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	<title>Indiskretion Ehrensache</title>
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	<description>Das Blog von Thomas Knüwer</description>
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		<title>Verleger, hört die Worte von Konstantin Neven DuMont</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 14:56:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[DuMont Schauberg]]></category>
		<category><![CDATA[Konstantin Neven DuMont]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute wetterte ich wieder einmal gegen die Unart deutscher Verlage, sich nicht gegenseitig zu verlinken. Würden sie dies tun, bekämen Exklusivgeschichten fast sofort mehr Leser &#8211; und somit ihre Medienhäuser mehr Anzeigeneinnahmen. Konstantin Neven DuMont hat daraufhin etwas sehr interessantes kommentiert, das ich hiermit hervor heben möchte. Er ruft die Verlage dazu auf, sich zu [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Heute <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/09/ipad-und-iphone-apps-deutscher-verlage/" target="_blank">wetterte ich wieder einmal gegen die Unart deutscher Verlage, sich nicht gegenseitig zu verlinken.</a> Würden sie dies tun, bekämen Exklusivgeschichten fast sofort mehr Leser &#8211; und somit ihre Medienhäuser mehr Anzeigeneinnahmen.</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/09/ipad-und-iphone-apps-deutscher-verlage/#comment-27742" target="_blank">Konstantin Neven DuMont hat daraufhin etwas sehr interessantes kommentiert,</a> das ich hiermit hervor heben möchte. Er ruft die Verlage dazu auf, sich zu verlinken:<span id="more-4822"></span></p>
<p><em>&#8220;Die Förderung des investigativen Journalismus durch eine stärkere Verlinkung fordere ich schon seit Jahren. Mein Kommentar “Orientierung in der digitalen Welt” beschäftigt sich ebenfalls mit diesem wichtigen Thema. Der gesamte Beitrag erscheint am kommenden Samstag in der Frankfurter Rundschau. Hier ist ein Textauszug:</em></p>
<p><em>“… Die Digitalisierung hat zu einer historisch einmaligen Situation geführt. Nie zuvor waren so viele Daten, Fakten, wissenschaftliche Erkenntnisse und Meinungen öffentlich verfügbar. Prinzipiell ist das eine begrüßenswerte Entwicklung. Es bietet zum Beispiel die Chance, dass Wählern und Verbrauchern erweiterte Informationsgrundlagen für ihre jeweiligen Entscheidungen zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite bedeutet es aber nicht zwangsläufig, dass die Bevölkerung in ihrer Gesamtheit dadurch aufgeklärter ist.</em></p>
<p><em>Die Informationsbeschaffung des Einzelnen unterliegt individuellen Verhaltensweisen, was zu einem unterschiedlichen Maß an Informiertheit aller Beteiligten führt. Von einigen Politikern oder Wirtschaftslenkern wissen viele Bürger zum Beispiel gar nicht mehr genau, wofür sie im Einzelnen wirklich stehen. Diese Entwicklung ist insbesondere dann bedauerlich, wenn Entscheidungsträgern, Wählern oder Verbrauchern für sie relevante Informationen nicht zur Kenntnis gebracht werden.</em></p>
<p><em>Die Ursachen dieses Problems sind vielzählig. Es liegt aber auch daran, dass viele investigative Enthüllungen den Weg in die Massenmedien gar nicht schaffen. Die Frankfurter Rundschau kann ein Lied davon singen. Als sie zum Beispiel die Missbrauchsskandale an der Odenwaldschule im Jahr 1999 veröffentlichte, machten die anderen „investigativen“ Medien „Business as usual“. Erst zehn Jahre später wurde das Thema, in der Frankfurter Rundschau erneut zuerst und prominent platziert, dann auch von anderen aufgegriffen. Darin liegt das Hauptproblem des Journalismus. Umgekehrt allerdings macht die Presse nicht selten den selben Fehler mit vermeintlichen Wettbewerbern aus den privaten Medien, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder auch bei Bloggern.</em></p>
<p><em>Um der verbreiteten Praxis eines wechselseitigen Verschweigens entgegenzuwirken und Missständen mehr Öffentlichkeit zu verschaffen, sollten alle Qualitätsmedien neben ihren eigenen großen investigativen Beiträgen die verdienstvolle Arbeit anderer Medien würdigen – mit kollegialem Respekt und ohne Berührungsängste. Auf diese Weise wird die Reichweite investigativer Recherche erhöht. Auch Blogs, Foren und soziale Netzwerke sollten dabei angemessen berücksichtigt werden. Erst so kann die Digitalisierung dem Gemeinwohl wirklich dienen… ”</em></p>
<p><em>Auch wenn sich bislang nur wenige Menschen für dieses Thema interessieren, sollte weiterhin darauf aufmerksam gemacht werden.&#8221;</em></p>
<p>Verleger, hört diese Worte. Und DuMont Schauberg, sei mutig &#8211; und geh voran!</p>


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		<title>I-Apps deutscher Verlage: Nein, Deine Regeln will ich nicht</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 12:05:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Jede große Pause rannten wir in meiner Schulzeit nach unten an eine Gebäudeecke des Gymnasium Canisianum in Lüdinghausen. Dieser überdachte Bereich von vielleicht acht mal 10 Metern mit seinem glatten Steinboden diente uns als Kick-Platz. Wir spielten Fußball, zwei tragende Mauerteile waren die Tore. Eigentlich ganz einfach. Aber geht es um Regeln, nehmen es Kinder [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/shutterstock-kind-rote-karte-fußball-mädchen-klein.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-4809" title="shutterstock kind rote karte fußball mädchen klein" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/shutterstock-kind-rote-karte-fußball-mädchen-klein.jpg" alt="" width="300" height="450" /></a>Jede große Pause rannten wir in meiner Schulzeit nach unten an eine Gebäudeecke des Gymnasium Canisianum in Lüdinghausen. Dieser überdachte Bereich von vielleicht acht mal 10 Metern mit seinem glatten Steinboden diente uns als Kick-Platz. Wir spielten Fußball, zwei tragende Mauerteile waren die Tore.</p>
<p>Eigentlich ganz einfach. Aber geht es um Regeln, nehmen es Kinder ja oft sehr genau. So musste entschieden werden, was als Ball herhielt: Die eckige, kleine Saftbox? Die schnellere aber weniger berechenbare Plastikflasche der Marke Dreh&amp;Trink? Oder doch ein Tennisball, der für diesen Boden und die kleine Spielfläche viel zu rasant war? Das war der Anfang, zahlreiche andere Dinge waren auch wichtig, zum Beispiel ob der letzte Mann eines Teams automatisch Torwart war oder wie hoch das Tor sein sollte.</p>
<p>Regeln und eingeschliffene Gebräuche können wichtig sein, will man gemeinsam etwas erreichen &#8211; und sei es, Spaß zu haben. Manchmal muss man sich dann auch beugen: Wer nicht nach den Regeln kicken wollte, die von der Mehrzahl der Spieler favorisiert wurde, konnte sich eine andere Beschäftigung suchen.<em> (Foto: </em><a href="http://www.shutterstock.com" target="_blank"><em>Shutterstock</em></a><em>)</em></p>
<p>Womit wir bei Deutschlands Medienhäusern wären.</p>
<p>Die wollen zwar im Internet mitspielen &#8211; aber keine anderen Regeln als die ihren gelten lassen. Das ist nicht neu: Allein schon das Setzen eines Links auf ein anderes Nachrichtenangebot ist seit Anbeginn des World Wide Web zuviel verlangt &#8211; <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2009/01/was-online-chefredakteure-fur-den-investigativen-journalismus-leisten-konnten/" target="_blank">obwohl es den Qualitätsjournalismus fördern würde</a>. Man könnte nun zu der Idee gelangen, 12 Jahre nachdem das Netz seinen Durchbruch im Massenmarkt erlebte, hätten langsam Denkprozesse eingesetzt, die diese Haltung verändern könnten. Aus ausprobiert würden sie beim neuen Hoffnungsträger der Verlage &#8211; dem Ipad.</p>
<p>Zu dieser Idee könnte man gelangen &#8211; und stellte fest, dass jenes grassierende Mismanagement in Zeitungs- und Zeitschriftenhäusern dem wieder einmal im Wege steht. Denn was germanische Medienunternehmen drei Jahre nach dem Start des Iphone (sind es wirklich erst drei Jahre &#8211; wow) erschaffen haben, war dürftig, ist dürftig, bleibt dürftig. Schlimmer noch die Ipad-Apps: Sie sind größtenteils katastrophal schlecht.<span id="more-4785"></span></p>
