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Halten wir kurz fest: Seit einigen Wochen versuchte „Spiegel“-Autor Cordt Schnibben die Zukunft der Tageszeitung zu ergründen. Er tat dies recht holprig zunächst mit einer Reihe von Gastbeiträgen auf Spiegel Online sowie mit einer von ihm selbst verfassten Geschichte in Print. Über einige digitale Kanäle wie Foren und Twitter konnten die Mitlesenden an der Diskussion teilnehmen, das alles unter der Dachmarke #tag2020.

All das hätte man deutlich besser und für die Debatte gewinnbringender umsetzen können. Sei es drum. Nun aber gibt es eine finale Präsentation auf Spiegel Online und sie lässt sich mit einem Satz zusammenfassen: Auch für den „Spiegel“ hat die Tageszeitung keine Zukunft mehr.

Denn das Ergebnis der Überlegungen hatte Schnibben vor vier Wochen ja bereits im Rahmen des Digitalen Quartetts vorweggenommen:

Schon damals kündigte er eine neue Art der Zeitung an, eine Abendzeitung. Nur: Es war schon damals keine Zeitung – sondern eine Mobile App. Diese App, „Der Abend“ genannt, sieht auf den ersten Blick ganz hübsch aus. Doch wirft sie die Frage auf, warum sie sich so wenig unterscheidet von dem, was heute schon Normalität ist – oder warum diese offensichtlichen Ideen nicht bereits von Verlagen umgesetzt werden.

Da heißt es über die Rubriken: „„Nachrichten“ und „Leser“ aktualisieren sich kontinuierlich, „Stories“ und „Meinung“ zweimal am Tag: abends um 17:00 Uhr, morgens um 7:00 Uhr. „Service“ und „Unterhaltung“ einmal am Tag 17:00 Uhr.“

Warum? Warum muss sich eine App unbedingt einen Zwang des Gedruckten zulegen? Es ist arrogante Attitüde, bestimmte Aktualisierungszeiten festzulegen, wo dies nicht nötig ist. Dem Leser bringt es nicht nur keinerlei Zusatznutzen, es ist für seine persönliche Information ja sogar unzuträglich.

Dann lässt sich eine hübsche Kontrollfunktion aufrufen, die genauso gestaltet ist wie die des Social Networks Path. Als Funktionen sind so verfügbar: Teilen, Thema im Netz suchen, Kommentieren, Thema verfolgen (Updates abonnieren), Vorlesen lassen.

abendHübsch. Aber: Das Kommentieren ist heute schon Alltag, das Teilen auch. Nun ist das aber mit dem Teilen so eine Sache. Denn die App soll abonniert werden. Somit aber ist die Teilen-Funktion sinnlos, denn wer Links zu geschlossenen Inhalten teilt, macht sich keine Freunde. Ohnehin müssen die Inhalte aber auf einer normalen Web-Seite hinterlegt werden, damit sie über Facebook, Twitter und Co erreichbar sind. Der Vorgang sähe dann so aus: Person A teilt einen Artikel von Der Abend via Twitter. Wer diese Nachricht auf dem Handy sieht, könnte dann wieder auf die App kommen. Wer aber an einem Computer sitzt, der braucht dann auch eine Web-Version. Diese müsste dann wieder einen Log-In haben.

Hier läuft Der Abend vor das generelle Problem des Journalismus in den Zeiten von Social Media: Wer Paid Content macht, also zum Beispiel Abos, versteckt seine Inhalte vor den Lesern und verschließt sich der Möglichkeit, diese Inhalte zu teilen. Die Verlage stellen die eigene Bilanz vor den Wunsch der Kunden – und solche Modelle haben in der Geschichte der Betriebswirtschaft nur selten funktioniert.

Die Themenverfolgung wäre logisch und es ist ein Rätsel, warum dies bisher bei Verlags-Apps nicht oder nur ganz, ganz selten möglich ist. Das mit dem Vorlesen ist noch immer ein Problem der Sprachausgabe – es gab mal einen Anbieter, der dies Nachrichten-Websites anbot, doch war die Qualität einfach grausam schlicht. Insbesondere ausländische Namen und Städte bereiten große Probleme.

Im Meinungsbereich sollen dann auch Blog-Artikel auftauchen, die Autoren sollen an den Einnahmen beteiligt werden. Nur: Wie? Werbung sieht das hübsche Design ja nicht vor. Also sollen wohl die Abo-Gebühren über die Klickzahlen verteilt werden. Das Ergebnis ist absehbar: Die Beträge werden so klein sein, dass die Blogger am Ende Cent-Beträge bekommen. Warum sollten Blogger dann mitspielen? Nein, Verlage sollten nicht ihre Autoren am wirtschaftliche Risiko beteiligen und Journalisten sollten solch einen Unsinn nicht vorschlagen. Autoren erhalten ein Honorar, das vorab ausgehandelt wird. Alles andere ist nicht ein Ausnehmen von Journalisten.

