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Vor 10 Monaten schrieb ich einen Artikel, der so schnell so oft gelesen wurde, wie kein anderer in der 16-jährigen Geschichte von Indiskretion Ehrensache. „Größter Management-Fehler 2020: der irrige Glaube an das Home Office“ erreichte wortwörtlich über Nacht mehr als 200.000 Leser und sorgte für über 400 Kommentare. Anschließend kamen noch mal ein paar Zehntausend User bei Xing dazu.

Meine These war: Es ist ein großer Fehler, wenn die Pandemie dazu genutzt wird, Home Office zur Grundeinstellung des Arbeitens zu machen, indem physische Arbeitsplätze in Unternehmen reduziert werden, teilweise sogar durch den Stopp von Immobilienprojekten.

Die Folgen würden medizinische Probleme sein, eine Erosion der Unternehmenskultur, ein Mangel an Kreativität sowie ein Schaden für die Karriere der Heimarbeiter.

Zu diesen Thesen gab es viel Zustimmung – und ebenso viel Gegenwind.

Letzterer kam verstärkt aus zwei Gruppen. Einerseits von Menschen, aus dem Umfeld von Programmiertätigkeiten, anderseits von Personen mit einer einigermaßen gefüllten, beruflichen Historie, die explizit froh sind, nichts mehr mit Kollegen zu tun haben zu müssen.

Doch was ist aus dem Thema geworden?

10 Monate nach Erscheinen des Blogpostings haben wir reichlich mehr Informationen, Studien und Beobachtungen. Und als Spoiler: Vielleicht waren meine Prognosen zu optimistisch.

Studien zeigen extrem negative Folgen von Home Office-Arbeit

Der Orthopäde meines Vertrauens freut sich zum Beispiel über das Mehr an Arbeiten daheim – es verschafft ihm einen Zuwachs an Kundschaft. Aber dies ist selbstverständlich anekdotisch.

Genauso wie die Anfrage an Business Coach Ines Thomas in „Meedia“ vom November 20:

„Ich bin Führungskraft im Sales-Bereich und mein Team arbeitet Corona-bedingt immer noch komplett im Homeoffice. Im Frühjahr waren wir durch die neue Situation zwar sehr gefordert und zugleich alle miteinander motiviert, sie zu meistern. Seit einigen Wochen ist die Stimmung gekippt. Ich habe den Draht zu meinem Team verloren. Unsere Meetings laufen oft zäh und schleppend ab, die Leute wirken unmotiviert und abgelenkt, jeder leiert in Updates nur den Status Quo runter.“

Oder aber die Person, die mir auf meinen Artikel schrieb, sie arbeite in einem Großkonzern, bei dem es bereits keine festen Schreibtische mehr gebe. Man könne sich aber jeweils ab Mitternacht für den folgenden Tag einen bestimmten Arbeitsplatz per App sichern und auch andere einchecken. Folge: Wie bei Pauschaltouristen in Benidorm hat einer aus dem Team immer Dienst und sichert für das Team die gewünschten Plätze indem er oder sie das virtuelle Handtuch auswirft.

Doch es gibt auch reichlich Studien, die der Home Office-Welle ein schlimmes Zeugnis ausstellen.

Die Dekra gab beispielsweise bei Forsa eine mit 1.500 Befragten in Auftrag. Die Ergebnisse:

Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung empfindet die Hälfte der Erwerbstätigen ihre Situation im Homeoffice als stark oder äußerst belastend, bei Alleinerziehenden oder Geringverdienern sind es sogar 62 Prozent.

Die „Harvard Business Review“ befragte 1.500 Personen aus 46 Nationen im Herbst 2020 über ihre Arbeitszufriedenheit in den Zeiten von Corona. 89% von ihnen gaben an, diese Zufriedenheit sei gesunken und gaben als Gründe an:

  • Zusätzliche Arbeitsbelastung (56%)
  • Verlust von Kontaktpersonen (24%)
  • Verlust des Zusammengehörigkeitsgefühls (14%).

Der „Economist“ erwähnt (leider ohne detaillierte Angabe) eine italienische Studie, nach der die Hälfte der Heimarbeiter Nackenschmerzen und 38% Schmerzen im unteren Rückenbereich haben.

Kein Wunder, wenn man sich diese Umfrage meines Ex-Arbeitgebers „Handelsblatt“ anschaut:

Für 300 Euro gibt es einfach keine ergonomische Ausstattung plus Webcam plus Mikro.

Im vergangenen Sommer gab es noch etliche Studien, die von einem Gewinn an Produktivität sprachen (zum Beispiel diese hier im Auftrag der DAK). Doch beruhten sie meist auf Selbstauskunft der Arbeitnehmer. Und viele von ihnen erfreuten sich an der neu gewonnen Scheinfreiheit – vor allem Pendler.