<p>Das vergangene Wochenende war in diesem Punkt für mich ein Augen öffnendes Erlebnis. Denn neben meiner großen Liebe zum <a href="http://www.scpreussen-muenster.de" target="_blank">SC Preußen Münster</a> schlägt mein Herz bundesligatechnisch ja für den HSV. Die Hamburger &#8220;Morgenpost&#8221;, Teil des Reichs DuMont Schauberg, hatte jüngst eine neue Iphone-App für Rauten-Liebhaber auf den Markt gebracht: &#8220;<a href="http://itunes.apple.com/de/app/mein-hsv/id385753417?mt=8" target="_blank">Mein HSV</a>&#8221; kostet einmalig 2,39 Euro und auf Dauer 79 Cent pro Monat.</p>
<p>Diese wäre ich bereit zu zahlen, bekäme ich tatsächlich interessante Informationen. Faktisch aber bietet mir die langsam arbeitende App die Artikel aus der &#8220;Mopo&#8221;, dürre Spielstatistiken (immerhin), einen langweilig geschriebenen Live-Ticker und den &#8220;Reporter-Ticker&#8221;. Bei letzterem schicken die Berichterstatter in einer Mischung aus Blog und Twitter etwas persönlicher gefärbte Nachrichten auf den Markt. Guter Ansatz? Theoretisch.</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/mein-s.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4811" title="mein s" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/mein-s.jpg" alt="" width="320" height="460" /></a>Praktisch entpuppt sich &#8220;Mein HSV&#8221; als schlecht durchdachte und noch schlechter programmierte 08/15-Lösung. Wir sehen mal davon ab, dass die gesamte App schleichend langsam arbeitet. Aber: Erst nach dem gestrigen Update aktualisieren sich die Nachrichten überhaupt. Wer die Push-Benachrichtigungen eingeschaltet lässt, ist bald genervt. Gestern Nachmittag verkündete die App mir drei Mal in drei Minuten, es gebe eine Neuigkeit aus dem Reporterticker. Welche? Da muss man nachschauen: Es ist die simple Meldung, dass das Derby gegen St. Pauli Sonntags stattfindet. Nicht, dass dies uninteressant wäre &#8211; nur genau das müsste der Text der Push-Meldung sein. Und: Natürlich erschien kurz darauf ein langer Text in den Nachrichten dazu. So bietet &#8220;Mein HSV&#8221; einen höchst überschaubaren Mehrwert, der noch nicht einmal die Zahlung der 79 Cent pro Monat rechtfertigt &#8211; &#8220;Mein HSV&#8221; ist ab sofort ungleich &#8220;Mein Iphone&#8221;.</p>
<p>Das ist typisch für die App-Versuche deutscher Verlage. Sie zeichnen sich auf dem Iphone durch drei Merkmale aus:</p>
<p>1. Lieb-, Konzept- und Ideenlosigkeit<br />
Noch immer warte ich auf eine tatsächlich originelle Iphone-App der Verlage. Ihnen fällt nicht mehr ein, als vorhandene Inhalte lieblos abzulaichen. Es scheint, niemand macht sich Gedanken, wie sich die Idee der Verlagsmarke übertragen lässt auf die technischen Möglichkeiten des Endgerätes. Der Nutzer gar ist vollkommen egal. Was er sich wünschen könnte, was ihn nervt, was ihn begeistern könnte &#8211; interessiert nicht. Die vorhandene Content-Produktion stellt die Grenze der Imaginationskraft.</p>
<p>Zugegeben: Es gab tatsächlich eine interessante Idee: den Style-Locator der &#8220;Gala&#8221;. Kaufräuschige fanden dort eine Liste von Marken, verbunden mit Geschäften, die diese führen und außerdem einen redaktionellen Teil mit den Must-Have-Produkten des saisonalen Modeopfers. Allein: Eine Navigation, die den Nutzer zum nächsten Paul-Smith-Laden in Berlin geführt hätte &#8211; die gab es nicht. Weiter gepflegt wurde die App nicht, wenn ich es richtig sehe, ist sie heute nicht mehr im Appstore vorhanden.</p>
<p><span style="font-size: 13.1944px;">2. Scheiß-Egal-Haltung</span></p>
<p>Einen Tiefpunkt in Sachen Ignoranz ist &#8220;Mein Klub&#8221; aus dem Haus Axel Springer. Sie merken schon: Nicht einmal bei der Namensfindung entwickeln Verlage noch einen Funken Kreativität. Das Konzept gleicht &#8220;Mein HSV&#8221;, war aber vorher da und bietet noch weniger: Der Nutzer stellt sich seinen Lieblingsverein ein und bekommt dann die Nachrichten zu diesem Club, alle stammen dabei aus Bild.de. Wer so blöd ist, dafür Geld auszugeben (die Premium-Version, die keine sonderlich großen Mehr-Inhalte bietet, kostet 2,39 Euro) bekommt aber ebenso wie Gratis-Nutzer in die App geklatschte Texte unter denen jedesmal steht &#8220;Hier gehts zum Bundesliga Forum! Mehr zum HSV&#8221;. Sie ahnen schon: Da geht&#8217;s nirgendwo hin und mehr gibt&#8217;s auch nicht &#8211; denn die Textbausteine sind nicht verlinkt. Für die bei Springer zuständige Donata Hopfen sind das &#8220;<a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/05/next10-no-game-no-change/" target="_blank">Ausnahmen</a>&#8220;. Bei Springer sind Ausnahmen anscheinend die Regel.</p>
<p>3. Technik-Defizite<br />
Die technischen Defizite, mit denen Verlags-Apps auf den Markt kommen sind unfassbar. Nehmen wir eben das Beispiel &#8220;Mein HSV&#8221;: Es kann und darf nicht sein, dass eine nachrichtenorientierte Anwendung nicht vom ersten Tag an die Nachrichten aktualisiert. Punkt. Es kann nicht sein, dass eine Meldung drei Push-Benachrichtigungen auslöst. Ähnliches gab es ja auch bei der Iphone-App der &#8220;Welt&#8221; &#8211; auch sie terrorisierte am Anfang den Nutzer. Dafür mag es gute, technische Gründe geben. Nur werden sie zum einen nirgends erklärt. Zum anderen dürfen diese Erkärungen dem zahlenden Kunden herzlich egal sein: Geld oder Mitleid &#8211; Verlage bekommen nur eins davon.</p>
<p>Man darf festhalten: Ein Lernprozess in Sachen App-Entwicklung ist bei den Verlagen nicht erkennbar. Nun aber verkünden sie die Mehrung des eigenen Wohlstands mit dem nächsten App-getriebenen Produkt, dem Ipad. <a href="http://www.charlierose.com/view/content/10952" target="_blank">Verlage sollten &#8220;beten und Steve Jobs auf Knien danken&#8221; posaunte zum Beispiel Axel-Springer-Chef Matthias Döpfner heraus</a>.</p>
<p>Auch ich glaube, dass sich mit Inhalten auf dem Ipad &#8211; und den kommenden, anderen Tablet-Geräten &#8211; Geld verdienen lässt. Derzeit aber gibt es keinen Grund anzunehmen, dass deutsche Verlage davon profitieren könnten.</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/handelsblatt-ipad-app.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-4812" title="handelsblatt ipad app" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/handelsblatt-ipad-app.jpg" alt="" width="300" height="400" /></a>So lieferte das Handelsblatt am vergangenen Wochenende eine Ipad-App, die so absurd schlecht ist, dass man an Satire glauben möchte. Sie ist nichts anderes als ein gähnend langweiliger E-Reader, die Technik gleicht größtenteils dem IKiosk von Springer. Nur: Es gibt eben allein ein Produkt.</p>
<p>Nun kann man so einen E-Reader ja machen. Möglicherweise gibt es Menschen, die tatsächlich eine Zeitung auf dem Ipad lesen wollen, ohne das Links oder Seitenhinweise verlinkt sind, mit alten Nachrichten und inaktuellen Börsenkursen. Das Aufsetzen einer solchen App kostet ein paar wenige tausend Euro &#8211; kann man sich leisten. Nur: Der E-Reader von Deutschlands führender Wirtschaftszeitung ist ja nicht mal auf der Höhe der E-Reader-Zeit. Bei jedem Öffnen der App wird nach dem Passwort gefragt; auf die Probeausgabe wird nicht hingewiesen; diese Probeausgabe enthält trotz langem Inhaltsverzeichnis 5 magere Seiten, was den Eindruck erweckt, sie wäre nicht vollständig übertragen worden; die Reaktionsgeschwindigkeit ist lähmend; die Web-Homepage kann geöffnet werden &#8211; doch weder Videos noch externe Links noch der Klick auf Anzeigen ist möglich.</p>
<p>Und als absoluten Tiefpunkt darf der Preis gewertet werden: Eine Ausgabe des digitalen Handelsblatts kostet 2,39 Euro &#8211; 29 Cent mehr als die gedruckte Ausgabe. Natürlich sollen Abonnenten des eigentlichen E-Papers oder der gedruckten Zeitung ebenfalls zahlen.</p>
<p>Ein digitales Produkt, das mehr kostet als sein physisches Gegenstück bei absolut gleicher Leistung &#8211; das ist ökonomischer Unsinn. Einst war das &#8220;Handelsblatt&#8221; die Stimme der ökonmischen Vernunft. Wenn dies ihre Stimme ist, klingt sie wie ein Eunuche im Fieberwahn.</p>
<p>Das gilt ebenso für den &#8220;Spiegel&#8221;, der auch nicht mehr zustande gebracht hat als einen E-Reader, immerhin einen höher entwickelten, der mit der neuesten Ausgabe eine Volltextsuche enthält. Weiterhin aber ist der digitale &#8220;Spiegel&#8221; optisch unappetitlicher als der gedruckte &#8211; und auch das kann nicht sein. &#8220;<a href="http://www.fontblog.de/der-spiegel-auf-dem-ipad-grafische-schlachtplatte" target="_blank">Grafische Schlachtplatte&#8221; schrieb das Fontblog sehr schön.</a></p>
