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Heute morgen ist etwas passiert, womit selbst Videoexperten nicht gerechnet hatten: Google ermöglicht seine Hangouts on Air nun auch in Deutschland.

Und jetzt nochmal für die weniger digitalverrückten unter uns… Man kann nicht behaupten, dass Googles Social Network Plus ein rauschender Erfolg wäre. Es ging stark los, doch aktuell ist es  ein Instrument einesm recht geringen Kreis sehr stark an Diskussion über Technik-Themen Interessierter. Im Frühjahr aber schrieb ich schon mal, dass Hangout – also die Gruppen-Videotelefonie-Funktion – von Google+ spannend sei. Unter anderem könnten Unternehmen sie nutzen um einem kleinen Kreis von Journalisten ein Ad-hoc-Interview mit Vorständen zu ermöglichen.

Seit einiger Zeit sind in den USA diese Hangouts auch übertragbar. Also, übertragbar wie in: „Live senden“. In Deutschland war diese Funktion nicht freigeschaltet, man munkelte, diese hinge mit dem Rundfunkstaatsvertrag zusammen, der senderähnlichen Konstrukten eine entsprechende Lizenz abnötigt – obwohl dies in Zeiten, das knappe Frequenzen keine Rollen spielen, kompletter Humbug ist.

Tja, und nun geht es eben auch in Deutschland los mit den Hangouts on Air. Ob dies rechtlich so ganz ohne Käbbeleien abgeht? Warte wir mal. Heute morgen starteten wir einen zu 100 Prozent spontanen Versuch: Ich funkte Webvideo-Macher Markus Hündgen im Urlaub in Bangkok an, schnell kamen noch während wir online waren hinzu: Videojournalist Julius Endert, Medienmacher Daniel Fiene, Netbook-News Chef Sascha Pallenberg und Yello-Strom-Social-Media-Mann Jochen Mai – und Google-Sprecher Stefan Keuchel.

Er verriet uns dann noch mehr über Hangouts on Air, die Pläne Googles und diskutiert über die rechtlichen Klippen. Pallenberg plant sogar für Netbooknews schon ganz konkrete Einsatzgebiete. Das alles – und auch das ist bemerkenswert an Hangouts on Air – wird automatisch aufgezeichnet und auf Youtube zur Verfügung gestellt. Das Video kann hinterher noch begrenz bearbeitet und geschnitten werden. Letzteres habe ich bewusst unterlassen weil es sehr schön zeigt, wie wir uns selbst in die Mechanik reinfrickeln:

Der Ton ist oft mies, das Bild auch. Doch wie gesagt: Das war spontan und ohne Webcams und Headsets. Die Möglichkeiten für Unternehmen sind spannend. Nun können ohne größeren Aufwand Vorstandsstatements übertragen werden, gesponserte Stars können vor Publikum mit Fans reden, Online-Schulungen werden möglich, Produktvorführungen, Krisenkommunikation, Talkshows…

Livestreaming gibt es ja schon länger, seit 2007 verleihen wir zu dritt ja die Goldenen Blogger. Jedes Jahr dann wieder die gleiche Frage: Wie übertragen wir diesmal? Keines der vorhandenen Systeme, von Mogulus bis Ustream lieferte bisher zufriedenstellend und zuverlässig das, was wir in diesem Fall brauchten. Nun gibt es eine spannende Alternative: Google Hangouts on Air. Vielleicht ist dies ja der Durchbruch in Sachen Livestreaming für jedermann.


Kommentare


Die Zukunft des Social TV? Teil 2: Google Hangout On Air | Primus Inter Pares 15. August 2012 um 16:45

[…] selbst in der Pflicht, sich um dieses Thema zu kümmern. Bei der Hangout On Air Premiere, die Thomas Knüwer mit einigen fachlich durchaus versierten Teilnehmern wie Markus Hündgen, Sascha Pallenberg, Daniel […]

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“Hangout on Air”: Google startet Live-Streaming-Angebot in Deutschland 16. August 2012 um 6:00

[…] von Blogger Thomas Knüwer fand dann gestern Mittag der erste Hangout on Air in Deutschland statt, zu dem sich neben fast 100 […]

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Anne 17. August 2012 um 14:59

Also bei http://huffmann-business.de
wird das auch verwendet. Ich fand das eigentlich sehr gut als ich dort mein Praktikum gemacht habe.

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Kommuni kation 17. August 2012 um 15:26

Man müsste die Bundespressekonferenz virtualisieren und kann unrasiert die EZB-Text-Ablesung von der Redaktion aus abwarten statt irgendwo hinfahren und rumsitzen zu müssen.
Gegen-Presse-Konferenzen sollten also als erstes aufspringen und es zur neuen Norm der PR-Konferenzen machen. In 1 Jahr hoffentlich nie wieder PR-Konferenzen in irgendwelchen Hallen sondern vom Bayern-München Balkon oder Daimler-Dach und die Presse (Kunden, Kleinaktionäre, Kollegen, Konkurrenten) voten (in getrennten Gruppen) auf Fragen und jeder sieht es weltweit am Pad und der Papst, Kanzler, Präsident, Aufsichts-Chef, Fußball-Neueinkauf, Trainer, Ex-Trainer, Ex-Frau, Greenpeace,… können überlegen welche Fragen sie beantworten oder welche Argumente sie verkünden. Virtuell zusammengeschalteter Battle. Es muss normal sein, als Schalker die Bayern während ihrer Konferenz live und Realtime zu kommentieren so wie VW die Fiat-Quartals-Zahlen realtime kommentieren sollte und tausende von Analysten sich äussern.
Programmiert ist das schnell. Aber ich kenne kein Land wo man nicht versuchen würde, es zu verbieten um wie bisher oft genug nur abgesprochene Fragen zuzulassen oder die Presse irgendwo warten zu lassen. Daher auch die Idee mit den Gegen-Konferenzen die dann bequem per Hangout laufen während die normale Konferenz wie immer hunderte Fotografen, Reporter, Live-Berichterstatter und Kamerateams für die nächste Zentralbank-Konferenz oder Vorstellung eines Wahlprogrammes oder sonstwas ähnlich wichtigem belegt. Zur verkündung von Quartalszahlen müssen dann immer die Manager hoffentlich bald mal antanzen und antworten. und nicht nur ein paar Hangout-Freundes-Berichterstattern sondern der Crowd of Questions. Das wäre korrekt. Und wenn man sieht, welche Fragen nicht beantwortet werden, kann man sich sein Teil denken… .

Leider gibts wohl keine Transcripte und Übersetzungen. Denn die meisten haben keine gute Bandbreite und wollen trotzdem live in der Sbahn dabei sein und alles als dokumentarisches Archiv nachlesen wollen. Z.b. Guidomobil oder Projekt-18.

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Mein Google-Hangout-Test und sein Nutzen für Lokalzeitungs-Macher « weckenblog 23. August 2012 um 14:38

[…] uns niemals weiterhilft: Am Mittwoch habe ich zusammen mit dem Kollegen Nico Drimecker einen “Google Hangout On Air” ausprobiert. Im Dienst (bzw. in der Labor-Mittagspause), als Testversuch mit halbwegs-echtem […]

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