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	<title>Indiskretion Ehrensache</title>
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	<description>Das Blog von Thomas Knüwer</description>
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		<title>Der Westen soll wachsen &#8211; aber wie?</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 18:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[DerWesten]]></category>
		<category><![CDATA[Waz]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute in der Mitte des Nachmittags erfuhren die Mitarbeiter der Waz New Media ein wenig mehr über die Zukunft ihres Arbeitsbereichs.
Kurz nochmal zur Erinnerung: Die Waz New Media ist jene Tochter, die das Online-Geschäft lenkt, vor allem das Nachrichtenportal Der Westen. Nach dem Wechsel von Chefredakteurin Katharina Borchert zu Spiegel Online war die Furcht nicht [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Heute in der Mitte des Nachmittags erfuhren die Mitarbeiter der Waz New Media ein wenig mehr über die Zukunft ihres Arbeitsbereichs.</p>
<p><em>Kurz nochmal zur Erinnerung: Die Waz New Media ist jene Tochter, die das Online-Geschäft lenkt, vor allem das Nachrichtenportal Der Westen. Nach dem Wechsel von Chefredakteurin Katharina Borchert zu Spiegel Online war die Furcht nicht unbegründet, dass es bald blutig zugehen könnte. Neuer Chefredakteur ist der &#8211; höflich gesprochen -</em><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2009/12/dieser-tage-da-der-westen-stirbt/" target="_blank"><em> nicht als online-affin bekannte Print-Chefredakteur Ulrich Reitz.</em></a></p>
<p>So trat also ein Mitarbeiter der Unternehmensberatung Schickler nach vorne um das aktuelle Verdikt zu verkünden, so sagte mir eine unternehmensnahe Quelle. Ein Sympath aus den Augen der Belegschaft: Nicht erst nach den Tollereien rund um die fest angestellten Fotografen, die erst anscheinend vergessen, dann allen Ernstes unter New Media gebucht wurden, ist der Name Schickler unter Wazlern auf einer Stufe mit Beelzebub &amp; Co.</p>
<p>Zusammengefasst gibt es also folgende Nachrichten:<span id="more-2866"></span></p>
<p>- Waz New Media hat zu viele Planstellen. 36,8 gibt es &#8211; 30 werden über bleiben. Allerdings wird es erstmal nicht ganz so schlimm werden, da verschiedene Mitarbeiter freiwillig ausgeschieden sind.</p>
<p>- Eine Marketing-Offensive soll das Angebot sowohl im Anzeigen- wie im Lesermarkt bekannter machen.</p>
<p>- Wie dieses Angebot aussehen wird ist offen. Sicher ist: Es soll regionaler werden.</p>
<p>- Gleichzeitig sollen die Abrufzahlen steigen &#8211; was zusammen kaum funktionieren kann. Denn die Zielgruppe regionaler Inhalte ist automatisch geringer.</p>
<p>- Es ist nicht ausgeschlossen, dass es eine komplette Umpositionierung gibt. Denkbar wären Nachrichtenseiten unter den Namen der Zeitungen, zum Beispiel Waz.de, und ein Portal Der Westen, dass sich um boulevardeske Unterhaltungsthemen und um Veranstaltungen bemüht &#8211; nackte Haut nicht ausgeschlossen.</p>
<p>-  Der Relaunch wird den Westen optisch an Bild.de annähern.</p>
<p>- Die Videoproduktion wird komplett an NRW-TV ausgelagert. Die dort für das Fernsehen entstehenden Stücke werden online abgelaicht.</p>
<p>- In der Planung soll eine Kooperation mit dem Flughafen Düsseldorf sein. Waz New Media soll dessen Online-Auftritt basteln und mit Social-Media-Elementen versehen. Außerdem könnten auch die Infoscreens im Airport von den Essenern übernommen werden.</p>
<p>Sicher scheint derzeit: Ruhe wird bei der Waz New Media nicht einkehren.</p>


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		<title>Benettons &#8220;It&#8217;s my time&#8221;: Einsamkeit und Arroganz</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 11:36:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Benetton]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Youtube]]></category>

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		<description><![CDATA[Die geschätzte ehemalige Handelsblatt-Kollegin Katharina Kort hat ihren Dienstsitz in Mailand und bloggt von dort auch deutsch-italienische Momente. Für das gedruckte Blatt berichtet sie heute von einer neuen Marketing-Kampagne Benettons (leider nicht online). Statt pseudo-politischen Ekelmotiven, süßen Kindern und süßen Hunden soll nun das reale Leben Model stehen &#8211; oder besser der reale Nutzer.
&#8220;It&#8217;s my time&#8221; [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Die geschätzte ehemalige Handelsblatt-Kollegin Katharina Kort hat ihren Dienstsitz in Mailand und b<a href="http://kortissimo.wordpress.com/" target="_blank">loggt von dort auch deutsch-italienische Momente</a>. Für das gedruckte Blatt berichtet sie heute von einer neuen Marketing-Kampagne Benettons (leider nicht online). Statt pseudo-politischen Ekelmotiven, süßen Kindern und süßen Hunden soll nun das reale Leben Model stehen &#8211; oder besser der reale Nutzer.</p>
<p>&#8220;It&#8217;s my time&#8221; heißt die Kampagne, bei deren Entwurf mit Sicherheit 2,3 Millionen Mal das Wort &#8220;viral&#8221; (oder wie immer es auf Italienisch heißen mag) gefallen ist. Gesucht werden 20 Models für das Ablichten der Herbst-/Winterkollektion 2010. Bewerben darf sich via Youtube jeder, außerdem gibt es lokale Casting-Runden, die über eine <a href="http://www.facebook.com/benettoncasting" target="_blank">Facebook-Seite</a> verkündet werden. Über die erste Runde stimmt die Web-Gemeinde ab. 100 Finalisten reisen dann nach New York zur Endausscheidung. Die treffen Profis &#8211; hier verließ Benetton vielleicht der Mut.</p>
<p>Offiziell beginnt die Kampagne erst am kommenden Montag, doch schon jetzt gibt es eine <a href="http://casting.benetton.com/" target="_blank">Homepage</a> dazu und erste Youtube-Videos. Hier ein Beispiel: <object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="295" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/HKFTLIh0coQ&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="295" src="http://www.youtube.com/v/HKFTLIh0coQ&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Ausgedacht hat sich das Ganze die Benetton-eigene Kreativagentur Fabrica, deren Chef Erik Ravelo gegenüber Kort erklärte, früher habe man Models gesucht, &#8220;jetzt kommen sie zu uns&#8221;. Und: &#8220;Wir hoffen, dass wir jemand ein Lächeln abringen können, der nie gedacht hätte, jemals New York zu sehen.&#8221;</p>
<p>Und hier beginnt das Problem.<span id="more-2860"></span></p>
<p>Denn Benetton strahlt derzeit ein gehöriges Maß Arroganz aus im Zusammenhang mit &#8220;It&#8217;s my time&#8221;. Die drei bisher präsentierten Videos handeln von Personen, mit denen in Social Networks niemand zu tun haben mag, obwohl sie nicht unsympathisch sind. Warum? Jeder der drei erscheint nett und interessant. Und deshalb nehme ich ihnen auch nicht ab, dass sie keine Kontakte haben sollen. Sie entstammen einer anderen Wahrnehmungswelt als die meisten, die im Rahmen der Kampagne angesprochen werden sollen. Denn die tummeln sich mit Spaß in den Netzwerken. Bemerkenswert übrigens auch, dass Benetton an der Authentizität schraubt, in dem Netzwerk-Namen überpiepst werden. Warum?</p>
<p>Und auch Ravelos Äußerung von jenen, die niemals erwarten würden, in ihrem Leben New York zu sehen zeugt von einer verschobenen Welt. Wer sich in der westlichen Welt Benetton leisten kann, für den ist New York nicht völlig unerreichbar.</p>
<p>Wen also will Benetton da casten? Vereinsamte Rapper und Kampfsportlehrer aus den Emerging Markets? Und die sollen zum Kauf auf der Fifth Avenue locken? In dieser Konstellation klingt das fast nach Zurschaustellung.</p>
<p>So aber ist es vermutlich nicht gemeint. Vielmehr riecht diese Kampagne schwer nach einer Kopfgeburt: Alles soll rein, von viral bis emotional, von real life bis dream life. Das heißt nicht, dass die ganze Sache scheitern muss, Benetton wird mit ordentlich Werbedruck für einen Casting-Grunddurchsatz sorgen. Ein gehöriges Maß an Skepsis darf man aber hegen.</p>


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		<title>Lesebefehl!</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 15:56:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Handelsblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Gaschke]]></category>

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		<description><![CDATA[Dann gibt&#8217;s noch diese Artikel, denen man gar nichts hinzufügen kann. Weil sich einfach lesenswert sind, Pflichtlektüre gar. Aber ihnen gebührt ein Link.