Im Bereich der Unterhaltung wird es dann so uninnovativ, dass man weinen möchte. „TV (mit Empfehlungen)“ empfiehlt das #tag2020-Team. Also, so wie die App von „TV Spielfilm“? Weiter „Kino ( mit Trailern)„. Also, so wie die App der UCI-Kinos? Und: „Theater ( mit Rezensionen und Bilderstrecke)„. Wie fortschrittlich. Nicht. „Konzert (mit Hörprobe und Verlinkung zum Ticketkauf)„. Dass der Kauf von Tickets für den gleichen Abend häufig nicht mehr möglich ist, scheint beim „Spiegel“ nicht bekannt, vielleicht geht man nicht so häufig in Konzerte. „Bücher (mit Kurzkritik), Comics, Sudoku, Kreuzworträtsel , Spiele“. Ist Ihr Kopf auch gerade auf den Tisch geknallt?

Das alles war bisher langweilig. Doch Der Abend kann auch konfus, wie der nächste Teil zeigt, überschrieben mit „Leser“: „Hier soll sich der Dialog entwickeln zwischen der Redaktion und den Lesern, hier fließen Beiträge von Lesern ein, hier chatten, twittern, posten, bloggen sie im Dialog mit Redakteure. Leser schlagen Themen vor, benennen Missstände, die von Redakteuren weiter verfolgt werden. Zwei feste Rubriken: Familiengeschichten – Geburt, Hochzeit, Reisen,Tod, erzählt von Lesern, aufgeschrieben von Redakteuren. Mein Verein – kommentierte Bilderstrecken.“

Nun weiß man gar nicht mehr, was das alles soll. Dort sollen Leser twittern? Nein, sie twittern auf Twitter. Chat? Warum Chat? Diese flüchtige Form der Kommunikation erfordert, so der Chat ein Erfolg ist, ein ständigen Hinstarren. Blog im Dialog mit den Redakteuren? Völlig scheinen die Macher hier zu vergessen, dass wir von einem Mobiltelefon reden. Längere Texte auf einem Handy zu schreiben ist eine Qual, auch für jüngere – und dann soll gebloggt werden?

Leser schlagen Themen vor – ja, das ist ja nett. Die Erfahrung aber zeigt, dass solch eine Beschwerdebox wenig Konkretes liefert. Sinnvoller ist es, wenn die um Vorschläge ersuchende Stelle konkrete Bereiche benennt. Wenn also zum Beispiel eine Kommune um Hinweise auf Schlaglöcher bittet, geben die Bürger diese gerne.

Die Familiengeschichten sind eine hübsche Idee. Doch sind sie, wenn ich das recht sehe, täglich im „Tagesspiegel“ genau so zu lesen – und der hat seine Idee aus der Tradition des angelsächsischen Nachrufs entlehnt. Kommentierte Bilderstrecken zu Vereinen – wieder so eine eher merkwürdige Idee.

Natürlich aber darf nicht dieses Soschel Miedia fehlen und so kann der Nutzer seinen Kontakten folgen, so diese ihre Einwilligung geben. Äh, Moment… Wo war denn der Log-In zur App? Denn der wäre ja unweigerlich nötig. Statt Ideen wie Vereins-Bilderstrecken zu erdenken hätten Schnibben und Co zu allererst mal die generelle Konstruktion der App erarbeiten müssen. Denn wenn es eine Art gegenseitiges Opt-In gibt, warum sollte ich dieses annehmen? Verbinden sich zwei Personen auf Facebook, so sehen sie die Informationen des jeweils anderen, profitieren also von einander. Bei Twitter ist dies nicht so. Aber: Bei Twitter bekommt B auch nur zu sehen, was A von sich gibt. Bei Der Abend aber würden Informationen im Hintergrund aufgezeichnet, A kann also nicht sicher sein, was B von ihm erfährt. Der Reiz, da mitzuspielen ist geringer.

Und nun wird es richtig bunt. Der Abend will protzen und wirft eine Vielzahl von Funktionen ein, bei denen ein paar Fragen erlaubt sein müssen:

„„Service“ bedient den Leser mit allen Informationen, die das Leben in der Stadt erleichtern ( Restaurants mit Bewertungen…“

So wie Yelp? Oder noch besser Foursquare? Oder Qype? Wieder haben wir das Problem der Architektur. Die Funktion ist offensichtlich, ja, das braucht man. Aber statt Wolkenschlösser zu bauen wäre es für die Debatte hilfreicher, würden sich die Macher zu einer Entscheidung durchringen: Sollen Verlage allen Ernstes ein weiteres Bewertungsportal eröffnen – oder Kooperationen mit vorhandenen Plattformen eingehen (selbst wenn diese Geld verlangen)?

„… Läden mit Preisvergleich,…“

Lustige Idee. Nur halte ich sie für absolut nicht umsetzbar. Woher sollen denn die ständig aktualisierten Datensätze kommen? Das funktioniert beim stationären Handel so nicht, denn seine Preisstruktur ist ein Geschäftsgeheimnis. Also ließen sich allein Online-Händler hier einbauen. Doch auch hier: Sollen Verlage eine eigene Plattform aufsetzen oder sich bei vorhandenen bedienen?

„Verbraucherschutz,…“

Schabrackentapir.

Sehen Sie, ich kann auch einfach Worte einwerfen.

„…Handwerker mit Bewertungen,…“

Wieder gleiches Thema: Selbstmachen oder MyHammer integrieren? Wobei MyHammer einfach nicht so richtig Fuß gefasst hat, höflich gesprochen.

