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In den vergangenen Tagen war es hier im Blog ruhiger. Das lag zum einen an einer Reise, zum anderen an einer Grübelei. Diese drehte sich um die Frage, wie wichtig eine Gewerkschaft und Interessensvertretung in einer Krise ist und wie sie sich verhalten sollte.

Nun steht mein Entschluss fest: Ich werde den Deutschen Journalisten-Verband DJV nach 14 Jahren (wenn ich recht gezählt habe) Mitgliedschaft verlassen. Vielleicht gönnen Sie sich einmal ein Video. Zu sehen ist es auf der Homepage des DJV und selbstverständlich kann ich es hier nicht einbinden, obwohl es eine Verbandswerbung ist. Typisch.

Das Video zeigt entrückt in ihrer Zeitung blätternde Menschen, die nach der Lektüre das Papier zum Flieger falten und es gen Himmel schicken. Dort formiert sich das Geschwader und flattert schließlich in Redaktionsstuben. „Danke“ steht auf dem Flieger.

Das ist die Welt, wie der DJV sie sich vorstellt. Erstaunlicherweise kommt Fernsehen in ihr nicht vor und auch kein Radio, obwohl der Verband doch als strenggläubig in Sachen öffentlich-rechtliches System gilt. Keine Überraschung kann es sein, dass niemand entrückt in einen Monitor schaut um sich dort zu informieren. Denn das Internet existiert wahlweise für den DJV nicht – oder es ist der Feind.

Neu ist das nicht. In diesem Blog ging es häufig um die Vergangenheitsfreude des Verbandes. Mal um die Warnung „Vorsicht, Ihre Leser könnten sie lesen“, dann um die fragwürdigen Recherchemethoden seiner Hauspostille oder um die heute wohl zyprieske zu nennenden Kapriolen seines Vorstandschefs Michael Konken. Meine Kritik führte zu einer Diskussionsrunde, die von Anfang an wegen ihrer Volumität nicht interessant werden konnte, es war ein Mühlsteintreffen.

Obwohl ich mich für das Auftreten seines Vorsitzenden schämte, der Realität gerne mal zugunsten von eigenen Vorurteilen wegblendet, blieb ich Mitglied. Zum einen, weil ich die generelle Funktion des DJV wichtig finde. Nicht nur, weil er eine Interessenvertretung ist und eine solche – leider – in unserer Gesellschaftsordnung sein muss. Sondern auch, weil ich Gewerkschaften an sich für eine richtige Einrichtung halte. Und der DJV kleidete wenigstens seine Mitglieder nicht in überbordendem Maß in rote Plastiktüten und ließ sie trillerpfeifend durch Innenstädte marschieren.

Der andere Grund war Hoffnung. Innerhalb des DJV gibt es ja vernünftige und fortschrittsfreundliche Kollegen wie Thomas Mrazek. Auch der „Journalist“ machte Fortschritte unter seiner neuen Chefredaktion. Das Blatt ist jetzt immerhin angekommen in den 90ern, das war mal eben ein Sprung von gefühlten 20 Jahren.

Doch nun reicht es einfach. Der DJV fordert jetzt ebenfalls ein Leistungsschutzrecht. Und dies auf eine Weise, der man demagogische Anwandlungen unterstellen darf. „Völker hört die Signale“, krakelt er:
„Der Deutsche Journalisten-Verband hat Verleger und Politik zu einer konzertierten Aktion mit den Urhebern gegenüber dem Monopolisten Google aufgefordert.“

Das allein ist einfach virtuelles Trillerpfeifen. Was mich aber anekelt sind die Äußerungen von Michael Konken, der Google ein „Meinungsmonopol“ unterstellt:
„Der Gesetzgeber muss einerseits der Gratis-Kultur des Internets zu Gunsten der Urheber einen wirksamen Riegel vorschieben und andererseits die Befugnisse des Bundeskartellamtes so ausweiten, dass die Behörde Meinungsmonopole im Internet verhindern kann.“

Meinung? Google will eine Meinung durchdrücken? Wohl eher der DJV. Er betreibt demagogische Meinungsmache. Dabei sind ihm merkwürdige Halbwahrheiten ein genehmes Mittel:
„Die Firma vereinigt in bisher nie gekannter Weise Funktionen als Anbieter von Betriebssystemen für Computer und Handys, Internetsuchdiensten, Inhalten wie komplett digitalisierten Büchern sowie ganz besonders auch die Anzeigenvermittlung. Hier droht ein Monopol mit nie gekannter Meinungsmacht.“

Betriebssystem von Computern? Das ist bisher gerade mal angekündigt. Und was hat das zu tun mit Meinung? Und die digitalisierten Bücher sind in ihrem derzeitigen Zustand rechtlich nicht so recht angreifbar, könnten aber von Verlegern angeboten werden – tun diese aber nicht.

Diese kurzen Schweinereien von Michael „Gestern“ Konken werden ergänzt durch ein „Tipps für Freie“-Schreiben zum Thema Leistungsschutzrecht.

Dort mutiert Google zum „Medienanbieter“, der „Anzeigenvermittlung“ betreibt. Das klingt so, als ob Google Inhalte erstellt. Außerdem erwecke Google den „Anschein, lizenzierter Marktplatz für Informationen aus seriösen Quellen“ zu sein. Wo der DJV das gesehen haben will – unklar.

Und so schwurbelt sich das Dokument weiter um irgendwie die kommunistische Haltung zu rechtfertigen, dass Medien, die alle Chancen hatten, ähnliche Dienste zu offiereren aber zu inkompetent dazu waren, nun ein Stück vom Erfolgskuchen ab haben möchten. So eben wie Hubert Burda, der in diesen Tagen als verlegerische Rotfront die Abkehr vom Gedanken des Unternehmertums zelebriert, aktuell im „Manager Magazin“.

Konkens Wahrheitsverdreher erblöden sich auch nicht, leicht widerlegbaren Unsinn zu schreiben. Zum Beispiel, dass wer sich gegen Google News wehren wolle – also im Umkehrschluss lieber nicht so viele Leser haben möchte – die „Gesetzeslage ändern und anschließend auf deren Akzeptanz durch die Gerichte hoffen“ müsse. Das ist zunächst mal inhaltlich verdreht, zum anderen falsch. Es reicht eine Code-Zeile im eigenen Angebot und – zack – ist Google außen vor. Punkt. Das aber sei – erkennt der DJV dann viele, viele Zeilen weiter – „medialer Selbstmord“. Am liebsten würde der DJV Google aufspalten. Was natürlich wirtschaftlich ein nicht funktionierendes Angebot erzeugen würde – denn die Suchmaschine, gerne kostenlos von Journalisten benutzt, refinanziert sich nun mal über Werbung.

Als das ließe sich abtun als politisches Getöse. Unterträglich aber ist die generelle Haltung des DJV zum Online-Journalismus: Er ist der Feind. „Sie schimpfen auf Google und meinen das Netz“, schreibt Konrad Lischka heute sehr klug bei Spiegel Online.

Die meisten der hart arbeitenden Kollegen in den Internet-Redaktionen verdienen weniger als Kollegen bei Print. Mehr noch: Es gibt noch immer keinen Tarifvertrag. Der DJV umgibt sich nicht einmal mit dem Anschein, einen solchen vehement zu fordern. Sollen sie doch endlich verschwinden, diese Internetler.

Nur so lässt sich auch erklären, dass der Verband der Journalisten weder die Arbeitsbedingungen noch die daraus resultierende Minderqualität des deutschen Online-Journalismus thematisiert. Ihm ist das ganz recht so: Dann muss er sich damit auch nicht weiter beschäftigen.