Deshalb bitte ich Sie, liebe Leser, mal rüberzuschwenken zum Handelsblatt, wo der geschätzte Kollege Grischa Brower-Rabinowitsch eine wirklich böse Satire zur Finanzkrise über Familienhund Gierchen geschrieben hat.
Und zu Wirres.net, wo Herr Ix sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Dann gibt&#8217;s noch diese Artikel, denen man gar nichts hinzufügen kann. Weil sich einfach lesenswert sind, Pflichtlektüre gar. Aber ihnen gebührt ein Link.</p>
<p>Deshalb bitte ich Sie, liebe Leser, mal rüberzuschwenken<a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/satirischer-seitenblick-gierchen-oder-jo-gib-mir-ne-kapitalerhoehung;2524271" target="_blank"> zum Handelsblatt, wo der geschätzte Kollege Grischa Brower-Rabinowitsch eine wirklich böse Satire </a><a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/satirischer-seitenblick-gierchen-oder-jo-gib-mir-ne-kapitalerhoehung;2524271" target="_blank">zur Finanzkrise</a><a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/satirischer-seitenblick-gierchen-oder-jo-gib-mir-ne-kapitalerhoehung;2524271" target="_blank"> über Familienhund Gierchen geschrieben hat.</a></p>
<p>Und zu Wirres.net, wo Herr Ix sich an einem <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2009/04/Ein-Erbe-das-man-ertragen-muss/" target="_blank">weiteren</a> merkwürdigen <a href="http://wirres.net/article/articleview/5486/1/6/" target="_blank">Text von &#8220;Zeit&#8221;-Hardlinerin und Fortschrittshasserin Susanne Gaschke abarbeitet.</a></p>
<p>Schließlich lehnen Sie sich zurück und genießen <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2010/02/01/dem-staat-einen-steuerhinterzieher-stiften.aspx" target="_blank">Herrn Alphonsos Psychogramm der Steuerhinterzieher. </a></p>
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		<title>Das Wesentliche ist für die Verleger unsichtbar</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 13:31:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Google News]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Adieu,&#8221; sagteder Fuchs in &#8220;Der kleine Prinz&#8221;: &#8220;Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!&#8221;
So verhält es sich auch mit dem Internet irgendwie. Es gibt das sichtbare Web und das unsichtbare. Das sichtbare ist jener Part, der leicht zu erreichen ist. [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>&#8220;Adieu,</em>&#8221; sagteder Fuchs in <em>&#8220;Der kleine Prinz&#8221;: &#8220;Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!&#8221;</em></p>
<p>So verhält es sich auch mit dem Internet irgendwie. Es gibt das sichtbare Web und das unsichtbare. Das sichtbare ist jener Part, der leicht zu erreichen ist. Wir geben ein Wort in Google ein und schon filtert die Suchmaschine unseren Blick auf die digitale Welt.</p>
<p>Doch es gibt noch einen anderen Kontinent, der verborgen liegt, unerreichbar für das schnell suchende Auge. Das sind zum Beispiel jene Daten in Social Networks, die nicht freigegeben sind. Und erst recht die Kommunikation, die sich dahinter verbirgt. Wir nehmen sie nur als Masse wahr, als anonyme Zahl von Lesern, als Schwarm der sich auf eine andere Seite bewegt wie Mücken, die vom Licht angezogen werden. Das Individuum ist egal, allein die Größe des Schwarms zählt.</p>
<p>&#8220;<em>Die großen Leute haben eine Vorliebe für Zahlen</em>&#8220;, heißt es in &#8220;Der kleine Prinz&#8221;: &#8220;<em>Wenn ihr ihnen von einem neuen Freund erzählt, befragen Sie euch nie über das Wesentliche. Sie fragen euch nie: Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am Meisten? Sammelt er Schmetterlinge?</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Sie fragen euch. Wie alt ist er? Wieviel Brüder hat er? Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater?</p>
<p><em>Dann erst glauben sie ihn zu kennen.</em>&#8221;</p>
<p>Die großen Leute sind in diesem Fall die Verleger.<span id="more-2832"></span></p>
<p>Sie sehen allein Google News als angeblichen Inhaltedieb. Weil Google News leicht erreichbar ist. Weil der Dienst Masse ausstrahlt und von der Masse lebt. Kaum vorstellbar, dass es noch jemand gibt, der tatsächlich größer ist. Der davon lebt, dass einzelne Menschen das gleich tun wie Google News: Kleine Ausschnitte mit Links versehen und Menschen darauf hinweisen, dass es einem Ort interessante Informationen gibt.</p>
<p>Dieser Ort heißt zum Beispiel Facebook. <a href="http://weblogs.hitwise.com/us-heather-hopkins/2010/02/facebook_largest_news_reader_1.html" target="_blank">Und wie der Marktforschungsdienst Hitwise nun ermittelte ist Facebook viel bedeutender als Nachrichtendrehscheibe denn Google News</a> &#8211; zumindest in den USA. Dabei ist das Grundprinzip gleich: Man nimmt Auszüge aus einem Artikel, zum Beispiel die Überschrift, und vermittelt so indirekt Leser an Nachrichtenseiten. Wenn Google News ein Inhaltedieb ist, dann sind viele, viele Facebook-Nutzer dies auch. Denn es macht keinen Unterschied, ob eine Kopie automatisch oder von Hand gefertigt wird. Doch diese Menschen, diese Inhaltediebe, müssen die Artikel doch vorher lesen, um sie empfehlen zu können. Und mit einem Mal sind die Leser einer Nachrichtenseite deren Feind .</p>
<p>Das begreifen viele Medienhäuser nicht. Weil sie nur sehen, was sie auf einen flüchtigen Blick erhaschen. Weil sie zu wenig aktiv sind in jenem weniger öffentlichen Teil des Netzes. Und weil sie immer weniger Freunde haben. Oder wie es in &#8220;Der kleine Prinz&#8221; heißt:</p>
<p><em>&#8220;Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr.&#8221;</em><br />
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		<title>Schirrmacher und Kreye, 0 oder 1, Kutsche oder Arbeitszosse</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 17:46:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Andrian Kreye]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Schirrmacher]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>

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		<description><![CDATA[ch ärgere mich gerade. Über mich. Weil ich einmal kein Foto gemacht habe. Gestern war ich eingeladen zu einer Veranstaltung im Düsseldorfer Restaurant &#8220;Monkey&#8217;s West&#8221;. Es gehört dem Kunstberater Helge Achenbach und ist deshalb ordentlich gefüllt mit zeitgenössischer Kunst.
