Raubkopierer Hape Kerkeling

by Thomas Knüwer on 10. Dezember 2010

Gern wird ja behauptet, Raubkopien seien eine Sache kommunistisch veranlagter Teenager. Tatsächlich aber haben wir mehrfach schon erlebt, dass es eine Verlotterung der Sitten insgesamt in der Frage gibt, wieviel Respekt wir Menschen zollen, die Inhalte erschaffen haben. Mal war es der “Spiegel”, der einfach eine Idee stahl. Dann hat die “Bild”-Zeitung ein Interview aus “Lettre International” einfach mal so übernommen.

Und nun – besonders dreist – Hape Kerkeling.

Auf seinem neuen Album “Zauberhafte Weihnachten” taucht ein Song auf mit dem Namen “Weihnachten (ist mir doch egal)”. Es handelt sich um eine grauenvolle Disco-Foxtrott-Version von “Last Christmas” (Das Album insgesamt verdient beim schnellen Durchhören übrigens auch das Prädikat ,Unterirdisch’).

Nur: Der Song, also in dem Fall der Text, stammt nicht von Kerkeling. Auch nicht von einem seiner Autoren. Im Booklet: kein Übersetzer vermerkt. Denn: Er ist eine Raubkopie der großartigen Kölner Band Erdmöbel. Und die sind offensichtlich und sehr verständlich sauer. Ich persönlich bin ziemlich baff: Jener Autor – ich gehe schwer davon aus, dass Kerkeling selbst den Text nicht übernommen hat – klaut mit einer Dreistigkeit, die der Anwalt der Erdmöbel ihm austreiben möge. Und zwar mit einer saftigen Schadenersatzklage.

Bis dahin sei zum einen das Erdmöbel-Lied empfohlen und zum anderen der Kauf jedes der Alben der Band. Auf Tour sind sie derzeit auch noch ein wenig – vielleicht sehen wir uns am Sonntag beim Konzert in Münster?


Erdmöbel – Weihnachten Ist mir doch egal – MyVideo


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