Manchmal gibt es Geschichten, die sowohl hier als auch auf unser Food- und Reise-Blog Gotorio passen würden. Die unglaubliche Wandlung von Miki Nozawa vom Imbißbetreiber auf Sylt zum Sternekoch nach seinem Tod ist eine davon.

nozawa bild

Klicken Sie deshalb hinüber zu Gotorio und lesen Sie, wie “Bild”, DPA, “Süddeutsche Zeitung” und “Focus” sich einen Star-Koch erfanden – und nun Medien aus der ganzen Welt darauf hereinfallen….

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Content Marketing auf Facebook funktioniert

by Thomas Knüwer on 16. Mai 2013

Den gestrigen Tag verbrachte ich trotz Sommerwetters in Berlin komplett in Konferenzräumen. Zum dritten Mal war ich Jurymitglied des Deutschen Preises für Onlinekommunikation – und dessen Jurysitzung dauert geschmeidige 10 Stunden, gleich am Abend folgt die Preisverleihung.

Ich mag diesen Preis und unterstütze ihn aus zwei Gründen: Zum einen ist der Bewertungsprozess nicht manipulierbar. Die Nominierten präsentieren sich vor Teilen der Jury, die Juroren selbst erfahren erst am Morgen, wen sie bewerten werden. Auch gibt es kein einhelliges Urteil sondern Punktwertungen – selbst die Richter ahnen höchstens, wer den Preis am Abend erhalten wird.

dpok(Foto: Deutscher Preis für Onlinekommunikation)

Der zweite Grund, warum ich den DPOK unterstütze ist seine Granularität. 35 Kategorien, das klingt nach hellem Irrsinn. Tatsächlich aber werden so auch Online-Marketing-Leistungen gewürdigt, die bei einem fokussierteren Preis keine Chance hätten. NGO haben ihre eigenen Kategorien, das beste Intranet wird genauso gekürt wie der beste digitale Produkt-Start oder der beste Digitale Geschäftsbericht.

Natürlich darf ich keine Details aus der Jurysitzung verraten. Doch eine Kategorie, bei der ich wertete, hat mich beeindruckt: Community Auftritt.

Dabei bezogen sich die Nominierungen alle auf die jeweiligen Facebook-Auftritte. Sie verdeutlichten, wie sehr Facebook schon heute ein Massenmedium ist – nicht für die Gesamtbevölkerung, aber für einen substanziellen Teil der Deutschen.

Und sie demonstrieren, dass eine der grundlegenden Ideen des Content Marketing, nämlich die Fokussierung auf eine bestimmte Zielgruppe, essenziell ist für den Erfolg im Social Web.

Schließlich: Die fünf Angebote kennen nicht das Jammern über gesunkene Aktivierungsraten. Eben, weil sie sich fokussieren und eine einheitliche Zielgruppe bedienen.

Es maßen sich drei Großangebote mit zwei thematisch spitzen, kleineren Auftritten. [click to continue…]

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Wie eine Regierung agiert, die ihr Land als Wirtschafts- und Technologiestandort fördern will, bewiesen vor fast genau einem Jahr die Niederlande: Sie schrieben die Netzneutralität als Gesetz fest. Das bedeutet, Internetzugangsanbieter dürfen nicht in den Datenverkehr der Nutzer eingreifen und zum Beispiel die Daten eines Anbieteres denen eines anderen bevorzugen.

Der aktuelle Bundestag der Maschinenstürmer verhält sich diametral anders. Seine Internet-Enquetekommission, eine über weite Strecken peinlichen Feigenblatt-Veranstaltung, verstieg sich sogar zur Äußerung, Netztneutralität sei zwar wichtig – aber unterschiedliche Datenklassen müssten erlaubt sein. Unterschiedliche Datenklassen sind das genaue Gegenteil von Netzneutralität – willkommen in Deutschland, dem Land, das im digitalen Zeitalter keine Rolle spielen will.