Seit geraumer Zeit war ich schon nicht mehr dort gewesen, weshalb mir ein großes Wandgemälde neu war, [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">ch ärgere mich gerade. Über mich. Weil ich einmal kein Foto gemacht habe. Gestern war ich eingeladen zu einer Veranstaltung im Düsseldorfer Restaurant &#8220;Monkey&#8217;s West&#8221;. Es gehört dem Kunstberater Helge Achenbach und ist deshalb ordentlich gefüllt mit zeitgenössischer Kunst.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Seit geraumer Zeit war ich schon nicht mehr dort gewesen, weshalb mir ein großes Wandgemälde neu war, eine Mischung aus Graffiti, Manga und Popart aus &#8211; vermute ich &#8211; der Sprühdose von Martin Denker. Eine Art Weltenbild habe ich wahrgenommen und mittendrin schweben zwei Mobile-Me-Icons aus dem Hause Apple.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Das zeigt zwei Dinge: Längst ist die Digitalität im Kunstleben eingetroffen (sehr lesenswert dazu ein Text von Holm Friebe in der aktuellen Ausgabe von &#8220;Monopol&#8221;). Zum anderen ist Apple ein ikonographischer Bezugspunkt von erheblicher Sexiness.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Letzteres ist auch der Grund warum sich zwei Goliaths des Feuilleton auf die Präsentation des Ipad werfen: &#8220;FAZ&#8221;-Mit-Herausgeber Frank Schirrmacher und &#8220;Süddeutsche&#8221;-Vorzeigekopf Andrian Kreye.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Beide sehen dunkle Wolken für das World Wide Web herbeiziehen &#8211; und beide demonstrieren das Problem des deutschen Feuilleton mit dem Thema Internet: Es mangelt oft genug an Recherche. Oder es werden Zeugen herbeigeschrieben, die nicht unproblematisch sind.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Bei Schirrmacher trifft beides zusammen. Der Grund für seinen Artikel in der gestrigen &#8220;Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung&#8221; ist die Sorge um die &#8220;Bürokratie&#8221; der digitalen Gesellschaft. Damit umschreibt er die technische Infrastruktur unseres Lebens: Die werde sich ändern, wenn Apple künftig die Welt regiert.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Es ist ein schönes Bild. Aber ein schiefes. Denn Apple produziert eben Hardware und nimmt mit dieser Einfluss auf die Software. Und somit könnte man auch eine den Straßenbau als Veränderung des Straßenverkehrsrechts interpretieren.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Trotzdem ist die Idee, dies als These herbeizuziehen nicht dumm. Leider vergibt Schirrmacher im weiteren die Chance, das Thema intensiv anzugehen. Denn was er tut ist der Teil des journalistischen Handwerks, der in diesen Tagen zu kritisieren ist: Er sucht sich Belege für seine eigene Meinung und jubelt sie dem Leser als die Bibel unter.</div>
<p>Ich ärgere mich gerade. Über mich. Weil ich einmal kein Foto gemacht habe. Vergangenen Sonntag war ich eingeladen zu einer Veranstaltung im Düsseldorfer Restaurant &#8220;<a href="http://www.monkeyswest.com/" target="_blank">Monkey&#8217;s Wes</a>t&#8221;. Es gehört dem Kunstberater Helge Achenbach und ist deshalb ordentlich gefüllt mit zeitgenössischer Kunst.</p>
<p>Seit geraumer Zeit war ich schon nicht mehr dort gewesen, weshalb mir ein großes Wandgemälde neu war, eine Mischung aus Graffiti, Manga und Popart aus &#8211; vermute ich &#8211; der Sprühdose von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Denker" target="_blank">Martin Denker</a> (Die Vermutung meint die Sprühdose &#8211; das Werk ist definitiv von Denker). Eine Art Weltenbild habe ich wahrgenommen und mittendrin schweben zwei Mobile-Me-Icons aus dem Hause Apple.</p>
<p>Das zeigt zwei Dinge: Längst ist die Digitalität im Kunstleben eingetroffen (sehr lesenswert dazu ein Text von Holm Friebe in der aktuellen Ausgabe von &#8220;Monopol&#8221;). Zum anderen ist Apple ein ikonographischer Bezugspunkt von erheblicher Sexyness.</p>
<p>Letzteres ist auch der Grund warum sich zwei Goliaths des Feuilleton auf die Präsentation des Ipad werfen: &#8220;<a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E4C9B52F05C0C4D6AA6E031D952812B10~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">FAZ&#8221;-Mit-Herausgeber Frank Schirrmacher</a> und <a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/593/501844/text/" target="_blank">&#8220;Süddeutsche&#8221;-Vorzeigekopf Andrian Kreye</a>.</p>
<p><em>Persönlicher Einschub: Über Schirrmachers Experten-Aufblasung <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/02/wie-frank-schirrmacher-sich-seine-experten-aufblast/" target="_blank">habe ich ja schon geschrieben</a>. Vollkommen zurecht kam Krititk, ich beschäftigte mich nicht mit seinen Thesen. Das ist derzeit aber ein Zeitproblem und die journalistische Herangehensweise Schirrmachers hat mich so geärgert, dass das erstmal raus musst. Einschub Ende.</em></p>
<p>Beide sehen dunkle Wolken für das World Wide Web herbeiziehen.</p>
<p>Ginge es nach Kreye dürfte es Denkers Werk nicht geben. Er spricht dem Netz jedweden kulturellen Beitrag ab, es sei allein ein Hort des Kommerzes. Man darf fragen, wo der Mann lebt. Längst sind Künstler im Web unterwegs, längst spielt die digitale Technologie eine Rolle in schriftstellerischen Werken. Trotzdem schreibt Kreye: &#8220;Fast alle epochalen Texte, die das Internet hervorgebracht hat, beschäftigen sich mit einem: dem Internet.&#8221;</p>
<p>Kacken wir bei solchen Äußerungen ruhig mal ein paar Korinthen:<span id="more-2817"></span></p>
<p>Das Internet bringt keine epochalen Texte hervor &#8211; dann hätte die Künstliche Intelligenz triumphiert. Autoren bringen Texte hervor. Wie aber will Kreye ausmachen, ob das Internet einen Autor beeinflusst hat außer in dem Moment, da er über das Internet schreibt? Mit dem gleichen Recht dürfte man davon sprechen, dass die Erfindung des Autos keine epochalen Werke hervorgebracht hat außer jenen, die vom Auto handeln.</p>
<p>Am Ende düstert Andrian Kreye, Reiter der digitalen Apokalypse:</p>
<p><em>&#8220;Spätestens mit der Popularisierung des Internets durch Zugangsprogramme von Anbietern wie America Online und Compuserve folgt die Dynamik des Internets den Naturgesetzen der Geldströme in der freien Marktwirtschaft. Geld verdient man in der digitalen Welt entweder mit dem Verkauf von Software und Geräten oder mit der Bereitstellung von Übertragungswegen wie Kabel- oder Mobilfunknetzen. Mehr kann und will die digitale Welt gar nicht.&#8221;</em></p>