<p>Höchst unterhaltsam ist es dann, die Bewertungen bei Itunes zu verfolgen. Sie starten grundsätzlich positiv. Nach einiger Zeit kommen dann die negativen, die gekontert werden mit positiven, die fast immer darauf hinweisen, man könne die negativen Kritiken nicht verstehen. Tatsächlich findet hier wohl Astroturfing der Verlage oder der Dienstleister statt. Man will ein gutes Startranking und fälscht Kritiken, dann müssen die negativen ausgeglichen werden. Eine Maßnahme, die absehbar nur eine gewisse Zeit funktionieren kann: Denn je häufiger eine App heruntergeladen wird, desto mehr Konter-Kritiken sind nötig.</p>
<p>Die Innovationen kommen derweil von anderen.<a href="http://www.29gps.com/" target="_blank"> 29GPS</a> produziert Ipad-Magazine von anrührender Schönheit. &#8220;<a href="http://itunes.apple.com/us/app/volkswagen-das/id374890289?mt=8" target="_blank">DAS.&#8221; aus dem Hause Volkswagen</a> ist zwar inspriertes Corporate Publishing. Und in Sachen Nachrichten ist <a href="http://www.flipboard.com/" target="_blank">Flipboard</a> die wohl spannendste Innovation: Die Nachrichtenauswahl erledigen meine Twitter- und Facebook-Kontakte. Die von ihnen weitergereichten Links werden in Form von Web-Seiten-Anrissen geöffnet. Dazu gibt es noch einen redaktionellen Teil. Flipboard ist für mich unverzichtbarer Teil meiner Informationsversorgung geworden.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="500" height="306" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/v2vpvEDS00o?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="306" src="http://www.youtube.com/v/v2vpvEDS00o?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Ein deutscher Verlag hätte Flipboard wohl nie umgesetzt. Denn dann hätte der Leser ja fremde Inhalte zu sehen bekommen. Und das ist noch immer das Allerallerallerschlimmste, was passieren könnte. Die Verantwortlichen handeln wie schon im Web nach der Maxime: Mein Leser gehört mir. Ein Konzept, das spätestens in dem Moment überdenkenswert erschien, da eine substanzielle Zahl von Menschen durch die Straßen spazierte mit dem Hinweis &#8220;Wir sind das Volk&#8221;.</p>
<p>Denn auch wenn das mancher Verlagsmananger glauben &#8211; und vor allem hoffen &#8211; mag: Das Ipad ist kein abgeschlossener Inhalte-Raum. Es ist so isoliert, wie man es isolieren will. Natürlich lassen sich auch hier Browser-Fenster öffnen, Artikel Twitter oder Facebook verlinken und Diskussionen anstoßen. All das geht &#8211; wenn man es will. Doch die Verlage wollen nicht. Noch immer glauben sie, der Nutzer ließe sich auf ihre Angebote zwingen weil&#8230; na, es ihre Angebote sind. Derzeit gibt es nicht nur keinen Hoffnungsschimmer auf eine Wende, es gibt nicht mal ein rationales Anzeichen dafür. Sie mögen sich weder den Wünschen der Nutzer beugen, noch die Möglichkeiten der Technik erkunden &#8211; und außerdem sollen weiter ihre alten Regeln gelten.</p>
<p>Auch damals im Pausenhof kamen vereinzelt jene, die etwas verändern wollten. Manchmal beugten sie sich scheinbar der Mehrheit und spielten eine kurze Zeit mit. Irgendwann riefen sie dann aus, dass nun eine etwas anderes als das ausgemachte gelte. Das nervte. Und machte das Spiel kaputt. Man vertrieb sie, mit Worten, dann mit Remplern und der Androhung von Handgreiflichkeiten.</p>
<p>Dann verließen sie jene Ecke mit dem glatten Boden. Allein.</p>
<p><object id="helpedia" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="350" height="250" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="flashvars" value="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft" /><param name="src" value="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" /><param name="name" value="helpedia" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed id="helpedia" type="application/x-shockwave-flash" width="350" height="250" src="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" wmode="transparent" name="helpedia" flashvars="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft"></embed></object></p>


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		<title>Die andere Sprache der Deutschen Telekom</title>
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		<description><![CDATA[Es gibt nicht wenige, die nicht gut zu sprechen sind auf die Deutsche Telekom. Auch für mich gilt zum Beispiel, dass T-Home Entertain ein tolles Produkt ist &#8211; so lang es läuft. Wenn es nicht läuft, gerät der Kunde in die Mühlen uneinheitlicher Datenbanken, freundlicher aber in Bürokratie gefesselter Mitarbeiter und einer Technik, die die [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Es gibt nicht wenige, die nicht gut zu sprechen sind auf die Deutsche Telekom. Auch für mich gilt zum Beispiel, dass T-Home Entertain ein tolles Produkt ist &#8211; so lang es läuft. Wenn es nicht läuft, gerät der Kunde in die Mühlen uneinheitlicher Datenbanken, freundlicher aber in Bürokratie gefesselter Mitarbeiter und einer Technik, die die Telekom nach meiner Meinung selbst nicht vollständig beherrscht. Und dass Altkunden bei der Vergabe des Iphone4 gegenüber Neukunden benachteiligt werden ist ja auch ein klares Signal der Ist-doch-egal-Haltung des Managements gegenüber jenen, die einen Vertrag unterschrieben haben.</p>
<p>Aber vielleicht ist ja alles ein Missverständnis. Vielleicht verstehen sich Kunden und Unternehmen einfach nicht. Zumindest deutet darauf eine Einladung zu einer Pressekonferenz hin, die ich gerade gleich zweimal per E-Mail erhielt. Sie lautet:</p>
<p><em>&#8220;Einladung zum Pressegespräch Vorc3RlbGx1bmcgVG9wLU1hbmFnZXIgZsO8ciBXYWNoc3R1bXNmZWxkIOKAnmludGVsbGlnZW50ZSBOZXR6ZeKAnCBhbSAwNy4gU2VwdGVtYmVyIDIw</em>10&#8243;</p>
<p>Nun ist alles klar. Die Telekom spricht einfach eine andere Sprache als der Rest der Welt.</p>
<p><object id="helpedia" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="350" height="250" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="flashvars" value="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft" /><param name="src" value="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" /><param name="name" value="helpedia" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed id="helpedia" type="application/x-shockwave-flash" width="350" height="250" src="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" wmode="transparent" name="helpedia" flashvars="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft"></embed></object></p>


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		<title>Arcade Fire + Google Chrome = wunderwunderwunderschön</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 07:51:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arcade Fire]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Chrome]]></category>
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		<description><![CDATA[Morgen abend werden wir beim Twittwoch darüber diskutieren, warum das Internet so hässlich ist (vielen Dank schon mal für die zahlreichen Tipps &#8211; weitere sind herzlich willkommen). Und ausgerechnet heute begegnet mir dann eine Seite die zeigt, wie wunderwunderschön das Internet sein kann. Arcade Fire, deren aktuelles Album &#8220;The Suburbs&#8221; sehr empfehlenswert für Freunde des [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Morgen abend werden wir<a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/08/twittwoch-warum-ist-das-internet-so-hasslich/" target="_blank"> beim Twittwoch darüber diskutieren, warum das Internet so hässlich ist</a> (vielen Dank schon mal für die zahlreichen Tipps &#8211; weitere sind herzlich willkommen). Und ausgerechnet heute begegnet mir dann eine Seite die zeigt, wie wunderwunderschön das Internet sein kann.</p>
<p>Arcade Fire, deren aktuelles Album &#8220;<a href="http://amzn.to/b3RobY" target="_blank">The Suburbs</a>&#8221; sehr empfehlenswert für Freunde des Melancholischen ist, haben sich zusammengetan mit Googles Browser-Abteilung. <a href="http://www.chromeexperiments.com/arcadefire/" target="_blank">Und die hat ein interaktives Video entwickelt, das demonstriert, wie spannend die neue HTML-Version 5 werden könnte. </a>Es kombiniert Musikvideo-Sequenzen mit Satellitenbildern von Google Maps und Straßenaufnahmen von Google Streetview. So soll dann das Haus, in dem der Betrachter aufwuchs Teil des Songs werden. Sie ahnen schon: Deutsche Nutzer bleiben außen vor &#8211; wegen Google Streetview.</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/arcade-fire.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-4762" title="arcade fire" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/arcade-fire-1024x655.jpg" alt="" width="500" height="327" /></a></p>