Derweil sterben die Medienunternehmen. Es ist ein letzter Stellungskrieg, ausgetragen auf dem Rücken der Journalisten. Denn die verlieren ihre Arbeit.

Der DJV mag sich nicht mit der Zukunft beschäftigen. Mehr noch: Er hasst die Zukunft. Wer aber die Zukunft hasst, der hat auch keine solche. Und so lange diese Gewerkschaft noch schlimmer agiert als jene Plastiktüteneinkleider und Trillerpfeifer, mag ich ihr mein Geld und meine Zeit nicht geben.

Und nun? Keine Interessenvertretung mehr?

Das geht irgendwie auch nicht.

Es gibt eine Reihe Menschen, die sich derzeit fragen, ob es nicht etwas anderes geben müsste. Etwas Neues. Vielleicht eine Erklärung, ähnlich derer, die derzeit in manischer Hektik von Chefredakteuren und Geschäftsführern ohne weiteres Nachdenken unterzeichnet werden. Oder eine Gruppierung, die das Internet für Journalismus nicht als Feind begreift – sondern als riesige Chance.

Wer ebenfalls dieses Gefühl hat, wer Ideen hat, was man tun könnte, wer Lust hat, etwas auf die Beine zu stellen, über dessen Mail würde ich mich sehr freuen.

Die Adresse: waskommt -at- gmail.com


Kommentare


H.-P. Siebenhaar 22. Juli 2009 um 15:39

Der DJV hat sich in der Vergangenheit immer wieder diskreditiert. Als Journalistenvertretung nimmt er einseitig Partei für den öffentlich-rechtlichen Rundunk. Die Interessen der Kollegen in den Privatsendern werden vom DJV kaum oder gar nicht berücksichtigt.

Eine solche Haltung spricht Bände.

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ralf schwartz 22. Juli 2009 um 15:46

Ich sehe nur eine Chance: aus dem Zentrum des Internets kommend und gleichzeitig dessen Grenzen in die Offline-Welt hinein hinter sich lassend!

Das Neue muß dringend beide Welten verbinden.
Zumindest so lange bis \’alles\‘ und always on ist.

Gleichzeitig muß die Freiheit und (nahezu) Unendlichkeit des Netzes vor den Egoismen des Kurzzeitdenkens geschützt werden.

Eine Herkules-Aufgabe, diesen Augias-Stall der Selbstgerechtigkeit auszumisten.

Ich wäre dabei. 😉

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Sebastian Brinkmann 22. Juli 2009 um 15:48

Ich war auch viele Jahre im DJV. EINMAL in all den Jahren hätte ich den DJV gerne in Anspruch genommen. Statt mir aber in einem eindeutigen Fall von Content-Klau zu helfen, wurde mir 30 Minuten lang erlärt, warum man nicht zuständig sei. Großartig!

Schön finde ich auch: Der DJV ist vehement gegen Pressekonditionen – und bietet über seine Service GmbH selbst welche an. Aber, nein, das sind keine Journalistenrabatte, sondern nur Vergünstigungen für Mitglieder des Deutschen Journalistenverbandes. Alles klar?

Ich bin ebenfalls nicht mehr Mitglied im DJV. Wobei das auch mit einem Job-Wechsel zu tun hat. Der Austritt fiel mir aber nicht schwer.

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Oliver Fritsch 22. Juli 2009 um 15:52

Recht so! Erinnert sei erneut an die Blamage, die sich der DJV in der Kampagne des DFB gegen den Journalisten Jens Weinreich erlaubt hat. In der die Meinungsfreiheit auf dem Spiel stand. Und in der der DJV die Hände im Schoß ließ. Der DJV hielt das für eine Privatangelegneheit. Weil: war ja bloß Internet.

(Vielleicht erklärt sich das Schweigen aber auch so, dass manche Angst hatten, beim nächsten Länderspiel kein Ticket zu bekommen.)

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Manfred 22. Juli 2009 um 15:53

Gute Chronologie und Zusammenfassung, korrekte Analyse! Allerdings führst Du Dich wie der Elefant im Porzellanladen auf, wenn Du meinst, dass in diesem DJV-Domument \“geschwurbelt\“ werde. So ist es doch merkwürdig, wenn Du Hubert Burda als Vertreter der \“verlegerischen Rotfront\“ eine \“kommunistische Haltung\“ zum Vorwurf machst, mit der er \“die Abkehr vom Gedanken des Unternehmertums zelebriert\“, während Du über eine zeitgemäße journalistische Interessenvertretung in der Wissensgesellschaft sinnierst, die man üblicherweise als Wissenskommunismus charakterisiert, weil Wissen jedem nach seinen Informationsbedürfnissen frei zur Verfügung steht. Was also ist so falsch an der Burda\’schen Forderung und wieso versuchst Du den Begriff des Kommunismus – die konkrete Utopie am Beginn des 21. Jahrhunderts – so negativ zu belegen, obwohl Du mittendrin lebst und haargenau dasselbe forderst??

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Manfred 22. Juli 2009 um 15:57

Lieber Sebastian!

\“Content-Klau\“ gibt es nicht mehr, da wir in der Wissensgesellschaft leben und Wissen damit frei ist! Du meinst wahrscheinlich urheberrechtlich falsch ausgezeichneten/lizensierten Content!

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Thomas Koch 22. Juli 2009 um 16:01

Die Welt besteht eben nicht mehr nur aus Papierfliegern ;

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Ingo 22. Juli 2009 um 16:11

Sowohl IG Medien (heute verdi), als auch der DJV kümmerten sich in der Vergangenheit um Realitäten. So glaubten beide auch bis in die 90er Jahre hinein an fest angestellte Foto-Journalisten bei Zeitungen. Die Realität sah (uns sieht) leider ganz anders aus. Ich durfte aber tatsächlich noch fest angestellt Fotojournalisten kennen lernen…
Da freiberufliche Journalisten nicht in die Denke der beiden Verbände / Gewerkschaften passten (und die fotografierenden Kollegen gegenüber der schreibenden Zunft auch schon immer in der Minderheit waren und sein werden) wurde eben in den 90er Jahre FreeLens (www.freelens.com) als Verein der freien Bildjournlisten gegründet. Das \“frei\“ wurde mittlerweile zurückgenommen, um den wenigen fest angestellten auch die Chance auf eine Mitgliedschaft zu geben.
Also: Warum nicht dem Beispiel von FreeLens folgen und einen Verein auf die Beine stellen, der die Interessen der (Online-) Journalisten vertritt?

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Thomas Cloer 22. Juli 2009 um 16:11

Konken ist nicht der DJV. Und der DJV bietet seinen Mitgliedern Rechtsschutz. Zwei Gründe für mich, nicht auszutreten, auch wenn ich Dir sonst in einigen Punkten zustimme. Siehe auch http://www.teezeh.de/2009/07/16/google-und-der-gegenwind/

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Detlef Borchers 22. Juli 2009 um 16:12

Es gibt da noch ne andere Gewerkschaft bei ver.di. Obwohl, ähem, als ich den Erstunterzeichner bei \“Rettet die Privatkopie\“ gemacht habe, von denen einen Rüffel bekam…. Vielleicht sind Gewerkschaften generell Machtinstrumente eines anderen Jahrhunderts. –Detlef

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Martin Schneider 22. Juli 2009 um 16:13

Warum statuiert man bei Google nicht einfach ein Exempel und wirft die Websites der Unterzeichner gemeinsam mit Burda & Co. aus dem Index? Nur mal so zur Demonstration der Wechselbeziehungen zwischen Verlagen und Suchmaschine. Wäre ich Google, ich würd\’s tun. Und als \“digitale Weiterbildungsveranstaltung\“ in Rechnung stellen.