Home Office: länger arbeiten, weniger schaffen

Doch während Pendler eben als nicht erreichbar auf dem Weg zur Arbeit gelten, sind sie es im Home Office schon. Die Folge: Der Arbeitstag beginnt früher und endet später. Eine Studie des VPN-Anbieter NordVPN ergab, dass die Arbeitstage in den USA durchschnittlich drei Stunden mehr dauern, in Großbritannien, Frankreich und Spanien zwei Stunden, wie die britische „Wired“ schrieb.

Prof. Raffaela Sadun von der Harvard Business School untersuchte das Mail- und Meetingverhalten von 3 Millionen Personen und kam zu ähnlichen Erkenntnisen: mehr Mails, längere Arbeitszeiten, mehr Meetings, die aber dauern nicht mehr so lang.

Dies bestätigt auch die Studie bei einem asiatischen Tech-Konzern, bei dem eine Keyboard-Tracking-Software im Einsatz ist. Die Mitarbeiter arbeiteten 30% mehr als vor der Pandemie, 18% davon außerhalb der normalen Arbeitsuhrzeiten. Gleichzeitig aber sank auch der Output. Sprich: Die Mitarbeiter*innen arbeiteten mehr, brachten aber weniger zustande. Auch hier zeigte sich: Es gab weniger ungestörte Arbeitszeit und erheblich mehr Meetings.

Allerdings gab es Unterschiede: Personen, die länger im Unternehmen waren, arbeiteten effizienter. Eltern mit kleinen Kindern dagegen arbeiteten durchschnittlich 20 Minuten mehr am Tag.

Ein Hauptgrund für längere Arbeitszeiten ist die hochschießende Zahl von Videomeetings. Wenn ich nicht mehr bei jemand im Büro vorbeigehen kann, muss ich halt ein Meeting terminieren. Das tue ich für mindestens 15 Minuten – und mit einem Mal ist der digitale Terminkalender für den Tag voll. Darüber beschwerten sich auch die Befragten bei einer Studie der To-Do-Software Asana, die der „Economist“ zitiert. 

Ein weiterer Grund für die steigende Arbeitszeit sind Reportings. Sowohl bei Vorgesetzten wie Untergebenen registrierte eine Studie des Softwareherstellers Atlassian unter 5.000 Personen in 5 Ländern, das Gefühl, man müsse sich mit Zwischenständen und Reports bemerkbar machen um zu signalisieren, dass gearbeitet wird.

Hinzu kommt, dass Zoom & Co einen gewaltigen Nachteil haben: Man hat das Gefühl, ständig beobachtet zu werden, weshalb man intellektuelle Teilnahme am Meeting durch das Starren auf den grünen Punkt der Computerkamera simuliert, sagte Soziologin und MIT-Professorin Sherry Turkle der „Wired“. Dann aber fokussiere man sich auf ein Licht und fühle sich allein.

Außerdem fällt es uns schwerer, andere Menschen richtig kennenzulernen, sagt Karin Moser, Professorin für Organisation an der South Bank University in London. Eine Person, die wir nur in einem Video-Meeting treffen, wird als 2D-Repräsentanz ihrer Rolle, ihres Geschlechts, ihres Alters und ihres ethnischen Hintergrunds reduziert. „Man bekommt immer noch einen anderen Eindruck von einem Menschen, wenn man mit ihr einen physischen Raum teilt, sagt Moser.

Auch in den über 50 Studien, die Microsoft intern durchführte, fiel das Gefühl auf, die Bindung zu Kollegen und Arbeitgeber zu verlieren. Der Kontakt zum engeren Zirkel des jeweiligen Mitarbeiters habe sich zwar gestärkt, gleichzeitig habe sich der zu weniger intensiven Bekanntschaften verringert. Dies habe auch die Analyse von Chats gezeigt: Nachrichten für gesamte Teams seien um 5% gesunken, die in kleineren, privateren Gruppen hätten um 87% zugenommen. „Unternehmen versiloten“, schrieben die Konzernforscher in der „Harvard Business Review“. Das Gefühl der Isolierung betreffe vor allem jüngere und neue Kolleg*innen. Letzteren falle es schwerer, im Unternehmen Fuß zu fassen.

Diese Isolierung führt zu einem Absinken von Kreativität, sagt die Studie von Atlassian. Denn Home Office-Arbeiter bevorzugten repetitive Tätigkeiten und seien selbst bei kollaborativer Arbeit eher fokussiert und weniger inklusiv. Diskussionen seien weniger divers als im Büro.

Das kann man verstehen. Denn wenn der Arbeitgeber keine vernünftigen Mikros zur Verfügung stellt, bekommt – im Gegensatz zum Konfi, wo das Erheben der Stimme als unhöflich gilt – der Lauteste den größten Wortanteil. Oder natürlich der, der in ein besseres Mikro investiert hat.