<p>Doch auch so ist &#8220;The Wilderness Downtown&#8221; ein großartiges Beispiel für das, was möglich ist. Und eine Demonstration dafür, wie poetisch das Web werden kann. <a href="http://www.wired.com/epicenter/2010/08/google-and-arcade-fire-team-for-html5-experience/all/1" target="_blank">Mehr dazu gibt es bei Wired.</a></p>
<p><a href="http://www.chromeexperiments.com/arcadefire/" target="_blank">Hier können Sie Ihr eigenes Video</a> machen &#8211; <a href="http://www.thewildernessdowntown.com/#2299+Piedmont+Ave,+Berkeley,+Kalifornien+94704,+Vereinigte+Staaten " target="_blank">und hier ist meines mit Bildern vom International House an der University of California in Berkeley, wo ich eine wundervolle Zeit verbrachte. </a></p>


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		<title>Mutti setzt ein Zeichen: Angela Merkel gegen explizites Internet-Gesetz</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 08:22:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>

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		<description><![CDATA[Und dann war da am Wochenende noch diese Meldung, die einerseits hoch interessant ist &#8211; andererseits ein Zeugnis für verfehlte Kommunikationspolitik der Bundesregierung. Möglicherweise hat Angela Merkel am Wochenende ein Zeichen gesetzt in Sachen Internet: Sie will nicht, dass dieses Feld zum Spielball im Kätzchenkampf der CDU/CSU-Minister wird. Denn egal ob Ursula Zensursula von der [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Und dann war da am Wochenende noch diese Meldung, die einerseits hoch interessant ist &#8211; andererseits ein Zeugnis für verfehlte Kommunikationspolitik der Bundesregierung.</p>
<p>Möglicherweise hat Angela Merkel am Wochenende ein Zeichen gesetzt in Sachen Internet: Sie will nicht, dass dieses Feld zum Spielball im Kätzchenkampf der CDU/CSU-Minister wird. Denn egal ob Ursula Zensursula von der Leyen oder Ilse Aigner: Wann immer eine PR-Schub nötig ist, muss das Netz herhalten. Jüngst brillierte bei diesem Unsinn auch Familienministerin Kristina Schröder. <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E84240C74F39D4B068FB1582D5C6C06BE~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Wie die &#8220;Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung&#8221; sehr schön nachzeichnete, attackierte sie das Kinderkartenprojekt von der Leyens mit dem Argument der Bewegungsprofile von Kindern. </a>Ganz nebenbei sei dieser Artikel zur Lektüre empfohlen, weil er erschreckend darstellt, wie inkompatibel das Vor-sich-hin-Doktern der Ministerien mit der Idee einer vernetzten Gesellschaft ist.</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/shutterstock-angela-merkel-augen.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-4742" title="shutterstock angela merkel augen" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/shutterstock-angela-merkel-augen.jpg" alt="" width="500" height="152" /></a><em>(Foto: </em><a href="http://www.shutterstock.com)" target="_blank"><em>Shutterstock</em></a><em>)</em></p>
<p>Nun aber meldet sich Merkel doch zu Wort &#8211; nur hat es kaum jemand gemerkt. <a href="http://www.bild.de/BILD/digital/3d-spezial/2010/politik/mobil/ueber-den-wichtigsten-schreibtisch-und-medien.html" target="_blank">Der Grund: Sie sprach mit der &#8220;Bild&#8221;. Dort sagte sie:</a></p>
<p><a href="http://www.bild.de/BILD/digital/3d-spezial/2010/politik/mobil/ueber-den-wichtigsten-schreibtisch-und-medien.html" target="_blank"></a><span id="more-4738"></span></p>
<p><em>&#8220;Zum großen Teil liegt es an einem selbst, was man im Internet von sich preisgibt. Der Staat muss die Privatsphäre aber schützen, wo der Einzelne zwar Schutz in Anspruch nehmen möchte, ihn aber nicht selbst herstellen kann. Genau darüber berät die Bundesregierung derzeit intensiv&#8230;</em></p>
<p><em>Aber wir müssen unsere Vorstellungen vom Recht auf Datenschutz der sich immer weiter verändernden Netzwelt anpassen, ohne den Endgedanken eines freien Internets aufzugeben.&#8221;</em></p>
<p>Ich werte dies als klares Signal, dass Merkel erkannt hat, wie sehr sich die undurchdachten Gifteleien, die im <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2009/06/ursula-von-der-leyen-hat-gelogen/" target="_blank">Fall von der Leyen sogar nachweislich Lügen enthalten</a>, dem Image der Regierung schaden. Und ich bin mal gespannt, ob <a href="http://ak-zensur.de/2010/08/kapitulation.html" target="_blank">die jüngsten Ungereimheiten aus dem Hause BKA in Sachen Kinderpornographie </a>irgendeine Wirkung zeitigen. Wäre ich Minister, ich würde Internet-Themen derzeit etwas vorsichtiger angehen. Denn Merkel ist zwar angeschlagen &#8211; aber immer noch die Chefin.</p>
<p>Warum aber haben auch die an Netzpolitik sehr interessierten diese Aussagen kaum mitbekommen? Es mag an der &#8220;Bild&#8221; liegen. Sie platzierte das Interview in ihrer 3D-Ausgabe (lustige Idee &#8211; machte mir aber ein wenig Kopfschmerzen) unter Fotos, die das Kanzlerbüro erkären &#8211; und so gingen die Zitate unter. Aus Sicht des Bundeskanzleramtes wäre es wahrscheinlich sinnvoller gewesen, man hätte einem in der digitalen Öffentlichkeit stärker wahrgenommenen Blatt die Chance zum Interview gegeben, zum Beispiel der &#8220;FAS&#8221; oder gar Spiegel Online.</p>
<p><object id="helpedia" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="350" height="250" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="flashvars" value="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft" /><param name="src" value="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" /><param name="name" value="helpedia" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed id="helpedia" type="application/x-shockwave-flash" width="350" height="250" src="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" wmode="transparent" name="helpedia" flashvars="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft"></embed></object></p>


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		<title>Die &#8220;Frankfurter Rundschau&#8221; &#8211; roter als je zuvor</title>
		<link>http://www.indiskretionehrensache.de/2010/08/die-frankfurter-rundschau-roter-als-je-zuvor/</link>
		<comments>http://www.indiskretionehrensache.de/2010/08/die-frankfurter-rundschau-roter-als-je-zuvor/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 14:22:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[BDZV]]></category>
		<category><![CDATA[DIetmar Wolff]]></category>
		<category><![CDATA[DuMont Schauberg]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Rundschau]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieder einmal darf die Frage gestellt werden: Wo leben Deutschlands Zeitungsverleger und -manager eigentlich? Ständig reden sie davon, dass es ihnen gut gehe. Dass ihr Geschäft floriere. Zitieren wir mal den Verlegerverband BDZV: &#8220;In jüngerer Zeit seien die dramatischen Entwicklungen in den USA häufig eins zu eins auf den deutschen Zeitungsmarkt übertragen worden. Das habe [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/shutterstock-papierboot-sturm-klein.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-4729" title="shutterstock papierboot sturm klein" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/shutterstock-papierboot-sturm-klein.jpg" alt="" width="300" height="450" /></a>Wieder einmal darf die Frage gestellt werden: Wo leben Deutschlands Zeitungsverleger und -manager eigentlich?</p>
<p>Ständig reden sie davon, dass es ihnen gut gehe. Dass ihr Geschäft floriere. Zitieren wir mal den Verlegerverband BDZV:</p>
<p><em>&#8220;In jüngerer Zeit seien die dramatischen Entwicklungen in den USA häufig eins zu eins auf den deutschen Zeitungsmarkt übertragen worden. Das habe zu einer „völlig verzerrten Darstellung der Situation“ geführt. „Im Unterschied zu den USA sind die deutschen Zeitungen in sehr guter Verfassung“, betonte Wolff.&#8221;</em></p>