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pjebsen 22. Juli 2009 um 16:14

@Manfred: Was an Burdas Forderung falsch ist, brachte Mario Sixtus heute gut auf den Punkt:

>> Google liefert 50% des Traffics auf Hubert Burdas Seiten. Dafür möchte er ein \“Fair Share\“ von Googles Einnahmen. Hallo? http://u.nu/45km

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Marcel Schwarzenberger 22. Juli 2009 um 16:17

Bestimmt gibt es so manches, was sich an der Debatte rund um Webcontent, Vermarktung und der Rolle von Google & Co. bemängeln lässt. Was ich nicht verstehe, ist, dass sich ein Journalist selbstgefällig mit lautem Getöse und Trommelschlag als Anti-DJVler outen muss.

Also was nun: Soll es eine auf Argumenten basierende Debatte geben oder will sich der Autor einfach nur selbst darstellen? Letzteres hilft mir persönlich sehr wenig.

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Jürgen Wolff 22. Juli 2009 um 16:19

Leider stimmt das traurige Bild vom DJV in so ziemlich allen Punkten – auch das, was in den Kommentaren z.B. über das nicht vorhandene Engagement für Onlinejournalisten geschrieben wurde. Ich bin seit Jahrzehnten DJV-Mitglied, habe irgendwo noch eine silberne Mitgliedsnadel rumliegen – und bin zum ersten Mal in meinem (Berufs-)Leben nahe dran, auszutreten.

So viel Schwachsinn und Dummheit (Dummheit heißt: Wissbares nicht wissen) wie zum Thema Google habe ich nicht für möglich gehalten – weder vom DJV noch von den Verlegern. Ich produziere seit über zehn Jahren mit Kollegen für das Internet das, was wir durchaus für Qualitätsjournalismus halten. Und als verlags- und printunabhängiges Angebot verdanken wir einzig und alleine Google (IVW-geprüfte) Besucherzahlen, die uns ein immerhin bescheidenes Durchlavieren gestatten. Das hat der DJV für seine \“freien\“ Mitglieder noch nie geschafft.

Burda, Springer & Co. können sich mit zwei Zeilen Code sofort auch dem Google-Index verabschieden und nur noch auf die Zugkraft ihrer Titel bei den Usern hoffen. Bitte, bitte, liebe Verleger, macht das – um so mehr Besucher schickt Google zu uns.

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Thomas 22. Juli 2009 um 16:34

Hat Herr Konken eigentlich Berater? Irgendwo muss er die Infos ja her haben – was es am Ende nicht besser macht, aber interessant wäre es trotzdem. Hat ja dann gleich ein anderes Ausmaß, als aufgrund nur einer Person aus dem DJV auszutreten.

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Boomel 22. Juli 2009 um 16:41

toller Beitrag!

Leider ist es ja nicht \“nur\“ der Redakteur der hier \“leiden\“ wird. Auf einen geschassten Redakteur kommen 1-2 Stellen aus dem jeweiligen Haus dazu die nicht mehr benötigt werden, oder?

Angst vor der Medienrevolution weil man nicht weiss was kommt? Augen zu und durch, kann hier nur die Devise sein. Die verbrannte Erde die an die Wand gemalt wird mit der Wissensgesellschaft ist so nicht richtig, jeder der sich fit hält oder lernwillig ist wird auf jeden Fall zu seinem Einkommen gelangen. Diejenigen die sich nicht bewegen wollen, werden aussterben. Es grüßt die Evolution.

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Weltenweiser 22. Juli 2009 um 16:43

Hier eine Reaktion vom DJV http://frei.djv-online.de/?p=515#comment-200

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Wittkewitz 22. Juli 2009 um 16:45

Anhand der Aussagen von Konken kann man ablesen auf welcher dünnen inhaltlichen Basis Aussagen entstehen, die dann nicht nur auf Papier publiziert werden unter dem Stichwort Qualitätsjournalismus, sondern in diesem Fall sogar repräsentativ für einen Berufsverband stehen. Es überschreitet bei weitem den Umfang der Peinlichkeit, wenn nicht einmal mehr hier – im Hort der guten Recherche – der klassische Grundsatz, mindestens zwei Seiten einer Medaille darzustellen. Keine neutrale Quelle, keine zwei Bewertungen eines Sachverhalts, die zu einer Meinungsbildung des Lesers führen könnte (in diesem Fall wäre es sicher hilfreich gewesen, die von Konken vertretenen Journalisten einfach mal in der Breite zu befragen).

Wie heißt es so schön bei David Weinberger: Objektivität entsteht heutzutage nur noch durch Transparenz. Wer sie durch die alte Authorität als Referenz begründen will, gilt schlicht als dümmlich. Mehr kann man den Aussagen von Burda, Konken, Reuß und Konsorten nicht vorhalten, aber auch nicht weniger…

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Torben 22. Juli 2009 um 16:47

…am schönsten finde ich in dem Video die ganzen kleinen Internet Explorer Icons in der Taskleiste, auf dem Bildschirm der ersten Frau, die den Flieger auf den Tisch bekommt. Hoffentlich alles Bezahldienste, was die gute Dame da anguckt, nicht dass da noch irgendwie gratis Recherche betrieben wird oder so… :o)

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Hicore 22. Juli 2009 um 16:55

Ooooo man.. ooo man.. ooo mannomann.. habe die Diskussion über Google auch schon mitbekommen und kann nur noch drüber lachen. Google hat halt die Zukunft begriffen und investiert.. der frühe Vogel fängt den Wurm 😉

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Alexander 22. Juli 2009 um 17:03

Nein, am schönsten an dem Video sind die Dinge, für die die Journalisten gelobt werden. Szene 1: Wetterbericht, Szene 2: Sportergebnisse, Szene 3: unklar, Szene 4: Aktienkurse.

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Inge 22. Juli 2009 um 17:13

..am schönsten an dem ganzen Video ist, dass dafür auch noch unsere Mitgliedsbeiträge verwendet werden…
Wobei hier wirklich – so was von demonstrativ – nur die Tageszeitungen in den Blickpunkt gerückt werden. Unglaublich. Aus welchem Jahr stammt denn dieses Machwerk?

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Sebastian Olényi 22. Juli 2009 um 17:26

Schon mal versucht die Dinge von Innen zu verändern? Gewerkschaften sind Meinungsvertretungen und nur so gut wie ihre gewählten Meinungsvertreter. Genauso wie die Parteien sind sie auf Engagement angewiesen.
Einer der Hauptgründe meiner Meinung nach warum der DJV – und auch die dju und selbst die Jugendpresse – im Bereich online schwach sind, ist dass sich onliner weniger in diesen Strukturen engagieren, aber die ersten sind, die kritisieren. Ich kenne alle drei Institutionen mehr oder weniger von Innen, und ich bin mir sicher, sie sind lernfähig, aber nicht nur mit den schon vorhandenen Leuten.

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Benno Stieber 22. Juli 2009 um 17:37

FREISCHREIBER bietet zwar nur freien Journalisten eine Heimat, aber die imerhin können Sie sich dort mit Kollegen der Zukunft zuwenden und neue Konzepte entwerfen. Mehr als Papierflieger steigen zu lassen und mit den Verlegerverbänden zu fraternisieren ist das allemal.