Home Office fördert Ungleichheit

Auch verstärke Home Office Ungleichheiten. Wer in einem Haus lebe könne entspannter arbeiten als jemand, der in einer kleinen Wohnung lebt. Alleinerziehende haben es schwerer als Paare. Dies bestätigt auch Harvard-Professor Sadun, der schon im September 20 sagte:

„Wenn man ein großes Haus hat, ist das Leben gut. Wenn man sein Schlafzimmer mit dem Büro kombinieren muss, ist es nicht gut.“

Dies erklärt wohl auch die sinkende Begeisterung über Home Office-Arbeit im Panel des Global Web Index. Dieses konstatierte auch eine steigende Vorfreude auf die Rückkehr ins Büro im zweiten Halbjahr 2020. Denn was am Anfang noch cool und flexibel klingt, ist nach einigen Monaten nicht mehr so schön, wenn der Tag nur noch aus Arbeiten im kleinen Single-Apartment ohne Kontakt zu anderen Menschen besteht.

Dazu eine weitere anekdotische Erzählung. Mir mailte jemand aus der Mitarbeiterschaft eines global tätigen Konzerns. Dieser hatte seinen Leuten im Ausland Hardcore-Homeoffice verordnet. Ohne Wissen des Arbeitgebers taten sich daraufhin einige Personen in der gleichen deutschen Stadt zusammen und mieteten sich bei einem Coworking-Space unter, weil sie es in der Wohnung nicht mehr aushielten.

Die Wissenschaft registriert auch indirekte Effekte des Pandemie-bedingten Home Office Booms. Balasz Kovacs, Professor in Yale, registriert in einer Studie, die im Januar veröffentlicht wurde, dass wir durchschnittlich 16% unseres privaten wie beruflichen Netzwerks eingebüßt haben. Dies sorge dafür, dass es schwerer werde, einen neuen Job zu finden oder befördert zu werden. Außerdem seinen Menschen mit weniger Kontakten weniger kreativ und identifizierten sich weniger mit dem Arbeitgeber. Dabei sei es durchaus normal, dass wir Kontakte verlieren. Allerdings ersetzten wir diese durch neue – und das fehle nun.

Für Unternehmen gibt es aber noch andere Folgen. Ohnehin sind ja gerade deutsche Firmen IT-mäßig ausbaufähig ausgestattet. Manche Mittelständler waren deshalb zu Beginn der Pandemie einfach nicht in der Lage, Home Office anzubieten. Gern waren solche Technologien auch mal von der IT-Abteilung geblockt worden – und nun musste schnell was auf die Beine gestellt werden.

Die Folge: Das jahrelange Abblocken zeitgemäßer IT-Ausstattung gefährdet nun die Cyber-Sicherheit. So berichtete die „FAZ“ am 19.11.20, dass dem Industrieversicherungsarm der Allianz in den ersten drei Quartalen 2020 fast so viele Cyberangriffsschäden gemeldet wurden wie im Gesamtjahr 2019.

Eine Studie des amerikanischen Fernwartungsspezialisten LogMeIn und des Marktforschers IDG, zusammengefasst von „Wirtschaftswoche“-Redakteur Michael Kroker, ergab Ergebnisse, die nur mit Facepalming quittiert werden können:

  • 31 Prozent gehen davon aus, dass die Mitarbeiter ungeschützte Geräte verwenden, wenn sie remote arbeiten
  • 45 Prozent behaupten, die Belegschaft müsse sich 2021 ausschließlich auf ungesicherte WLAN-Netze zu Hause verlassen.

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

Unternehmen laufen auf eine schwere Entscheidung heraus. Viele Mitarbeiter wollen zumindest einen spürbaren Teil ihrer Arbeitszeit von daheim tätig sein, das ergab auch eine Studie der Initiative D21. Die Vorgesetzten dagegen sehen das skeptisch.

Wer nun die Wirtschaft als Hort der Ausbeutung sieht, wird sofort Home Office einfordern. Doch die langfristigen Folgen sind eben nicht so simpel hinnehmbar. Nehmen wir an, in einem Unternehmen gibt es eine Präsenzpflicht von 3 Tagen in der Woche und ich möchte als Chef*in versuchen, drei Personen an einen Tisch zu bekommen. Dann besteht nur eine Wahrscheinlichkeit von 21,6%, dass sie an einem zufälligen Tag alle vor Ort sind.

1. Homeoffice sollte und wird eine Option bleiben.

Am besten wäre es aber, wenn Mitarbeiter*innen diese gar nicht nutzen wollen. Dafür muss in vielen Unternehmen eine andere Arbeitskultur einziehen.

2. Das Büro feiern und neue Netzwerke bauen

Schon im August war meine These: Unternehmen sollten ihre Angestellten mit offenen Armen zurück im Büro begrüßen. Mit Partys, Stammtischen, gemeinsamen Mittagessen.

Auch sollten Chancen zur extrovertierten Identifikation mit dem Arbeitgeber möglich werden – denn sehr viele Mitarbeiter*innen wünschen sich dies ja, egal ob es T-Shirts, gebrandete Laptops oder andere Devotionalien sind.

