Paid Content muss man können können

by Thomas Knüwer on 8. Januar 2013

Es ist ein fröhliches paidcontenten in diesem noch so jungen Jahr. Deutschlands Medien berauschen sich an jedem der ihren, der so irgendwiewas macht, was ansatzweise in die Richtung “Leser zahlen für Inhalte” geht, allein der Versuch gilt schon als erfolgreich, wird er nur gewagt.

Doch seien wir ehrlich: Die meisten Ankündigungen in diesem Feld sind nicht wirklich Paid Content. Wenn nach 15 Artikeln im Monat Geld gefordert wird, wie es nun beispielsweise die “Braunschweiger Zeitung” tut, dann betrifft dies im für die Zeitung günstigsten Fall 10 Prozent der Leserschaft, eher weniger. Es ist der Versuch, nur die innigsten Freunde eines Produktes zahlen zu lassen – eine merkwürdige Interpretation einer Kundenbeziehung.

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Wieviele von diesen höchstens 10 Prozent (eher weniger) werden zahlen, wenn das Löschen von Cookies die Zählung auf Null setzt oder sogar Ad Blocker die Bezahlschranke durchbrechen? Tatsächlich berichten Nutzer, dass Adblock Plus schon reicht, um unbeschränkt freien Zugang zur “Braunschweiger Zeitung” zu haben (ich habe das bei mir nicht nachvollziehen können).

Und lassen wir auch mal die Frage außen vor, ob tatsächlich viele Menschen für kurze Artikel zahlen wollen, die weitestgehend von DPA stammen: Am Montag Nachmittag hat das längste der fünf Aufmacherstücke auf der Startseite der Niedersachsen rund 3.500 Zeichen, vier der fünf Artikel stammen von DPA.

Nein, tun wir einfach mal so, als ob es tatsächlich eine Bereitschaft unter den Menschen gäbe, für austauschbare Stückchen Alltagsjournalismus Geld zu entrichten.

Was wäre dann?

Wut. Enttäuschung. Eingeschaltete Verbraucherschutzanwälte. Vielleicht würde Ilse Aigner aktiv werden, wäre sie nicht Teil einer Bundesregierung, die dem Lobbyismus der Verlagsindustrie besonders hörig wäre.

Denn wer für Journalismus zahlen will, der überwindet vielleicht die Paywall, doch dahinter liegt ein Dschungel, bestehend aus Inkompetenz, Kundenunfreundlichkeit und zwielichtigen Tricksereien.

Am deutlichsten wird dies im Bereich der Mobile Apps – denn in den Appstores spricht ja der Kunde selbst. Hören wir ihm also mal zu:

Süddeutsche.de (1,79 Euro/Monat) für iPhone: 2 von 5 möglichen Sternen

  • “… beim letzten Vorgang wurde man bei dieser technisch minderwertig umgesetzten App mehrmals durch den Bezahlvorgang gelotst mit der Folge, dass zweimal abgebucht wurde…”
  • “Gewohnt gute Artikel leider technisch Katastrophe. Jeder 2. Artikel lädt nicht – wo bleibt das Update?”
  • “?st das echt so schwer eine stabile und aktuelle App zu programmieren?”
  • “… die App crasht häufig. Ständig Ladefehler in einzelnen Artikeln – heute habe ich Ladefehler ohne einen einzigen Artikel zu sehen. Teilweise bestehen Artikel lediglich aus der Überschrift.”

Nachtrag: Diese App wurde gestern abgestellt. Anscheinend entfernt sich damit die SZ aus dem Paid-Content-Bereich von iPhones.

Frankfurter Allgemeine Zeitung (3,59  Euro/ Monat) für iPhone: 3 von 5 Sternen

  • “Leider bleiben selbst auf der Hauptseite manche Artikel tagelang stehen. So scrollt man sich genervt durch News von gestern und vorgestern und fragt sich, ob man dafür Geld ausgeben soll.”
  • “Warum ist die mobile Webseite um ein Vielfaches besser?”
  • “Fotos/Grafiken werden nicht mehr angezeigt. Weitergehende Artikel können nicht aufgerufen werden.”