<p>In sehr guter Verfassung. Nun wissen wir ja, dass der BDZV in Gestalt <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/05/bdzv-dietmar-wolff-leistungsschutzrecht/" target="_blank">jenes Hauptgeschäftsführers Dietmar Wolff kein Freund einer seriös informierten Öffentlichkeit ist</a>. Aber trotzdem frage ich mich, wie man so dermaßen die Realität verleugnen kann. Den Zeitungen geht es gut? So wie der &#8220;Frankfurter Rundschau&#8221;? Von der wurden heute selbst für mich unfassbar rote Zahlen bekannt, <a href="http://www.wuv.de/nachrichten/medien/frankfurter_rundschau_faehrt_24_5_millionen_euro_verlust_ein" target="_blank">die &#8220;W&amp;V&#8221; als erstes aus dem elektronischen Bundesanzeiger fischte</a>: 24,5 Millionen Euro Verlust in 2009, im Jahr vorher waren es schon 16,8 Millionen.<span id="more-4724"></span></p>
<p><em>&#8220;Die Herausgabe der Frankfurter Rundschau und die Finanzierung des laufenden Geschäftes war auch im Geschäftsjahr 2009 nur möglich, weil die Gesellschafter weitere Gesellschafterdarlehen gewährt haben.</em></p>
<p><em>Im Einzelabschluss schließt die DuV das Geschäftsjahr 2009 erneut mit einem hohen Verlust von 24,5 Mio. € (Vorjahr 16,8 Mio. €) ab. Die Gesellschafter haben in Höhe des Jahresfehlbetrages 2009 auf Gesellschafterdarlehen verzichtet.</em></p>
<p><em>Die Verlustsituation der Gesellschaft hat sich trotz großer Kosteneinsparungen und eines hohen Personalabbaus von 62 Stellen nicht verbessert. Die Personalkosten konnten aufgrund des Personalabbaus und des mit Verdi und Betriebsrat verhandelten Verzichts auf Weihnachts- und Urlaubsgeld um 6,5 Mio. € (-14,5 %) zum Vorjahr gesenkt werden.</em></p>
<p><em>Allerdings sind die Umsätze im Anzeigengeschäft zum Vorjahr um 7,1 Mio. € (-20,3 %) gesunken. Die Umsatzverluste ergaben sich insbesondere in den Rubriken Stellenmarkt und Immobilien. Die Anzeigenaufträge sind um -13,9 %, die Beilagenmengen um -8,7 % zum Vorjahr eingebrochen. Die Vertriebsumsätze sind um -1,6 % auf 31,4 Mio. € gesunken. Die verkaufte Auflage der Frankfurter Rundschau lag in 2009 bei durchschnittlich 149.506 Exemplaren. Auch die Umsätze aus Fremddruckaufträgen sind um -9,5 Mio. € auf 40,3 Mio. € zurück gegangen. Die Druckkapazitäten entfallen mit 75 % auf Fremddruckaufträge.&#8221;</em></p>
<p>Ein Einzelfall im Reich DuMont Schauberg? So mies wie der &#8220;FR&#8221; geht es dem Rest nicht. Aber: Die Anzeigenumsätze sind in Köln um 16% zurückgegangen, die Vertriebserlöse trotz leicht gesunkener Auflage leicht gestiegen &#8211; man hat also an der Preisschraube gedreht. Die Umsätze der &#8220;Prisma&#8221;-Beilage sind um 12,5% nach unten gegangen. Ähnlich sieht es in Halle aus. Und im Berliner Verlag &#8211; rote Zahlen. Der &#8220;Express&#8221; ging nur nach einem Forderungsverzicht der Gesellschafter mit schwarzen Zahlen aus dem Jahr. Der gesamte Jahresüberschuss von DuMont hat sich dramatisch reduziert, von 12,7 Millionen auf 463.000 Euro. Interessant übrigens: Der digitale Kleinanzeigendienst Kalaydo soll 2010 erstmals Gewinne erzielen.</p>
<p>Die Folgen sind schon zu spüren, die Todesspirale gewinnt an Fahrt. DuMont führt immer mehr Teile der Redaktionen in seiner Berliner Zentralredaktion zusammen. Absehbar wird von der &#8220;FR&#8221; nur noch eine Lokalredaktion in Frankfurt bleiben &#8211; der Rest kommt aus Berlin. Ob der Leser das merkt? Gibt es eine Zeitungsidentität? Wenn ja, dann stirbt die &#8220;FR&#8221; gerade.</p>
<p>Und wie sieht es für 2010 aus: Man mag es kaum glauben &#8211; aber noch schlimmer:</p>
<p><em>&#8220;Für das Geschäftsjahr 2010 geht die Gesellschaft in allen Unternehmensbereichen von nochmals niedrigen Ergebnissen aus.&#8221;</em></p>
<p>Dann wären es für die &#8220;FR&#8221; über 65 Millionen Euro Verlust in drei Jahren. Und ob DuMont als Ganzes noch profitabel sein wird?</p>
<p>Ebenfalls heute wurde bekannt, dass die <a href="http://www.turi2.de/2010/08/27/heute2-usa-today-streicht-130-stellen-setzt-aufs-web-9261510/" target="_blank">&#8220;USA Today&#8221; 130 Stellen streicht und ihr Kerngeschäft Richtung Web verlagert</a>.</p>
<p><em>„Im Unterschied zu den USA sind die deutschen Zeitungen in sehr guter Verfassung&#8221;</em>, sagt BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. Und für mich klingt das so nah an der Wahrheit wie das hier:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="500" height="400" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/rWldbVuDGeY?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="400" src="http://www.youtube.com/v/rWldbVuDGeY?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><object id="helpedia" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="350" height="250" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="flashvars" value="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft" /><param name="src" value="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" /><param name="name" value="helpedia" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed id="helpedia" type="application/x-shockwave-flash" width="350" height="250" src="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" wmode="transparent" name="helpedia" flashvars="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft"></embed></object></p>


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		<title>Twittwoch: Warum ist das Internet so hässlich?</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 10:20:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Twittwoch]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Am kommenden Mittwoch bekommt Düsseldorf, was Köln längst hat: einen <a href="http://www.twittwoch.de/" target="_blank">Twittwoch</a>. Dort treffen sich an Social Media interessierte Menschen zum netzwerken, reden trinken. <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/twittwoch-logo.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4715" title="twittwoch logo" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/twittwoch-logo-300x84.jpg" alt="" width="300" height="84" /></a></p>
<p>Die Premiere war in bemerkenswerter Geschwindigkeit ausgebucht, so dass jetzt <a href="https://www.xing.com/events/1-twittwoch-dusseldorf-536781" target="_blank">via Xing nur noch die Aufnahme auf eine Warteliste </a>möglich ist.</p>
<p>Ein Programm gibt es auch &#8211; und bei dem würde ich mich über Ihre Mithilfe, liebe Leserinnen und Leser, sehr freuen. Zunächst das besonders Spannende, was aber im Zeitablauf den Schluss bilden wird: Florian Meimberg wird eine Twitter-Lesung mit Zitaten aus seinen Grimme-Preis-gekrönten <a href="http://twitter.com/tiny_tales" target="_blank">Tiny Tales </a>abhalten.</p>
<p>Denn auf dem Podium werden<a href="http://twitter.com/amirkassaei" target="_blank"> Amir Kassaei</a> (Kreativchef der Agentur DDB), <a href="http://twitter.com/beichstaedt" target="_blank">Björn Eichstädt</a> (Geschäftsführer der PR-Agentur Storymaker) und meine Wenigkeit über das Thema: &#8220;Warum ist das Internet so hässlich?&#8221;</p>
<p>Damit meinen wir nicht die moralischen Fragen wie das Kinderpornos, extremistische Meinungen oder Gewalt. Nein, es geht mehr um das ästhetische. Gibt es nicht erschreckend viele grausam hässliche Seiten?</p>
<p>Deshalb meine Bitte: Wenn Ihnen besonders hässliche Web-Orte einfallen, oder wenn Sie eine Meinung zu diesem Thema haben, dann kommentieren Sie bitte hier mit.</p>
<p>Herzlichen Dank!</p>


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		<title>E-Culture Fair, Dortmund: schlecht vermarktete Gehirnflutung</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 16:24:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[E-Culture Fair]]></category>
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		<description><![CDATA[Mal ehrlich, liebe Leser, Hand hoch (oder Kommentar rein): Wer von Ihnen hat von der E-Culture Fair in Dortmund gehört? Mutmaßlich nicht sonderlich viele. Selbst Menschen, die ständig Auge und Ohr offen haben für kreative Kongresse und Treffpunkte blieben unbehelligt von dem, was sich von Montag bis Mittwoch im neuen Kulturzentrum Dortmunder U zutrug. Und [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Mal ehrlich, liebe Leser, Hand hoch (oder Kommentar rein): Wer von Ihnen hat von der<a href="http://www.eculturefair2010.eu/" target="_blank"> E-Culture Fair in Dortmund</a> gehört?</p>
