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Es gibt diese digitalen Themen, bei denen noch nicht klar ist, ob sie über das Stadium der Spielerei jemals herauskommen. Augmented Reality ist so ein Ding. Die Vorstellung, Daten in das Bild der realen Welt zu integrieren ist hoch spannend. Es gibt nicht wenige die glauben, das die Vision von Daniel Suarez in seinen packenden Tech-Thrillern „Daemon“ und „Freedom tm“ schon bald wahr wird: Dann werden wir alle Brille tragen und in die Brille hinein werden die gewünschen Daten und Informationen projeziert.

Das wird jetzt aber doch noch ein paar Tage dauern. Bis dahin gibt es interessante Experimente wie Layar, eine Plattform auf der Programmierer sich in Augmented Reality erproben können. Die weiterhin interessanteste Anwendung ist dort für mich der Vesseltracker: Am Ufer der Elbe stehen und erfahren, welche Schiffe an einem vorbeifahren – faszinierend. Die Ideen gehen einem auch nicht aus, überlegt man wie AR aussehen könnte. Warum nicht ein Stadtführer durch Lübeck, der mich zu den Schauplätzen der „Buddenbrooks“ führt und mir auf dem Bildschirm zeigt, wie es dort früher aussah? Vielleicht gar Spielszenen aus Filmen oder TV-Serie zeigt?

Auch das wird wohl noch dauern. Denn wie so oft beginnt ein langer Weg mit einem spielerischen Schritt. Einen solchen hat auch Starbucks gewagt. Wie in jedem Jahr schwenkt die Kaffeekette Mitte November um auf Vorweihnachtszeit, signalisiert durch noch süßeren Sirup im Kaffee, zimtorientierte Gebäckstücke – und rote Becher.

Die nun können lebendig werden. Eine spezielle iPhone-App namens „Starbucks Cup Magic“ erkennt die Becher-Motive und ergänzt sie um Zeichentrick-Elemente mit denen der Käufer interagieren kann:

Das kann man mal probieren. Es ist hübsch, lädt dazu ein, sich mit den Bechern zu beschäftigen, sorgt in den Filialen vielleicht auch für Gesprächsstoff. Es ist keine sensationelle, innovative Anwendung – aber einen Versuch wert.

Nun aber kommt der Part, den ich nicht verstehe: Die Becher sind auch in Deutschland zu haben, heute morgen sprang ein Eichhörnchen über meinen Schreibtisch, also ein augmentiertes Eichhörnchen:

Nur: Die App gibt es in Deutschland nicht. Sie scheint beschränkt auf den US-Store für iTunes (für den ich einen Account habe). Warum nicht einfach die App für die ganze Welt freischalten? Wahrscheinlich ist dies eine der Konzern-Marketing-Entscheidungen, bei deren Finalisierung ein Jurist am Tisch saß.


Kommentare


Gunther 17. November 2011 um 0:34

Daniel Suarez war sicher nicht der einzige oder erste, der sich mit dem Thema beschäftigt hat. Wenn man sehen will, wie eine Welt mit Augmented Reality aussehen könnte (auch bzw. gerade im Alltag und nicht immer nur im Kontext von Thrillern oder Krimis), dem sei die faszinierende und hochspannende Animeserie „Dennou Coil“ wärmstens empfohlen. Die Serie wurde nach zehn Jahren Entwicklungszeit im Jahr 2007 veröffentlicht und spielt in einer Zukunft, in der Augmented Reality bei der Jugend voll angekommen ist und im Rahmen der Serie den zentralen Punkt der sich entwickelnden Geschichte bildet.

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Tim 17. November 2011 um 16:51

Marketing mit Juristen gehört zu den wenigen Tätigkeiten, die noch frustrierender sind als Marketing für Juristen.

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Eich hörnchen 18. November 2011 um 13:11

Buddenbrooks oder (killer-App) diese türkische TV-Serie die von (reichen gegenüber EU-Touristen) Saudi-Arabischen Frauen so beliebt ist:
Gibts doch schon. Man sieht die Entfernung und wohin man laufen muss. Wikitude evtl war so eine App mit solch einer Funktionalität wenn auch ohne TV-Serien.
Die Schauplätze von Bourne-Identity oder Sex and the City oder King of Queens usw. und was grade als nächstes ist auf der New York Google-Map.