„…lokaler Wohnungsmarkt,…“

Die App will eine Abendzeitung sein. Brauche ich tatsächlich ständig Wohnungsanzeigen?

„…Hotels mit Bewertungen,…“

Was machen wir heute Abend? Och, wir übernachten mal im Hotel. Spätestens hier wird klar, dass den Machern die Gäule durchgehen. Das hat nichts mit der Idee einer Abendzeitung zu tun. Die App wird vollgemüllt mit Funktionen, die nur in Ausnahmefällen für den Nutzer interessant sind.

„…Apotheken, Behörden, Krankenhäuser,..“

Behörden. Am Abend. Na gut, man kann die App ja auch tagsüber nutzen. Natürlich sind Öffnungszeiten und Ähnliches interessante Informationen. Aber: Nur in Ausnahmefällen. Apotheken-Notdienste sind da vielleicht anders geartet. Nur stellt sich die Frage, ob dies für eine App, die täglich genutzt werden soll, das Richtig ist. Wäre nicht eher eine eigene Anwendung, die sozusagen die Struktur der Stadt abbildet sinnvoller, während die Nachrichten-Orientierung als „Puls“ der Stadt in einer anderen App stattfindet?

„…alles für den Autofahrer (Tankstellen, Schlaglöcher, Blitzer)…“

Schlaglöcher für Autofahrer. Damit man drumherum fahren kann? Ernsthaft? Tankstellenpreise – gut, könnte interessant werden, so man an die Daten kommt. Und Blitzer sind ebenfalls eine prima Idee, die aber nicht zu Ende gedacht ist: Denn der Hinweis auf Blitzer müsste natürlich ortsbasiert erfolgen. Was dann jedoch zu gewissen Verwerfungen zwischen Polizei und Lokalredaktion führen könnte.

„…, Mitfahrgelegenheiten, Fahrpläne, Babysitter-Service,…“

Alles mal rein damit, übersichtliche Navigation wird überschätzt.

„Kontaktbörse“.

Seufz.

Warum nicht noch ne Internet-Suchmaschine, eine Datenbank mit allen Profi-Fußballern in Deutschland und ne Online-Bank? Entschuldigung, aber wer solch eine App als die Zukunft präsentiert sollte Ideen filtern und nicht die aus einem Brainstorming entstandene Liste abwerfen.

Es folgt der Verkehr. Und natürlich klaut Der Abend nicht bei irgendwem – sondern bei den besten. Ich zitiere:

„Unter „Verkehr“ befindet sich ein kleines Tool, dass verschiedene Reisemöglichkeiten berechnet. Je nach Uhrzeit ist ein Ziel vorausgewählt. Der Nutzer kann anpassen oder aus dem Adressbuch übernehmen, wohin er möchte. Die aktuelle Uhrzeit ist vorausgewählt / kann angepasst werden. Anschließend kann der User per Tap die Optionen vergleichen.“

Wenn Sie sehen wollen, wie das aussieht – verwenden Sie einfach Google Now. Sprich: Laden Sie die Google-Such-App herunter, verwenden Sie diese mit Ihrem Google-Plus-Konto – und wie sehen dann zum Beispiel am Nachmittag eine Navigationskarte, die ihnen mit Echtzeit-Verkehr anzeigt, wie lange sie jetzt gerade für den Heimweg brauchen.

Natürlich darf man bei so einem Projekt herumspinnen. Und das tut Der Abend dann bei der Refinanzierung:

„Jeder Abonnent wird Mitglied im „Abend-Club“. In Kooperation mit einer Sparkasse / Bank verwandelt sich die App beim Bezahlen in eine Kreditkarte und bietet Preisnachlass sowie besonderen Service in Restaurants, Sportstudios, Läden etc. Die Partnerfirmen erhalten Preisnachlass bei Werbung im „Abend“, eine örtliche Werbeagentur unterstützt die Firmen bei der Entwicklung digitaler Werbeformen.

Beispiel Zoobesuch: Sobald der Nutzer in der Nähe eines Counters ist, erscheint automatisch ein Popup mit dem Club-Rabatt. Bezahlt wird ganz einfach per Tap.“

Yup, ganz einfach. Oder auch nicht. Denn hier verlangt Schnibben den Aufbau einer kompletten Payment-Struktur inklusive Location Based Service. Genau das hat jüngst Paypal präsentiert – doch die Ebay-Tochter hat verdammt viel Geld da hineingesteckt. Wieder stellt sich die Frage: Selber machen oder Prozente an einen Dienstleister abgeben?

Natürlich soll die App individualisierbar sein, auch das ist heute Standard. Lustig aber wird es, wenn da steht:

„Relevante Einstellungen, die bereits im Gerät hinterlegt sind, können von der App genutzt werden.“

Die Relevanz ist da weniger interessant als die Frage, ob das Gerät selbst dies zulässt. Und welche sollen das überhaupt sein? Es scheint, der „Spiegel“ drückt sich herum um die schlichte Erkenntnis: „Das Einloggen wird über Facebook, Twitter und Google+ möglich sein – dabei nutzt Der Abend ALLE vorhandenen Daten, die bei diesen Log-In-Systemen zu bekommen sind.“

Nein, lieber Cordt Schnibben, das ist kein großer Wurf. Sie haben den Inhalt eines Setzkastens in einen Umzugskarton geworfen, einmal kräftig durchgeschüttelt und ihren Lesern dann die Plastikschweinchen, Messingglocken und Marienbildchen vor die Füße geworfen. Schade, eine Chance ist vertan worden.