Das Ergebnis sehen wir nun bei der Deutschen Telekom. Ihre Ankündigung, die Netzneutralität systematisch zu verletzen, ist keine niedliche Preiserhöhung für Film-Runterlader. Sie trifft jedes einzelne Unternehmen in Deutschland. Denn künftig muss sich der Maschinenbauer, der Online-Wartung der verkauften Maschinen anbietet, deutlich mehr zahlen. Er muss sich überlegen, welche Datenpakete er kauft. Und vielleicht ist das einfach nur eine systematische Preiserhöhung, die er tragen kann. Doch für die Welt der Startups ergibt dies einen erheblichen Standortnachteil. Gerade erst ließ sich Angela Merkel noch mit Dotcom-Entrepreneuen ablichten – nun ist ihr ein solcher Schaden für deren Zukunftsfähigkeit egal.

Die Deutsche Telekom darf aus meiner Sicht gerne die Preise erhöhen. Aber eben nicht, wenn sie bestimmte Dienstanbieter, die sie dafür bezahlen, bevorzugt.

Deshalb unterstütze ich die Drosselkom-Kampagne von D64 und der Digitalen Gesellschaft und bitte Sie, liebe Leser, sich über die Situation unter diesem Link weiter über das Thema zu informieren.

echtes netz telekom

Das Internet ist eine gesesellschafts- und wirtschaftssystemrelevante Infrastruktur. Es wird Zeit, dass die Politik in Deutschland dies akzeptiert und sich sachkundig mit diesem Thema beschäftigt. Wenn ich jedoch in den vergangenen Tagen in Berlin hörte, wie sich hochrangige CDU-Mitglieder kleinkindartig über Facebook-Schlüsselbänder freuten, die auf der Media Night der Partei verschenkt wurden, oder was Hauptstadtkorrespondenten über die unkundigen Äußerungen Peer Steinbrücks und seiner Kompetenz-Frau Gesche Joost in Sachen Netzpolitik berichten, dann gibt es aktuell nicht den Hauch einer Hoffnung auf Änderung.

Um so wichtiger, dass die Verbraucher Unternehmen wie der Deutschen Telekom sagen, was sie von einem Frontalangriff auf den Standort Deutschland halten.

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Frank Schirrmacher, bringst Du mal den Müll raus?

by Thomas Knüwer on 14. Mai 2013

Vor einiger Zeit erreichte mich ein Brief, den ich leider nicht mehr finde. Das ärgert mich. Denn zu gern hätte ich ihn hier gezeigt, konterkarierte er doch aufs Feinste die wohlfeilen Aussagen der Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel vor dem Parlamentsauschuss für Kultur und Medien.

Dort waren ja verschiedene Verlagsmanager im Februar aufgelaufen um ihr Klagelied zu singen über das böse, böse Internet. In diesem Rahmen verwehrten sie sich auch gegen mehr Datenschutz. Ohne den Handel und die Ausbeutung von Adressdateien, behauptete Jäkel, existierten Zeitschriften wie “Eltern” bald nicht mehr. Was wohl bedeutet, dass jenes Blatt so miserabel gemacht ist, dass es am Kiosk nicht auffällt. Oder gehen Eltern neuerdings nicht mehr in Gedrucktprodukthandlungen?

Nein, die Verlage wollen weiterhin Verbraucher “qualifiziert anschreiben”, wie Jäkel fabulierte. Was damit gemeint ist, erleben in diesen Tagen neben mir vielleicht auch andere Abonnenten der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”.

faz zerknüllt

Jener Brief, den ich nicht mehr habe, erinnerte an meine Universitätszeit. Denn er war so schlecht kopiert, definitiv nicht gedruckt, wie einst unsere im Copy-Shop produzierten Ableger von Fachbuch-Seiten. An der Seite war ein kleiner, schwarzer Rand, der von unpedantischer Auflegung auf dem Vervielfältigungsapparat zeugte. Die etwas grisselig geratenen Buchstaben wiesen das Kopiergerät entweder als tonerbedürftig oder minderwertig aus.
Kurz: Mit optischer Qualität hatte dieses Schreiben nichts zu tun.

Sein Inhalt ärgerte mich. Denn die “Frankfurter Allgemeine” erklärte mir, als langjähriger Bezieher der Sonntagszeitung bekäme ich nun gratis und ohne weitere Verpflichtungen drei Wochen lang die tägliche “FAZ”. Nach diesen drei Wochen ende die Zusendung automatisch.

