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BDZV-Chef Dietmar Wolff – Feind der Pressefreiheit

shutterstock prawda briefmarke kleinMan ist viel gewohnt von den Lobbyisten der deutschen Zeitungsverleger, dem Verband BDZV. Lügen gehören dort zum Handwerk, Hauptsache die Rendite kann erhalten werden. Das gilt vor allem für die Diskussion um das Leistungsschutzrecht: Munter wird diese Zwangsabgabe damit begründet, es gebe massenhafte Raubkopien journalistischer Inhalte – bisher ist die Lobby aber auch nur die Vorlage auch nur eines solchen Beispiels schuldig geblieben.

Das allein ist schon traurig genug für eine Branche, bei der man aufgrund der Verankerung gewisser Sonderrechte im Grundgesetz doch ein gehobenes Maß an Ehrgefühl erwarten könnte.

Doch der Niveau-Limbo der Verleger ist noch immer nicht zu Ende. Das demonstriert Dietmar Wolff, der Hauptgeschäftsführer diese Altmänner-Clubs (gibt es Verlegerinnen?).
(Foto: Shutterstock)

Jüngst veröffentlichte Irights.info einen Entwurf für solch ein Leistungsschutzrecht, es war der Redaktion zugespielt worden. Das hat Herrn Wolff wohl sehr geärgert. Nun gibt es jene Menschen, die solch einen Ärger mit Ehrgefühl hinunterschlucken, den Mund abputzen und weitermachen – und es gibt Persönlichkeiten wie Dietmar Wolff.

Er sagte nun in einem Interview mit dem Deutschlandradio:

„Wir gehen davon aus, dass das Arbeitspapier auch urheberrechtlich geschützt ist. Wenn man so etwas gegen den Willen der Urheber ins Netz stellt, widerspricht sich hier eine Organisation, die einerseits für Urheberrecht eintritt und andererseits Urheberrecht verletzt.“

Die Gefühlsregungen, die  einen ergreifen sind kaum zu beschreiben. Entsetzen? Ekel? Wut? Irights bleibt da schon bemerkenswert nüchtern.

Da erklärt der Hauptgeschäftsführer der Zeitungsverleger eine journalistische Leistung als rechtlich fragwürdig. Es demonstriert mit aller Deutlichkeit, warum das Leistungsschutzrecht nicht kommen darf: Es erhält eine Industrie am Leben, die jene ihr anvertrauten Sonderrechte längst nicht mehr als solche begreift. Wer so redet, der tut keinen Dienst mehr an der Gesellschaft.

Man kann nur hoffen, dass der BDZV sich schnellstmöglich von Dietmar Wolff trennt.


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