Immerhin aber hat die Debatte #tag2020 eines ans Licht gebracht: Auch der „Spiegel“ sieht für die Tageszeitungen keine Zukunft mehr. Denn eine App ist eine App. Eine Tageszeitung dagegen ist gedruckt, das Angelsächsische ist da präziser und spricht von NewsPAPER. Schon im Rahmen der Debattenbeiträge fand sich kaum einer, der noch Hoffnung für das Bedrucken von Papier sah. Der Abend ist in so fern auch logischerweise kein Kohlenstoffmedium.

Ist diese Unterscheidung das Ausscheiden getrockneter Weintrauben? Nein. Denn der Abschied vom Papier hat für die Verlage und ihre Mitarbeiter eben weitreichende Konsequenzen, es führt zur kompletten Umorganisation, zu nötigen Schulungen, zu massiven Entlassungen und zu völlige neuen Einnahmemodellen. Darüber zu debattieren würde ich für sinnvoller halten als eine konfuse App zu konzipieren.

Nachtrag vom 11.9.13: Sehr lesenswert ist auch der Blog-Eintrag von Christian Jakubetz zum Thema. 


Kommentare


Die Paywall muss vor die Wagenburg! – JakBlog 10. September 2013 um 17:52

[…] letztlich als Beleg dafür, dass sich das bedruckte Papier dem Ende nähert. Lesen kann man das hier – aber bitte nicht gleich wieder ´ne Verschwörung wittern, liebe analoge […]

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Cordt Schnibben 10. September 2013 um 18:31

Lieber Herr Knüwer, ich müßte einen Kommentar schreiben, der so lang ist wie Ihr Text, um all die Fragen zu beantworten, die Sie aufwerfen. Mich freut aber, dass Sie sich so intensiv mit dem Konzept auseinander gesetzt haben, auch decken Sie Schwächen auf, denen man dann nachgehen muß, wenn man das Konzept realisieren möchte. Ich würde Sie als Berater engagieren, und ich wünsche Ihnen jede Menge Aufträge dieser Art. Zu einigen Punkten: Bezahlen und sharen schließt sich nicht aus. Eine App kann eine Zeitung sein, das ist ein Streit um Worte. Natürlich gibt es vieles schon im Netz, um so unverständlicher, dass es noch keiner gebündelt hat. Übrigens ein Gedanke von Ulrike Langer, wie so vieles, daraus machen wir ja keinen Hehl, irgendwo rumschwirrt, wir verstehen uns als Bündler dieser Gedanken, Vorschläge und Ideen. Natürlich haben wir Ideen gefiltert, auch so ein komischer Vorwurf, wir hätten es nicht getan. Und klauen, auch lustig. Natürlich Klauen wir, das ist der Grundgedanke. Tickets kauft man natürlich im voraus, Werbung kommt natürlich vor etc, etc. Irgendwie habe ich das Gefühl, Ihr Beitrag stand in den Grundzügen fest, bevor sie sich das Konzept angeschaut haben. Die Tageszeitung ist nicht tot, sie kann digital weiter leben, wenn sie sich erneuert. Und nun würde mich interessieren, wie Ihr Konzept aussieht für die journalistische Grundversorgung einer mittelgroßen Stadt. Bin gespannt!

Antworten

Thomas Knüwer 11. September 2013 um 7:24

@Cordt Schnibben:
Sie müssten jetzt einen langen Kommentar schreiben? Gern. Warum denn nicht, schließlich geht es hier um eine Debatte und die sollte doch in ihrem Verlauf an Tiefe zunehmen. Oder betrachten sie diese als abgeschlossen?

Na gut, vielleicht tun Sie es angesichts Ihrer – mit Verlaub – beleidigt klingenden Bemerkungen. Nein, meine Meinung war nicht vorgefasst. Ich hätte mich gefreut, wenn wir hier über ein Konzept sprechen könnten, das eine Chance hätte zu unternehmerischen Journalismus zu werden. Nur: Dafür ist es zu beliebig und unausgegoren.

Zum anderen ist da Ihre Berater-Bemerkung. Ich wünsche mir solche Projekte nicht. kpunktnull berät Medienhäuser nur in Ausnahmefällen. Das ist auch der Grund warum ich so frei über die Medienbranche schreiben kann.

Die Frage, ob wir über Apps oder Zeitungen reden, ist keine Wortklauberei. Die Mediengattungen werden komplett unterschiedlich produziert, haben komplett unterschiedliche Limitationen und Optionen und haben unterschiedliche Kosten- und Einnahmenströme. Allein schon eine simple Situation zeigt, dass wir über unterschiedliche Dinge reden: Wenn Ihre Frau Sie bittet „Gibst Du mir mal die Zeitung“ – was reichen Sie Ihr? Journalisten sollten präzsie sein und auch wortklauberisch. Wenn sie das nicht mehr sind, halte ich das für nicht akzeptabel.