FAZ (1,79 Euro/Monat) für iPad: 2,5 von 5 Sternen

  • “Die FAZ ist technisch nicht zeitgemäß weil: Sie nicht auf 2 bzw. mehreren Geräten gelesen werden kann. Artikel nicht archiviert bzw. versendet werden können. Die Registrierung umständlich ist.”
  • “Keine Verbindung zum Internet??? Wirklich?? Als einzige App auf meinem iPad? Absturz beim Löschen, Absturz beim Suchen, Absturz…”
  • “Mit dem unterbrochenen Ladevorgang ist zwar das Geld bezahlt, das Recht auf eine Online-FAZ-Ausgabe aber verfallen!! Wiederholt man den Ladevorgang, wir auch neu (und somit zusätzlich) berechnet.”

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (3,59 Euro pro Ausgabe) für das iPad: 3,5 von 5 Sternen

  • “Ich zahl für eure verbuggte e-paper-Ausgabe doch nicht mehr als für die Papiervariante beim Bäcker um die Ecke!”
  • “Es ist eine Unverschämtheit, dass als Komplett-Abonnent der Rhein-Main-Teil nicht enthalten ist.”

Der Spiegel E-Reader (4,49 Euro/Ausgabe) für das iPhone: 2 von 5 Sternen

  • “Lädt nix mehr unter iOS6.”
  • “Trotz Registrierung beim Spiegel schlägt jede Anmeldung fehl. Einkäufe sind nach einem Hardwarewechsel verschwunden. Support oder die Funktion ,Einkäufe wiederherstellen’ gibt es nicht. Beim Einkauf werden Hefte zweimal berechnet.”
  • “… bei der Spiegel-Telefonhotline tut man so, als ob man dafür nicht verantwortlich sei.”
  • “Ich verstehe nicht, warum die App nach Jahren immer noch genauso oft abstürzt wie früher.”

Der Spiegel E-Reader (4,49 Euro/Ausgabe) für das iPad: 3 von 5 Sternen

  • “Für 3 Ausgaben lief alles so, wie es soll. Doch nun geht gar nichts mehr. Weder Login noch laden der bereits bezahlten (!) Ausgaben.”
  • “Beeilt euch nun mal endlich mit dem Update auf iOS6, das ist ja unglaublich, den Online-Spiegel nicht nutzen zu können.”
  • “Nun auch Neuinstallation nicht möglich. Habe mein Abo fristlos gekündigt.”
  • “Habe eine Ausgabe des Spiegel bestellt und zwei wurden abgerechnet ohne dass ich ein Abo abgeschlossen habe. Kein Support.”
  • “Leider ist die App aktuell nicht zu gebrauchen.”

Braunschweiger Zeitung e-paper (1,79 Euro/Ausgabe) für das iPad: 3,5 von 5 Sternen
(Die App ist noch so neu, dass es erst drei Kritiken und 13 Bewertungen gibt. Bei so wenigen Nutzern ist eine seriöse Einordnung eigentlich nicht möglich. Hier taucht sie nur auf, weil die “Braunschweiger” oben explizit erwähnt wird.)

  • “Jede zweite Seite muss nach dem Scrollen auf die richtige Größe eingestellt werden.”

WAZ-Zeitungskiosk (0,89 Euro/Ausgabe) für das iPad: 3 von 5 Sternen

“Samstag morgen und schon wieder warte ich seit fast einer Stunde, dass meine Zeitung geladen wird… Ein weiterer Kritikpunkt: Die Auflösung der Comics (und auch der Bilder) ist so schlecht, dass man die Inhalte der Sprechblasen teilweise raten muss.”

“Warum klappt die Lieferung Samstags nie????”

Die Zeit (3,59 Euro/Ausgabe) für das iPad: 2,5 von 5 Sternen

“Leider stürzt die App s t ä n d i g ab.”

“Beeindruckendes Unvermögen bei der Stabilität der App.”

“Nach längerer Zeit habe ich die Hoffnung auf Stabilität aufgegeben und die App deinstalliert!”