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Manfred 22. Juli 2009 um 17:48

@pjebsen: Den Sixtus-Tweet habe ich mitbekommen. Ist es denn ein anderes Argument? Und vor allem: Ist es überhaupt ein Argument? Kann es sein, dass einfach viel zu viele Menschen von diesem Neoliberalismus-/ Marktradikalismus- / Leistungsgesellschaft-Virus befallen sind?

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Michael Kausch 22. Juli 2009 um 17:52

die meisten der von thomas knüwer geschilderten phänomene werden doch schon seit mehr als zehn jahren ganz genau so auch IN den gewerkschaften diskutiert. und gerade in ver.di gibt es interessante projekte, die vieles von dem reflektieren, was thomas knüwer kritisiert. ein fortschrittliches projekt wie z.b. connexx-av (http://www.connexx-av.de) kann langfristig die durchaus konservative kultur der einheitsgewerkschaft, die heute in erster linie ein verein zum bestandsschutz von normalarbeitsverhältnissen ist, verändern. dies setzt aber voraus, dass spaltungsprozesse vermieden werden.

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Südländer 22. Juli 2009 um 18:06

Lange hat es gedauert, bis liebe Kollegen merken, was für ein Verein der DJV eigentlich ist: Ein altertümliches Klassenkampfinstrument mit versnobbter Eliteattitude.

Als ich vor einigen Jahren in die Selbständigkeit gehen musste, wurde mir vom djv der Journalistenausweis verweigert, weil ich mit meiner journalistischen Töätigkeit nicht den Großteil meines Familieneinkommens erwirtschaftet habe. Dabei ging ein Großteil meiner Arbeitszeit in echter Recherche drauf – während die festangestellten \“Redakteure\“ mit djv-Ausweis in den geschrumpften Redaktionen sassen und den von Agenturen zugelieferten \“Content\“ im \“look-and-feel\“ ihrer Blättchen in den Seitenspiegel eingefügt haben, während sie gleichzeitig mit dem Vorsitzenden des Karnickelzüchterverbandes (ehrenwerte Leute) und dem Herrn Bürgermeister am Telefon darum feilschten, wie viele Zeilen sie in der kommenden Ausgabe für ihren selbst gelieferten Text und das von Tante Herta geknipste Grinsgruppenfoto erhalten würden: DAS war und ist für den djv wahre unabhängige journalistische Arbeit, die mit einere Mitgliedschaft und mit einem aUsweis gnadenhalber belohnt wurde. Der massive Abwehrkampf gegen alle andere Formen journalistischer Zusammenschlüsse hat da Bände gesprochen, und der permanente Hinweis auf den \“einzig wahren, echten und von staatlichen (Kontroll)stellen sanktionierten Presseausweis\“ vom djv und verdi hat doch mehr als offensichtlich gezeigt, dass es hier um die Verteidigung von Pfründen ging/geht.

Zum Glück gibt es aber auch noch den http://www.DPV.org in Hamburg, der inzwischen für mich ein guter Interessenvertreter und informativer Berufsverband geworden ist.

herzlich

Südländer

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Rainersacht 22. Juli 2009 um 18:55

Web-2.0-Missionare haben doch schon ne Gewerkschaft, ne Partei sogar: irgendwas mit Piraten, meine ich mich zu erinnern…

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julia seeliger 22. Juli 2009 um 20:01

Na, dann muss ich ja nicht eintreten. Wollte ich eigentlich demnächst mal machen.

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Juan Llamazares 22. Juli 2009 um 20:11

Merkwürdiger Laden der DJV. Ich gebe monatlich für meinen Online Shop ca. 30.000 EUR für Google Werbung aus. Warum sollte davon irgendwelches Geld bei irgendeinem Zeitungsverlag landen? Schließlich tauchen ja nicht einmal Artikel von denen in der Google Suche auf bei den Keywords auf die ich biete. Die Werbung bei Google ist rein Keyword bezogen und ich biete nun mal nicht auf \“Bundeswehreinsatz Afghanistan\“, \“Bundestagswahl 2000\“, \“Carstensen Landtagsauflösung\“ oder sowas. Die Suchmaschinenresultate in denen journalistische Beiträge auftauchen sind sowieso nahezu werbefrei. Da müsste das Geld an ganz andere verteilt werden, hauptsächlich an private Enthusiasten die irgendwelche Nischenseiten betreiben. Für die Verlage bliebe da recht wenig übrig.

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Ulrike Langer 22. Juli 2009 um 20:19

Wenn ich nicht schon vor 19 Jahren (nach wenigen Monaten Mitgliedschaft) aus dem DJV ausgetreen wäre, dann würde ich es spätestens heute tun.

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MrBrook 22. Juli 2009 um 20:40

Ich habe es schon an anderer Stelle geschrieben: Das Problem einiger Verlage und einiger Journalisten im DJV ist, dass sie auch in Zeiten des Internet am liebsten so weiter operieren wollen, wie vor 20, 30 Jahren. Zeitung drucken, die Werbeplätze sollen sich irgendwie verkaufen und die Leute sollen die Zeitung lesen. Internet? Naja, notwendiges Übel. Schließlich hat man einfach eine Internetpräsenz, die Leute wollen ja auch online etwas lesen. Aber Gewinn macht man höchstens mit der gedruckten Ausgabe.
Dabei wird vollkommen verkannt, dass heutzutage vor allem die jüngere Generation keine Zeitung mehr lesen muss, um das Weltgeschehen mit zu bekommen. Wenn ich morgen früh meine Zeitung aufschlage, habe ich die wichtigen aktuellen Ereignisse mindestens 12 Stunden vorher im Internet gelesen und bin – dank Internet, Radio und Fernsehen – wahrscheinlich morgens auf einem aktuelleren Stand als die vor mir liegende Zeitung. Hinzu kommt: Im Netz kann ich mir meine Informationen individuell zusammenstellen. Zum Beispiel Spiegel online als Basis, weil die verdammt schnell sind. Ein oder zwei speziellere weitere Nachrichtenseiten und ein paar Blogs, um ein ausgewogeneres Bild zu bekommen und um die eigenen Interessenbereiche (Wirtschaft, Technik, Sport und was es sonst noch so gibt…) abzudecken.

Warum soll ich also noch eine Zeitung abonnieren? Ganz einfach: Nur deswegen, weil sie mir einen Mehrwert liefert. Das sind dann in der Regel gut recherchierte Hintergrundberichte, differenzierte Berichterstattung mit möglichst vielfältigem Meinungsbild und ein Fokus auf den Bereichen, die mich besonders interessieren. Vielleicht noch etwas Exklusivität, welche sich durchaus auch durch die für die Zeitung schreibenden Autoren ergeben kann. Eventuell Lokalberichterstattung, wenn man daran interessiert ist.

Viele Zeitungen berücksichtigen das aber meiner Meinung nach nicht, sondern machen weiter wie bisher: Nachrichten drucken. Ohne Mehrwert. Für mich als Kunde uninteressant, da wandere ich zu einer Zeitung ab, die es verstanden hat oder verzichte notfalls komplett.

Von daher: Super Artikel, er bringt einiges auf den Punkt.

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egghat 22. Juli 2009 um 21:16

Burda bekommt 50% seines traffics durch google? Wenn ich so wenig Stammleser hätte, würde mich das sehr skeptisch machen. Sehr skeptisch.