Es gibt kaum Arbeitgeber, die systematisch das Kennenlernen über Abteilungsgrenzen hinweg fördern und systematisieren. Dies geht zum Beispiel über interne Barcamps oder +1-Mittagessen, bei denen eine Führungskraft mit Team gemeinsam in die Kantine geht unter der Bedingung, dass jeder aus dem Team jemand aus einem anderen Bereich mitbringt.

Denn auch das zeigen ja die Studien: Je mehr Menschen ich im Büro kenne, desto mehr steigt die Zufriedenheit mit der Arbeit.

3. Arbeitsstrukturen überdenken und renovieren

Leider haben viele Unternehmen eine Chance verpasst, die viele Gastronomen genutzt haben. Nämlich die Zeit der räumlichen Leere für Renovierungen und Umgestaltungen zu nutzen. Gerade im Mittelstand haben sich die Räumlichkeiten in zu vielen Firmen konzeptionell seit Jahrzehnten nicht verändert.

Auch habe ich kaum gehört, dass es grundsätzliche Überlegungen zum Arbeitsumfeld gegeben hat. Noch immer sind in vielen Firmen keine Bürohunde erlaubt. Natürlich gibt es Allergiker, doch vielleicht ja auch Möglichkeiten, Arbeitsplatzanordnung so zu arrangieren, dass Hunde möglich sind, ohne dass Massenniesanfälle Alltag sind.

4. Homeoffice ausstatten und prüfen

Zu diesen grundsätzlichen Überlegungen gehört auch die interne Diskussion darüber, wie mit dem bleibenden Homeoffice-Anteil umgegangen werden soll. Wenn sich ein Arbeitgeber nicht um die Daheim-Arbeitssituation seiner Angestellten kümmert, muss er damit rechnen, dass die Krankenstände steigen. Die Folgen dieser Krankenstände lassen sich oft nur schwer messen. Sicher aber ist: Die Zufriedenheit mit der Arbeit werden sie nicht steigern. These: Es ist kostengünstiger, in das Homeoffice zu investieren, als diese Krankenstände auf sich zurollen zu lassen.

5. Gegen innere Kündigungen anarbeiten

Die größte Herausforderung für Führungskräfte aber sind jene, die nicht aus dem Homeoffice raus wollen. Sie erfordern einen genauen Blick.

Natürlich gibt es (fast schon klischeehaft) jene, die in ihren Funktionen Einzelgänger sind – allen voran Programmierer. Doch ist es wirklich gut, wenn diese völlig losgelöst arbeiten? Und vor allem: Sie sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Wenn sie nicht mit dem Unternehmen auch räumlich verbunden sind, welche andere Option als „Mehr Geld“ kann ein Arbeitgeber ihnen bieten?

Und dann sind da jene, die ein gewisses Alter erreicht haben, aber keine Chance mehr auf große Veränderungen. Sie sind die klassischen Kandidaten für die innere Kündigung, die irgendwann in der Frührente oder der Abfindung mündet.

Es gehört zu den großen Defiziten des Managements in diesem Jahrzehnt, dass solchen, erfahrenen Arbeitskräften zu oft kein Gehör geschenkt wird. Natürlich gibt es jene, die absolut unwillig sind, Veränderungen anzunehmen und sich deshalb beleidigt zurückziehen. Sie haben das Potential, ein ganzes Team zu sprengen. Meine Erfahrung aber ist, dass noch viel öfter Mitarbeiter*innen einer gewissen Seniorität kalt gestellt werden, obwohl ihre Erfahrung gut zu gebrauchen wäre.

Fazit: Anlauf zum Sprung

Das Homeoffice stirbt nicht und natürlich ist das auch gut so. Wenn Mitarbeiter*innen von daheim arbeiten, weil eine Kinderbetreuung ausfällt, ein Handwerker kommt oder es daheim im heißen Sommer kühler ist, als im Büro – dann ist das echter Fortschritt.

Arbeitgeber, die diesen Fortschritt nicht bieten können, werden auf Dauer Probleme haben, gute Leute zu halten. Die grundsätzliche Möglichkeit, von daheim zu arbeiten, muss in Unternehmen also Alltag werden.

Doch je stärker ein Unternehmen darauf angewiesen ist, dass Menschen miteinander arbeiten und nicht einfach nur so vor sich hinwerkeln, desto stärker muss das Management Motivationssysteme schaffen, um die Angestellten ins Büro zu bekommen.

Je mehr Millennials unter jenen Angestellten sind, desto weniger wird dies über Zwang funktionieren. Millennials reagieren auf Zwang mit Arbeitgeber-Escape und in unserer alternden Gesellschaft werden sie wenig Probleme haben, einen neuen Job zu finden.

Deshalb sollten Unternehmen diese Zeit als Skisprung begreifen: Sie können jetzt den Anlauf nehmen um mit einem weiten Satz in einer neuen und besseren Arbeitswelt zu landen. Dazu aber müssen sie erstmal rauf auf die Schanze – in Gestalt neuer Büroorganisationen, neuer Führungsmethoden und neuen Abläufen.


