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Ab 2016 will die Deutsche Telekom Internet-Anschlüsse nach Verbrauch einer bestimmten Datenmenge drosseln. Schon jetzt verletzt sie systematisch die Netzneutralität durch Bevorzugung einzelner Dienste.

Gerade von einem Unternehmen, dessen Anteilseigner der deutsche Staat ist, würde man eine solche Schädigung des Wirtschaftsstandortes Deutschland nicht erwarten. Denn es geht ja um weit mehr als die Frage, wieviele Videos ein gelangweilter Großstadtsingle sich am Abend gönnen kann, bevor die Drosselung greift.

drosselkom

Tatsächlich ist das Vorgehen der Deutschen Telekom ein Frontalangriff auf innovative Unternehmen. Nehmen wir doch nur den Maschinenbauer, der Wartung via Online anbieten möchte. Der muss demnächst draufzahlen, damit seine Daten ebenso privilegiert behandelt werden wie die anderer Zahlender. Oder die Werbeagentur, die größere Datenmengen mit Druckereien austauschen muss – sie darf demnächst erheblich mehr zahlen. Weitere Hintergründe zum Thema finden Sie auch bei Hilf Telekom. 

Von der Politik darf man keine Hilfe erwarten. Der technophobe Bundestag der Maschinenstürmer begreift das Thema mutmaßlich überhaupt nicht. Und schon vor etlichen Monaten, als es um die Frage ging, ob der Bundestag per Gesetz die Netzneutralität festschreibt, zeigte sich die Haltung der CDU. Ihr Digital-Hofnarr Thomas Jarzombek erklärt mir, dass zu diesem Zeitpunkt keine Gefahr für die Netzneutralität absehbar sei. Ohnehin aber sei es doch total OK, wenn ein Unternehmen an die Telekom zahle und seine Daten dafür schneller durchgeschleust würden – doch genau das ist ja das Gegenteil von Netzneutralität.

Das Digitale Quartett diskutiert gestern über die Drosselungspläne der Deutschen „Drosselkom“ Telekom und das Thema Netzneutralität. Zu Gast waren Markus Beckedahl, Lenker der Digitalen Gesellschaft, und Malte Götz, der 18-jährige Düsseldorfer, dessen Online-Petition gegen die Telekom-Pläne innerhalb kürzester Zeit über 100.000 Zeichner erreichte (und die ich Sie, liebe Leser, zur Zeichnung ausdrücklich empfehlen möchte).

Hier die Sendung:


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