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Sven Dietrich 22. Juli 2009 um 23:04

@Juan Llamazares
Danke für diesen Hinweis an die hier mitlesenden Journalisten, die sicherlich nicht alle verstehen werden, was damit gemeint ist.

In deren Welt ist die Suchergebnissseite für \“Bundeswehreinsatz Afghanistan\“ Content-Diebstahl. Zumindest verstehe ich das so.

Das bei solchen Keywords kaum/keine Werbung geschaltet wird, werden die sicherlich erst in ein paar Jahren verstehen.

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Thomas 22. Juli 2009 um 23:36

Willkommen im Club. Ich bin ebenfalls vor ein paar Monaten ausgetretenm nach über 8 Jahren (bin mit 20 rein). Hatte einfach keinen Nutzen. Realistisch gesehen wars nur ein teures Abo einer Fachzeitschrift.

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Tim 22. Juli 2009 um 23:36

Erklärt mir denn irgendwann einer von euch Supatopcheckerbunnies auch mal, wo in der tollen neuen Online-Welt eigentlich die Kohle für die Leute herkommen soll, die in das dufte Kostenlos-Internet was Substanzielles reinschreiben? Und bitte nicht mit den beiden Beispielen Spon & Google. Ich wüsste gern ein Geschäftsmodell, das für mehr als den Marktführer funktioniert. Ich kenne keins. Aber vermutlich ist es einfach nur ein streng gehütetes Top-Geheimnis, deshalb gibt\’s ja auch soviele erfolgreiche Medienangebote im Netz ohne starken Printtitel im Hintergrund. Z.B. handelsblatt.de…

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Gerd Meissner 23. Juli 2009 um 0:34

Zunaechst mal, ganz dickes Lob an den \“Blogger in Residence\“ fuer seinen Nachruf auf den organisierten deutschen Journalismus, der sich offenbar aus der Geschichte verabschiedet hat.

Nicht schoen, das \“von draussen\“ mit anschauen zu muessen.

>>Es gibt da noch ne andere Gewerkschaft bei ver.di
schreibt Detlef Borchers. Vor Illusionen wird gewarnt.

Ich schaeme mich fast zuzugeben, dass ich bei denen (dju/ver.di) lange Jahre und zuletzt nur noch wg. Rechtsschutz meinen Beitrag gezahlt habe.

Die Nagelprobe kam, als ich mit – Steuernummer & Zustellanschrift! – nach USA verzog. Ein grosser deutscher Verlag entschied darauf hin, dass er sich ab jetzt meine Tantiemen sparen koennte, weil ich ja weit weg war. Die schickten also einfach nicht mal mehr die Abrechnungen, sondern strichen das Geld einfach selbst ein. Potentielle \“Korrespondenten\“, aufgemerkt!

Ich habe damals – von den USA aus – die dju/ver.di um Rechtsschutz gebeten. Der wurde mir mit der Begruendung verweigert, dass da nichts zu machen sei – ich sei ja jetzt in den USA. Den Schrieb habe ich noch.

Wieder was gelernt… Also flugs ausgetreten, und dann mal die Probe aufs Exempel gemacht, mit eigenem Anwalt in USA & Deutschland. Hat mich zwar ein bisserl extra gekostet, aber die eingeforderte Summe musste der betreffende Verlag ohne Abzug zahlen.

In jedem Fall war\’s, auch angesichts des Erloeses, billiger, als die Tausende, die ich vorher an meine \“berufliche Interessenvertretung\“ verschenkt habe.

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Ralf Bunse 23. Juli 2009 um 0:41

Mit jedem sterbenden Print-Angebot vergrößert sich das Angebot an Werbe-Millionen (von der momentanen, wahrscheinlich nur kurzfristigen Wirtschaftskrise mal abgesehen) die in anderen Medien – und bestimmt nicht nur in Google-AdWords-Anzeigen – investiert werden müssen! Eigentlich ist dieses \“Angebot\“ eine \“Nachfrage\“ nach Investitionsmöglichkeiten. Ich denke, kreative Journalisten werden Wege finden, diese Nachfrage zu befriedigen! Die journalistische Qualität wird dabei auch nicht mehr, aber natürlich auch nicht weniger, kritisch beäugt werden müssen, als bei den klassischen, auch hauptsächlich werbefinanzierten Medien.
PS: Wenn mich nicht Alles täuscht, gibt es durchaus geschäftliche Kontakte zwischen Verlegern und dem werbefinanzierten und bisher für den Nutzer kostenlosen Privatfernsehen. Und viel Zeitschriften-Abos kosten, wenn man die Werbeprämien abzieht, den Leser auch nicht wirklich etwas. Die scheinheilige Diskussion um die \“Umsonst-Kultur\“ des Internets ist doch wohl lediglich ein Rückzugsgefecht von Dinosauriern, die der evolutionär nachwachsenden Konkurrenz nicht gewachsen sind.

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Gast 23. Juli 2009 um 1:26

Ich würde auch die Piratenpartei als neuen Heimathafen vorschlagen. Dort wird IMO auf der einen Seite das Internet verstanden (und es werden nach und nach neue Konzepte erdacht) und dort wird auf der anderen Seite noch Kompetenz aus Ihrem Bereich benötigt. Das wäre sicher eine sinnvolle Symbiose.

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Jens Mende 23. Juli 2009 um 1:53

Als Online-Journalist muss ich bei diversen Akkreditierungsanträgen (so zum Beispiel beim DFB) generell hinten anstehen: Erst kommen die Funkmedien, danach Print, zum Schluss das Web.
Auf Dauer kann das so nicht weitergehen. Die Behinderung bei der freien Berichterstattung ist offensichtlich und erfolgt mit Bedacht, wie mir scheint.
Ich stehe der Gründung eines Vereins zur Verfügung, der die Interessen der (Online-) Journalisten vertritt und würde diese Gründung aktiv vorantreiben.
Wir Online-Journalisten verfügen über vielfältige Möglichkeiten, die Gründung des Vereins sehr schnell publik zu machen und Gleichgesinnte in großer Zahl zu vereinen.

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Mela Eckenfels 23. Juli 2009 um 7:10

DJBV (Deutscher Journalisten und Blogger Verband)? 😉

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Andreas 23. Juli 2009 um 8:51

offensichtlich ist aber das \’Gekonke\‘ schon auf fruchtbaren Boden gefallen:
http://www.heise.de/newsticker/Ursula-von-der-Leyen-fordert-Verhaltenskodex-fuers-Internet–/meldung/142457

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Patrick Breitenbach 23. Juli 2009 um 9:12

Ich bin zwar kein Journalist, aber ich fände den Gedanken generell wichtig, zumal ein umfassender gesellschaftlicher Veränderungsprozess durch das Internet stattfidet, der sich auf sehr viel mehr Berufsstände auswirkt. Warum also nicht gleich die Kräfte und das Know-How bündeln? Es geht nicht nur um \“Blogger\“, sondern um alle Menschen, die sich den enormen Chancen (und Risiken) des Internets bewusst sind.