Handelsblatt Insider (4,49 Euro einmalig) für das iPhone: 3 von 5 Sternen

“In letzter Zeit viele Fehler.”

“Für jeden mit einem größeren Portfolio oder Watchlist ist das Programm an dieser Stelle schon nutzlos. Selbst große Firmen wie BMW fehlen, warum auch immer. Vom Support gab es vor 5 Tagen nur eine Eingangsbestätigung, das war es gewesen!”

“Zu teuer, zum größten Teil veraltete Infos und dazu funktioniert das App seit über 2 Monaten nicht richtig…”

Handelsblatt E-Paper (1,790m Euro/Ausgabe) für das iPad: 2 von 5 Sternen

  • “Bilder und Anzeigen sind teilweise unscharf und nicht lesbar.”
  • “Trotz Update stürzt die App ab.”
  • “Es gibt jetzt nur noch einen Bugg – gleich nach Programmstart. Jetzt funktioniert gar nichts mehr.”

Haz24 (1,79 Euro/Ausgabe) für das iPad: 3,5 von 5 Sternen

  • “Trotz angeblicher Buggfixes stürzt die App regelmäßig ab.”
  • “Beim Aufruf der Bibliothek stürzt die App nach ca. 5 Sekunden ab und ist dadurch gänzlich unbrauchbar.”
  • “Noch vor Ablauf des Abos gelöscht.”

Die Welt (14,49 Euro/Monat) für das iPad: 3,5 von 5 Sternen

  • “Aktuell funktioniert leider gar nichts.”
  • “Namentliche Zwangsregistrierung, da ist mir schon klar, was auf mich zukommt.”
  • “Bei mir (wie bei vielen anderen Lesern) funktioniert seit dem Umstieg weg von Apple hin zu der eigenen Bezahlmethode gar nichts mehr.”
  • “Nach Update auf Version 4 wurde mein Abo (noch gültig bis Mai 2014!) nicht mehr erkannt und übernommen. Nach diversen Anrufen und Supportanfragen bin ich immer mit Standardsätzen abgespeist worden, heute habe ich die App gelöscht und wollte sie neu installieren und jetzt geht gar nichts mehr.”

Die Welt Tablet App für Android: 2 von 5 Sternen

  • “Heute kann ich z.B. keine aktuelle Ausgabe mehr laden, da die Ladefortschrittsanzeige plötzlich negative Prozentwerte anzeigt und so wohl nie 100% erreicht werden! Häufig wird ab Seite 3 eines Artikels nur noch der halbe Text angezeigt. Dann fehlen Teile in den Überschriften.”
  • “Ab Seite 3 oder 4 sind die Einzelberichte unvollständig und auf Feedback gibt es keine Reaktion.”

Frankfurter Rundschau HD für Android: 2 von 5 Sternen

  • “Fehlerhafte Darstellung, unglaublich langsam und ruckelig.”
  • “Absturz nach Ladung der FR. Kann nicht nochmals aufgerufen werden. Neuinstallation mit dem gleichen Ergebnis. Fast genau so ist es übrigens mit dem neuen App des FOCUS.”
  • “Performance wird mit jedem Update schlechter, zur Zeit gar nicht nutzbar.”

Dies sind nur einige Ausschnitte. Natürlich gibt es auch besser bewertete Apps, doch  vier Sternen  sind selten. Sie erhalten zum Beispiel die iPad-Apps der “Frankfurter Rundschau” und des “Stern”, die Android-App der “Taz” oder die iPhone-App der “Bild.

In Sachen Android sind die Verlage höchst zurückhaltend. So entstehen kuriose Situationen wie eine privat geschriebene App, die Faz.net aufbereitet. Interessant ist auch die Android-App OnlineZeitung Deutschland – hier gibt es eine Reihe von Blättern auf das mobile Endgerät. Und: Der ansonsten (wie es scheint – ich bitte um Hinweise) nicht zu identifizierende Programmierer brainiapp erntet 4,5 von 5 Sternen – Kritiken sind selten zu finden.

