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Mir zum Geburtstag zu gratulieren und dabei sein Markenimage zu ramponieren – das hast Sixt geschafft. Und der Autoverleiher hat gleich mal gezeigt, dass sein Digitalmarketing ungefähr im Jahr 2010 stehengeblieben ist.

Am 1. Juli, 15 Tage vor meinem Geburtstag, bekam ich eine Mail von Sixt mit der Frage „BMW M8 zum Geburtstag?“

Nun habe ich oben ein wenig übertrieben, denn ein Glückwunsch war nicht enthalten, das würde ja Unglück bringen. Stattdessen sandte man mir einen Rabattcode mit der Idee, ich könne mir am Ehrentag doch eine geile Karre gönnen. Das finde ich nicht ganz so absurd, ich bin zwar überzeugter E-Fahrer, aber ich habe eine in der Kindheit geprägte Zuneigung zu schönen, schnellen Autos.

Tatsächlich wollte ich den Gutschein aus einem anderen Grund tatsächlich einlösen. Allein: Es ging nicht.

Denn der Rabatt kann nicht mit einem Statusprogramm kombiniert werden. Und genau solch ein Gold-Statuskunde bin ich. Nicht nur, dass Sixt das natürlich weiß – es steht sogar OBEN IN DER E-MAIL!

Auch Sixt ist in den vergangenen Jahren der Massenpsychose KI verfallen. Schon 2023 versuchte sich das Unternehmen mit Chatbots. ZenML (ein beteiligter Dienstleister) schrieb eine Fallstudie dazu – und deren Ergebnis fiel bemerkenswert gedämpft aus. Unter anderem wurde kritisiert, dass die Evaluierungsmechanismen eine breite Einschätzung gar nicht erlauben. Verdacht: Da musste intern das Ergebnis positiv ausfallen, weil es von oben gepusht wurde.

Auch KI-Schadenerkenner setzt der Konzern ein, die sind bei Kunden so beliebt wie Corona bei Menschen mit Immunschwäche, weil sie bei Mini-Kratzern Alarm schlagen, die mit menschlichem Auge nicht erkennbar sind (erst recht nicht in schummerigen Garagen, in denen die Mietwagen zurückgegeben werden). Und weil das Geld für vernünftige Kommunikation knapper wird, wurde die zugehörige Werbeagentur auch zu einer KI-Kampagne verdonnert, statt was Hochwertiges zu produzieren.

Foto: Sixt

All das poliert das Ego der Entscheider. Wer bei all der KI-Psychose im Hause Sixt egal ist: der Kunde.

Im vergangenen Jahr brauchte es 9 Tage und einen menschlichen Mitarbeiter für die banale Änderung meiner E-Mail-Adresse im System. Beim jüngsten Abholen meines Fahrzeugs, hätte ich nur einen QR-Code an einen Schlüsselbox halten müssen. Nur befand sich die in einem empfangsfreien Parkhaus und die zuverlässig wackelige Sixt-App hatte mich, wie gefühlt alle 5 Minuten, ausgeloggt. Freies WLan? Natürlich nicht.

Und nun also ein Rabatt, der nicht eingelöst werden kann, was Sixt ja wissen müsste – wenn sie eine Technologie verwenden würden, die in den vergangenen 15 Jahren entstanden wäre.

„Expect Better“ lautet auf LinkedIn das Motto von CO-CEO Alexander Sixt. Sein Bruder Konstantin Sixt behauptet, er sei „passionate about delivering outstanding service and quality for our customers“.

Vielleicht hat den beiden das eine KI geschrieben. Oder sie sind Menschen mit Neigung zum Hohn.


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