Nun gibt es ja Gründe, warum ich keine Tageszeitung beziehe. Zum Beispiel habe ich am Morgen nicht die Zeit, eine Zeitung zu lesen. Vom grundlegend dem Internet unterlegenen Produkt Tageszeitung schreibe ich ja ohnehin häufig.

Selbst wenn ich aber Tageszeitungen bezöge, so gehörte die “FAZ” nicht dazu. Denn: Sie wird nicht über die lokalen Zeitungszusteller verteilt, sondern über die Post. Sprich: Sie kommt frühestens am Mittag, eher am Nachmittag. Wenn ich also am Abend meine Wohnung erreiche, so könnte ich ein Produkt konsumieren, dessen Nachrichten 24 Stunden alt sind.

Hinzu kommt der Nachteil der Postauslieferung. Postboten sind angewiesen, Sendungen in den Briefkasten zu werfen. Unser Briefkasten aber ist nicht ausgerüstet für Tageszeitungen. Das Ergebnis sehen Sie im Bild oben: Täglich pule ich ein zusammengeknülltes Etwas aus dem Briefkasten um es seiner direkten Entsorgung in der Altpapiertonne zuzuführen.

Natürlich könnte ich die “FAZ” anrufen um diesen umwelt- und kundenunfreundlichen Unfug zu stoppen. Doch gab jener Kopierbrief eine kostenpflichtige Hotline an. Ich müsste also Geld und Zeit investieren um ein Produkt abzubestellen, dass ich nicht möchte und nicht konsumiere.

Das ist es, was Verlage als Service ansehen. Und sich dann wundern, warum immer weniger Menschen Subskriptionen ihrer Produkte in Erwägung ziehen.

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Am übernächsten Samstag wird in Düsseldorf wieder der Webvideo-Preis verliehen. Und er ist wirklich groß geworden. Deshalb haben wir diesmal im Digitalen Quartett über und mit Youtubern geredet.

Zu Gast waren:

Markus “Videopunk” Hündgen, Organisator des Webvideo-Preises

Kevin “Tabletennisgamer” Capito, für sein “Let’s play Händewaschen” nominiert.

Hier die Sendung, die wirklich interessant ist:


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Keine Ad-Blocker, please – wir sind werbefinanziert

by Thomas Knüwer on 13. Mai 2013

Stellen Sie, liebe Leser, sich bitte ein Restaurant vor. Es ist kein sonderlich tolles, mehr wie eine Kantine, das Essen ist 08/15, die Saucen entstammen den dicken Tüten für Großgastronomen. Nur gelegentlich gibt es mal ein Highlight, vielleicht den extra großen Burger für nen kleinen Euro. Und vielleicht gar baut der Koch bei gutem Wetter ein oder zwei Mal im Jahr draußen einen richtigen Grill auf. Der Service? Geht so. Nicht unmittelbar unfreundlich, eher die Kommunikation meidend. Fragen zum Essen werden selten beantwortet.

Solche Lokale gibt es zuhauf – und sie sind nicht mal leer. Meist liegen sie im Herzen von Gewerbegebieten und sind umgeben von Büros. Mangels Konkurrenz kann man sich da einiges erlauben. Zum Beispiel könnte jenes Restaurant seine Kunden auffordern, die Schuhe beim Betreten seiner Räumlichkeiten auszuziehen, weil die Reinigungskosten so hoch geworden sind. Oder das eigene Besteck mitzubringen – “Die Kosten, Sie verstehen?”

Nähmen die Gäste das klaglos hin? Wohl kaum. Man würde den Betreiber für geistesgestört halten und ihm erstmal klar machen, dass er als Dienstleister in Vorleistung gehen muss.

Womit wir bei einem Sammelsurium deutscher Verlage wären, die heute eine Kampagne auf Augenhöhe mit dem Besteckmitbring-Gastronomen begonnen haben.  Spiegel Online, FAZ.net, RP Online, Sueddeutsche.de, Zeit Oline und Golem fordern derzeit ihre Leser auf, Ad-Blocker abzuschalten. Denn wer solche Programme benutzt, dem werden keine Werbebanner angezeigt, was die Einnahmen jener Nachrichtenseiten schmälert. Angeblich sollen schon 25 Prozent der Nutzer Ad Blocker benutzen. Diese Zahl halte ich für sehr hoch, die Leser hier in der Indiskretion verwenden nur zu rund einem Zehntel die Reklameausblender. Aber vielleicht sind sie nicht so technikaffin wie die Leser von Zeit Online.