Kommentare


Michael 28. Juni 2021 um 9:49

Viele interessante und auch richtige Aspekte! Allerdings muss man auch berücksichtigen, was genau man miteinander vergleicht: Ein Licht- und Luft, aber nicht Schall durchflutetes Einzel- oder Zweierbüro oder ein Großraumbüro mit Homeoffice. Ich kenne Leute, die haben gekündigt, weil sie das laute und schlecht gelüftete Großraumbüro krankgemacht hat. Pendeln, manchmal mit dem Druck, Kinder pünktlich aus der Betreuung abzuholen, kann enorm belastend sein; häufig hängt man während des Pendelns dann auch noch im Slack oder Mailpostfach…

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Daniel Florian 28. Juni 2021 um 21:16

Ich kenne kein Unternehmen, dass auch in Zukunft weiterhin flexibel arbeiten will und sagt: das hat ja alles so super geklappt im letzten Jahr, das lassen wir jetzt so. Denn es stimmt ja: was wir im letzten Jahr erlebt haben war nicht mobiles Arbeiten, sondern mobiles Arbeiten unter den Bedingungen einer Pandemie. Die meisten von Dir genannten Probleme lassen sich darauf zurückführen.

Viele Unternehmen haben einfach ihre analogen Prozesse digitalisiert und so sind aus acht Stunden Meetings eben acht Stunden Videocall geworden. Aber der Grund, weswegen Büros so gebaut sind wie sie gebaut sind ist ja, dass die damaligen Arbeitsprozesse das so erfordert haben (Formulare wurden auf Papier erstellt, durch die Abteilungen gereicht und dann abgeheftet). Heute gilt das Dank globalisierter Konzerne und neuer Technologien so nicht mehr.

Deswegen auch volle Zustimmung zu der These, dass Arbeitsstrukturen überdacht werden sollen. Das darf sich aber nicht auf die Bürogestaltung beschränken, sondern muss alle Arbeitsprozesse umfassen.

Dann kann ich flexibler Arbeit (und das ist natürlich wesentlich mehr als nur Homeoffice) durchaus einiges abgewinnen:
https://www.danielflorian.de/2021/06/25/flexible-arbeit-die-arbeitswelt-muss-die-aera-der-industrialisierung-hinter-sich-lassen/

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Meike Leopold 29. Juni 2021 um 12:59

Hallo Thomas, danke für diesen interessanten Beitrag. Mir persönlich fehlt ein bisschen der ökologische Aspekt bei der Sache. Hier in München haben wir bereits wieder Staus wie vor Corona, die Feinstaubbelastung ist bei alten Werten – sicher nicht zuletzt durch die Rückkehr der Leute an die Arbeitsplätze. Aus meiner Sicht hat die Pandemie hier auch positive Effekte gehabt. Es wäre schade, wenn diese wieder verloren gehen. vg, Meike

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Frank70 1. Juli 2021 um 0:21

"Alleinerziehende haben es schwerer als Paare." –> Völlig korrekt ! Alleinerziehende Brillenträger (Ich verzichte hier ausdrücklich auf /-innen oder *innen) haben es ebenfalls schwerer als Paare. Liegt das nun daran, dass Augenoptiker (Ich verzichte hier ausdrücklich auf /-innen oder *innen) Ungleichheit fördern oder Alleinerziehende es grundsätzlich schwerer haben als Paare ?

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Thomas Knüwer 1. Juli 2021 um 9:44

Ihr Kommentar deutet nicht auf Bereitschaft zur Diskussion des Themas hin, ehrlich gesagt.

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Sven-Hendrik Loßin 1. Juli 2021 um 11:12

Vielen Dank für diesen Artikel, der viele interessante Aspekte umfasst, allerdings recht einseitig ist. Einseitig auch deshalb, weil einige Themen eher zeigen, dass die getroffenen Arbeitgeber den technischen Herausforderungen des mobilen Arbeitens nicht gewachsen sind. Andere zeigen, dass es Probleme gibt, die in der aktuellen Situation einfach ans Licht kommen, aber mutmaßlich schon länger vorhanden waren.

Einseitig auch deswegen, weil positive Aspekte ganz ausgelassen werden. Neben dem unter Umständen störungsfreieren Arbeiten, ist dies eine höhere Lebensqualität der Mitarbeiter, insbesondere durch die Ersparnis des Arbeitswegs, aber auch die Entlastung der Verkehrswege etc. Persönlich kann ich davon berichten, dass ich stets mit einem stressbedingten Tinnitus von der Arbeit heim kam. Weder entsprach der weckerinduzierte Aufwachzeitpunkt meinem Biorhythmus noch konnte ich die Geräuschkulisse in Bus/Bahn/Zug gut ertragen.