Nun kann man es nicht jedem recht machen. Auffällig aber sind dann doch die massiven negativen Bewertungen. Regelmäßig ergibt sich eine 50/50-Teilung: Bei der Hälfte der Nutzer läuft eine App problemlos – bei der anderen Hälfte gar nicht.

Ebenfalls auffällig: Die vielen Beschwerden über mangelnden oder fehlenden Support. Dabei nutzt anscheinend kein Verlag die Möglichkeit über Probleme zu kommunizieren. Dies wäre ja möglich, beispielsweise über Push-Mitteilungen oder Fenster innerhalb der App. Zweckentfremdet genauso über die Beschreibung der Apps im Store oder durch eigene Kritiken (letzteres würde natürlich gegen die Store-Regeln verstoßen – eine Ahndung scheint aber unwahrscheinlich).

Dies setzt sich fort im Bereich der E-Paper-Abos. In Zeiten, da Lieferketten komplett digital begleitet werden, scheinen die allermeisten Verlage nicht in der Lage, einen digitalen Bestellvorgang für ein digitales Produkt anbieten zu können.

So berichtete ein Freund, im Ausland lebend und somit Idealkunde für eine E-Paper-Zeitung, es habe Tage gedauert, bis nach dem Bestellvorgang eine Reaktion erfolgte, weitere Tage vergingen bis das Abo freigeschaltet war.

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Kein Einzelfall. Hier die Erzählung eines Interessenten für eine digitales Abo der “Rheinischen Post”:

“Ich wollte am 23. November das ePaper der RP abonnieren. Es war ein Freitag. Ich hatte das ePaper bis dahin über die tolle “Press-Reader”-App gelesen, in der man für eine Art Flatrate-Betrag Hunderte Zeitungen aus aller Welt lesen kann. Ich merkte aber, dass ich aus Zeitgründen fast nur die RP las, also wollte ich zum günstigeren RP-ePaper greifen. Ich bestellte das ePaper – zunächst ein 7-Tage-kostenlos-Probe-Abo – also im Netz und erwartete – wie man es im Jahr 2012 ja gewohnt ist – sekündlich eine Bestätigungsmail, um mich anschließend einzuloggen. Doch weit gefehlt: Es kam keine Mail. Ich suchte den Fehler bei mir, sah im Spam-Ordner nach, fand aber nichts. Die Mail kam dann doch. Drei Tage später. Am Montag, den 26. November. Sie enthielt – Achtung kein Scherz! – ein PDF mit einer in Brief-Form verfassten Auftragsbestätigung, sowie ein weiteres PDF mit den AGBs. Mein Probeabo, so hieß es in dem Brief, würde am 29. November starten – also drei Tage nach der E-Mail und sechs Tage (!) nach der Bestellung. Offenbar muss die Rheinische Post also erst einen Boten per Pferd zum Rechenzentrum losschicken, um meine Login-Daten zu übermitteln. Oder so.”

Doch der unzeigemäßen Absurditäten war damit noch kein Ende bereitet:

“Schon kurz vor Ablauf der Probezeit bekam ich einen Anruf mit einem Angebot, das RP-ePaper drei Monate lang zu lesen, mit automatischer Kündigung danach – zum Preis von 14 Euro pro Monat. Und: Ich dürfte mir eine Prämie aussuchen. Ich wählte eine “Carrera-Bahn mit Looping”. Eine solche Bahn gibt es im Netz nirgends für weniger als 39 Euro. Das ePaper-Abo kostet mich nun also 1 Euro pro Monat.”

Irre, oder?

(Kleiner Einschub der Lustigkeit wegen: Versuchen Sie mal beim “Handelsblatt” ein Print-Jahresabo abzuschließen. Diese Option exisitiert im Netz nicht, stattdessen lassen sich nur 4-Wochen oder 3-Monats-Abos abschließen, ander Fristen sind nur mit einer “Leser werben Leser”-Aktion möglich. Was gar nicht gedacht ist: Ein Abo ganz ohne eine Prämie zu bestellen. Zurück zum Thema.)