<p>Mit Werbung wird also kein Geld verdient? Vielleicht sollte Kreye nicht von den schwindenen Anzeigeneinnahmen seines Arbeitgebers auf andere schließen. Und verkauft wird nicht nur Soft- und Hardware &#8211; sondern so gut wie alles. Was aber will die digitale Welt? Ihr einen Willen zu unterstellen ist ungefähr so sinnvoll wie der gesamten Menschheit eine einheitliche Gesinnung herbeizudichten.</p>
<p><em>&#8220;Alles andere, die neuen Formen der Kommunikation und der Vernetzung, sind gesellschaftliche Anwendungen neuer Technologien. Der Reiz beruht auf dem Prinzip der gesteigerten Produktivität. Diese Produktivität hat zwar zunächst einmal einen rein gesellschaftlichen Wert, im Gegensatz zur gesteigerten Produktivität des Kulturkonsums durch komprimierte und damit mobile Kulturgüter. Und doch ist die eigentliche Dynamik die einer wirtschaftlichen, nicht einer kulturellen Entwicklung.&#8221;</em></p>
<p>Auch hier möchte ich widersprechen. Kreye sieht allein eine Welt des digitalen Konsums von Inhalten. Vielleicht also seine eigene, kleine Welt? Es geht nicht nur um Effizienzsteigerung oder Produktivität. Zuallererst ist das Netz ein Ort der Kommunikation. An der Kreye vielleicht nicht teil- und sie deshalb nicht wahrnimmt. Aber sie ist die wichtigste Tätigkeit im Netz.</p>
<p>Und das verändert maßgeblich das Fundament unserer Kultur. Mit einem Mal sind wir nicht mehr angewiesen auf verschwurbelte Feuilleton-Besprechungen der Kulturgegenstände. Wir sind auch nicht mehr auf die Filtertätigkeit der Medien angewiesen. Kultur überspringt heute Grenzen, wird schneller und globaler. Künstler aus China oder Indien hätten ohne diese Verbreitungsmöglichkeit niemals eine Chance. Und währenddessen verändert die Ästhetik digitaler Medien eben auch die entstehenden Kulturgüter, egal ob Buch, Bild oder Film.</p>
<p>Kreye unterliegt in seiner Einschätzung einem Fehler, fürchte ich, den viele machen &#8211; auch Schirrmacher. Sie trennen digitale und nicht-digitale Welt. Letzterer schreiben sie immer Weltbeherrschungswillen zu. Jene, die sich mit der digitalen Welt anfreunden sind dann immer Menschen die keine Print-Produkte lesen, keine realen Freunde haben und nichts machen außer mit technischen Spielzeugen zu spielen. Und die jeden verachten, beleidigen, teeren und federn, der nicht so denkt wie sie.</p>
<p>0 oder 1 &#8211; dazwischen geht nichts. Erst recht nicht bei Schirrmacher. 0 oder 1, Apple oder nicht Apple &#8211; ein Welt, in der verschiedene Systeme nebeneinander existieren scheint für ihn nicht vorstellbar. Betrachten wir aber den Marktanteil Apples über alle digitalen Geräte hinweg, so ist der immer noch gering. Selbst im Handy-Bereich ist Apple nicht allgemeiner Marktführer, längst nicht. Schirrmacher aber tut gerade so, als ob demnächst jeder Bürger mit einem Ipad surft und seinen Laptop aus dem Fenster wirft. Das ist, natürlich, Blödsinn.</p>
<p>0 oder 1 auch in Sachen Anwendungen, also Apps. Künftig, prophezeit Schirrmacher, nutzen wir alle Ipads und deshalb nur noch Apps. Warum? Weil es so ist. Als ob niemand mehr via Browser durch das Netz surft. Er übersieht völlig, dass neben all den Apps auch immer das Safari-Logo prangt. Das WWW ist nur ein Fingerkuppenstreicheln entfernt.</p>
<p>0 oder 1 bei der Frage, was man da so treibt im Netz. Für Schirrmacher gibt es nur eines: Konsum oder Produktion. Wer auf dem Sofa sitzend per Ipad surft, der blogge nicht mehr behauptet er und unterstellt Apple, man wolle nicht, dass etwas produziert werde. Warum gebe es keine Entwicklertools klagt der Möchtegern-Programmierer Schirrmacher und übersieht, dass es die natürlich gibt. Wo sollten sonst auch all die Apps herkommen, die uns vom Web-Inhalte-Produzieren abhalten sollen?</p>
<p>Und, weint er weiter, warum gebe es keine Tastatur? Wieder widerspricht sich Schirrmacher elegant selbst. Denn natürlich gibt es eine, sie kann eingeblendet werden. Ist man auf ihr so schnell wie auf einer herkömmlichen? Garantiert nicht. Aber wie Schirrmacher selbst es aufschreibt: Geräte verändern uns. Als die ersten Handys herauskamen, wer hätte gedacht, wie schnell der gemeine Teenager SMS tippen kann? Und so gewöhnen wir uns Stück für Stück eben auch an Touch-Tastaturen. <a href="http://blog.franziskript.de/?p=3957" target="_blank">Nehmen wir nur die Urlaubserlebnisse der geschätzten Frau Franzi aus Südafrika.</a> In weiten Teilen entstanden sie mit Hilfe der Wordpress-App auf dem Iphone.</p>
<p>Immer wieder läuft es in der Berichterstattung, nicht nur bei Schirrmacher, auf dieses 0 oder 1 hinaus. Es scheint nicht vorstellbar, dass die Nutzer der digitalen Gerätschaften mehrere davon haben. Dass das Ipad jenes ist, das auf dem Wohnzimmertisch liegt um Medien zu konsumieren und dabei nur in geringerem Umfang zu kommunizieren. Es ist wie die Kutsche zur Ausfahrt am Sonntag, die vor allem der Erbauung dient, aber vielleicht auch ein wenig um zu schauen, was andere Landwirte so treiben und sich über die Futtermittelpreise auszutauschen. Dann gibt es noch den geländegängigen Hengst um auf den Feldern nach dem Rechten zu schauen. Und eben das Arbeitstier, das den Pflug zieht.</p>
<p>Unsere Welt ist nicht schwarz oder weiß, sie ist nicht laut oder still, sie ist nicht 0 oder 1.</p>
<p>Außer man möchte mit einer spitz gefertigten These viele <a href="http://bit.ly/3Gcvcp" target="_blank">Bücher</a> verkaufen.</p>
<p>Nachtrag: Die merkwürdige und platte Anfeindung Schirrmachers gegenüber &#8220;Stern&#8221;-Autor Dirk Liedtke beruht anscheinend auf <a href="http://www.stern.de/digital/online/konferenz-digital-life-design-wo-die-zukunft-schon-da-ist-1538889.html" target="_blank">einem Text Liedtkes über Schirrmachers Auftritt beim DLD-Kongress</a>. Trotzdem oder gerade deshalb ist die Reaktion des &#8220;FAZ&#8221;-Mitherausgebers nur eines: stillos.</p>


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		<title>Glam goes the money</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 15:24:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Burda]]></category>
		<category><![CDATA[Glam]]></category>
		<category><![CDATA[Sugar]]></category>

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		<description><![CDATA[Die heute wegen des Chefredakteurswechsels beim Handelsblatt in den Mediendiensten auftauchende Verlagsgruppe Handelsblatt basiert auf einer Idee. Sie lautet: Wenn wir eine Reihe von Medien zusammenbekommen, die auf einen ähnlichen Anzeigenmarkt schielen, dann können wir diese Anzeigenplatzkapazitäten bündeln und besser vermarkten.
