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Die Berichterstattung vieler klassischer Medien über digitale Themen ist abgrundtief schlecht. Sie zielt auf sensationsheischende Angsterzeugung beim Konsumenten ab, Würde über Naturkatastrophen so berichtet wie über Technik-Themen, würde jede graue Wolke als Zeichen gewertet, dass die Maya doch richtig lagen.

Leider werden Kritiker dieser wenige seriösen Herangehensweise gern aus den Medien herausgehalten. Der Redakteur an sich will sich doch seine boulevardeske Hysterie-Story nicht kaputtreden lassen. Umso schöner ist es, wenn dann doch mal einer den Mund aufmacht und Klartext spricht. So geschehen bei der BBC in Gestalt des geschätzten Jeff Jarvis, Autor der empfehlenswerten Bücher „What would Google do?“ und „Public Parts“, sowie Professor für Journalismus an der City University of New York.

Er explodierte angesichts der BBC-Spekulation, Facebook-Nutzerdaten seien gefährdet, weil eine geringe Zahl von Mitarbeiter des Netzwerks gehackt wurden. „Unverantwortlicher Journalismus“ ist das für ihn und „Crap“ – woraufhin der Moderator das Gespräch beendet.

Im immer sehr sehens- und hörenswerten Podcast „TWIG – This Week in Google“ verrät Jarvis aber auch die Hintergründe. Dass er nämlich den verantwortlichen Redakteur zuvor seine Meinung gesagt habe und eigentlich nicht in die Sendung wollte – man lud ihn aber trotzdem ein. Ein schöner Einblick in die Welt des Journalismus gleich zu Beginn dieser TWIG-Ausgabe:


Kommentare


Ulf J. Froitzheim 24. Februar 2013 um 23:40

Scheiße sagt man nicht. Nicht in der BBC. Hätte er wissen müssen. Lustig ist die Wortergänzung bei Google: Du tippst „crap“ ein, Google macht „crapwear“ draus…

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mark793 25. Februar 2013 um 12:47

Hm, natürlich kann man die gängige Berichterstattung kritisieren. Aber fraglich bleibt für mich, ob wirklich besserer Journalismus dabei rauskommt, wenn man wie Professor Jarvis bis zu den Schultern in die Hintern von Google, Facebook & Co. kriecht.

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Thomas Knüwer 25. Februar 2013 um 13:52

Sorry, Mark – aber das ist uniformierter Schwachsinn. Jeff kritisiert Google und Facebook in nicht unerheblichem Ausmaß.

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mark793 26. Februar 2013 um 9:29

Davon ist – in Relation zu seinem eher unkritischen Gejubel – bei mir eher wenig angekommen. Und seine Angepisstheit, wenn man seine Begeisterung nicht teilt, verhehlt er ja auch eher schlecht als recht. Bei mir (und das mag vielleicht auch ein Stück weit filterblaseninduziert sein) kommt der Mann jedenfalls mehr als Evangelist rüber denn als Journalist.

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sportinsider 26. Februar 2013 um 14:43

Habe vor Jahren Jarvis sein Google Buch gelesen. Nun, dort lobhudelt er Google schon in einer Art, wie es die Genossen im Laborversuch des Sozialismus mit ihrem Gesellschaftsentwurf nicht ideologisch eingefärbter hinbekommen hätten. Jarvis ist eine Plaudertasche.

Manche Stellen lesen sich ganz amüsant, wenn ich an seine Auseinandersetzung mit Dell denke, die er im Buch genüßlich ausbreitet.

Doch er ist nicht Mister Allwissend und hat auch jetzt nicht die Lizenz für die Hoheitsrechte auf das journalistische digitale Wissen in der Welt.

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