Das Begründungsklagelied ist das Bekannte: “Wie alle Medien brauchen auch Onlinedienste eine stabile wirtschaftliche Basis, um hochwertige Inhalte produzieren zu können. Sie finanzieren sich weitgehend über Werbung, deren Erlöse sich über Reichweiten bemessen”, schreibt Süddeutsche.de in einer Pressemitteilung.

Eigentlich möchte ich dieses Ansinnen ja sogar unterstützen. Denn natürlich haben die Verlage Recht: Wer Ad Blocker benutzt, schadet Online-Angeboten.

Doch fällt es schwer, die Kampagne zu unterstützen, wenn die beteiligten Seiten an einem normalen Tag so aussehen:

rp-online artikel

faz.net

zeit 2

Selbst wenn nicht genug Buchungen vorhanden sind, oder das im Artikel auftauchende Thema kein rechtes Werbeumfeld darstellt, bleibt der Leser nicht verschont.  Es gibt ja Eigenwerbung:

spiegel

Es gibt einen Grund, warum Menschen Ad Blocker so anziehend finden: Sie sind genervt. Genervt von Layovers und Blinkeblinke-Bannern, von Popups und verdeckter Werbung.

Tatsächlich sind die an der Kampagne beteiligten Seiten – abgesehen vom Design-Totalschaden RP Online – ja noch die zurückhaltenderen im Nachrichtenlande. Ihre Auftritte sind dezent, verglichen mit dem Treiben viele Lokalverlage, Handelsblatt.com oder Express.de. Insofern schickt die deutsche Verlagswelt süße Katzenbabys mit der Bitte vor, künftig kein Kakerlaken-Mittel mehr zu verwenden.

Ob das hilft? Warten wir’s ab. Generell aber wäre es weitaus besser, endlich redaktionelle Seiten viel strikter von PR zu trennen, Werbung kenntlicher zu machen und vor allem einen weitaus größeren Teil des Browserfensters mit journalistischen Inhalten zu füllen.

Statt also die Gäste mit merkwürdigen Schuhauszieh- oder Besteckmitbring-Bitten zu verwundern sollte erst mal die Küche stimmen. Dann könnte man reden.

Nachtrag: Warum hat eigentlich kein Nachrichtenanbieter bisher versucht, ein Paid Content-Model ohne Werbung anzubieten? Wenn Ad Blocker so beliebt sind, könnte eine Zahlungsbereitschaft ja vorhanden sein.

Nachtrag II: Die Macher von Adblocker Plus haben sich geäußert:

“…Wir rufen daher alle Websites, Verlage, Advertiser und Ad-Networks auf, sich dem Dialog zu stellen und Werbung nicht gegen, sondern für den Nutzer zu machen. Nur so können Menschen im Internet erreicht werden.”

Das gesamte Statement gibt es unter diesem Link. 

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Bewegte Bilder von der re:publica 2013

by Thomas Knüwer on 10. Mai 2013

Wer Dinge ins Internet schreibt erhält bei der re:publica die Gelegenheit, Dinge in Kameras zu sagen. Sei es, weil die Kameras der Konferenz selbst Podien mitfilmen oder weil TV-Anstalten oder Videoblogs um Interviews oder Statements bitten.

So zum Beispiel Michael Praetorius von der Spree- und Isarrunde, der Kurzinterviews mit Re:publicanern führte. Mich befragte er zum wieder schwelenden Konflikt zwischen Bloggern und Verlagen:

Und dann weise ich gern noch einmal auf die Diskussion zum Thema Finanzblogs hin, die wir anlässlich des Comdirect Finanzblog-Awards führten – voll war es und interessant, meine ich:

Schließlich unser Digitales Quartett mit Überraschungsgästen, das nun in HD verfügbar ist:


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re:publica 2013: Bunt und schön

by Thomas Knüwer on 8. Mai 2013

Für Stammleser ist es vielleicht ermüdend, alljährlich hier in der Indiskretion ein Loblied auf die re:publica zu lesen, die größten Digital-Konferenz Deutschlands, vielleicht gar Europas. Und doch ist es wieder einmal nötig, denn auch in der 2013er-Ausgabe hat sie sich in beeindruckend weiterentwickelt.

gott hacker

Die wichtigsten Neuerungen:

1. Schlangen vor der Damentoilette.

2. Funktionierendes, schnelles Wlan.

3. Das Ausmaß uninfomierter, gar hasserfüllter Berichterstattung klassischer Medien hat deutlich abgenommen.

4. Dieter Zetsche

Klingt nach nicht erwähnenswertem Pisselskram. Doch wer die Konferenz über die sieben Jahre verfolgt hat, für den sind dies Symbole für die gestiegene Wahrnehmung und die wachsende Bedeutung der re:publica.

Nehmen wir nur die Damentoilette.

In den ersten Jahren erinnerte diese an einen reversiven Kneipenkarneval: Während Männer murrend auf eine Keramikpositionierung warteten, spazierten die Damen munter ein und aus – denn es gab ja nur wenige von ihnen. Das Bild hat sich massiv gewandelt, gefühlt dürfte der weibliche Anteil bei einem Drittel gelegen haben, vielleicht mehr.

Und: Bei welcher Konferenz gibt es so viele Kinder? Eine so breite Altersspanne? Wo ist Barrierefreiheit so selbstverständlich, gehören Rollis derart alltäglich zum Bild wie die Untertitel auf der Leinwand der großen Bühne? Gibt es irgendeine Konferenz in Deutschland, die so bunt ist, eben so bunt eben wie unsere Gesellschaft?

Diesmal konnte die Buntheit sogar getweetet, verinstagramt und facebookisiert werden – denn das Wlan funkte problemlos. So problemlos, dass wir unser Digitales Quartett sogar live streamen konnten (womit wir wirklich nicht gerechnet hatten, sonst hätten wir uns mehr Gedanken über die entstehenden Sound-Probleme gemacht).

Kein Wunder, dass die Wlan-Zuständigen beim Schlussakt bejubelt wurden wie Charles Lindbergh nach der Atlantik-Überquerung.

 

Die Tod des Running Gags von der Offline-Internet-Konferenz zeugt von der massiv gestiegenen Professionalität der re:publica GmbH. Bei der Verabschiedung wurde vielleicht manchem erst klar, welche Personalstärke die Organisation einer solchen 5000-Besucher-Konferenz braucht.

Trotzdem aber hat es die Mannschaft auch in diesem Jahr geschafft, die re:publica davor zu bewahren, eine xbeliebige Veranstaltung zu werden. Die Raumkonzeption mit 8500 Pappwürfeln sowie das liebe- und fantasievolle Grafik- und Lichtdesign sind nicht einfach nur gut – sie setzen den Maßstab für Konferenzen in Deutschland, vielleicht weltweit. Mir fällt allein die leider vorerst beerdigte Picnic in Amsterdam ein, die da mithalten könnte.

republica licht

Noch dazu zu diesem Preis: Eine dreitägige Konferenz mit einem derartigen Angebot für 210 Euro – das ist ein schöner Witz. Und wer gar nicht zahlen mag oder kann, dem bleibt eine Acht-Stunden-Schicht als Helfer: Dafür gibt es eine Karte als Entlohnung.

Und bei all dem wird es in der Station nie seelenlos – im Gegenteil. War die re:publica einst ein Klassentreffen bei dessen ersten Ausgaben sich jene trafen, die gegenseitig ihre Blogs lasen, so ist sie nun ein rauschendes Schulfest, ein orgiastisches Umarmen, Highfiven und Winken und Reden.

Diese Herzlichkeit verleitete schon in der Vergangenheit manchen Journalisten dazu, die Konferenz abzuwerten als einen Versammlung der Unwichtigen, die sich einreden, wichtig zu sein. So vorhersehbar waren die Attacken, dass die Berichterstattung treffsicher vorempfindbar war. Das hat sich geändert. Auch, weil viel mehr Journalisten tatsächlich an der Konferenz teilnehmen, statt nur über sie zu schreiben. [click to continue…]

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Die größte Überraschung der 2013er-Ausgabe der re:publica, der größten Digital-Konferenz des Landes: Es gibt Wlan. Mehr noch: Es gibt genügend Wlan um sogar einen Google Hangout zu übertragen.