Diese Idee ist weder neu noch ist sie dumm. Verlage haben schon immer so funktioniert, [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Die heute wegen des Chefredakteurswechsels beim Handelsblatt in den Mediendiensten auftauchende Verlagsgruppe Handelsblatt basiert auf einer Idee. Sie lautet: Wenn wir eine Reihe von Medien zusammenbekommen, die auf einen ähnlichen Anzeigenmarkt schielen, dann können wir diese Anzeigenplatzkapazitäten bündeln und besser vermarkten.</p>
<p>Diese Idee ist weder neu noch ist sie dumm. Verlage haben schon immer so funktioniert, egal ob im Bereich Wirtschaft, Lifestyle oder Fachinformationen. Und es ist ein absolut logisches Modell.</p>
<p>Warum haben Verlage dieses im Internet vergessen?</p>
<p>Es zeugt von jener oft hier kritisierten Orientierungslosigkeit, dass man anderen das Feld überlassen hat. Glam Media, zum Beispiel. <span id="more-2814"></span></p>
<p>Glam ist nichts anderes als das digitale Gegenstück zu den Anzeigenvermarktern jener Schwerpunktverlage. Man sammelt sich Inhalteanbieter mit ähnlichen Themen und offeriert Anzeigenkunden diese Werbefläche gebündelt als Objekt der Begierde. In diesem Fall geht es um Frauliches: Mode, Kosmetik, Lebens- und Typberatung. Ein ähnliches Männer-Netzwerk hat Glam 2008 gegründet, die Grundidee verfolgen auch Anbeiter wie <a href="http://www.verticalnetwork.de/" target="_blank">Vertical Network</a> (Hinweis:  <a href="http://gotorio.squarespace.com/" target="_blank">Gotorio</a>, bei dem ich beteiligt bin, wird  von dessen Ableger <a href="http://just2guide.com/" target="_blank">Just2guide</a> vermarktet.). Nur Verlage &#8211; die ignorierten die Möglichkeit ihr Stammgeschäft im Netz weiterzutreiben.</p>
<p>Ende 2003 entstand Glam und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Glam_Media" target="_blank">hatte durchaus harte Zeiten</a>. Trotzdem hielt man durch, Anfang 2008 investierte auch Burda. Nun darf Glam &#8211; wenn mal wieder jemand fragen sollte &#8211; als Beispiel genannt werden für jene Unternehmen, die Geld im Internet verdienen. Denn im vierten Quartal hat das Unternehmen ein positives Ebitda erreicht, also vor einmaligen Aufwendungen, Finanzergebnis und Abschreibungen schwarze Zahlen geschrieben, sozusagen also im täglichen Normalgeschäft. <a href="http://paidcontent.org/article/419-glam-raises-50-million-mezzanine-round-at-750-million-valuation/" target="_blank">Nun soll vielleicht noch in diesem Jahr ein Börsengang folgen.</a> Und wem das nicht reicht: Auch <a href="http://www.businessinsider.com/meet-san-franciscos-sugary-sweet-answer-to-cond-nast-2010-1?utm_source=Triggermail&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=SAI_Select_020110" target="_blank">Sugar</a> ist profitabel.</p>
<p>Und das alles &#8211; bittere Erkenntnis für Verlagsmanager &#8211; mit dem Modell, das einst ihnen gehörte.</p>


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		<title>Viel Glück, Taxirapper</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 10:41:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Taxirapper]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Hier, meine neue CD. Gerade erschienen. Ich bin Seddik, der Taxirapper&#8221;.
Gerade mal zehn Minuten war ich mit ihm gefahren am vergangenen Donnerstag, von meiner Wohnung bis zum Düsseldorfer Hauptbahnhof. Es war eine entspannte Fahrt am frühen Morgen, am sehr frühen Morgen doch er war schon bester Laune, interessierte sich für Düsseldorf und für das Leben. [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>&#8220;Hier, meine neue CD. Gerade erschienen. Ich bin Seddik, der Taxirapper&#8221;.</p>
<p>Gerade mal zehn Minuten war ich mit ihm gefahren am vergangenen Donnerstag, von meiner Wohnung bis zum Düsseldorfer Hauptbahnhof. Es war eine entspannte Fahrt am frühen Morgen, am sehr frühen Morgen doch er war schon bester Laune, interessierte sich für Düsseldorf und für das Leben. So sollten alle Taxifahrer sein.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-2807" title="Seddik" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/Seddik-300x261.jpg" alt="Seddik" width="300" height="261" />Und am Ende schenkte er mir seine CD. Zu diesem Zeitpunkt weiß er nicht, dass ich auch was mit Medien mache. Er gibt mir das Album, weil er begeistert ist, eine CD produziert zu haben.</p>
<p>Nun ist Hiphop nicht so richtig meine Sache. Der deutschsprachige in Form von Fettes Brot oder Büro am Strand &#8211; OK. Aber insgesamt bin ich eher ein Freund anderer Musikstile. Das Seddik-Album enthält aber einige Titel, die sogar ich gut finde. Was Seddik da rappt kann ich nicht sagen, denn er spricht vor allem Französisch und Arabisch. Ers selbst ist Tunesier. Aber es klingt für mich als Hiphop-Laien professionell und gut gemacht.</p>
<p>Deshalb würde ich mich freuen, wenn jene, denen dieser Musikstil näher liegt, mal einen Blick auf Seddik werfen würden, zum Beispiel auf <a href="http://www.myspace.de/taxirapper" target="_blank">seine Myspace-Seite</a>. Einfach, weil da ein sympathischer Kerl durch Düsseldorf kreist und seinen Traum von der Musik lebt. Ohne Casting-Shows und Dieter Bohlen.</p>
<p>Und vielleicht, wenn Sie, liebe Leser mal in Düsseldorf sind, liefert Ihnen Seddik so eine Privatvorstellung wie diese hier: <object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/wXGfCk9VPhs&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/wXGfCk9VPhs&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Viel Glück, Seddik!</p>


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		<title>Wie Frank Schirrmacher sich seine Experten aufbläst</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 18:34:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[FAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Schirrmacher]]></category>
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		<description><![CDATA[Eigentlich sollte heute ein Text entstehen, der sich mit den Thesen von Frank Schirrmacher in der gestrigen &#8220;Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung&#8221; sowie denen von Andrian Kreye in der &#8220;Süddeutschen&#8221; beschäftigt. Je intensiver ich jedoch mit Schirrmacher las, desto mehr ärgerte ich mich. Und deshalb ist zunächst eine Abhandlung nötig über eine journalitische Unsitte in diesen Tagen: [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Eigentlich sollte heute ein Text entstehen, der sich mit den Thesen von F<a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E4C9B52F05C0C4D6AA6E031D952812B10~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">rank Schirrmacher in der gestrigen &#8220;Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung&#8221; </a>sowie denen von <a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/593/501844/text/" target="_blank">Andrian Kreye in der &#8220;Süddeutschen&#8221;</a> beschäftigt. Je intensiver ich jedoch mit Schirrmacher las, desto mehr ärgerte ich mich. Und deshalb ist zunächst eine Abhandlung nötig über eine journalitische Unsitte in diesen Tagen: das Experten-Aufblasen.</p>
<p>Schirrmacher lässt eine ganze Reihe Fürsprecher seiner Thesen auflaufen. Schon beim ersten Lesen wunderte ich mich, dass mir diese Experten nichts oder wenig sagten.  &#8221;Aber&#8221;, dachte ich, &#8220;so sind die Feuilletonisten: Betreiben Namedropping und der Leser muss sich selbst schlau machen &#8211; und am Ende sind das alles große Köpfe.&#8221;</p>
<p>So wie die &#8220;legendäre Blog-Cruftbox&#8221; im Schirrmacher-Text. Oder für jene, die kein Deutsch auf Klotschen schreiben: &#8220;das legendäre Blog Cruftbox&#8221;.</p>
<p>Legendär.</p>
<p>Aha.</p>
<p>Nun. Ganz so legendär geht es nicht zu. Cruftbox-Autor Michael Pusateri ist Senior Vice President für Technologie bei Disney. Er bloggt schon seit dem Jahr 2000 &#8211; also eine ordentliche Zeit. Aber wenn Cruftbox legendär ist &#8211; was ist dann Kottke.org? Boingboing? Engadget?</p>
<p>Mehr noch: Schirrmacher fälscht sich ein Zitat zusammen. Denn die in Anführungszeichen vorgebrachte Passage: &#8220;Ihr habt Euch im iPhone getäuscht. Ihr täuscht Euch hier. Es ist eine dritte Art des Computers&#8221; <a href="http://cruftbox.com/blog/archives/001592.html#001592" target="_blank">existiert so nicht im Text.</a><span id="more-2794"></span></p>