Zu Ihren Einwürfen: Bezahlen und sharen schließt sich nicht aus.
Es ist möglich Links, die aus einer App heraus zielen, im Web frei abzulegen. Dann aber müssen sämtliche Inhalte eben im Web hinterlegt werden. Zu befürchten ist jedoch, dass der Nutzer dann das Gefühl hat, via Social Media genug von der Nachrichtenlage mitzubekommen. Warum sollte er dann noch eine App abonnieren?

Übrigens trifft genau das auch auf den Einkauf von Daten zu. Würde ein Verlag beispielsweise Restaurantbewertungen von Yelp einkaufen – würden Nutzer dafür zahlen?

Natürlich gibt es vieles schon im Netz, um so unverständlicher, dass es noch keiner gebündelt hat.
Ist halt so eine Sache mit dem Bündeln. Über den Beiträgen, die Sie eingesammelt haben, findet sich zum Beispiel überhaupt kein Hinweis auf das Finalstück der Debatte (das finde ich übrigens gar nicht mehr auf Spon – ich musste gerade nochmal auf Turi2 gehen um den Link zu finden).

Aber: Ich halte das für sehr verständlich, dass es eine solch massive Bündelung noch nicht gibt. Auch Sie geben keine Antwort darauf, wie die Navigation durch ein solches Bündel aussehen soll. Die Optik von Der Abend sieht so sauber und aufgeräumt aus – doch wo ist die Navigation? Wie komme ich von A nach B, wie komme ich von den Schlaglöchern zurück auf die Nachrichten? Wenn Sie Der Abend ernst meinen, dann machen Sie einfach mal eine Informationsarchitektur mit einem passenden Design auf. Ich glaube, Sie werden schnell feststellen, dass diese Flut von Funktionen so tief in die Architektur vergraben wird, dass eine Nutzung unwahrscheinlich wird.

Der Charme von Apps ist ja gerade, dass ich nichts bündeln muss. Es ist möglich, für unterschiedliche Nutzungsituationen unterschiedliche Apps zu entwickeln. Sie entwerfen eine Wollmilchsau – ich halte das für den exakt falschen Weg.

Natürlich haben wir Ideen gefiltert, auch so ein komischer Vorwurf, wir hätten es nicht getan.

Warum sind es dann so viele? Warum sind es dann so viele, die zur Idee einer App für die Zeit nach dem Büro, nicht passen?

Und klauen, auch lustig. Natürlich Klauen wir, das ist der Grundgedanke.
Sorry, ich hatte den Eindruck, Sie wollten etwas Neues schaffen. Mir persönlich wäre das schlichte Kopieren und Neuanordnen von Vorhandenem zu wenig als Ergebnis einer Debatte.

Tickets kauft man natürlich im voraus
OK. Aber diese App soll doch der Navigator für den Abend werden. Dann sind Konzerte am gleichen Tag deutlich weniger interessant, sind sie ausverkauft. Ich soll also meine kommenden Wochen planen, gut. Aber tue ich das auf dem Handy?

Werbung kommt natürlich vor
Woher soll ich das wissen – steht da nicht. Und wie sieht die Werbung aus? Schließlich ruiniert sie entweder ganzflächig das Nutzererlebnis oder das hübsche Layout. Und: Wir wissen aus den Nutzerkommentaren, dass kostenpflichtige Apps, die Werbung ausspielen massiv kritisiert werden.

Die Tageszeitung ist nicht tot, sie kann digital weiter leben, wenn sie sich erneuert.
Vielleicht ist das insgesamt das grundlegende Problem Ihrer Herangehensweise: Sie setzen Journalismus mit der Zeitung gleich. Es ist nicht deckungsgleich. Journalismus ist eine Tätigkeit, die Zeitung ein Weg, auf dem die Ergebnisse der Tätigkeit vertrieben werden. Dieser Vertriebsweg muss, so man sein Leben damit bestreiten möchte, wirtschaftlich sein. Der Debatte um die Wirtschaftlichkeit möchten Sie sich entziehen – und das macht Der Abend in seinem aktuellen Zustand zu einem Muster ohne Wert. Werden Sie noch nachbessern?

Und nun würde mich interessieren, wie Ihr Konzept aussieht für die journalistische Grundversorgung einer mittelgroßen Stadt
Äh… #wtf?!? Der Abend zielt auf eine MITTELGROSSE Stadt? Herr Schnibben, leben Sie zu lange in Großstädten? Ich komme vom Land und habe noch ein recht gutes Bild auf meine Mittelgroßstadt-Liebe Münster. Diese App funktioniert in einer Stadt dieser Größe nicht. Nehmen wir nur Restaurant-Kritiken: Die Gastronomieszene in einer Kommune dieser Größe ist erheblich behäbiger und kleiner als in Berlin oder Hamburg. Hier ist eine schnelle, fachkundige Kritik wichtiger als nutzergenerierte Rezensionen. Denn bis die in einer mittelgroßen Stadt die nötige, kritische Masse aufgebaut haben, vergeht eine lange, lange Zeit.

