 noch eine SMS oder eine E-Mail zugestellt. Dabei war Keynote einer der wenigen Anbieter zu jener Zeit, die jene Leistungsmessung von außen vornahmen und somit das tatsächliche Erlebnis der Nutzer überwachten.

Doch auch Keynote wackelte: 1999 war die Firma an die Börse gegangen, der Kurs war am Erstverkaufstag von 10 auf 27 und später auf 163,75 Dollar geschossen. Im April 2002 lag er dann bei 9,30 Dollar – und dem Unternehmen gingen die Bar-Reserven aus. Doch Keynote hat überlebt. Der Kurs liegt heute bei knapp über 15 Dollar, eine Dividende wird gezahlt, 4 von 5 Analysten empfehlen den Kauf. Es ist eine jener stillen Survival-Geschichten der Dotcom-Zeit.

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Onlinejournalismus bei Zapp

by Thomas Knüwer on 10. Mai 2012

Im Rahmen der re-publica interviewte das NDR-Medienmagazin Zapp eine Reihe von Menschen zum Stand des Online-Journalismus in Deutschland, darunter auch mich. Die Beitrag können Sie unter diesem Link sehen. Das vollständige Gespräch mit mir gibt es dann hier.

Ebenfalls sehr sehenswert (gerade in Zeiten des Kampagnenjournalismus von Medien wie “Handelsblatt” oder “Die Zeit” in Sachen Urheberrecht und Leistungsschutzrecht) ist der Beitrag über die ungerechtfertigten Serienabmahnungen der Nachrichtenagenturen AFP und DAPD, den Sie hier finden.

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Das Orakel Neelie Kroes

by Thomas Knüwer on 7. Mai 2012

Zu den Vorträgen, die mich noch Tage nach der re-publica 2012 grüben lassen, gehört sicher der Auftritt von EU-Digital-Kommissarin Neelie Kroes. Warum? Weil ich immer noch nicht einordnen kann, ob dies ein hoffnungsvoller Anfang war – oder der Versuch, die Zuhörer über den Tisch zu ziehen.

Definitiv war ihr Auftritt erheblich begriffssicherer als all das, was in diesen Tagen von deutschen Politikern jedweder Couleur kommt, ihre offene Ablehnung von Acta traf ins Herz der Re-Publicaner. Und natürlich machen unerwartet politisch unkorrekte Witze die Niederländerin ebenso sympathischer wie der mehrmalige Aufruf, ihr Hinweise zu geben, was im Netz los ist: “Give me food for thought” – das würde ich gern auch mal von heimischen Volksvertretern hören.

Allein: Sollen wir ihr glauben? Denn da ist noch die andere Seite. Das zu häufige Betonen der eigenen Ruppigkeit war einen Tick zu sehr Positionierung als Rambo im Auftrag der Netz-Freiheit. Oder die Sache mit der Netzneutralität: Die sei wichtig, sagte Kroes. Auf Nachfrage, was sie aber unter diesem Begriff versteht, wurde es problematisch: “Der freie Zugang zum Internet unter Anerkennung der Tatsache, dass Bandbreiten begrenzt sind.” Was zwischen den Zeilen wohl heißt: Wenn ein Zugangsanbieter dann Geld für eine schnellere Durchleitung von Daten verlangt, ist das akzeptabel. Die Kunden, glaubt Kroes, würden dann zu dem Anbieter wechseln, der den aus ihrer Sicht besten Service bietet. Diese Laissez-faire-Haltung aber funktioniert nur auf transparenten, funktionierenden Märkten. Doch das Feld der Online-Zugänge ist einerseits intransparent, andererseits ein Oligopol.

Noch radikaler denkt Kroes gar in Sachen Verwertungsgesellschaften wie der Gema: Die seien überkommen: “Es geht ihnen nicht darum, die Künstler zu schützen. Dieses System ergibt keinen Sinn mehr.” Und: “Copyright muss ausgefüllt werden – aber nicht mit Technologien, die 10 Jahre alt sind.” Das würden vielleicht nicht einmal die Piraten so deutlich sagen.