<p>Ähnlich verhält es sich mit Alex Payne, den Schirrmacher als &#8220;ein brillanter Informatiker der jungen Generation&#8221; beschreibt. Payne ist &#8211; warum schreibt Schirrmacher das nicht? &#8211; Entwickler bei Twitter. Und in seinem Blog schreibt er, er selbst wäre nie Entwickler geworden, wenn er in Ipad mit Apps gehabt hätte und keinen Computer.<a href="http://al3x.net/2010/01/28/ipad.html" target="_blank"> Inzwischen hat er diese Aussage allein auf sich bezogen</a>. Vor allem aber schreibt Schirrmacher, Paynes Blog Al3x sei &#8220;vielgelesen&#8221;. Woher weiß er das? Die Verlinkungen bei Technorati und Icerocket deuten nicht auf Übermäßiges hin. Und Kommentare &#8211; deren Zahl ebenfalls ein Indiz sind &#8211; lässt Payne nicht zu.</p>
<p>Noch so einen merkwürdiger Fall: Steven Frank. Eine &#8220;brillante Analyse&#8221; des Ipad habe der geschrieben, lobt Schirrmacher und legt ihm das Ende des Desktop-Computers in den Mund. Wer dieser Frank ist? Ein <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Steven_Frank_(developer)" target="_blank">Macintosh-Entwickler und und Comic-Autor</a>. Sein Tumblr-Blog lässt keine Kommentare zu &#8211; anscheinend bevorzugt Schirrmacher solche Seiten. Doch Frank schreibt nicht so düster, wie es ihm der FAZler andichtet. <a href="http://stevenf.tumblr.com/post/359224392/i-need-to-talk-to-you-about-computers-ive-been" target="_blank">Sein Artikel zum Ipad endet so:</a></p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;"><em>&#8220;Apple is calling the iPad a “third category” between phones and laptops. I am increasingly convinced that this is just to make it palatable to you while everything shifts to New World ideology over the next 10-20 years.</em></p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;"><em>Just like with floppy disks, the rest of the industry is quite content to let Apple be the ones to stick their necks out on this. It’s a gamble to be sure. But if Apple wins the gamble (so far it’s going well), they are going to be years and years ahead of their competition. If Apple loses the gamble, well, they have no debt and are sitting on a Fort Knox-like pile of cash. It’s not going to sink them.</em></p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;"><em>The bet is roughly that the future of computing:</em></p>
<ol style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px; padding: 0px;">
<li style="padding-top: 0px; padding-right: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 40px; list-style-position: inside; list-style-type: initial; list-style-image: initial; margin: 0px;"><em>has a UI model based on direct manipulation of data objects</em></li>
<li style="padding-top: 0px; padding-right: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 40px; list-style-position: inside; list-style-type: initial; list-style-image: initial; margin: 0px;"><em>completely hides the filesystem from the user</em></li>
<li style="padding-top: 0px; padding-right: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 40px; list-style-position: inside; list-style-type: initial; list-style-image: initial; margin: 0px;"><em>favors ease of use and reduction of complexity over absolute flexibility</em></li>
<li style="padding-top: 0px; padding-right: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 40px; list-style-position: inside; list-style-type: initial; list-style-image: initial; margin: 0px;"><em>favors benefit to the end-user rather than the developer or other vendors</em></li>
<li style="padding-top: 0px; padding-right: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 40px; list-style-position: inside; list-style-type: initial; list-style-image: initial; margin: 0px;"><em>lives atop built-to-specific-purpose native applications and universally available web apps</em></li>
</ol>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;"><em>All in all, it sounds like a pretty feasible outcome, and really not a bad one at that..</em></p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;"><em>The iPad </em><em>as a particular device</em><em> is not necessarily the future of computing. But as an ideology, I think it just might be. In hindsight, I think arguments over “why would I buy this if I already have a phone and a laptop?” are going to seem as silly as “why would I buy an iPod if it has less space than a Nomad?”&#8221;</em></p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Schirrmacher macht daraus:</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;"><em>&#8220;&#8230; aber auch er glaubt, dass Jobs&#8217; technologischer Gottesdienst das Ende des Desktop-Computers markieren wird.&#8221;</em></p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Stillos gar wird Schirrmacher, wenn er Journalisten in Deutschland kritisiert. Zitat:</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;"><em>&#8220;Das liebedienerische Niveau, auf dem heute die Kritik geäußert wird, zeigte legendär&#8230;&#8221;</em></p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Was für Schirrmacher nicht alles so legendär ist, möchte ich einschieben.</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;"><em>&#8220;&#8230;der Technologiereporter Dirk Liedtke, <span style="font-style: normal;"><em>der den  Google-Gründer Sergey Brin mit folgender Frage in die Ecke trieb: ,Ist aus dem David ein Goliath geworden?&#8217; und nach einem völlig inhaltslosen Gespräch folgendes Resümee zog: ,Nach dem Ende des Interviews verabschiedet sich Sergey Brin, ohne aufzustehen und nach einem kurzen Geplänkel kleben seine Augen wieder an dem Display seines Notebook. Ein spannende Begegnung mit Brin, für ihn eher eine Pflichtübung.&#8217;&#8221;</em></span></em></p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Finales Urteil des großen S.:<br />
<em>&#8220;Bei solchem Journalismus, da muss man der Blogosphäre recht geben, ist der Widerspruch der vielen Einzelnen wichtiger denn je.&#8221;</em></p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Ich weiß nicht, welches Krösken Schirrmacher mit Liedtke hat. Aber es ist doch erstaunlich, wenn bei einem Standardartikel der Name des Autors OHNE seinen Arbeitgeber, den &#8220;Stern&#8221; fällt. Und dieses Interview ist Standardware. Es ist auch kein Einzelgespräch, wie Schirrmacher vortäuscht, sondern ein Gruppeninterview. Liedtke selbst macht daraus keinen Hehl, was ihn von vielen, vielen Kollegen, auch bei der &#8220;FAZ&#8221; unterscheidet, die es vermeiden zuzugeben, dass das für Deutschland exklusive Gespräch mit einem interessanten Gesprächspartner eben nicht weltexklusiv und damit allein geführt wurde.</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Ist Liedtkes Interview deshalb toll? Nö. Es ist langweilig wie so viele Gespräche mit Informatiker-gründet-Firma-Chefs aus dem Silicon Valley.</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Abgedruckt wird so etwas trotzdem. Um sich mit dem Namen des Prominenten zu schmücken. Und den Kontakt warm zu halten zur Presseabteilung des Unternehmens. Das ist traurig, aber leider wahr.</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Gerade Schirrmachers Haus weiß um dieses Problem. In der gleichen Ausgabe der &#8220;FAS&#8221; erschien gestern nämlich ein inhaltsloses, liebedienerischers Interview mit Puma-Chef Jochen Zeitz. Überschrift: &#8220;<a href="http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E654ECEFE580E4F0AB2FBF2D71E722627~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Enge Trikots sehen am athletischen Body toll aus</a>&#8220;. Zu finden im Wirtschaftsteil. Was in dieser Kombination alles sagt.</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Was Schirrmacher da veranstaltet ist unseriös &#8211; aber leider Alltag im Medien-Deutschland. Der Journalist recherchiert, findet ein cooles Zitat und biegt sich dann den Autor desselbigen so zurecht, dass es für den Leser klingt als spräche Gott im Himmel. Oder er hat tatsächlich einen klugen Kopf gesprochen, der aber den seitenplatzverteilenden Kollegen nichts sagt: Also muss geschwärmt werden, dass sich die Balken biegen.