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Das folgende Video dauert 13 Minuten. Das ist nicht kurz. Aber das Investment in Sachen Zeit ist es wert. Ich selbst war sprachlos.

Die Reportage berichtet von der Forschungsabteilung des US-Verlags Knight Ridder. Von der Idee eines Tablet-PC, der Nachrichten ganz neu aufbereiten könne. Gut, der Nutzer braucht einen Stylo zur Bedienung – ansonsten aber sehen wir einen sensationell weit fortgeschrittenen Vorboten des Ipad.

Noch erschreckender aber ist: Die Art, wie dort Nachrichten präsentiert werden, mit all den multimedialen Grafiken, der nahtlosen Integration von Video und der Option, Nachrichten weiterzugeben – all das ist weiter als viele Ipad-Apps aus Medienhäusern in diesen Tagen.

Ach ja, was aus Knight-Ridder wurde? Der Großverlag wurde 2006 verkauft.

(Gefunden bei Gawker.)


Kommentare


Steve Gates 28. April 2011 um 14:21

Bin ich der einzige, der so etwas im Stile von Avantgo vermisst? Damit konnte man bereits in den Neunziger Jahren lange bevor mobiles Internet schnell und bezahlbar wurde, sich z.B. alle aktuellen Inhalte von Spiegel Online auf seinen PDA (z.B. Palm) laden und bequem unterwegs lesen. Reine Infos, einfache Navigation, keine bunten Bilder und keine Megabyte-großen In-App-Downloads für träge Apps.

Mit dem Aufkommen der Smartphones mit mobilem Webbrowser verlor Avantgo dann irgendwann seine Daseinsberechtigung weil die Inhalte 1:1 im Internet direkt abgerufen werden konnten. Mir ist auch kein richtiges kommerzielles Abo-Angebot von Avantgo bekannt, welches z.B. die Print-Ausgaben mobil verfügbar machte.

Ich hatte ja durchaus gehofft, dass die Verlage direkt auch auf dem Kindle dabei sein werden aber bis auf einige Ausnahmen scheinen die sich in erster Linie auf ihre iOS-Apps zu konzentrieren.

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Nerd 28. April 2011 um 14:37

Großartig! Auch das, was über Werbung gesagt wird. „People like advertizing“, „without being annoying“, „But I am in control“. Schade drum.

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Oliver 28. April 2011 um 17:18

Ja … das war allerdings auch bevor die BWLer den Verlagen erklärt haben, dass man mit einem Leistungsschutzrecht und ohne irgendwelche Investition (oder auch Visionen) aus der 89. Abschrift einer DPA Meldung noch Geld schlagen kann.

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Sebastian Reisinger 28. April 2011 um 18:42

oder eine von ca. 71.400 Blog-Zweitverwertungen eines Youtube-Videos….
http://www.google.de/search?q=tablet+newspaper+1994&tbs=blg:1

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Niemand sonst 29. April 2011 um 12:13

@steve gates: Calibre ist vielleicht in diesem Sinne nutzbar. Leider würde man vermutlich für die Konfigurations-Dateien um z.B. Mirror/Star/Picture/…-Online zu ziehen und zu konvertieren (recutting) abgemahnt. Moderne Formen würden die Artikel von news.google abgrasen und Agentur-Duplikate herausfiltern. Als Dienstleistung für Firmen kann man damit sicher gut und streßfrei Geld machen und helfen, alle Presseberichte über die letzte Hauptversammlung bzw. Quartalszahlen für den Aufsichtsrat bzw. Bereichs-Manager zu komprimieren. Als kostenloses Public-to-the-People-Projekt wäre das hingegen natürlich unerwünscht. Haben nicht zwei deutsche News-Projekte (rivvo?) letztens aufgegeben ?

Fortschrittsverhinderer gab es immer. Am Newton (per Stift) oder Laptop bzw. später Netbook Prüfungen, Bewerbungen u.Ä. ablegen und lernen war angeblich völlig unmöglich. Dieselben wollen jetzt vermutlich Ipads und teure E-Schul-Bücher kaufen. Bei Microsoft natürlich… .
LTE und Wimax könnte es bei anderem Setup 100% flächendeckend viel günstiger geben als jetzt. USB2, 100Mbit-Ethernet und Analog-TV (Kabel, Satellit) könnten längst abgeschafft sein. Usw. Vieles davon hätte die Presse alleine erreichen können und die Politiker wären ignoriert worden oder hätten nachziehen müssen.

Beweis: Bei „HDready“ zur Fußball-WM-2006 in Deutschland hat das nämlich auch funktioniert. Ohne Politiker. Das war reine Presse-Arbeit und jeder Rentner und Hausfrau wussten, das Fernseher ohne „HDready“ nicht gekauft werden sollten.
Aber wer Bundespolitik noch mit FAX berichtet und sich keinen Twitter-Account anlegt, der kann dem Volk neue Techniken und Ideen wie IP-Democracy durch die Parteibasis auch gerne vorenthalten.
95% (?) der US-Schulbücher sind nach Governators Gesetz angeblich elektronisch verfügbar. Praktisch also über Nacht, was die normalen Verlage nicht schaffen. Halb-moderierte Argumentations-Wikis um sowas (dann inclusive Quellen) zu sammeln, gibt es ja leider nicht.
Stattdessen immer dieselben – oft schwachen oder falschen – Argumente unter Blogs oder in un-relevanten Foren statt auf dem (erst Kreis- dann Land- dann Bundes)-Parteitag. Das hilft dem Ziel der Verbesserung leider nicht.

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ninjaturkey 29. April 2011 um 15:22

Erinnert ein wenig an die Applestudie des „Nowledge Navigators“ (bei Youtube zu finden) von 1987. Jaja, alles Utopisten wie sie im Buche stehen 😉

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Strogg 29. April 2011 um 21:21

„Das folgende Video dauert 13 Minuten. Das ist nicht kurz. Aber das Investment in Sachen Zeit ist es wert. Ich selbst war sprachlos.“
Wow, genau so ging es mir. 1994! Und trotzdem teils besser als alles was wir haben.

Was da alles drin war, selbst Dinge wie Groupon (Gutscheine) sind da quasi schon erdacht.

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7. April 2011 bis 4. Mai 2011 « Notizen 4. Mai 2011 um 9:18

[…] Prototyp des iPad – 1994 – das Jahr, in dem Medienhäuser weiter waren als 2011
Forschung des 2006 verkauften Medienhauses Knight-Ridder […]

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Webaktiviäten vom June 6th | Wolfgang B. Ruge 6. Juni 2013 um 16:46

[…] Shared 1994 – das Jahr, in dem Medienhäuser weiter waren als 2011. […]

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