Diesen Zwiespalt in Sachen Neelie Kroes empfindet anscheinend auch Markus Beckedahl von der Digitalen Gesellschaft, wie im Interview mit der “Berliner Zeitung” zu spüren ist. Einerseits könnte da ein Politikerin sein, die innovationsoffen ist, die sich kundig machen will, die eine kompetente Ansprechpartnerin ist. Andererseits könnte es aber auch sein, dass sie nur eine höchst geschickte Selbstverkäuferin ist, die ahnt mit welchen Floskeln aktive Netzmenschen zu schanghaien sind.

Den gesamten Vortrag gibt es hier zum Mitkommentieren.

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Viva la re-publica!

by Thomas Knüwer on 4. Mai 2012

Dies ist eine Abbitte.

An Tanja und Johny Haeusler, an Markus Beckedahl, Andreas Gebhard, Clemens Lerche und das gesamte Team der re-publica.

Im vergangenen Jahr bat ich, nachdem bekannt war, dass die Konferenz ihr angestammtes Terretorium um Kalkscheune und Friedrichstadtpalast verlassen würde, doch um Gottes Willen nicht in die Station zu ziehen, den ehemaligen Post-Bahnhof am Gleisdreieck. Die Verlagerung dorthin hat für mich die Next, eine Konferenz, die auf einem tollen Weg war, gekillt.

Heute nun neige ich mein Haupt voll Scham und gestehe: Ich habe mich geirrt. Aber so was von: Die drei Tage der re-publica 2012 haben den einstigen Klassentreff der Blogger in eine neue Umlaufbahn geschossen.

Vor sechs Jahren begann alles mit ein paar hundert Leuten, es war ein Klassentreffen der aktiven Blogger in der flauschigen Kalkscheune. Viele trafen sich im Frühjahr 2007 das erste Mal persönlich, es war ein Untersichsein.

Und heute? Ist die re-publica mit über 4.000 Teilnehmern eine der größten Konferenzen in Deutschland (egal welchen Themenfeldes). Welche Bedeutung sie erlangt hat, machte Zeynep Tufekci klar: Viele arabische Blogger, sagte die Dozentin der Uni North Carolina, hätten sich 2009 in Berlin kennengelernt. Die große Zahl an Vorträgen zu Ägypten oder Syrien zeigte die gewachsene Internationalität der re-publica.

Doch nicht die schlichte Größe macht die rp12 zu einem Ereignis, an das wir uns noch lang erinnern werden. Es war die unaufgeregte, reibungslose Organisation, für die ich tiefen, tiefen Respekt vor dem Team habe. Zum Beispiel die durchdachte Art der Sponsorenpräsentation, die sich der Angst vieler Besucher vor zu viel Kommerzialisierung unterordnete. Oder die grandiose Idee, bunte Plastikstühle in der Mitte des zentralen Marktplatzes anzuhäufen, die jeder in die Räume tragen konnte – wer sitzen wollte konnte auch sitzen. Am Morgen des zweiten Tages waren sie komplett über das Gelände verteilt.

Und dabei war es voll. Echt voll. [click to continue…]

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How I met my Leistungsschutzrecht

by Thomas Knüwer on 27. April 2012

“Papa, erzähl uns, wie Du Mama getroffen hast!“

„Aber das ist eine echt lange Geschichte!“

„Egal! Erzähl!“

„Na gut, ihr habt es so gewollt… Also, Kinder, damals in 2012 sah die Welt wirklich anders aus. Das Internet war bei den meisten Menschen schon Alltag. Aber es gab so viele ungelöste Fragen, vor Gericht zum Beispiel. Denn damals durfte man nicht einfach alles so kopieren, wie ihr das heute macht.“

„Echt? Aber das ist doch erst 18 Jahre her…“

„Siehst Du? Das ging alles so furchtbar schnell. Für ältere Menschen waren Zeitungen damals noch wichtig, sie hatten richtig Einfluss..“

„Papa, was ist Zeitung? AU!“

„Hast Du in Geschichte nicht aufgepasst? Dieses Papierzeugs! AU!“

„HÖRT AUF EUCH ZU KNEIFEN! Also die Zeitungen wurden von Unternehmen gemacht, die nannte man Verlage. Die machten zwar Sachen im Internet, aber sie waren nicht so richtig gut darin. Eben nicht so wie euer Onkel Lars. Und deshalb wollten sie ein Gesetz namens Leistungsschutzrecht durchdrücken. Das sollte dafür sorgen, dass die Verlage  was von den Werbeeinnahmen von Google abhaben.“