Wie sieht mein Modell aus? Zunächst brauchen wir einen kritischen, unabhängigen Lokaljournalismus. Dieser wird sich auf Dauer im Web abbilden und nicht in Form einer Mobile App. Denn Web-Seiten sind ja genauso über das Handy erreichbar. Gleichzeitig ermöglichen sie auch kleineren Anzeigenkunden Werbung zu schalten – und die sind im lokalen Kontext auf Dauer entscheidend. Dieser Journalismus wird in sehr kleinen Strukturen produziert, bootstrapped, wie die Startup-Szene das nennt. Deshalb wird er es sich auch nicht leisten können Daten von Konkurrenten einzukaufen oder selbst große Datenmengen einzusammeln und zu strukturieren. Der Wert des Angebots bemisst sich für den Leser in der Qualität des Journalismus – nicht am technischen Vertriebsweg oder der Verpackung.

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Tim 10. September 2013 um 18:54

Man hat bei den Vorschlägen deutlich gemerkt, dass keiner der Beteiligten jemals irgendwo ein funktionierendes Geschäftsmodell aufbauen musste. Alles wirkt tatsächlich wie das Brainstorming-Ergebnis unerfahrener Teilnehmer eines kaufmännischen Workshops.

Auf die Idee, ausgerechnet Journalisten über die Zukunft des Journalismus nachdenken zu lassen, muss man aber auch erst mal kommen.

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Tim 10. September 2013 um 19:04

@ Cordt Schnibben

Und nun würde mich interessieren, wie Ihr Konzept aussieht für die journalistische Grundversorgung einer mittelgroßen Stadt

Es ist doch im Grunde ganz einfach: Es wird eine Mischung aus lokalen und regionalen Inhalten sein, die dem heutigen Themenmix sehr stark ähnelt. Alle andere Funktionen und Spielereien gibt es anderswo besser.

Über die Finanzierung muss man sich eigentlich noch gar keine Gedanken machen, denn das Ganze wird sowieso erst dann funktionieren, wenn ein Großteil der heutigen Marktanbieter verschwunden sein wird.

Wahrscheinlich wird es aber so sein, dass unterhaltende Inhalte eher werbefinanziert und tiefgründige journalistische Angebote eher abofinanziert sein werden, ggf. mit Mischmodellen.

Das Hauptproblem heute ist, dass es viel zu viele Anbieter gibt. Dieses Problem wird wohl erst in 5-10 Jahren gelöst sein. Vorher braucht man IMHO nicht loslegen.

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Stefan Pannor 11. September 2013 um 8:19

Das erinnert mich doch an:

http://simpsons.wikia.com/wiki/The_Homer

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Cordt Schnibben 11. September 2013 um 9:20

Lieber Herr Knüwer, nein, die Debatte ist nicht abgeschlossen, sie beginnt jetzt erst richtig, weil sie jetzt so schön konkret wird. Beleidigt bin ich nicht, im Gegenteil, befriedigt und noch ein wenig betrunken. Gestern wollte ich Ihnen nicht zu ausführlich antworten, weil meine Frau im Restaurant wartete, aber jetzt passt es.
Unausgegoren? Ich würde Ihnen gerne die Mails weiterleiten, die ich gestern von Journalisten, Verlegern und Medienexperten bekommen habe. In den Tweets finden sie ja auch einiges. Die finden alle das Konzept so ausgegoren, dass sie gern für so eine Zeitung arbeiten würde, sie verlegen möchten oder ihr eine große Chance einräumen.

Zeitung? Ja, Zeitung! „Gibst du mir mal die Zeitung?“ Hat meine Frau mich noch nie gefragt. „Gibst du mir mal die SZ?“ So fragt sie, beziehungsweise ich, weil sie die SZ immer vor mir liest. Und sie sagt: „Gib mir mal die ZEIT!“ Und nicht die Zeitung. Das Verhältnis, dass wir zu einer Zeitung haben, ist nicht – davon bin ich überzeugt – bestimmt davon, dass sie auf Papier daherkommt, sondern das sie von einer Redaktion kommt, von Journalisten, wie wir schätzen gelernt haben im Laufe von Jahren, Jahrzehnten (gilt übrigens auch für unser Verhältnis zu Bloggern) Das brauchen wir, das werden wir brauchen, egal, wie eine Zeitung aussieht.

Neulich, im Digitalen Quartett habe ich mit dem Begriff „Digitale Stalinisten“ auch Sie gemeint. Sie erinnern mich an die Ideologen in meiner K-Gruppen-Zeit (ich war auch einer), die besessen sind von einer Mission, und dieser Mission die Wirklichkeit unterwerfen wollen . Darum darf eine App bei Ihnen nicht „Zeitung“ heißen. Weil sie beschlossen habe, dass die Zeitung tot sein muss, am besten früher als später. Darum setzen Sie über Ihren Beitrag eine an, sorry, BILD-Praktiken erinnernde Schlagzeile: Ich (bin übrigens nicht „Der Spiegel“) resümiere nicht, die Tageszeitung sei tot, was auch viele Leser in der Debatte nicht so sehen, ich zeige einen Weg, wie sie vielleicht überleben kann. Das unterscheidet uns: Sie predigen ihren Niedergang, am besten sollten Sie Ihren Blog „Newspaper Death Watch“ (wie in den USA) nennen. Ich möchte die Zeitung lange am Leben halten, weil ich nicht daran glaube, dass die journalistische Grundversorgung (in wie großen Städten auch immer) durch was anderes als Zeitungen (wie immer sie aussehen) gewährleistet werden kann.