<p>Mutmaßlich nicht sonderlich viele. Selbst Menschen, die ständig Auge und Ohr offen haben für kreative Kongresse und Treffpunkte blieben unbehelligt von dem, was sich von Montag bis Mittwoch im neuen Kulturzentrum Dortmunder U zutrug. Und das ist wirklich traurig &#8211; und ein Versagen der Veranstalter. Denn ich kenne eine Reihe Menschen, die es hoch interessant gefunden hätten, nach Dortmund zu kommen.</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/culture-fair-außen.jpg"><img class="size-full wp-image-4695 alignnone" title="culture fair außen" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/culture-fair-außen.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Die Messe will Kreative und Künstler mit dem Reich des Digitalen vereinen &#8211; und das aus NRW, den Niederlanden und Flandern. Zu sehen gab es ein sehr breites Spektrum von der Videokunst, über gesellschaftliche Experimente, Gedankenspiele von Architekten bis hin zu handfesten Produkten.</p>
<p>Zum Beispiel das &#8220;Instructables Restaurant&#8221;, ein Lokal, in dem alles auf Open Source basiert: Egal ob Suppenrezept und Stuhlbauanleitung &#8211; <a href="http://gotorio.squarespace.com/start/2010/2/24/instructables-restaurant-amsterdam-ich-mache-mein-lokal-widd.html" target="_blank">jeder kann das &#8220;Instructables&#8221; nachbauen. </a>Oder<a href="http://www.socialspaces.be/" target="_blank"> Social Spaces</a>, eine Forschungsgruppe der Hochschule Limburg (Belgien).  Sie zeigte eine Art Mind-Mapping-Tisch, bei dem kreative Prozesse befeuert werden sollen, in dem die Teilnehmer eine Art Gedankengangs-Schema mit grafischen Elementen auf einem von unten beleuchteten Tisch legen.</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/culture-fair-tisch.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-4698" title="culture fair tisch" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/culture-fair-tisch.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Für aktive Musiker vielleicht eine Revolution: <span id="more-4692"></span><a href="http://signup.musescore.com/" target="_blank">Musescore</a>. Die kostenlose Open-Source-Software will es selbst ungeübten Komponisten ermöglichen, ihre Werke in Noten zu verwanden, ja, sie können sogar mit Youtube-Videos vermischt werden. So könnte ein solches Video jemand dann zeigen, wie er den neuesten Madonna-Hit nachspielen könnte. Das ganze ist ein belgisch-deutsch-französisches Projekt, dessen drei Macher sich im Internet trafen. Verdammtes Sich-ins-Schaufenster stellen, denkt sich jetzt Ilse Aigner.</p>
<p>Der Verbraucherministerin dürfte auch nur so mittelmäßig gefallen, was <a href="http://potemkino.wordpress.com/" target="_blank">Potemkino</a> so veranstaltet. Oder vielleicht gerade? Alles begann dort mit dem Dokumentarfilmer Jean-Baptiste Dumont, der am Brüssler Bahnhof von einem Mann namens Gary angesprochen wurde. Dieser behauptete, man habe seine Brieftasche gestohlen und er brauche 80 Euro um zurück nach Norwegen zu kommen. Dumont gab ihm das Geld &#8211; und bekam es nie zurück. Stattdessen stellte er beim Googeln fest, dass dieser Gary schon zahlreiche Menschen betrogen hatte.</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/where-is-gary.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4696" title="where is gary" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/where-is-gary-300x208.jpg" alt="" width="300" height="208" /></a>So begann das Projekt &#8220;Where is Gary?&#8221;. Dumont machte sich öffentlich auf die Suche und informierte über Web-Videos über den Stand. Die ganze Welt suchte mit, zahlreiche Nebengeschichten entstanden. Und am Ende fand der Filmer den Betrüger tatsächlich. Das Ergebnis: eine einstündige Dokumentation über einen Mann, der vom Lügen lebt.</p>
<p>Ein anderes Potemkino-Projekt läuft demnächst an: &#8220;<a href="http://www.jackmedia.be/misshomeless/index.htm" target="_blank">Miss Homeless</a>&#8221; ist ein Film, der tatsächlich mit zahlreichen Obdachlosen entstand. Seine Premiere hat er am 17. Oktober, dem Internationalen Tag zur Besiegung der Armut. Und jeder kann dabei sein. Also, mit seiner eigenen Premiere. Denn wer eine solche organisiert, kann den Film zeigen.</p>
<p>Schließlich präsentierte Peter De Maego von Potemkino noch ein Projekt im frühen Stadium. &#8220;The Artists&#8221; ist eine TV-Serie, in der es um fünf gestohlene Kunstwerke aus fünf Museen rund um den Globus geht. Sie alle verschwinden am gleichen Tag &#8211; und das auch in der Realität (na gut, in der Realität werden sie nur eingelagert). Und dann dürfen die Zuschauer miträtseln und so die Handlung auch verändern &#8211; <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/08/heroes-mad-man/" target="_blank">Cross Media Storytelling ist eben der heißeste Scheiß im internationalen TV-Geschäft</a>.</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/culture-fair-twitter-haus.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-4701" title="culture fair twitter haus" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/culture-fair-twitter-haus.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Ohne Grenzen denken anscheinend <a href="www.x-m-l.org/" target="_blank">XML</a>, ein Amsterdamer Kulturbüro, das sich auf Städteplanung spezialisiert hat. In Dormund zeigte es zwei Projekte, die sich mit dem Einfluss von Social Networks auf unsere Gesellschaft beschäftigten. Einerseits ein temporäres Hotel während der Olympischen Spiele 2012 in London. Seine Zimmer sind über die Stadt verteilt, jeweils eine Suite steht auf metallenen Beine hoch über der Straße. Die Vernetzung mit Facebook &amp; Co. ist integriert, so dass die Gäste über sich und ihr Nächtigen in den &#8220;Aldgate Suites&#8221; berichten. Das zweite XML-Projekt ist ein Spiel mit der Privatsphäre: Die Amsterdamer lasen die Twitter-Feeds von acht Mitbürgern mit. Aus dem Bild, das die Twitterer von sich gaben, entwarf XML jeweils ein individuelles Haus. Erst als dies als Architektur-Modell fertig war, wurde es den Belauschten präsentiert. Die Überraschten waren, so verlautete, überrascht &#8211; positiv. Gebaut hat aber wohl keiner.</p>
<p>Auch die <a href="http://www.uplabs.nl/" target="_blank">Urban Park Laboraties</a> spielen mit der Stadt. Sie haben den großen Park der Westgasfabriek in Amsterdam mit Stadtgeschichteerzählgadgets gefüllt. Zum Beispiel QR-Codes an Gebäudewänden, die eine erklärende Web-Seite öffnen, Parkbänke, die beim Niedersetzen eine Geschichte erzählen oder Fernrohre, die per Augmented Reality historische Ansichten ermöglichen. Das bedeutet: Die großartige, wundervolle und inspirierende <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2009/09/das-leben-ist-ein-picnic/" target="_blank">Konferenz Picnic</a> (<a href="http://www.picnicnetwork.org/" target="_blank">22. &#8211; 24. September</a>) wird nochmal interessanter als ohnehin. Noch wer da?</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/culture-fair-wandler.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4699" title="culture fair wandler" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/culture-fair-wandler.jpg" alt="" width="300" height="400" /></a>Und wo wir gerade über die Picnic sprechen: Die deutschen Projekte auf der E-Culture Fair gingen größtenteils unter, die meisten waren wenig spannend. Für mich ist das symptomatisch: Jene überbordende Kreativität, die sich auch auf der Picnic Bahn bricht, die finde ich in Deutschland nicht.</p>
<p>Zugegeben: So hirngeflutet wie nach der Picnic verließ ich Dortmund nicht. Aber die E-Culture Fair ist eine kleine, spannende Veranstaltung. Sie hätte ein angenehmeres Ambiente verdient als das bei weiten noch nicht fertig zu seiende Dortmunder U, bei dem mein einst im Elektrohandwerk tätiger Vater gewarnt hätte: &#8220;Das ist ne Baustelle, da kannste keinen reinlassen bei den ganze Strippen, die in der Gegend rumhängen.&#8221; Immerhin: Unter dem U hing eine großartige Projektions-Installation, deren Ankauf von der Stadt Dortmund definitiv erwogen werden sollte.</p>
<p>Und die Messe hätte mehr Interaktion verdient. Doch Kommentare konnten nicht via Twitter oder Facebook eingereicht werden &#8211; sondern nur über die eigens eingerichtete Plattform <a href="http://www.coolmediators.net/websites/tunein.jsp?channelid=14327" target="_blank">Cool Mediators.</a> Ergebnis. Eine Person, mutmaßlich von den Veranstaltern, schickte gelegentlich mal was rein. Was für eine Geldverschwendung, was für eine verpasste Chance.</p>