Manueller Trackback dazu:
http://blog.karlshochschule.de/2009/07/22/die-zukunft-des-internets-oder-wie-vernetzen-wir-das-lokale/

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Holger Artus 23. Juli 2009 um 9:39

In dem Text von Thomas Knüwer ist ja wohl alles in einen Topf geworfen und verrührt. Welch ein Quatsch, das sich der DJV (und ver.di) sich nicht für die Onliner einsetzen. Seit Jahren wird es in den Tarifverhandlungen gefordert und eingebracht. Es sind die Verleger, die das ablehnen. Wer sich für die Rechte der freien einsetzt, sind die Gewerkschaften. Die Honorare bei den Zeitungen wären ohne den Tarifvertrag arbeitnehmerähnlich schon heute im Keller für die Kollegen, die auf jede Zeile bzw. Bild angewiesen sind. Wer etwas für sihc erreichen will, muss sich leider dafür einsetzen. Die Frage bleibt alleine oder zusammen. Wer es alleine will, wird weiter von den Rahmenbedinungen abhängig bleiben. Wenn ich richtig als ver.di-Mitglied im FIlm bin, aht der DJV eine andere Haltung zu Google als in der PM verbraten. Den ganzen niedergeschriebenen Kram zu nutzen, um zu sagen. die kleben an der Vergangenheit, naja, vielleicht doch noch mal ein Volontariat machen? Ich bin in ver.di und weiß warum und schätze den DJV.

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daburna 23. Juli 2009 um 11:57

Die Idee eines Bloggerverbandes oder so in der Art gab es schon Anfang des Jahres, als Netzpolitik von der Bahn abgemahnt wurde. Bisher ist aus einer toten Websites nicht viel draus geworden: http://www.bvdb.org/

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JJPreston 23. Juli 2009 um 12:34

Konsequent wäre es, wenn Google nicht nur die Verlage und ihre Produkte aus dem Index schmeißen würde – sondern ihnen auch gleich per IP-Blockade den Zugang zu sämtlichen Diensten verwehrte. Da wäre der ASV ziemlich aufgeschmissen. Halt, nein, die brauchen Google ja nicht. Lügen kann man sich ja einfach so ausdenken… Ich vergaß.

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Tina Groll 23. Juli 2009 um 12:55

Bei den Gewerkschaften ist es wie mit den Parteien: Sie trocknen von innen heraus aus. Beim DJV ist es ja nicht nur die starre, verkrustete Struktur – im DJV engagieren sich zu viele PR-VertreterInnen. Ist eine JournalistInnengerwerkschaft, in der sich so viele PR-Leute tummeln, eigentlich noch glaubwürdig?

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Andreas Klein 23. Juli 2009 um 13:07

Ich bin als so genannter \“Online-Journalist\“ beim DPV Deutscher Presseverband e. V. hervor ragend aufgehoben! Da gibt es kein \“Bääh, Internet!\“ oder so – Anmeldung ausfüllen, mit den geforderten Nachweisen hinschicken und gut ist!

Bei uns geht es ja sogar so weit, dass die Print-Journalisten teilweise bei uns abschreiben – weil wir einfach besser informiert sind. Auch wegen Google!

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Dorothee Pilavas 23. Juli 2009 um 13:11

ver.di hat nun auch nicht gerade den klaren Blick auf die Zukunft. Und wie weit dieser Verein von unserer Arbeitsrealität entfernt ist, zeigt das neue Selbstständigenprogramm, in dem u.a. gefordert wird, dass sich Auftraggeber an den Sozialversicherungs- und Weiterbildungskosten von \“Solo-Selbstständigen\“ beteiligen sollen. http://freie.verdi.de/aktive_selbststaendige/selbststaendigen_programm
Für mich war das jetzt ein Grund, nach fast 14 Jahren bei ver.di auszutreten. Aber jetzt wohin?

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Case 23. Juli 2009 um 14:00

Hallo Thomas,

prima Analyse und genau die richtigen Schlußfolgerungen. Chapeau

Ich bin in 20 Jahren im Journalismus noch nie Mitglied im DJV gewesen und mit immer gut gefahren. Einen Presseauswei gibt es auch über die Verlegerverbände und der war bis vor ein paar Jahren sogar noch kostenlos.

@Martin Schneider: Die Idee kam mir auch. Warum schmeißt Google nicht mal – vielleicht für nen begrenzten Zeitraum von ein paar Wochen – die Websiten von Burda aus dem Index… Oder verlangt von jeder Burda-IP-Adresse, die über Google recherchiert, einen Geldbetrag?

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Ernst 23. Juli 2009 um 14:00

Tim: Es soll Leute geben, die aus Enthusiasmus Bilder malen. Richtig gute! Die teures Geld ausgeben, um selber Brot zu backen und nicht den Sägemehlmüll aus Haralds Brotfabrik fressen zu müssen. Und sogar welche, die sich richtig Mühe beim Schreiben geben, deutlich mehr auf ordentliche Quellen achten als das mancher \“Bild\“-\“Redakteur\“ oder auch \“Spiegel\“-Mitarbeiter tut – und die das nicht primär aus Gewinnerzielungsabsicht tun.

Denn dafür ist mir \“das Netz\“ ein einzigartiger, herrlicher Katalysator: Für den Beweis der These, daß schnöder Mammon oder extra Schmalz auf der Stulle GOTTSEIDANK doch nicht das einzige sind, dem unsere Gesellschaft hinterherhechelt. Sondern daß es Menschen gibt, denen andere Werte wichtiger sind als ein glitzernder Stern in der Garage oder dergleichen.

Und ich nehme mir einfach mal die Freiheit, anonym zu bleiben und von der Berechtigung meiner Aussage dennoch überzeugt zu sein.

Ciao.

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Case 23. Juli 2009 um 14:03

Ach – und das habe ich noch vergessen: Kannst du mal mit Schnutinger reden? Die soll einfach weitermachen und sich von den ganzen meckernden Honks nicht beirren lassen..

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Charles Latan 23. Juli 2009 um 14:12

Ist ein kleiner Schlenker zu einem Nebenthema erlaubt? Ich nämlich würde mich freuen, wenn sich Verleger und Chefredakteure weniger auf Kongressen herumtreiben, sondern wieder mehr um ihre Blätter kümmern würden. Um Faktizität, korrekte Grammatik, exklusive Inhalte. Ich erlebe es inzwischen ständig, dass gutes Deutsch in schlechtes verwandelt wird, dass recherchierte Fakten durch vermeintliches Allgemeinwissen ersetzt und überhaupt ausgerechnet exklusive Passagen, die meinen Text von anderen abheben, von der Redaktion gestrichen werden. Was ist da eigentlich los in den Redaktionen? Offenbar geht es nur noch darum, irgendwie die Seiten vollzuhauen. Wie wäre es mit dieser Maxime: Jeder Artikel und jedes Foto sollte für sich den Betrag wert sein, der als Verkaufspreis auf dem Umschlag steht.

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Klaus Jarchow 23. Juli 2009 um 15:03

Vielleicht sollten wir zukünftig von Arbeitgebernehmerorganisationen sprechen. Denn die Burdas und die Konkens unterscheiden sich zunehmend doch nur noch durch beim Logo, nicht durch die Positionen – und intellektuell schon mal gar nicht …

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Peter Schmitt 23. Juli 2009 um 15:39

Sehr gut formuliert! Die DJVler sind längst mit ihren Papierfliegern in höhere Sphären entschwunden. Fraglich, ob sie jemals wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren.