Jetzt zu einzelnen Punkten: 1. Informationsarchitektur gibt es, die stand am Anfang der Konzeption. 2. Wieso ist die Bündelung von verschiedenen Funktionen eine Wollmilchsau, beziehungsweise was haben Sie gegen Wollmilchsäue (Sie haben das Eier legen vergessen)? Her damit, und eierlegend soll sie sein! 3.Klauen? Ja, klauen, aus dem, was Leser gut finden, etwas Neues zusammenfügen. So ungefähr ist das iPad entstanden, oder? 4. Ja, ein Werbekonzept haben wir auch. 5. Nein, der Debatte um Wirtschaftlichkeit möchte ich mich überhaupt nicht entziehen 6. Nein, der Abend zielt nicht nur auf eine mittelgroße Stadt, aber auch. Unter den Verlegern, die sich für den Abend sehr interessieren, ist übrigens auch ein Verlag, der viele mittelgroße Städte beliefert. Vielleicht meldet er sich ja mal bei Ihnen. 7. „Der Wert des Angebots bemisst sich für den Leser in der Qualität des Journalismus.“ Ja, da sind wir einer Meinung. Und das freut mich!

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Bernd Ziesemer 11. September 2013 um 9:51

An einem entscheidenden Punkt hat Thomas Knüwer recht: Eine Zeitungs-App, wie immer sie aussieht, kann auf einem Smart-Phone immer nur eine App von vielen sein. Es macht also keinen Sinn, Funktionen zu „integrieren“ oder zu „bündeln“, die anderswo bereits hervorragend funktionieren.

An einem anderen wichtigen Punkt hat Cordt Schnibben recht: Die Mantra vom „Tod der Zeitung“ fördert mittlerweile nicht mehr die Erkenntnis, sondern hemmt sie. Der Glaubenskampf ermüdet. Die entscheidende Frage ist: Wie sieht moderner (Nachrichten-)Journalismus aus in Zeiten von Twitter und Facebook. Die gedruckte Zeitung übernimmt eine völlig andere Funktion – doch das sprengt die Debatte hier.

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Steffi Varenholt 11. September 2013 um 11:03

Ende der 90ger haben wir uns im Uni-Seminar ganz ähnliche Gedanken gemacht wie Cord Schnibben. Damals war noch nicht klar wie falsch diese Richtung ist, ganz im Gegenteil, die Portalwollmichsau schein das winning model zu sein. Heute sind wir 15 Jahre weiter und wissen ziemlich genau, wie wenig erfolgversprechend diese Geschäftsmodelle sind. Die Punkte von Thomas Knüwer sind richtig aber noch lange nicht vollständig.

Ich finde es schon ein wenig verwunderlich, dass Cord Schnibben so wenig von seiner digitalen und mobilen Umwelt mitbekommt, dass er ernsthaft derart Durchgekautes vorschlägt. Dramatisch finde ich allerdings, dass er sich als Journalist nicht mal die Mühe gemacht hat, wenigstens die ökonomischen Grundzüge eines solchen Geschäftsmodells zu recherchieren. Da hätten ein paar einfache Gespräche mit Leuten, die sich auskennen, vollkommen gereicht.

Denn da hat Bernd Ziesemer Recht: Zu der schwierigen Debatte, in welcher Form sich Journalismus im Netz und mobil ökonomisch darstellen lässt, hat „Der Abend“ leider null Mehrwert geschaffen.

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Tim 11. September 2013 um 11:31

@ Thomas Knüwer

Der Wert des Angebots bemisst sich für den Leser in der Qualität des Journalismus

Ich glaube, das ist eine Fehleinschätzung. Ein großer Teil des journalistischen Angebots wird hauptsächlich zu Unterhaltungszwecken konsumiert, darum ist ja SPON so erfolgreich. Qualitätsjournalismus ist ein Nischenmarkt.

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Friederike Sobiech 11. September 2013 um 14:03

Hier möchte ich gerne widersprechen:

„Hier läuft Der Abend vor das generelle Problem des Journalismus in den Zeiten von Social Media: Wer Paid Content macht, also zum Beispiel Abos, versteckt seine Inhalte vor den Lesern und verschließt sich der Möglichkeit, diese Inhalte zu teilen. Die Verlage stellen die eigene Bilanz vor den Wunsch der Kunden – und solche Modelle haben in der Geschichte der Betriebswirtschaft nur selten funktioniert.“

Korrekt ist: was dem Kundenwunsch widerspricht, führt selten zu wirtschaftlichem Erfolg.

Falsch ist (zunächst für mich persönlich, aber ich halte mich nicht für ein Unikat): die Annahme, der erfolgskritische Kundenwunsch von Zeitungsleser.innen sei das Teilen. Ich lese, weil ich mich für den Inhalt interessiere. Falls es öffentlich und bereits digitalisiert/online verfügbar ist, teile ich es auch gerne etwas schneller, als wenn es eine Bequemlichkeitshürde gibt.