Mein Arbeitgeber nimmt jetzt viel Geld in die Hand, um Arbeitsflächen zu schaffen, die die Mitarbeiter einladen sollen, wieder mehr Präsenzzeit im Office zu haben. Das halte ich für den richtigen Weg und habe für mich herausgefunden, dass eine Aufteilung 1 Tag Office, 4 Tage Telearbeit gut zu mir und meinen Aufgaben passt. Darüber hinaus bin ich natürlich bereit, on demand zu Terminen zu kommen, wenn eine hybride Durchführung aus welchem Grund auch immer die deutlich schlechtere Alternative ist.

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Thomas Knüwer 1. Juli 2021 um 12:18

Mit der Einseitigkeit gibt es ein Problem: Ich habe versucht Studien zu finden, die positive Folgen von Homeoffice zeigen. Es gibt nur welche, die auf Selbstauskunft der Mitarbeiter beruhen (wie im Artikel geschildert). Deshalb freue ich mich da auf Hinweise.

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Ichbins 2. Juli 2021 um 9:09

Ich bin der Auffassung, dass Lebensqualitätsmessung ohne Selbstauskunft nicht funktioniert.
Im übrigen bin ich recht überrascht über Ihre Aussage, denn die entgangenen Kosten/Zeit für Anreise zum Arbeitsplatz sind dermaßen selbstevident, dass die eigentliche Aufgabe ist, diese zu quantifizieren. Die geringere Belastung der Verkehrswege ist volkswirtschaftlich vorteilhaft, auch in Hinblick auf Umwelteffekte. Darüber hinaus ist sie individuell nutzenstiftend, aber das ist schwierig quantifizierbar, denn einige empfinden weder die Zeit noch die Anreise an sich als nachteilig, während ich regelmäßig mit stressinduziertem Tinnitus nach Hause kam.
Mein Arbeitgeber ist eine Versicherung mit ca. 3000 Mitarbeitern und spricht davon, dass ein zweistelliger Millionenbetrag an Sachkostenersparnis durch die Telearbeit entstanden ist. Überwiegend sind das Reisekosten, die entfielen. Telearbeit war auch vor Corona schon ein Angebot an die Mitarbeiter, aber einige Führungskräfte haben dies ihren Mitarbeitern verweigert. Diese Führungskräfte sind diesbezüglich sehr ruhig geworden – es hat einfach sehr gut funktioniert, weil die IT schnell passende Lösungen parat hatte. Allerdings kann ich nicht ausschließen, dass unsere Mitarbeiter besser in der Lage sind, eigenverantwortlich zu arbeiten, als das in anderen Unternehmen/Branchen der Fall ist.
Viele der von Ihnen genannten Nachteile sind daher für mich persönlich nicht zutreffend und wären es mE auch anderswo nicht, wenn sich die Arbeitgeber IT seitig auf Telearbeit einstellen würden so wie in dem Unternehmen, in dem ich arbeite. Sie schreiben das ja auch sehr gelungen in Ihrem Fazit, aber im Text ist es nicht so klar, welche Effekte "Kinderkrankheiten" sind und welche Effekte langfristige Probleme sind.
Die Abwägung lautet für mich persönlich, ob die Nachteile, die durch die Anreise zum Arbeitsplatz entstehen (zudem ist dort oft ein ungestörtes Arbeiten nach meiner Erfahrung seltener möglich), größer sind, als die Nachteile, seine Arbeit in Telearbeit zu erledigen. In meinem persönlichen Fall sind sie das in den meisten Fällen.
Zwei Sachen noch: 1. Nach meiner Beobachtung ist der Krankenstand durch die Telearbeit gesunken. In der Telearbeitssituation arbeiten viele Kollegen auch, wenn sie krank sind, da sie ja niemanden anstecken können. 2. Der Hauptgrund für höhere Arbeitszeit sollte das Faktum sein, dass viele Arbeitnehmer die ersparte Anfahrtszeit auch für die Arbeit verwenden. Die reservieren eine Anzahl Stunden ihres Tages für Arbeit und in Telearbeit ist das dann eben mehr.

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Thomas Knüwer 2. Juli 2021 um 11:33

@Sven-Hendrik Loßin: Nein, selbst das Thema Umwelt ist nicht so simpel, wie es scheint. Ich habe Umweltmanagement studiert, es war damals ein sehr junges Fach. Doch schon damals herrschte viel Ärger darüber, dass Umweltbilanzen gern so gelesen werden, wie eine Unternehmensbilanz, bei der am Ende ein Gewinn eine Einschätzung der Lage ermöglicht. Aber dies ist ja zunächst mal ein komplett anderes Thema.

Das Beispiel Ihres Arbeitgebers ist hochspannend. Allerdings wirft die Rechnung für mich Fragen auf. Mitarbeiter werden doch nicht für’s Pendeln entschädigt, oder? Somit wären die entfallenen Reisekosten ja nicht dem Homeoffice anzuschreiben, sondern den Geschäftspartnern. Wenn man nun darauf hofft, dass Versicherungskunden allein mit Videocalls gewonnen werden können, würde ich das für einen Fehler halten. Denn dann würde die Versicherung mit rein digital aufgestellten Mitbewerbern mit günstigeren Kostenstrukturen konkurrieren, aber keinen Vorteil mehr besitzen.