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Gunter Haake 23. Juli 2009 um 17:02

Dorothee Pilavas also trat \“nach fast 14 Jahren\“ bei ver.di aus, weil die dort organisierten Selbstständigen eine Beteiligung von Auftraggebern an Sozialversicherungskosten fordern?
Für eine Kollegin, die bei ihrem Arbeitsgebiet (siehe http://www.pilavas.de) vermutlich in der KSK sein dürfte, ist das ein doch leicht befremdliches Statement. Schließlich wird diese priviligierte soziale Sicherung einer kleineren Selbstständigen-Gruppe durch eine Auftraggeber-Beteiligung mitfinanziert. Da wundert einen an dem Entstehen des Selbstständigen-Programms der ver.di beteiligten schon, wie Forderungen, die Kernprobleme der Selbstständigen und Freien treffen, zum Austrittsgrund mutieren können. – Und auch, dass jetzt schon FORDERUNGEN Grund genug sein sollen, sich aus solidarischen Zusammenhängen zu verabschieden sobald die von einer gefühlten Realität abweichen. Dass Honorare sinken, Verlags-AGBs schlechter werden und Sozialsysteme abgebaut werden sind doch keine Naturgesetze.

Es mag individuell gute Gründe geben eine Gewerkschaft zu verlassen, hilfreich ist das aus meiner Sicht für die Entwicklung der Berufe, Branchen und der Gesellschaft eher nicht. – Und da dieser Blog langsam in eine generelle Gewerkschaftsschelte dreht, möchte auch noch bitten, etwas differenzierter auf die individuellen Mängeln und institutionellen Vorteile von Organisationen zu schauen.

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Theo Heyen 23. Juli 2009 um 17:05

Seitdem freundlicherweise ein Kollege der Handelsblatt-Redaktion hier im Blog darauf hinwies, dass Knüwer zwar gerne die Welle mache, aber substanziell wenig leiste, muss man das alles hier nicht gar so ernst nehmen.
Ich lese hier gelegentlich des Vergnügens wegen.

Wer meint, der djv und Konken seien ein und dasselbe und darüber hinaus noch rät, wegen einer – zugegeben – etwas eigenartigen Konken-Äußerung vs. Google von einer Gewerkschaftsmitgliedschaft abzuraten, den sollte man auch nicht gar so ernst nehmen.
Knüwers zündende Zeilen: Sie werden finanziert dank des \“Uralt-Journalismus\“, dank des Print-Produktes Handelsblatt und damit vor allem dank seiner produktiv tätigen Kollegen. Dass seine Kollegen und er nicht weit unter Tarif bezahlt werden, ist auch ein Verdienst von Gewerkschaften und den in ihnen zusammen geschlossenen Menschen.

Für einen, der hier ständig die Moderne des Journalismus zu verkünden glaubt, wäre ein wenig Rückschau und Umsicht nicht verkehrt. Bescheidenheit darf man allerdings wohl nicht erwarten.

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Hans P. 23. Juli 2009 um 17:33

Leider belegen die Zitate von DJV und seinen Vertretern/Publikationen überhaupt nicht die drumrum behauptete Meinung, was diese Zitate angeblich fordern/fördern/falsch sehen.

Und während dem DJV und seinen Vertretern Wirklichkeitsfremdheit und Verdreherei und leicht widerlegbarer Unsinn vorgeworfen wird (was ja vielleicht sogar sein mag – aber im Beitrag nicht belegt wird), übt sich der Blogschreiber selbst in Verdreherei und leicht widerlegbarem Unsinn und fabuliert kontextfrei von \“kommunistische(r) Haltung\“ oder unterstellt Burda \“Rotfront\“ – solche Dämlichkeiten erlaubt sich ja nicht mal Konken, der unbestritten oft polemisiert; das aber (meiner bescheidenen Meinung nach) meist so auf den Punkt, wie es leider heutztage nötig ist, um bei Kollegen wie dem Blogschreiber überhaupt Gehör ggf. journalistische Weiterverarbeitung zu finden.

Nö, so überzeugt das leider gar nicht Und falls eine richtige und gute Idee dahinter stehen sollte (welche eigentlich? Internet als journalistisches Medium akzeptieren? Das wäre, wie Autos als Verkehrsmittel zu akzeptieren. Eine Gegengewerkschaft gründen?), dann ist ihr hiermit kein guter Dienst getan.

Aber einer, der zu einer Interessenvertretung in einer Demokratiie \“leider\“ sagt, als wär\’s ein notwendiges Übel anstatt ein in der Geschichte – vor allem der deutschen – wie auch der heutigen Welt überhaupt nicht selbstverständliches, notwendiges demokratisches Recht, hat ohnehin etwas Entscheidendes nicht begriffen.

Ich mag mich jetzt gar nicht über die weithin übliche, ähm, nennen wir\’s freundlich: Qualität des Wirtschaftsjournalismus äußern … aber so ein Text aus der Feder eines Wirtshaftsjournalisten macht mir wenig Hoffnung.

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Boris Eichler 23. Juli 2009 um 17:58

Ich bin in den 90ern ausgetreten. Damals ging es in Baden-Württemberg um einen Frequenzstreit zwischen SDR und RTL. Oder anders: um zwei dutzend Arbeitsplätze bei den Privaten oder um +/-0 Arbeitsplätze beim SDR. Der machte aber das Programm, das dem DJV gefiel und hatte dort mehr Mitglieder. Klar, auf wessen Seite der DJV stand. Wir um den Arbeitsplatz bangenden Kollegen wurde pikanterweise auch noch zur Pro-SDR-Demo eingeladen (\“gegen Dudelfunk\“). Demonstrieren gegen den eigenen Arbeitsplatz! Ich bin nicht hin. Hätte ich aber tun sollen, und ein paar DJV-Funktionären dort richtig feste in den Arsch treten…

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Yourmediumisdying 23. Juli 2009 um 19:00

@Theo Heyen: Ja, klappt ja super, das mit dem Ernähren durch Print: http://meedia.de/nc/details/article/XXX_100022027.html

Get real…

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Case 23. Juli 2009 um 20:42

Das Thema scheint aber eine Menge Menschen zu bewegen, wenn ich mir die Kommentare so durchlese….

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Burkhard P. Bierschenck 23. Juli 2009 um 21:15

Ein Hexentreiben gegen Google finde ich überflüssig und unehrlich. Genauso unehrlich finde ich allerdings auch dieses bejubeln des Internets und des Online-Journalismus, denn sooo großartig ist das ja nun alles auch nicht. Es gibt kaum wirtschaftlich funktionierende Online-Dienste, die meisten sind Zuschußläden, und man muss nicht lange raten, wer das finanziert – häufig die geschmähten Printunternehmen. Und man komme mir doch bitte nicht mit dem Geschwätz von den \“innovativen\“ geschäftlichen Ideen im Internet. Die Wahrheit ist, es wird Geld verbrannt ohne Ende. Ich habe wenig Mitleid mit Online-Journalisten, die ständig den freien Zugang zum Wissen postulieren, und dabei meinen, dass der Content, den sie erzeugen, natürlich kostenlos sein soll. Tja, dann müssen sie eben von Luft und Liebe leben und Klicks kauen. Urheberrecht? Ist plötzlich auch antiquiert. Es wird systematisch geklaut, das ist cool. Und das soll neu sein? Alle die, die wohlfeil die dummen Verleger beschimpfen, sollen doch erst mal selbst funktionierende Konzepte vorleben, als mit luftleerem Geschwätz über die angeblich ach so tolle Online-Zukunft zu langweilen.