Die Logik der hier geführten Argumentation scheint zu sein: „ich teile, also bin ich“, eine Haltung die man vielen auf Facewbook und Twitter, google+ und Co unterstellen kann. Die Realität ist: die Welt würde nicht ärmer, wenn mir meine Freunde oder die Gefolloweten Zeitungsartikel hinter Paywalls empfehlen, wie sie es mit Büchern, Musik und Gadgets, Restaurants, Kinofilmen oder Veranstaltungen ja auch dauernd tun. Alles Paid „Content“.

Die Haltung, dass Texte und Bilder (und am liebsten auch Filme und Musik) bitteschön, sobald sie via Einsen und Nullern ausgeleifert werden, „kostenfrei“ und 24/7 und ab Erscheinen bis zum Sanktnimmerleinstag zur Verfügung zu stehen haben, ist verständlich, aber kein Dogma. „Kostenfrei“ in Anführunszeichen, da eine Werbefinanzierung toleriert wird – auch, weil es AdBlocker gibt. 😉

Es tut mir leid, wenn Journalismus von mir jetzt in eine Kategorie mit „einfachen“ Unterhaltungsformaten gesteckt wird. Die Unterhaltungsindustrie macht es vor, wie und vor allem dass Paid Content, In-App-Käufe, Free-Versionen, das zu-Teilen-Ermöglichen von Teasern/Trailern usw. funktionieren. Und zwar ausgesprochen gut. .

Nur rein werbefinanzierter Content „braucht“ das Teilen als virale Vergrößerungsmaschinerie des Leserkreises oder nimmt es zumindest sehr gerne mit. Insofern sind Hybrid-Modelle, mit einem „teilbaren“/kostenfreien Teil (Klappentext, Trailer, Free-Version, öffentliche Rubriken/spätere Auslieferung) und einem kostenpflichtigen Teil (Buch, Film, App-Vollversion, bezahltes Abo oder Einzelkauf).

In diesem Sinne, einen schönen Tag noch allen Mitlesenden. Danke für die Aufmerksamkeit.
Friederike

Antworten

Blablub 11. September 2013 um 16:17

Warum eigenlich schon wieder ne App? (btw. Im Gegensatz zu iOS gibts aufm Mac tatsächlich die Dateiendung .app) Alles was ich bräuchte, wäre ne API oder so, um den Output der Redaktion aufzufangen – so eine Art Paywall-RSS. Journalisten werden doch für das Recherchieren und Schreiben bezahlt. Mehr muss es gar nicht sein. Darstelung und Inhalt sind für mich komplett zu trennen. So viele coole Möglicheiten, das journalistische Ergebnis darzustellen, kann ein einzelner Verlag gar nicht entwickeln, um allen individuellen Vorlieben der Leserschaft gerecht zu werden. Das kann man doch wie bei RSS andereb überlassen. (Nein, ich bin kein Programmierer)

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#tag2020 | etc.pp. 11. September 2013 um 18:18

[…] genannte Konzept tat­säch­lich kon­kret ist, bleibt schade, dass sich die Kritik viel zu oft am Allzupraktischen fest­macht und so an der Oberfläche ver­harrt. Ich mag den Off-​​Text des Vorschaltvideos […]

Antworten

FKTVTwipsy 11. September 2013 um 23:54

Die Wollmilchsau trifft es ganz gut. Man könnte es auch Kaufhauskonzept nennen, von jedem ein bisschen und nichts richtig. Hat früher funktioniert, als es noch einen gewissen Mangel gab. Oder woher soll die Manpower kommen, alles selbst besser zu machen als die Spezialisten? (Vertikalisierung). Oder das Bündeln: Wie soll das finanziert werden? Adresshandel, wie es die Zeitungen so gern tun und auch gern verschweigen? Wieso sollte ich als User nicht gleich zum Spezialisten gehen? Dies Konzept tut so, als wäre es was ganz tolles, alles mögliche zu bündeln. Dabei ist es doch gar kein Problem, die Infos zu finden, die man sucht. Dazu brauche ich keinen, der mich an die Hand nimmt.

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Die Zeitung der Zukunft ist langweilig | Robotergesetze 16. Januar 2014 um 10:53

[…] größerer Geschichten – das hört sich für mich nicht nach dem Tod von Print an, wie Thomas Knüwer schreibt, sondern eher nach einer Mischung aus Abgucken, Verzweiflung und […]

Antworten

Hey, Zeitungsopas, kriegt Euren Arsch hoch! 13. August 2014 um 18:38

[…] von Petersdorff von ihrem “Spiegel”-Kollegen Cordt Schnibben. Auch der erklärte die Tageszeitung vor einem Jahr praktisch für tot. Sein Artikel liest sich recht deckungsgleich mit dem, was in der “FAS” zu lesen […]

Antworten

Der traurige Blick in den 5. Dezember 2014 um 19:26

[…] Wir erinnern uns: Im Sommer vergangenen Jahres zog er aus, die Zukunft der Zeitung zu entwerfen. Die Idee hatte Potenzial: ein bekannter Journalist, die Reichweite von “Spiegel” und Spiegel Online – da ging was. Der Schnibben also kreißte und gebar – eine Mobile App, wie es viele schon heute gibt.  […]

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