</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">So entstehen sie dann die &#8220;führenden Köpfe&#8221;, die &#8220;Vordenker&#8221; und &#8220;Gurus&#8221;, die &#8220;angesehenen Experten&#8221; und &#8220;Halb-Götter&#8221;. Gern bezeichnen Redaktionen so etwas als &#8220;hoch einfliegen&#8221;.</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Nehmen wir nur den jüngst in der Web-Szene viel diskutierten Digitalkünstler Jaron Lanier. Seien wir ehrlich: Die wenigsten kannten ihn vorher. Sonntags erschien in der &#8220;FAS&#8221; sein <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E12F3D72CF9EF4D4E8D7CF187C735D881~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Essay</a>, doch am Samstag davor gab es in der &#8220;FAZ&#8221; schon mal ein <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EF3D66AAB23104807987FC43BF07E5FCE~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Interview</a>. Ganz schön viel Werbung für <a href="http://bit.ly/bnk3Sm" target="_blank">Laniers Buch</a>, übrigens.</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Die &#8220;FAZ&#8221; flog ihn so hoch ein, dass Lanier Höhenangst bekommen haben dürfte. Allen Ernstes wurde behauptet: Lanier <em>&#8220;gilt als Vater des Begriffs „virtuelle Realität“&#8230; hat als Erster internetbasierte Computer-Netzwerke vorgeschlagen, den ersten „Avatar“ entwickelt, die virtuelle Kamera fürs Fernsehen und 3-D-Grafiken fürs Kino&#8230; 1983 hat er mit „Moondust“ das erste Videospiel vorgestellt.&#8221;</em></p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Fehlt nur noch die Sache mit dem Wasser und dem Wein. Allein schon der letzte Satz ist natürlich absurd. Tatsächlich hat Lanier das erste Kunst-Videospiel programmiert, das seine Massenwirkung deutlich verfehlt hat. Und auch bei den anderen Aktivitäten klingt beim etwas neutraleren <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jaron_Lanier" target="_blank">Wikipedia-Artikel </a>doch oft eher ein Mit-Machen denn ein Kopf-Sein durch &#8211; nicht bei allem, aber bei den meisten der Aktivitäten. Auch die Sache mit dem Avatar ist deutlich eingeschränkter, als die &#8220;FAZ&#8221; dies darstellt. Bemerkenswert ist auch, dass all die &#8220;firsts&#8221; im Netz vor allem aus Zitaten von Laniers Vita stammen.</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">Aber das ist natürlich alles kleinkrämerischer Kleinkram für einen Schirrmacher. Denn wie er sich seine Zitate ergoogelt um den Leser zu manipulieren, das verdient nur ein einziges, großes Wort:</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">legendär.</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 12px; margin-left: 0px; padding: 0px;">


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		<title>Ipad &#8211; Coffeetable-Gagdet und iKlickhuren</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 20:18:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer glaubt, der Wandel der Medienwelt werde sich irgendwann verlangsamen, dem darf man nach anderthalb Stunden Apple-Präsentation entgegen treten, ihm tief in die Augen schauen und sagen:
PAH &#8211; DAS GLAUBT NICHT MAL DEINE OMA!
Sollten Sie in den vergangenen Stunden irgendwo in einem dunklen Keller die Ohren gehockt und sich die Ohren zugehalten haben kurz die [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Wer glaubt, der Wandel der Medienwelt werde sich irgendwann verlangsamen, dem darf man nach anderthalb Stunden Apple-Präsentation entgegen treten, ihm tief in die Augen schauen und sagen:</p>
<p>PAH &#8211; DAS GLAUBT NICHT MAL DEINE OMA!</p>
<p>Sollten Sie in den vergangenen Stunden irgendwo in einem dunklen Keller die Ohren gehockt und sich die Ohren zugehalten haben kurz die Zusammenfassung:</p>
<p>Es ist ein Ipad.</p>
<p>Derzeit ist nur ein erstes Urteil möglich, logisch. Es beruht auf dem Augenpulver das Steve Jobs und seine Mannen uns ins Gesicht geworfen haben. Die Präsentation wird demnächst über Itunes zu bekommen sein, die <a href="http://www.apple.com/ipad">Werbeseite </a>ist bereits online.</p>
<p>Und um für die Leser mit der kurzen Aufmerksamkeitsspanne ebenfalls zusammenzufassen:</p>
<p>Es wird die Welt nicht um 180 Grad drehen &#8211; aber um 45 bis 90. <span id="more-2789"></span></p>
<p>Zunächst die offensichtlichen Meckereien. Flash scheint es weiterhin nicht zu geben. Are you kidding us, Steve?</p>
<p>Ach ja &#8211; und wo ist die Kamera? Skype über das Ipad müsste großartig sein. Weiterhin scheint Apple mit Kameras zu fremdeln.</p>
<p>Doch das ist Meckern auf hohem Niveau angesichts dessen, was Apple heute gezeigt hat. Dieses Gerät zielt offensichtlich nicht auf die Hightech-Gemeinde. Es ist das Produkt, nachdem sich Lebensgemeinschaften gesehnt haben, in der ein Teil technikaffin ist &#8211; und der andere nicht. Denn seien wir ehrlich: Der Laptop auf dem Wohnzimmertisch kann ein Streitpunkt sein. Und wer ihn sich greift, schirmt sich rein optisch von der Gemeinschaft ab.</p>
<p>Das Ipad dagegen wirkt gemeinsamer und offener. Und natürlich ist es ein Statusobjekt, das gern auf dem Tisch liegen gelassen wird. Es ist das Coffeetable-Gadget.</p>
<p>Solch ein Produkt war schon lange fällig. Wir buchen Kinokarten online, twittern beim Fernsehen, bestellen Bücher, planen Reisen &#8211; und mussten dafür immer ein ergonomisch unzureichendes Plastik-Teil aufklappen. Jetzt können wir vieles davon eleganter erledigen.</p>
<p>Und deshalb wird das Ipad noch längere Schlangen vor den Apple-Stores auslösen als einst das Iphone.</p>
<p>Ein paar Branchen werden vom Ipad unmittelbar betroffen. Zuvorderst die Videospielindustrie. Sie erhält eine neue Plattform für Gelegenheitsspieler. Die Hardcore-Gamer werden wohl weiter bei Konsolen oder PC bleiben. Mobile Spielgeräte werden schon mal das Beten anfangen: Sexyer als das Ipad geht es nicht mehr &#8211; der junge Teenager wird seine Eltern meucheln um das Teil zu bekommen.</p>
<p>Überhaupt: Junge Teenager. Mobile DVD-Player für die ruhige Fahrt in den Skiurlaub? Wieder ein Markt der tot ist. Genauso wie digitale Bilderrahmen. Nicht sofort, aber mittelfristig. Denn natürlich wird die Konkurrenz das Ipad zu imitieren versuchen.</p>
<p>Bücher? Spannend. Was nicht geklärt werden kann von hier aus: Wie gut ist das Display des Ipad. Seeeeeeeehr gut. Logisch. Doch ist Lesen auf dem Kindle und seinen Adepten 100 Prozent augenschmerzfrei. Kann ein Farbdisplay von sicherlich ordentlicher Leuchtkraft da mithalten?</p>
<p>Noch etwas geht seinem Ende entgegen: das Zeitalter der Maus. Nun sollen wir auf einem Touchscreen tippen. Dabei präsentierten die Apple-Köpfe ein eher unbeholfenes Achtfinger-System. Trotzdem bleibe ich dabei: <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2007/06/Wie-einst-Tom-Cruise/" target="_blank">Wir verabschieden uns Stück für Stück von traditionellen Eingabegeräten.</a></p>
<p>Und dann wären da die Medien. Im Vorfeld der Präsentation träumte mancher schon, das (oder der?) Ipad könne das Zeitalter des Paid Content einläuten: Zeitungen und Zeitschriften würden neue, multimediale Ausgaben entwerfen die so toll würden, dass die Leser zahlten.</p>
<p>Zu sehen war davon &#8211; nichts. Die &#8220;New York Times&#8221; gab es zu sehen. Und, ja, es ist ganz nett dort das digitale Blättern zu sehen. Das Gefühl des Zeitungslesens soll abgebildet sein, dazu Bildergallerien (HA! Ich buche hiermit den Begriff &#8220;iKlickhuren&#8221; für mich) und eingebaute Videos. Aufregend? Null.</p>
<p>Die Möglichkeiten des Ipad scheinen mehr herzugeben &#8211; man wird sehen müssen, ob jemand etwas wirklich Spannendes einfällt. Selbst wenn müssten aber solche Inhalt speziell für die Plattform aufbereitet werden. Bedeutet: mehr Journalisten, mehr technisches Personal, mehr Ideen. Seien wir ehrlich: unrealistisch.</p>


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		<item>
		<title>Lufthansa und Social Media: Ryanhansa schweigt</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 16:41:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Lufthansa]]></category>
		<category><![CDATA[Ryanhansa]]></category>
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		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Dinge, die mir richtig peinlich sind. Zum Beispiel im Restaurant zu erfahren, dass die Kreditkarte abgelehnt wurde.