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Detlef Borchers 23. Juli 2009 um 22:33

Hallo Gerd Meissner, *so* trifft man sich also wieder. Fairerweise muss ich als reiner Online-Journalist sagen, dass ich von ver.di in drei Fällen Rechtschutz bekommen habe (oder zugesagt bekommen, woraufhin sich der Kontrahent verabschiedete), in denen der Verlag nicht eintreten wollte. Damit @Michael Kausch (man trifft sich …) will ich nicht diese Gewerkschaft promoten, da ist sicherlich die IG Metall weiter als die Handlanger der papierverarbeitenden Industrie. –Detlef

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Gerd Meissner 24. Juli 2009 um 0:52

Hallo \“reiner Online-Journalist\“ Detlef Borchers – kein Zufall 😉

Ich habe die von Redaktionsbeamten frueh (1994) befuerwortete, und seither auf allen Ebenen willig mitvollstreckte, Trennung zwischen Print-/ Rundfunk-Journalisten auf der einen und Online-Journalisten auf der anderen Seite von Anfang an fuer verhaengnisvoll gehalten.

Habe das auch damals bereits deutlich gemacht.

Durfte mich – 1994 noch \“Print\“ – dafuer in einer Mitarbeiterversammlung von einem Mitarbeitervertreter namentlich als jemand brandmarken lassen, der \“mit seinen Experimenten eines Tages unsere Arbeitsplätze vernichten wird\“, sinngemaess zitiert wie auf Versammlung gefallen.

Leider gab\’s da noch keine iPhones 😉

Die wenige Monate spaeter vollzogene \“Ghettoisierung\“ des Online-Journalismus in einer separaten Einheit hielt ich fuer falsch, habe mich dagegen ausgesprochen und bin gegangen, als jemand gefunden wurde, der da weniger zimperlich war.

Unterm Strich haben wir alle die Wahl, wenn es darauf ankommt. Der Entscheidung von Thomas Knüwer gebührt Respekt, weil sie offenbar branchenweit etwas in Bewegung gebracht hat. Er haette ja auch leise austreten koennen.

Du schriebst: \“Vielleicht sind Gewerkschaften generell Machtinstrumente eines anderen Jahrhunderts.\“

Kann man von ihnen erwarten, dass sie \“zeitgemaesser\“ sind als die Mitglieder, die sie vertreten?

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Andreas 24. Juli 2009 um 8:08

Zunächst fand ich die Idee, den DJV zu verlassen und was eigenes auf die Beine zu stellen, recht sympathisch. Diese Google-Pressemitteilung des DJV ist einfach so bodenlos dumm, das kann man doch gar nicht hinnehmen.

Aber nach ein bisschen nachdenken habe ich mich dann doch entschieden, so einen Schritt nicht mitzugehen. Vorerst. Um nicht alles hier nochmal in den Kommentar schreiben zu müssen:

http://www.streim.de/2009/07/24/warum-ich-im-djv-bleibe/

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Markus Göbel 24. Juli 2009 um 18:42

\“Völker hört die Signale\“, krakelt er = Tippfehler!

kra|keln (ugs. abwertend): schlecht u. ungleichmäßig, zittrig schreiben.

kra|kee|len (ugs. abwertend): laut schreien [um Streit anzufangen]; lautstark schimpfen; …

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realien 25. Juli 2009 um 18:40

[\“Management-Blog
Die Tränen der Manager auf der Belegschafts-Bühne
24.07.2009 von Blog
\“Der Wolle muss weinen\“, staunten die Mitarbeiter auf der Porsche-Betriebsversammlung. Wolfgang Porsche war gemeint. Und der Anlass war Wendelin Wiedekings Abschied, zu dem Aufsichtsrat-Chef Porsche sich jetzt derart gerührt zeigte. Deja Vu?\“]

Zum Troste: Wenn gar nichts mehr läuft, laufen immer noch die Tränen…

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Thomas Knüwer 27. Juli 2009 um 10:24

@js: Auch bei Blogs gilt: Vorsicht mit Ironie – der Leser versteht sie meist nicht.

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Dorothee Pilavas 27. Juli 2009 um 10:33

@Gunter Haake: Wie schön, dass ich endlich eine Reaktion von ver.di bekomme auf meine \“Schelte\“ (und danke für den Link 🙂 ). Meine beiden Briefe an den Ortsverband (einmal online, einmal per Post) wurden nämlich bislang noch nicht beantwortet. Die KSK-Debatte machen wir hier besser nicht auch noch auf, denn egal ob Mitglied oder nicht, macht sie mir und vielen meiner Kollegen das Leben auch zunehmend schwer. Ich hätte mir von der Gewerkschaft einfach mehr Nähe zur Arbeitsrealität der Freien gewünscht, aber wahrscheinlich ist das ein Widerspruch in sich.

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Raventhird 27. Juli 2009 um 12:49

Was ich machen würde, wenn ich Google wäre: Einfach die gegen meine Suchfunktion protestierenden Produzenten von Inhalten aus dem Google-Suchindex rauskicken, dann haben sie keinen Grund mehr, sich zu beschweren und ihre Leserzahlen gehen derart in den Keller, dass sie sich selbst schachmatt gesetzt haben. Dann kommen sie ganz schnell wieder angekrochen und erklären, sie hätten sich geirrt. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie fortschrittsfeindlich manche Institutionen hierzulande sind.

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Wolf 27. Juli 2009 um 16:52

Ich muss sagen, dass ich schon zweimal die Rechtsberatung des BJV in Anspruch genommen habe, und in beiden Fällen war es nicht zu meinem Nachteil (ein insolventer Arbeitgeber und Elternteilzeit, die damals für alle Beteiligten etwas Neues war). Im Laufe der Jahre wäre eine zweimalige Anwaltsberatung vielleicht billiger gewesen, aber, wie Du schon gesagt hast, der Anti-Ausbeutungs-Faktor ist auch nicht ganz ohne…

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Frank Biermann 27. Juli 2009 um 17:32

@Dorothea Pilavas
Ich finde es persönlich sehr befremdlich, dass Du den Kolleginnen und Kollegen, die sich in den Journalistengewerkschaften oder in der Selbstständigenarbeit von ver.di engagieren, ehrenamtlich engagieren, vorzuwerfen, sie hätten wenig Nähe zur Arbeitsrealität der Freien. Und wieso das auch noch ein Widerspruch an sich sein soll, erschließt sich mir schon gar nicht Wir müssen doch in der genau gleichen oft ernüchternden und anstrengenden beruflichen Realität unser Geld verdienen wie Du!
Gerade in Dortmund, wo Du ja lebst und arbeitest, macht ver.di eine ganze gute Arbeit für Freie und Selbstständige,
http://dortmund.verdi.de/personengruppen/freie_selbstaendige
Vielleicht hast Du einfach die entsprechenden Informationen nicht bekommen?
Ich empfehle deshalb einen Eintrag in die Dortmunder Freien Liste freie.dortmund-intern@lists.verdi.de über Stefan Nies – Büro für Geschichte\“ .
Mit freundlichen Grüßen, Frank Biermann

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paul yang 21. Oktober 2009 um 10:31

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Medial Digital» Journalismus Neu » Das Leistungsschutzrecht, die Lobbyisten und die freien Journalisten: Chronologie eines Ausverkaufs 10. August 2010 um 4:38

[…] Erschreckenderweise spielen die Journalistengewerkschaften da gerne mit. Ich selbst bin aus dem DJV deshalb ausgetreten. Es ließ sich erahnen, was nun die im Gleichschritt mit den Verlegern marschierende Arbeitgeber…, […]

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Verleger, DJV und Verdi – die Feinde der Pressefreiheit 10. August 2010 um 7:58

[…] spielen die Journalistengewerkschaften da gerne mit. Ich selbst bin aus dem DJV deshalb ausgetreten. Es ließ sich erahnen, was nun die im Gleichschritt mit den Verlegern marschierende […]

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