Problem: Ich will keine Juristen durchfüttern. Also mache ich das nicht. Obwohl es trivial und crowdmäßig wenig Arbeit machen würde.

Der Text wirkt wie die Steuer-News/Reportagen in der Presse wo man klar erkennt, das der Reporter noch nie mit blossen Fingern selber in Elster eine Steuererklärung gemacht hat. Oder Politiker-Sprüche wo man erkennt wer seine Emails vom Handlanger ausdrucken lässt.

Die App weiss ich nicht mehr, aber eine hat ein Burger-Symbol über Restaurants eingeblendet.

Problem solcher Apps: hunderte verschiedene Datenbasen. Die deutschen IHKs wollen ja anscheinend nicht, das ihre Mitglieder gefunden werden und organisieren zentrale Server für Bing, Google usw. wo die zwangsmitgliedet zentral ihren kiosk für google, öffnungszeiten.de usw. freischalten können. Gleiches für Ärzte, Apotheken und alle anderen.

Die Apps sind nicht für GSM oder offline fähig. Man braucht schickimicki-Hamburger-Venture-Büro-in-bester-City-Lage-100000Gbit-Anschluss-Wifi. So kommt man sich im Ausland oder GSM-Gebieten zumindest vor.

Die Kamera vom Iphone lässt sich demnächst sicher trivialpatentieren, das man das (optionale) Grid(Tic-Tac-Toe-Feld) der Gravitation nach ausrichtet um z.b. Bilderrahmen u.ä. auszurichten oder Höhenunterschiede zu fotografieren und nicht wie bisher starr am iphone-Rahmen orientiert (um das Foto grade zu machen).

Immoscout hat vielleicht eine App um Wohnungen zu fotografieren und interaktiv den Grundriss zu erfassen. Es gibt Apps wo man ein A4-Papier ins Bild (also in die Hand nimmt oder auf den Fußboden legt) legt (oder hält) und er daraus die Abmessungen, Winkel usw. ablesen kann.
Die Iphone-Fotos sind noch nicht schlau genug, die Blickrichtung und Orientierung einzuspeichern.
Dann könnte man Häuser oder Statuen oder den Stadtplatz drumherum-fotografieren und 3d-modelle erstellen. An schwarzen Blöcken im Bild würde man erkennen, wo noch was im 3d-Modell fehlt und trivialpatentiert sicher Standorte angeben, von wo ein Photo sinnvoll wäre. Ach so. Für Autounfälle gleich zur Versicherung hochladen wäre das auch ganz nett.

Wenn man mal ein Handy in der Hand hatte und augmented Apps genutzt hat, erkennt man erst das Potential. Wenn man kreativer als Mitläufer und Forenverhinderer ist.
Augmented ist unter anderem die nächste Evolutionsstufe der Wasser-Waagen-Apps und Stadtpläne. Ein 3D-Routenplaner mit eingemalten Fahrwegen und auf welche Spur man sich einordnen ist auch fast augmented. Das Modell was er im Kopf hat, ist allerdings wo man fahren soll und nicht wo man grade wirklich ist. (Nur triviales GPS und nicht augmented:) Jedes android-handy könnte fahrstreifen und wege und speeds mitloggen und man sieht an der Map genau, ob der Schnee dort schon geräumt wurde. Auch Fußgänger und Fahrräder um Wege zu sammeln. Leider macht google es nicht und juristen sind mir zu teuer. Und Galileo mit besserer Positionierung gibts auch noch nicht und gpsmäuse kann das doofe iOS nicht nachrüsten. Danke Merkel+Sarkozy und Tim Cook 🙁

Technophobisten kommen grade mal mit Routenplanern klar. Natürlich nur in 2D wie damals im Krieg die Landkarten. Seitdem ist das Weiterlernen wohl vielleicht blockiert.
Jede Hausfrau peilt sofort, wenn Kundenkataloge die Ikea-Möbel, Aldi-Wäsche-Aufhänger oder den Sony-TV oder Poster oder zu bestellende Groß-Foto-Abzüge oder Microwellengeräte oder Kaffeemaschinen oder Pflanzen und alles was man als Mobiliar kaufen kann ins entsprechende existierende Mobiliar in Realen Abmessungen auf dem Handy einblenden. Man muss nur einen (aufgeklappten _| ) Zollstock hinlegen oder ein A4-Papier.
Danke rot-grün das Amerikaner sich das trivialpatentieren dürfen.

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