„Warum? Das ist doch moonig ungerecht!“

„Die Verlage taten so, als seien die kleinen Schnippsel bei den Google-Suchanfragen von ihnen geklaute Inhalte. Wie gesagt: Damals durfte man noch nicht alles so kopieren.“

„Was hat das mit Mama und dir zu tun?“

„Kommt gleich. Über Monate wurde über so ein Gesetz schon geredet und niemand dachte, dass es kommt. Dann aber gab es den Text des geplanten Gesetzes in einem Blog namens Netzpolitik zu lesen. Das machte der Markus Beckedahl.“

„Der Digital-Minister? Moon!“

„Ja, der war damals schon ziemlich fit. Als das raus kam, gab es einen riesigen Aufschrei. Ich war zu der Zeit Student an der Uni und hatte mein erstes Blog gestartet.“

„Und an der Uni hast Du Mama…“

„Nein, ich hab doch gesagt, es ist eine lange Geschichte! Wir haben damals alle Buttons für unsere Seiten gebastelt, „Nicht meine Pressefreiheit“ und so. Alle bekannten Blogger und Youtuber haben gegen dieses Gesetz geschrieben und argumentiert. Aber diese Verlage waren halt ziemlich verzweifelt.“

„Weil keiner ihr Papier wollte?“

„So in der Art. Zumindest immer weniger“

„Warum sollte man das auch haben wollen?“

„Das ist noch mal eine andere Sache. Auf jeden Fall gab es damals noch so Verbände, das waren Zusammenschlüsse von Unternehmen, die versuchten Politiker zu beeinflussen.“

„Wie die Mafia?“

„Jetzt… nicht ganz so. Also nicht mit Waffen und Beton an den Füßen, eher mit Worten. Und der Chef von dem Zeitungsverband, Heinen hieß der, sagte man lasse sich nicht einschüchtern und außerdem habe man doch auf die Kritik reagiert. Zum Beispiel dürften Blogger ja weiter zitieren und man dürfe auch weiter als kleines Unternehmen Sachen aus dem Internet ausdrucken.“

„Wie jetzt? Die wollten das Ausdrucken verbieten?“

„Sie wollten Geld dafür haben. Diese Äußerung sorgte dann über Wochen für Witzfutter. Der CDU/CSU-Innenminister Friedrich…“

„Was ist CDU/CSU?“ [click to continue…]

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Draw Something: Lernen von den Montagsmalern

by Thomas Knüwer on 26. April 2012

„Montagsmaler“.

Das klingt so süß, so frankelstner und so siggihareiß.

Weshalb vielleicht mancher vor einigen Wochen die Meldungen nicht weiter beachtet hat über den Kauf des Spieleproduzenten OMGPop durch den weitaus größeren Rivalen Zynga für 180 Millionen Dollar. Was ist solch eine Summe schon verglichen mit einem 100 Mrd.-Börsengang von Facebook? Und dann noch dieses Spiel, das OMGPop so begehrt gemacht hat: „Draw Something“ – welch läppischer Titel und welch profanes Konzept, ein simples Montagsmaler-Duell.

Tatsächlich aber ist Draw Something ein fabelhaftes Lehrstück für all jene Marketing-Verantwortlichen die mit ihren billigen Autorennspielen oder „Gib Deinen Freunden einen Kuss“ bestenfalls lauwarme Resonanz erzeugen. Solche Spiele sind ja durchaus beliebt: Viele Entscheider sehen große Nutzerzahlen, bekommen Einladungen von Freunden zu Farmville oder Mafia Wars und schließlich legt ihnen der Assistent vielleicht noch Analysen zu Casual Gaming, wie dieses Feld heißt, die zeigen, dass entspanntes Nebenbei-Spielen in weiten Teilen der Bevölkerung ein beliebter Zeitvertreib ist – bei Männern wie Frauen.

Draw Something ist auch so ein Casual Game. Eines mit einem Start wie keine Mobile App zuvor: 50 Millionen Downloads in 50 Tagen, 3000 Zeichnungen pro Sekunde – ein neuer Maßstab. [click to continue…]

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Was die Initiative Urheberrecht will?

by Thomas Knüwer on 26. April 2012

Weiß sie nicht.

(via @sixtus)

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