<p><object id="helpedia" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="350" height="250" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="flashvars" value="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft" /><param name="src" value="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" /><param name="name" value="helpedia" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed id="helpedia" type="application/x-shockwave-flash" width="350" height="250" src="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" wmode="transparent" name="helpedia" flashvars="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft"></embed></object></p>


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		<title>Der Wahnsinn grassiert im Haus von Thomas de Maizière</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 20:44:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitnehmer]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesinnenministerium]]></category>
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		<category><![CDATA[Social Networks]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas de Maizière]]></category>

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		<description><![CDATA[Einen Moment lang wollte ich gestern schon drüber bloggen. Aber dann dachte ich: &#8220;Ist bestimmt nur ein Gerücht. Das kann niemand ernst meinen.&#8221; Eigentlich aber sollte ich schlauer sein: Immer wenn man denkt, etwas könne in Deutschland bestimmt nicht so sein &#8211; dann ist es so. (Symbolbild: Bürger aus Sicht eines Politikers &#8211; Shutterstock) Morgen [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Einen Moment lang wollte ich gestern schon drüber bloggen. Aber dann dachte ich: &#8220;Ist bestimmt nur ein Gerücht. Das kann niemand ernst meinen.&#8221;</p>
<p>Eigentlich aber sollte ich schlauer sein: Immer wenn man denkt, etwas könne in Deutschland bestimmt nicht so sein &#8211; dann ist es so. <em>(Symbolbild: Bürger aus Sicht eines Politikers &#8211; </em><a href="http://www.shutterstock.com" target="_blank"><em>Shutterstock</em></a><em>)</em></p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/shutterstock-idiot.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-4680" title="shutterstock idiot" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/shutterstock-idiot.jpg" alt="" width="334" height="500" /></a><a href="http://www.netzwelt.de/news/83792-neues-gesetz-bundesregierung-will-videoueberwachung-verbieten.html" target="_blank">Morgen will das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zum Datenschutz für Arbeitnehmer beschließen.</a> Das ist an sich eine gute Sache. Allein: Was bei <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/arbeitnehmerdatenschutz-lex-facebook-mit-whistleblower-rasterfahndung/" target="_blank">Netzpolitik</a> und I<a href="http://www.internet-law.de/2010/08/arbeitnehmerdatenschutz-soll-regelung-fur-soziale-netzwerke-enthalten.html" target="_blank">nternet-Law </a>nun durchsickert kann nur als Beweis gelten, dass im Innenministerium Referenten inzwischen unter Koks, Hasch, Ecstasy oder ähnlichen Drogen arbeiten. Oder dass sie sich so weit von der Realität des Wirtschaftslebens entfernt haben wie Ungarn von der Fußball-Weltspitze. Vielleicht aber haben sie schlicht nicht mehr alle Delfine im Becken.</p>
<p>In diesem Entwurf tauchen Passagen zu Social Networks auf, die so absurd sind, dass man lachen könnte &#8211; wenn man nicht wüsste, dass sie Anwälte und Richter beschäftigen werden. Laut Netzpolitik heißt es dort:</p>
<p><em>&#8220;Bei Daten aus sozialen Netzwerken, die der elektronischen Kommunikation dienen, überwiegt das schutzwürdige Interesse des Beschäftigten [gegen eine Datenerhebung]; dies gilt nicht für soziale Netzwerke, die der Darstellung der beruflichen Qualifikation dienen.&#8221;</em></p>
<p>Also, wie jetzt? Es gibt soziale Netzwerke, die der elektronischen Kommunikation dienen &#8211; und solche, die es nicht tun? Lassen wir mal außen vor, dass &#8220;soziale Netzwerke&#8221; als Begriff ja nicht unbedingt Internet-Dienste beschreiben. Stellt sich doch die Frage, was in den putzen und verquasten Beamtenköpfchen so vor sich geht. Und wie sie sich das denn so vorstellen, rein rechtlich: Xing ist anders gestellt als Facebook? Myspace ist ein für Musiker eine berufliche Qualifikation &#8211; für andere nicht?</p>
<p>Irrwitziger Unsinn &#8211; anders kann man das nicht bezeichnen.</p>
<p>Was für ein Bild haben Deutschlands Politiker eigentlich von Arbeitgebern?<span id="more-4679"></span> Was glauben die, wie solch eine Einstellung vor sich geht? Jeder Personaler, jeder Chef, der einstellt, ist verpflichtet, die bestmögliche Entscheidung bei der Besetzung eines Postens zu treffen &#8211; nicht nur, um seinen eigenen Hintern abzusichern, sondern auch um die Arbeitsplätze der anderen Mitarbeiter zu erhalten. Gibt es Vitamin-B-Einstellungen? Ja. Gibt es Buddy-Belohnungen? Ja. Aber sie sind nicht die Regel.</p>
<p>Und natürlich schauen sich Personaler Social Networks an. Da stoßen sie dann vielleicht auf Partyfotos. Ist es mit dem Job vorbei? Das glaubt nur Lieschen Müller. Tatsächlich, schilderte mir eine hochrangige Recruiterin einer der großen, deutschen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, sei es doch so: &#8220;Ich mache mir Sorgen, wenn ein Kandidat während seines Studiums nicht feiert &#8211; dann will er das nämlich vielleicht später nachholen.&#8221;</p>
<p>Hinter jener Social-Networking-Bürokratisierung steckt &#8211; und das ist das bitterste daran &#8211; ein spezielles Menschenbild: der Bürger als Idiot. Als einer, der nicht weiß, dass andere Menschen sein Facebook-Profil sehen können. Der nicht im Gegenzug in der Lage ist, in der Bewerbungsphase sein Profil auf diese Lebensphase auszurichten. Nein, der Bürger ist dumm.</p>
<p>Woher das kommt? Weil die Entscheider glauben, die Bürger seien so rückständig wie sie selbst. Weil in Berlin digitale Analphabeten am Werk sind, Personen, die der Kulturtechnik des  Digitalen nicht mächtig sind. Immer noch nicht. Im Jahr 2010. Wie anders ist es zu erklären, dass im Laufe des Entstehens eines solchen Entwurfs niemand den oder die Autoren tief in die Augen schaut und ernst sagt: &#8220;Ihr habt wohl einen an der Schacke?&#8221;</p>
<p>Sicher, eigentlich könnte man darüber lachen. &#8220;Schilda!&#8221; rufen und sich um Wichtigeres kümmern. Das <a href="http://blog.beck.de/2010/08/21/beschaeftigtendatenschutz-auf-der-zielgeraden" target="_blank">Beck-Blog mutmaßt ohnehin, die Lex Facebook sei eine PR-Maßnahme ist</a> (und um anderes, als um PR geht es dieser Regierung ja anscheinend auch nicht mehr).</p>
<p>Nur: Je größer ein Unternehmen ist, desto stärker muss es sich um solche gesetzlichen Regelungen kümmern. Gerade eine solch offensichtlich unklare Regelung saugt munter Kapazitäten von Personal- und Rechtsabteilung und genauso vom Betriebsrat ab. Gleichzeitig aber werfen sich Politiker nach vorne und fordern weniger Bürokratie, um Stellen zu schaffen. Und wir sprechen ja tatsächlich davon, dass dieser Schwachsinn Gesetz werden soll. GESETZ! Und dass irgendwer deshalb Prozesse anstoßen wird, die dann wieder die Kapazitäten blockieren für die wirklichen Fälle, für die Menschen die tatsächlich benachteiligt wurden.</p>
<p>Wann immer man Politikern begegnet, die sich so ein wenig das Thema Technologie auf die Fahnen geschrieben haben &#8211; so RICHTIG mag ja da keiner nach vorne gehen -, dann versuchen sie einen zu beruhigen. Politik, das seien dicke Bretter. Das dauere eben. Aber es sei auf einem guten Weg.</p>
<p>Tut mir leid, ich habe die Schnauze voll. Wenn solch ein hirnentleerter Blödsinn wie die Social-Networks-Formulierung tatsächlich in einen Referentenentwurf gelangt, wenn das Bundeskabinett tatsächlich diesen Müll morgen beschließt, dann muss mir niemand mehr kommen mit Internet-Enquete-Kommissionen und dicken Brettern. Dann steht fest: Diese Bundesregierung befindet sich geistig ungefähr im Jahr 1995.</p>
<p>Entschuldigung, liebe Politiker, aber ich soll Sie wählen?</p>
<p>Wie soll das gehen?</p>
<p>Mit dem heutigen Tag kann ich Sie nicht mal mehr Ernst nehmen.</p>