Somit wurde es kurzfristig doch noch möglich unser “Digitales Quartett live on stage” zu übertragen. Leider – das als Vorwarnung – war das Thema Sound sehr schwierig. Denn dieses Quartett richtete sich primär an das analoge Internet, also die Menschen im Saal. Zur Beruhigung: Es wird noch eine richtig gute Version von Seiten der re:publica geben – das wird aber noch ein wenig dauern.

Doch das Durchkämpfen, glaube ich, lohnt sich. Um der Bühne gerecht zu werden, luden wir Überraschungsgäste ein – jeder von uns drei Anwesenden überraschte einen der anderen mit einem ihm vorher nicht bekannten Interviewpartner.

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So freuten wir uns sehr über:

Peter Kabel, einst Gründer von Kabel New Media und heute Professor für Mediendesign, sprach mit Ulrike Langer über Design, die Digitalität seiner Studenten und Internet-Skepsis.

Guido Bülow, Social Media Manager des SWR, unterhielt sich mit mir über das Tatort Plus-Projekt und twitternde Tatort-Kommissare.

Vera Lisakowski, Projektleiterin beim Grimme Online Award, lieferte mit Daniel Fiene Einblick in die Findung der Grimme-Preisträger.

Und natürlich bedanken wir uns beim analogen Internet im Saal für jede menge handgeschriebene Tweets.

Nachtrag: Und hier ist nun die technisch erträglichere Version von der Bühnenkamera:


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Huffington Post Deutschland – eine echte Chance

by Thomas Knüwer on 30. April 2013

Deutschlands Medienjournalisten haben eine recht simple Sicht auf die Welt der Nichtmedienjournalisten. Sie lässt sich zusammenfassen mit den Worten: “Alles Idioten”. Nur so ist die Reaktion diverser Autoren und Medien auf die Meldung zu erklären, dass die Huffington Post nun endlich einen deutschen Partner gefunden hat: den Burda-Konzern.

Es ist geradezu ermüdend, depremierend und ernüchternd, wie Autoren, die sich selbst der Tätigkeit des Journalismus zichtigen, platteste Vorurteile hervorkramen ohne auch nur 30 Sekunden darüber nachzudenken, ob sie selbst nicht mit ihrer ersten, blindwütigen Reaktion falsch liegen.

Schnappschuss (2013-04-30 17.55.37)

Der erste Kritikpunkt ist die Blog-Sektion der Huffington Post, denn die Autoren dort werden nicht bezahlt. So schrieb der von mir sonst sehr geschätzte Wolfgang Michal bei Carta:

“Aber wo will die Redaktion 1000 Blogger hernehmen, die für lau und gleichzeitig für den Milliardär Burda arbeiten wollen?”

Natürlich erhitzte sich auch  der DJV, jener Journalisten-Lobbyverband, der noch immer nicht aktiv für einen Online-Tarifvertrag kämpft: 

“Der DJV weist darauf hin, dass die Urheber in Deutschland Anspruch auf eine angemessene Vergütung haben. Auf einen vermuteten Werbeeffekt zu setzen als Rechtfertigung dafür, dass Journalisten für ihre Arbeit nicht angemessen bezahlt werden, ist inakzeptabel. Die Tomorrow Focus AG ist jetzt in der Pflicht.”

Nein ist sie nicht. Denn noch immer darf jeder, der es möchte, ohne Bezahlung schreiben. Und das tun auch viele, selbst wenn dies für DJV-Funktionäre nicht vorstellbar zu sein scheint.

Der Denkfehler hinter dem vorauseilenden Wehklagen ist die Vorstellung, dass Autoren, die in Blog-Software reinschreiben gleichzusetzen sind mit Bloggern wie Johnny Haeusler, Richard Gutjahr oder Egghat. Statt eigene Präsenzen zu betreiben würden sie sich nun in ihrer unfassbaren Dummheit von der Huffington Post einsammeln lassen, scheint mancher zu glauben. Ganz ohne Honorierung. Ja, kann sie denn niemand vor sich selbst schützen? [click to continue…]

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