Rivva ist zurück

by Thomas Knüwer on 7. Juni 2011

Der heutige Tag ist ein schöner für Mediendeutschland – und ein trauriger.

Kommen wir zunächst zum erfreulichen: Rivva ist zurück (und Gott, hab ich den Dienst vermisst).

Rivva ist jenes Projekt des Programmierers Frank Westphal, das einen sehr ordentlichen Überblick darüber liefert, was unter Deutschlands Digital-Vielnutzern gerade besonders eifrig diskutiert wird. Sicher, Rivva hat auch Schwächen. Doch insgesamt lieferte der Dienst mir täglich eine alternative Nachrichtenauswahl, die meinen persönlichen Geschmack weitaus besser traf als jede Startseite eines handelsüblichen Nachrichtenangebots.

Für einige Zeit (mir kommt es vor, als seien es Jahre) war Rivva jedoch abgelebt. Aus finanziellen Gründen. Seit heute ist der Dienst wieder da. Großartig.

Doch gleichzeitig ist dies traurig – für Deutschlands Medienhäuser. Ich bin nicht der einzige, der erwartet hätte, dass Burda, Springer, Gruner oder wer anders Rivva übernimmt und Westphal den lange verdienten, gut bezahlten Posten verschafft. Denkste. Es ist BMW mit seiner Alternativ-Mobilität-Marke BMWi, das die Seite zum Leben erweckt hat.

Damit schaltet sich der Autokonzern in den Trend der Kuratierung und des Corporate Journalism ein. Es wird nicht das letzte Unternehmen bleiben, das eine Informations-Marktlücke füllt und sich damit in eine neue Nähe zum Kunden bringt. Doch dass dies Marktlücken überhaupt existieren – das ist ein trauriges Symbol für den Rückstand klassischer Medienhäuser im digitalen Zeitalter.

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