 

Nicht zeigemäß ist auch die Bepreisung. 28,20 Euro kostet das gedruckte Blatt im Stadtgebiet Düsseldorf. Für 5 Euro mehr gibt es zusätzlich die Digital-Ausgabe – schon hier muss die Frage erlaubt sein, warum der treue Leser für ein Produkt extra zahlen soll, dessen Grenzkosten bei der Herstellung 0 Euro und bei der Auslieferung wenige Cent betragen dürfen. Bizarrer wird dies noch dadurch, dass es nur beim Print-Abo einen 60-Euro-Gutschein für diverse Händler als Rabatt gibt. Sämtliche Abos können übrigens nur über zwei Jahre abgeschlossen werden – was die Hemmschwelle, sich das Lokalblatt regelmäßig kommen zu lassen erheblich anheben dürfte, andererseits natürlich auf das Fehlen eine zeitgemäßen Ordersystems hindeutet.

Doch es geht noch einen Tick wahnsinniger, worauf mich Jens Matheuszik vom Pottblog hinwies. Denn die “Waz” offeriert ein iPad-Kombi-Abo. Sprich: Der Leser erhält für 762,40 Euro ein iPad2 (merkwürdige Wahl) sowie ein Jahr lang Zugang zur E-Paper-App des Hauses auf demselbigen.

Hegte man böse Absichten, könnte man diese Offerte fast schon als betrügerisch bezeichnen. “Bauernfängerei” hätte es vielleicht meine Oma genannt. Denn schauen wir doch mal, was so ein iPad2 mit 16GB Speicher kostet: 399,- Euro. Bei jener E-Paper-App dürfte es sich um den Waz-Zeitungskiosk handeln. Dort kostet ein Jahresabo 159,99 Euro. Macht zusammen: 558,99 Euro – rund 200 Euro weniger als das Angebot des Waz-Konzerns. Erwähnte ich schon, dass die Versandkosten natürlich nicht inbegriffen sind?

Kurz: Wer so doof ist, seiner Lokalzeitung zu vertrauen, der wird abgezockt.

Sie merken schon: Da läuft eine Flut von Problemen auf. Zeitungsverlage sind bestens gerüstet, Papier zu bedrucken und dies an die Haustür zu liefern. Doch schon die Bestellung des alten Kernproduktes auf digitalem Weg scheint eine unüberwindbare Hürde zu sein. Der Wandel des Geschäftsmodells in Richtung komplette Digitalität führt folgerichtig zum Totalschaden.

Es fehlt an Bestellsystemen, an Kundenservice, an technischer Kompetenz. Seit über 10 Jahren nun reden Verlage von Paid Content. Die lange Liste von nicht zufriedenstellenden Angeboten beweist, dass sie sich keinerlei Gedanken gemacht haben, wie die Strukturen für solch ein Bezahlgeschäft aussehen sollen. Von der durchgetakteten Online-Order bis zur funktionierenden App: Die Verlage bieten das Bild einer Baustelle, gegen die der Berliner Großflughafen hoch professionell gemanaged wirkt.

Nachtrag: Der geschätzte Ulf Froitzheim schildert in einem lesenswerten Blog-Artikel sein Leid mit dem Versuch, ein E-Paper-Angebot der “Süddeutschen Zeitung” anzunehmen: “Der Verlag bedruckt zwar viel Papier mit der Werbung. Aber er stellt sich dermaßen dusselig dabei an, die Hardware an die Leser zu bringen, dass man meinen könnte, der Werbeleiter heiße Potemkin.” Das Ergebnis: “Meine Frau, auf deren Namen das Printabo lief, hat längst gekündigt, Ende Januar kommt die Zeitung zum letzten Mal, und wehe mir, ich schlösse nun selbst ein Analogabo. Nach fast 35 Jahren endet die Leser-Blatt-Bindung, weil die Vertriebsabteilung den Anschluss an die Netzgegenwart verschnarcht.”

Nachtrag vom 12.2.13: Ein besonders absurdes Beispiel für misslungene Paid-Content-Bemühungen liefert die “Sächsische Zeitung”, wie Endreas Müller sehr böse aufgeschrieben hat.

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