Zu Ihren Beobachtungen: Die erste wird nun einfach durch Studien konterkariert. Machse nix dran, wie wir Münsterlander sagen. Und auch bei der zweiten sagen ja die Studien, dass es so einfach nicht funktioniert. Die Menschen arbeiten länger, weil einerseits die Arbeit in Gestalt eines Laptops oder Handys greifbarer ist, und andererseits weil es eine soziale Vorgabe über Arbeitszeiten gibt, die im Umfeld eines Büros vorgelebt werden.

Ichbins 6. Juli 2021 um 16:14

Auch wenn ich befürchte, dass ich wieder aus dem Kommentarbaum gefallen bin:
Auch wenn die Quantifizierung technisch schwierig sein sollte, ist zumindest die Tatsache, dass der Wegfall von diesen Wegen volkswirtschaftlich und individuell nutzenstiftend wirkt, unstrittig.
Mein Arbeitgeber ist eine Rückversicherung, daher waren Dienstreisen in den meisten Fällen mit (Auslands-)Flügen verbunden. Das Business ist nicht mit Erstversicherern vergleichbar, insbesondere, wenn diese Privatkunden bedienen. Unser Business lief ganz normal weiter, Geschäftstermine liefen online, lediglich auf der Schadenseite hat sich Corona bemerkbar gemacht.
Ich werde mich mal erkundigen, ob es hier Erkenntnisse zum Krankenstand gibt. In meinem Umfeld kam es zu vielen Abkürzungen der Krankheitsdauer und viele haben an den Krankheitstagen zumindest ihre Mails gecheckt oder auch ein paar Dinge erledigt, da es technisch nun leicht möglich war.

Frank70 2. Juli 2021 um 11:32

Ich verstehe nicht, dass Sie auf der einen Seite Kritik an Ergebnissen üben, die auf Selbstauskunft basieren, auf der anderen Seite aber z.B. anführen:

"Die „Harvard Business Review“ befragte 1.500 Personen aus 46 Nationen im Herbst 2020 über ihre Arbeitszufriedenheit in den Zeiten von Corona. 89% von ihnen gaben an, diese Zufriedenheit sei gesunken und gaben als Gründe an:

Zusätzliche Arbeitsbelastung (56%)
Verlust von Kontaktpersonen (24%)
Verlust des Zusammengehörigkeitsgefühls (14%).

Der „Economist“ erwähnt (leider ohne detaillierte Angabe) eine italienische Studie, nach der die Hälfte der Heimarbeiter Nackenschmerzen und 38% Schmerzen im unteren Rückenbereich haben."

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Frank70 1. Juli 2021 um 0:36

„Wenn man ein großes Haus hat, ist das Leben gut. Wenn man sein Schlafzimmer mit dem Büro kombinieren muss, ist es nicht gut.“ –> Hätte ich nie gedacht. Gut, dass uns hier mal ein Harvard-Professor aufklärt.

Antworten

Thomas Knüwer 1. Juli 2021 um 9:44

Ich habe ein Problem damit, dass Sie dies abtun. Denn natürlich ist dies eine simple Erkenntnis, aber eine mit weitreichenden Folgen. Denn wenn die Grundeinstellung Homeoffice sich durchsetzt, werden Immobilienzuschnitte sich ändern. Das bedeutet, dass Neubauwohnungen in Großstädten (außerhalb des sozialen Wohnungsbaus) größer geplant werden. Das wieder bedeutet: weniger Wohnungen. Bedeutet: steigende Mieten/Kaufpreise. Bedeutet: Starke Polarisierung der Stadtgesellschaft, die Mitte wird aus der Stadt gedrängt.

Es sind die einfachen Sätze, die oft die größte Sprengkraft haben.

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Frank70 1. Juli 2021 um 11:21

Die Mitte der Gesellschaft ist bereits (teilweise) aus der Stadt verdrängt. Dieser Effekt würde sich in der von Ihnen beschriebenen Weise verstärken, allerdings bei gleichzeitigem Wegfall der negativen Begleiterscheinung einer erheblichen Pendelnotwendigkeit.

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Thomas Knüwer 1. Juli 2021 um 12:26

@Frank70: Beliebte Kampfbehauptung, ist aber einfach nicht so. Sie wird aus gewissen Stadtvierteln verdrängt. Faktisch sind deutsche Großstädte aber immer noch deutlich besser strukturiert als das in anderen Ländern der Fall ist.

Und was ist nun, wenn die Menschen in der Stadt leben wollen? Dann kehrt sich Ihre Hoffnung auf Berücksichtung der Individualität vollständig um: Wegen der Arbeit müssen Menschen dort leben, wo sie nicht leben wollen – die Arbeit siegt über das Privatleben.

