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In diesem Minuten läuft durch die Nachrichtenwelt die Meldung, dass Bischof Rainer Marx dem Papst seinen Rücktritt angeboten hat. Die Kirche sei an einem „toten Punkt“, heißt es in dem Text auf der Homepage des Bistums München.

Auszug:

„„Im Kern geht es für mich darum, Mitverantwortung zu tragen für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten“, schrieb Marx dem Papst. Die Untersuchungen und Gutachten der zurückliegenden zehn Jahre zeigten für ihn durchgängig, dass es „viel persönliches Versagen und administrative Fehler“ gegeben habe, aber „eben auch institutionelles oder systemisches Versagen“.  Die Diskussionen der letzten Zeit hätten gezeigt, „dass manche in der Kirche gerade dieses Element der Mitverantwortung und damit auch Mitschuld der Institution nicht wahrhaben wollen und deshalb jedem Reform- und Erneuerungsdialog im Zusammenhang mit der Missbrauchskrise  ablehnend gegenüberstehen“. Dieser Haltung erteilte Marx eine klare Absage. Statt dessen müsse etwa der in Deutschland begonnene „Synodale Weg“ weitergehen, für den Marx sich stark eingesetzt hat.“

Vielleicht hat aber auch noch etwas ganz anderes die Entscheidung beeinflusst: der schnöde Mammon.

Denn derzeit kann man auf Google Trends beobachten, dass die Suche nach dem Thema Kirchenaustritt massiv nach oben geschossen ist:

„Na gut“, kann man sagen, „aber Google Trends muss ja nicht die Realität sein.“

Tja, aber: Diese Situation gab es schon einmal. 2013 gab es die Affäre um den in Sachen Geld mit einer entspannten Haltung beleumundeten Bischoff Franz-Peter Tebartz von Elst. Damals verfünffachte sich das Suchvolumen rund um die Frage, wie Menschen aus der Kirche austreten können. Und wenig später meldete sich zum Beispiel das Bistum die Diözese Düsseldorf mit genau dieser Zahl – die Austritte hatten sich im ungefähr gleichen Zeitraum verfünffacht.

Und nun schauen wir uns mal an, wie sich das Verhältnis der Suchanfragen 2013 zu denen in diesen Tagen verhält.

Wir sehen: Die Suchanfragen bewegen sich im gleichen Rahmen (verkürzt, ich weiß, die Sache mit den Indexwerten ist ein wenig komplexer). Mehr noch: Basierend auf den wenigen Juni-Tagen prognostiziert Google sogar einen neuen Rekordwert.

Die katholische Kirche dürfte sich also auch fürchten um erhebliche Einnahmeneinbußen durch abgängige Mitglieder.


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