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Die Goldenen Blogger 2016: Oh, what a night!

Am Ende schaute auch noch Dunja Hayali spontan mit ihrer Hündin Emma vorbei. Eigentlich hatte sie für die Goldenen Blogger abgesagt – eine andere Veranstaltung war schneller gewesen. Doch dann erhielt sie auf Twitter all die Glückwünsche für ihren Sieg in der Kategorie „Bester Blogger ohne Blog“ und fragte, ob sie noch spontan vorbeikommen könnte:

Offensichtlich war Hayali überrascht ob des Flausches, des Lobes und der Selfiewünsche: „Ich mach doch nur, was ich für richtig halte“, sagte sie.

10. Goldenen Blogger

Zum 10. Mal verliehen Franziska Bluhm, Daniel Fiene, Christiane Link (OK, sie zum zweiten Mal) und ich nun die Goldenen Blogger. Begonnen haben wir als Satire auf Preisverleihungen, dann waren aufgrund jenes Preises (der zu dieser Zeit nur aus einer Jpg-Datei bestand) mit einem Mal Blogger bekannter geworden. Zum Beispiel wurden mindestens zwei unserer Preisträger im Laufe der Jahre von Buchverlagen angesprochen mit der Frage, ob sie nicht mal ein längeres Werk schreiben wollten – mit der expliziten Begründung, dass sie ja den Goldenen Blogger bekommen hätten.

Ich tippe mal, bald gibt es einen weiteren, solchen Fall: Fabienne Engels entwickelt auf Freiknuspern selbst Rezepte für Allergiker – weil es die eben sonst nicht gibt. Mich würde es wundern, wenn da nicht bald ein Verlag vorbeischaut, nachdem sie den Goldenen Blogger in der Rubrik „Bestes Food- und Weinblog“ erhielt.

Fabienne Engels Goldene Blogger 2016 Freiknuspern

Fabienne Engels von Freiknuspern

Deshalb auch sind uns Preisträger wie Dunja Hayali wichtig, denn sie schlagen die Brücke zwischen Filterblasen. Auch wenn Hayali für die Verleihung zu spät kam, dürfte ihr nicht entgangen sein, dass da ein buntes Völkchen das Basecamp bis auf den allerletzten Platz füllte (zu Beginn hatten wir sogar Sorgen, einige Menschen aus feuerschutztechnischen Gründen nicht mehr reinlassen zu dürfen).

Vielleicht hat sie auch ein paar der tollen Geschichten mitbekommen, die auf der Bühne erzählt wurden. Zum Beispiel die von einem Vater und seinem Sohn, einem Asperger-Autisten: gemeinsam reisen sei von Fußballstadion zu Fußballstadion. Ihre Erlebnisse bloggen und podcasten sie dann als Wochenenrebellen. Den Goldenen Blogger holten sie damit in der Rubrik „Bestes Mama-/Papa-Blog“.

Wochenendrebellen Goldenen Blogger 2016

Preisübergabe an die Wochenendrebellen

Oder die Geschichte der 1000 Gummibären von „Pixelaffe“ Torsten Schmitt: Er wurde Vater eines sterbenden Kindes und deshalb initiierte eine besondere Spendenaktion für ein Kinderhospiz. Alles weitere in seinem Artikel, der „Blog-Artikel des Jahres“ wurde. 

In den vergangenen Jahren erzählten häufig wir, die Moderatoren, die Geschichten. Doch sie wirken eben ganz anders, wenn es die tun, die all das erlebten. Und erzählen, das können sie. Wer die Goldenen Blogger 2016 gesehen hat und noch immer glaubt, Menschen, die Texte ins Internet schreiben, seien introvertierte Nerds, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Im Gegenteil: Wer im Netz interessant ist, ist es auch auf der Bühne: Egal ob Snapchatter Tino Bomelino als Showact oder Christopher Bergmann vom Techniktagebuch beim Erzählen seiner absurden Versuche, bei Edeka bargeldlos zu bezahlen.