Leider übt sich Mastercard gerne darin, Karten zu sperren, ohne den Kunden zu informieren. Zum Beispiel, wenn merkwürdig klingende Anbieter aus dem Ausland, sagen wir dieses ominöse Itunes, kleine Beträge abbucht.
Und mit einem Mal kommt dann das [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Es gibt Dinge, die mir richtig peinlich sind. Zum Beispiel im Restaurant zu erfahren, dass die Kreditkarte abgelehnt wurde.</p>
<p>Leider übt sich Mastercard gerne darin, Karten zu sperren, ohne den Kunden zu informieren. Zum Beispiel, wenn merkwürdig klingende Anbieter aus dem Ausland, sagen wir dieses ominöse Itunes, kleine Beträge abbucht.</p>
<p>Und mit einem Mal kommt dann das Gastronomiepersonal und hält einen für nen armen Schlucker.</p>
<p>Unschön.</p>
<p>Gestern nun saß ich nicht in einem Lokal sondern in meinem Büro. Aber meine Karte wurde abgelehnt. Von der Lufthansa.</p>
<p>Also rief ich die zuständige Service-Hotline an. Die aber beruhigte mich: Nein, das liege nicht an meiner Karte &#8211; sondern an der Lufthansa. Die habe ein Leitungsproblem. Dieses hielt offenkundig über Stunden an, noch am frühen Abend war es mir nicht möglich einen Flug zu buchen.</p>
<p>Nirgends aber wies die Gesellschaft auf das Problem hin. Nicht auf der Homepage, nicht via Twitter, nicht bei Facebook. Der Kunde erfuhr davon, nachdem er eine kostenpflichtige Hotline anwählte.</p>
<p>Wieder einmal demonstriert die Lufthansa, dass sie zu Unrecht auf manchem Podium als Positivbeispiel für Social-Media-Einsatz in Großkonzernen hochgehalten wird &#8211; sie ist eher das Gegenteil.</p>
<p>Denn Social Media dreht sich um Kommunikation. Die Lufthansa aber vermeidet gerade das.<span id="more-2781"></span></p>
<p>Sicher, ihr <a href="http://twitter.com/lufthansa_de" target="_blank">Twitter-Account </a>hat die ordentliche Zahl von fast 19.000 Lesern. Doch 90 Prozent der Zeit dient er dazu, Sonderangebote rauszublasen. Das gelingt, weil Fluglinien eine fast einmalige Position im Kopf der Verbraucher innehaben: Sie sind eine der ganz wenigen Branche bei denen die Kunden fast ständig auf der Suche nach Sonderangeboten sind &#8211; weil Flugreisen zum einen Alltag geworden sind, zum anderen der Moment des Kaufs und der Moment des Leistungskonsums weit auseinander liegen könnten.</p>
<p>Heute nun <a href="http://twitter.com/Lufthansa_DE/status/8284417607" target="_blank">warnt Lufthansa</a> vor Verspätungen am morgigen Tag. Das ist wenigstens mal etwas. Doch eine Kommunikation mit dem Kunden findet nicht statt. Vor zwei Wochen gab es mal ein paar Kundenansprachen per öffentlichem Reply &#8211; das wars.</p>
<p>Dazu muss man ergänzen: Lufthansa twittert gar nicht &#8211; es ist ein Dienstleister. Genau das war Thema bei unserer Diskussionsrunde jüngst beim <a href="http://www.marketing-club.net/inhalt.asp?Zeit=18:09:43&amp;BesucherID=30821789&amp;ID=5690&amp;Zeit=17:50:01&amp;BesucherID=23533112" target="_blank">Düsseldorfer Marketing-Club</a>. Einige auf dem Podium meinten, Unternehmen könnten nur selbst Social Media betreiben. Ich sehe das ein wenig anders: Dienstleister können diese Funktion übernehmen, wenn sie einen direkten Kommunikationsdraht zum Unternehmen haben.</p>
<p>Ich kann nicht in die Details der Beziehungen zwischen Lufthansa und ihrem Dienstleister blicken. Aber entweder ist der Draht nicht sonderlich heiß &#8211; oder er wird nicht heiß gemacht. Und das ist ein Fehler.</p>
<p>Nun hatte ich vor einiger Zeit ein kleines Krösken mit der Gesellschaft, die bei mir ohnehin Ryanhansa heißt. Ich lief eine Folge von Fehlleistungen, die mich fast täglich via Twitter schimpfen ließen: kundenfeindliches Tarifsystem, schlampige Mitarbeiter, miese Information, vielleicht gar Lüge gebenüber den Fluggästen.</p>
<p>Kurz darauf erhielt ich einen Anruf. Von Lufthansa. Eine Dame aus dem Marketing fragte mal nach mit expliziter Berufung auf Twitter. Dass Sie meine Handy-Nummer hatte demonstrierte, dass Sie in mein Miles&amp;More-Konto geschaut hatte &#8211; und dann auch gesehen hatte, dass ich Frequent-Flyer-Status besitze.</p>
<p>&#8220;Warum dämpfen Sie nicht den Ärger der Kunden über Twitter?&#8221;, fragte ich.</p>
<p>&#8220;Ja, meinen Sie? Wir überlegen ja auch, ob wir das sollten.&#8221;</p>
<p>Genau hier liegt das Problem. Was gibt es zu überlegen? Ein Kunde regt sich öffentlich auf &#8211; natürlich muss ein Dienstleistungsunternehmen reagieren. Ein System fällt aus? Natürlich muss ein Unternehmen darüber informieren.</p>
<p>Zumindest mit einer Direktnachricht, besser aber noch öffentlich. Damit andere aktuelle und potenzielle Kunden mit ähnlichen Problemen erfahren, dass sich jemand kümmert. Außerdem entsteht das Gefühl: Ein Unternehmen interessiert sich tatsächlich für seine Geldbringer.</p>
<p>Fehler werden nur verziehen, wenn der Fehlermachende sie zugibt. Lufthansa aber mag offensichtlich keine Fehler eingestehen.  Das ist nicht nur arrogant. Es beseitigt auch die Option, dass Kunden Verständnis für ihren Dienstleister haben. Wer sich so verhält wie die Lufthansa wird auf Dauer von den Kunden nur eines bekommen: Geld oder Mitleid &#8211; beides aber definitiv nicht. Wenn aber das Verhältnis von Kunden und Dienstleistern ausschließlich auf die Geld-Ebene rutscht, dann werden auf einem Markt nur noch jene gewinnen, die den besten Preis bieten.</p>
<p>Der Lufthansa wird das angesichts ihrer Kostenstruktur schwer fallen.</p>


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