<p><object id="helpedia" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="350" height="250" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="flashvars" value="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft" /><param name="src" value="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" /><param name="name" value="helpedia" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed id="helpedia" type="application/x-shockwave-flash" width="350" height="250" src="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" wmode="transparent" name="helpedia" flashvars="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft"></embed></object></p>


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		<title>Jung von Matt in der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 15:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Die kleine PR-Agentur]]></category>
		<category><![CDATA[Jung von Matt]]></category>

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		<description><![CDATA[Nervös nestelt Praktikantin Julia an ihrem Zara-Hosenanzug. Ihre erste Präsentation. Im gläsernen Konferenzraum der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt. Und das vor der gesamten Mannschaft, inklusive des Chefs. War das ihre Chance? Würde ihr die kleine Agentur endlich einen festen Job anbieten? (Foto: Shutterstock) Mit der agenturüblichen 7-Minuten Verspätung tröpfeln sie langsam ein: die [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/cartoon-business-woman-präsentation-klein.jpg"><img class="size-full wp-image-4671 alignleft" title="cartoon business woman präsentation klein" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/cartoon-business-woman-präsentation-klein.jpg" alt="" width="300" height="740" /></a>Nervös nestelt Praktikantin Julia an ihrem Zara-Hosenanzug. Ihre erste Präsentation. Im gläsernen Konferenzraum der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt. Und das vor der gesamten Mannschaft, inklusive des Chefs. War das ihre Chance? Würde ihr die kleine Agentur endlich einen festen Job anbieten? <em>(Foto: </em><a href="http://www.shutterstock.com" target="_blank"><em>Shutterstock</em></a><em>)</em></p>
<p>Mit der agenturüblichen 7-Minuten Verspätung tröpfeln sie langsam ein: die Senior Consultants Sabine und Alexandra, ihr geliebter Lars, Junior Consultant Tanjaanja, Managing Partner Marcel und als letzter der Chef. &#8220;Anfangen&#8221;, bellt er, noch bevor er Platz nimmt.</p>
<p>Marcel räuspert sich: &#8220;Kurz nochmal für alle. Ihr wisst, dass es unserem Unternehmen besser gehen könnte. Complete crisis. Wir haben uns gefragt, welche Learnings wir aus anderen Agencys ziehen können. Julia hat sich dabei als Spionin committed und war die letzten two months bei Jung von Matt. Das hat auch unsere Kosten gesenkt&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich krieg hier doch kein Geld&#8230;&#8221;, wirft Julia zaghaft ein.</p>
<p>&#8220;Aber Dein Computer frisst Strom und der Kaffee ist subventioniert&#8221;, blafft Marcel und Julia wagt nicht zu ergänzen, dass sie Teetrinkerin ist.</p>
<p>&#8220;Anyway&#8221;, fährt Marcel fort, während er sich die geldurchtränkten schwarzen Haare nach hinten glättet, &#8220;Julia war also bei JvM. Julia Bond, sozusagen. Und hat direkt bei einer Kampagnenentwicklung mitgearbeitet. Your turn, Julie-Babe&#8230;&#8221;</p>
<p>Julia überhört die Anzüglichkeit und präsentiert die erste Powerpoint-Folie. Sie zeigt die Jung-von-Matt-Räumlichkeiten, geschossen mit der Kamera ihres Samsung-Handys. &#8220;Also, ich bin da in eine neue Unit gebracht worden. Die besteht nur aus Volontären und Praktikanten und einem Junior Consultant&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Keine Kreativen?&#8221;, fragt Sabine skeptisch.</p>
<p>&#8220;Na ja, ein Grafikdesign-Absolvent, der seit drei Jahren Praktika macht. Weil er da auch kein Geld kriegt, geht er abends in einem Gay-Club strippen&#8221;, antwortet Julia.</p>
<p>Zwar murmelt Marcel, aber jeder hört, wie er dem Chef zuraunt: &#8220;Vielleicht sollten wir unseren Praktikantinnen auch mal solche Karrierewege aufzeigen, was?&#8221; Heiser lacht der Chef auf.</p>
<p>Julia errötet, reißt sich aber schnell zusammen. &#8220;Der Kunde, den wir betreuen sollten, ist die <a href="http://adage.com/digital/article?article_id=145502" target="_blank">HSE</a>, das ist der Energievesorger von Darmstadt.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wie dröge&#8221;, lästert Alexandra, &#8220;aber wahrscheinlich fahren die voll auf Blondinen mit Vorbau ab, nicht wahr?&#8221;</p>
<p>Wenn Blicke töten könnten, hätte Alexandra in diesem Moment splatterfilmartig den Konferenzraum verschmutzt.<span id="more-4660"></span></p>
<p>Doch so weit ist die optische Technik nicht, weshalb Julia in harschem Ton erklärt: &#8220;Nein. Wir haben die gar nicht getroffen. Das waren nur die Chefs. Die holen bei dieser Unit den Auftrag und das Briefing rein. Wir sollten ein neues Corporate Design entwickeln.&#8221;</p>
<p>&#8220;Junge Wölfe, hungrige Wölfe. Gute Idee&#8230;&#8221;, meint der Chef.</p>
<p>Doch Julia schaut eher traurig: &#8220;Na ja, so war das nicht. Tatsächlich sollten wir einfach bei Google schauen, was es schon mal in der Art gegeben hat. Also haben wir ,HSE Logo&#8217; eingegeben und direkt geguckt, was da so kam. Das von Health and Safety Executive war zu riskant, weil das eine englische Firma war &#8211; und da sind die Copyright-Klagen teurer. Das grün-rote ungarische fanden wir nicht so schön. Also haben wir das von der Henningsdorfer Stahl Engineering genommen &#8211; Sie sehen das unten links&#8230;&#8221;</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/hse-logo.jpg"><img class="size-full wp-image-4663 alignnone" title="hse logo" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/hse-logo.jpg" alt="" width="500" height="385" /></a></p>
<p>Tanjaanja schüttelt ungläubig den Kopf: &#8220;Und das habt Ihr einfach so kopiert?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nein, nein&#8221;, beschwichtigt sie Julia. &#8220;Der Grafiker hat die Schrift verändert und ein wenig die Bögen abgerundet. Das sah dann so aus:&#8221;</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/hse-logo1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-4666" title="hse-logo" src="http://www.indiskretionehrensache.de/wp-content/uploads/hse-logo1.jpg" alt="" width="500" height="167" /></a></p>
<p>Ein Raunen setzt im gläsernen Konfi ein. Vor allem Sabine kann es nicht fassen: &#8220;Aber, aber das merkt doch jeder&#8230; Und dann kommen die Anwälte&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Na ja&#8221;, sagt Julia, &#8220;dieses Stahlunternehmen hätte vor Gericht so seine Probleme, weil es ja um eine andere Branche geht und der Schriftsatz unterschiedlich ist.&#8221;</p>
<p>&#8220;Und die HSE, also die Darmstädter, die sind bestimmt begeistert, nicht wahr&#8221;, bemerkt Alexandra mit kühler Stimme.</p>
<p>&#8220;Darum geht es ja nicht&#8221;, ergänzt Julia.&#8221; Als das aufgeflogen ist, hat die HSE, also das Energieunternehmen, sich schon beschwert. <a href="http://www.designtagebuch.de/jvm-kreiert-logodoublette/" target="_blank">Aber dann tut JvM halt ganz generös und erlässt ihnen 50 Prozent der Rechnung. Aber sie bekommen noch immer 200.000 Euro.&#8221;</a></p>
<p>Nun schweigt die kleine PR-Agentur am Rande der Stadt für eine Minute. Dann sagt Marcel: &#8220;Julia, googel Dich schon mal warm &#8211; ich rieche schwarze Zahlen.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/tag/die-kleine-pr-agentur/" target="_blank"><em>Weitere Abenteuer der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt.</em></a></p>
<p><object id="helpedia" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="350" height="250" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="flashvars" value="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft" /><param name="src" value="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" /><param name="name" value="helpedia" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed id="helpedia" type="application/x-shockwave-flash" width="350" height="250" src="http://www.helpedia.de/widget/activities/helpedia.swf" wmode="transparent" name="helpedia" flashvars="contenturl=http://www.helpedia.de/widget/spenden-aktionen/a9313472-a935-11df-85f7-002421b43003.xml?orga_id=d381c11e-3a1a-11de-ba35-001d923935cc&amp;orga_name=Aktion Deutschland Hilft"></embed></object></p>


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