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Frank70 1. Juli 2021 um 0:51

"…38% Schmerzen im unteren Rückenbereich haben." –> Welchen Hauptschluss darf man daraus ziehen, wie gesundheitsschädlich home office ist oder eher doch, dass 62 % diese Schmerzen nicht haben ? Mal abgesehen von der Frage, wieviel % von Befragten grundsätzlich diese Schmerzen haben, ohne irgendeinen home office Kontext ? Wenn ich nach 0,5 Sekunden nach dem Besteigen eines Surfbretts wieder ins Wasser klatsche, sagt das dann aus wie schlecht das Surfbrett ist oder eher dass ich damit nicht umgehen kann ?

Antworten

Thomas Knüwer 1. Juli 2021 um 9:47

AUch hier sehe ich keine Bereitschaft zur Diskussion. Rückenschmerzen sind etwas anderes, als ein Surfbrett-Unfall. Natürlich kann ich mir einen ergonomisch perfekten Arbeitsplatz daheim einrichten. Nur wohin damit? Wenn ich das Geld habe, mir eine Wohnung mit Arbeitszimmer zu leisten, kann ich mir all das kaufen. Das ist dann in Sachen persönlicher Gesundheit wenige problematisch (die Probleme bei der Zusammenarbeit im Unternehmen bleiben).

Wenn ich aber nicht das Geld für eine derart gut geschnittene Immobilie habe, hebt sich in meiner Wohnung die Trennung zwischen Arbeit und Privat auf. Finden Sie das schnafte?

Antworten

Frank70 1. Juli 2021 um 11:20

Selbstverständlich verschmelzen in einer kleinen Wohnung Arbeits- und Privatbereich, aber ist das mit Unzumutbarkeit gleichzusetzen ? Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum ein ergonomischer Arbeitsplatz mit extrem hohen Kosten verbunden wird und in einer kleinen Wohnung ein Horrorszenario darstellen soll (abgesehen von gleichzeitigem Homeschooling für die Kinder, was ja aber größtenteils nicht mehr gegeben ist, bzw. in absehbarer Zeit als Notwendigkeit ganz wegfallen wird)? Abgesehen davon: Der Trend beim coolen Hipster geht doch in Richtung tiny house… 😉

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Thomas Knüwer 1. Juli 2021 um 12:24

@Frank70: Natürlich ist eine fehlende Trennung von Arbeit und Privat in psychisches Thema. Deshalb raten Psychologen Personen mit Burnout-Syndrom zum Beispiel, Diensthandys in die Schublade zu legen und jedwede Kommunikation mit dem Arbeitgeber einzustellen.

Was die Räumlichkeiten betrifft: Vielleicht legen Sie nicht so viel Wert auf Design, das mag sein. Aber in einer Single-Wohnung ist ein das alles optisch schon fragwürdig. Und natürlich ist ein ergonomischer Arbeitsplatz ein Investment, wenn man nicht zu den Gutverdienenden gehört. Dieses Investment müsste natürlich vom Arbeitgeber getragen werden. Dann aber kommt der nächste Schritt: Der Arbeitgeber beschafft für alle das Gleiche und eignet sich somit ein Stück der Privatwohnung der ArbeitnehmerInnen an. Außerdem wird dieser Arbeitsplatz dann kontrolliert (ist gesetzlich vorgeschrieben) – sind die Abstände nicht ausreichend, ist das Homeoffice untersagt.

Wenn Sie allerdings von Hipstern und Tiny Houses sprechen, dann wird klar, dass Sie sich in einer Filterblase bewegen, die eine Minorität ausmacht.

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Persoblogger Stefan Scheller 12. Juli 2021 um 9:41

Vielen Dank für die ausführliche Zusammenstellung! Wie so oft liegt die Wahrheit oder das "richtige Maß" nicht in den Extremen. Weder ist eine generelle Verweigerung von Homeoffice sinnvoll, noch ein Homeoffice forever. Auch ich habe mich in mehreren Rolle intensiv mit dem Thema befasst – zum einen mit vergleichbaren Artikeln auf meinem HR-Portal Persoblogger.de, bei denen es mir vor allem um eine ausgewogene Darstellung ging. Zum anderen als Autor des eben erschienenen Praxisleitfaden Homeoffice und mobile Arbeit. Darin nehme ich mir die durchaus nicht zu unterschätzenden psychosozialen Auswirkungen von Entgrenzung und Vereinsamung vor sowie den veränderten digitalen Workflow.

Und Sie haben Recht: Es gibt sehr unterschiedliche Ausgangs- und Rahmenbedingungen in den Unternehmen. Oder anders ausgedrückt: Sie könnten verschiedener kaum sein. Daher lohnt es sich, genau hinzusehen und differenziert zu argumentieren. Aus meiner Sicht ist Ihnen das trotz der tendenziell stark mahnenden Betrachtung, in Summe gut gelungen!

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