Tino Bomelino Goldenen Blogger 2016

Tino Bomelino singt über „Realistische Love“

Einen Höhepunkt bildeten dabei die Snapchatter: Wir hatten sie gebeten, ihren Lieblingssnap nachzuspielen.

img_5238Und so schilderte Vassili Golod, wie er am Tag des Brexit einem Brautpaar begegnete, und Eva Schulz ihre Erlebnisse bei der letzten Wahlkampfveranstaltung von Hillary Clinton. Den Preis holte sich jedoch Juliane Helmke, besser bekannt als Heimatpott. Sie stellt regelmäßig ihre Laune mit Gegenständen nach, zum Beispiel Butterbroten. Und gestern Abend war es denn „Meine Laune in Moderatoren“ mit Franzi als lächelndem Mund unter voller Auslastung der Bauchmuskulatur.

Besonders gefreut hat uns die Anwesenheit der Twitterer des Jahres: Die Polizei München und Berlin waren anwesend und offensichtlich geplättet von der Begeisterung rund um ihre Arbeit während der Terroranschläge. Sie wurden – dank Uniform – zum Selfie-Objekt Nummer eins.

2 Stunden 14 haben wir diesmal gebraucht, um 17 Goldenen Blogger zu vergeben. Ob es langweilig war, darf jeder selbst entscheiden. Stand jetzt hat aber niemand eine solche Äußerung uns gegenüber getätig. Vielmehr blieben viel der Zuschauer noch länger, als im Basecamp üblich – erst um Mitternacht war der Saal leer.

Was uns dabei stolz macht: Die Goldenen Blogger werden seit dem vergangenen Jahr auch ein Ort des Kennenlernens und Vernetzens. „Das ist schon fast eine kleine re:publica“, meinte ein altgedienter Blogger – und sehr viel größer kann ein Lob nicht mehr werden.

Kritik gab es allerdings am Onlinevoting. Wir verkünden ja erst in der Show, welche Kategorien darüber vergeben werden, welche über die Lautstärke des Applauses im Saal und welche eine Jury-Vergabe sind. Bei Online-Kategorien kann 3 Minuten lang abgestimmt werden, den Link verkünden wir über unser Twitter-Profil.

Das erzürnte vor allem Menschen aus dem Snapchat-Umfeld, besser: Fans von Snapchattern. Sie empfanden es als „skandalös“, dass man nur 3 Minuten habe um abzustimmen. Und dass sie nicht wussten, wann für ihren Liebling gestimmt würde – dann müsse man ja die gesamte Verleihung gucken. Und sich auf Twitter anmelden!

Letzteres ist natürlich falsch. Denn es reicht einfach, im richtigen Moment die Seite twitter.com/goldeneblogger im Browser zu reloaden – schließlich ist unser Account nicht privat.

Und ersteres wird sich nicht ändern. Zum einen verhindert der kurze Abstimmungszeitraum Manipulation (die wir durchaus mal hatten). Andererseits möchten wir ja, dass die Menschen von jenen wunderschönen Geschichten erfahren, die auf der Bühne erzählt werden. Vielleicht sogar einige der Nominierten als Lektüre für sich gewinnen. Wer nur mal kurz vorbeimarodieren möchte, um seinen Star zu hypen, wird es weiterhin bei uns schwer haben.

Trotzdem werden wir uns das Thema natürlich anschauen. In jedem Jahr überlegen wir, wie mit unseren beschränkten Bordmitteln an einzelnen Dingen schrauben können. Unsere Sponsoren haben uns dies zum ersten Mal erleichtert. Und vielleicht gibt es dann bei den Goldenen Bloggern 2017 weitere Fortschritte im technischen Bereich – dank weiterer Sponsoren (kleiner Hinweis…).

Weitere Infos wird es dazu auch immer wieder auf unserer Homepage, der Facebook-Page und dem Twitter-Account geben.

Herr Fiene räumt die Sponsorenwand ab

Herr Fiene räumt die Sponsorenwand ab

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