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Es war wie ein Unfall. Man weiß, dass es schlimm ist – aber wegschauen geht auch nicht. Und schlimm war es. Es tat weh. Weh, weil die deutsche Sprache zwar schwer ist, aber doch auch schön. Weh, weil ich Menschen sah, die sich so offensichtlich unwohl in ihrer Haut fühlten, trotzdem aber öffentlich auftreten mussten. Weh, weil ich mich selbst sah und erkannte, dass ich so nicht sein will. Weh, weil gute Ansätze mit voller Wucht gegen eine Stahlwand gehauen wurden.

Wovon ich schreibe? Gestern präsentierte Vodafone seine neue Markenstrategie in einer öffentlich übertragenen Pressekonferenz. Und die ganze Sache ist auf so vielen Ebenen verfehlt, dass nun ein sehr langer Blog-Eintrag folgen wird.

Lesen Sie bitte trotzdem weiter. Bitte schauen Sie auf dieses Bild:

Erkannt? Es handelt sich um die alte Kampagne des Stromkonzerns E-On mit Arnold Schwarzenegger. Und sie steht als Sinnbild für das, was gestern bei Vodafone passierte.

Für jene, die es nicht gesehen haben: Vodafone beerdigt die Marke Arcor und startet eine Kampagne, die Menschen ansprechen soll, die besonders aktiv im Internet sind.

So einfach lässt sich das zusammen fassen. Wenn man des Deutschen noch mächtig ist. Womit wir bei jenen Herren von Vodafone und der dienstleistenden Agentur Scholz & Friends wären, die gestern auf der Pressekonferenz sprachen. Diese PK, wie es jargonisch abgekürzt wird, wurde live ins Internet übertragen. Und neben dem Bewegtbild konnten Nutzer von Facebook ihre Kommentare hinterlassen, der Comment Stream war implemented, wie man bei Vodafone sagen würde.

Das ist eigentlich eine tolle Grundlage und – wie so viele – gratuliere ich dem Konzern für seinen Mut. Allein: Das Bild, das sich bot, war erschreckend. Denn die Veranstaltung war in einem Anfall von Tanja-Anja-Coolness in einen Truck verlegt worden, in dem als Sitzgelegenheiten rückenbeugende Hocker vorhanden waren, auf denen nun die Journalisten – weil sie ja mitschrieben – ein Bild von eifrig notierenden, devot buckelnden Schreibknechten boten.

Dies allein war schon schlimm. Noch fürchterlicher wurde es durch die nicht enden wollende Flut dümmlicher Buzzwords, mit denen die Vodafoner um sich warfen, gepaart mit Folien in einer Commodore-64-Nostalgie-Optik.

Mit einem Mal wurde mir, wie dem Kollegen Björn Sievers, klar: So hast Du auch schon dagesessen, Dutzende Male. Und es ist so, wie Du nicht sein willst. Du bist Journalist. Du willst Unternehmensvertretern nicht durchgehen lassen, dass sie Deine Zeit mit hohlen, dümmlichen, angelsächsichen Phrasen ohne jede Tiefe stehlen.

Und ich schwor mir: So werde ich auch nie wieder sein.

Denn was die Vodafone und Scholz & Friends-Spitze da ablieferte war eine Unverschämtheit. Es wäre schlimm genug, solche eine Vorstellung im Kreis einer nicht-öffentlichen Pressekonferenz abzuziehen. Für eine Veranstaltung aber, die bewusst geöffnet wurde, war es atemberaubend schlecht.

Nicht, dass ich nicht einiges an Fachbegriffen durchgehen lassen würde. Doch keiner der Vodafoner schien noch in der Lage, sein Anliegen in der Heimatsprache vorbringen zu können. Das ist bei einem englischen Konzern intern kein Problem – aber hatte denn keiner der Herren Lust auf ein gerütteltes Maß an Vorbereitung?

Munter flogen wirre Worte durch den Raum: „Die Manifestation der Kundenbevorzugung… Enkomplexität… Dekomplexität… Enterprise-Clients… Consumer-Clients… Wir geben Dir die Power dazu, wir geben Dir empowerment… Client first.“

Geradezu bizarre Momente gab es auch. Zum Beispiel die spektakuläre Erklärung, künftig setze man auf die Farbe Rot. Was eine echte Innovation für Vodafone ist, denn bisher war die dominierende Farbe im Markenauftritt ja – rot. Im Live-Stream wirkte das Vodafone-Rot übrigens wie Magenta.

Kleiner Einschub: Die Sache mit den öffentlichen Auftritten ist ohnehin nicht die Stärke Vodafones. Kürzlich, beim vom Vodafone gesponserten Auftritt Jan Delays gab auf dem Parkplatz gleich vier Stellflächen, die mit dem Namen des Chefs benannt waren – und gleich das erste Fahrzeug darauf war ein Porsche. Kein schönes Signal in diesen Krisen-Tagen.

Der gestrige Vormittag wäre noch erträglich gewesen, hätten die Buzzword-Bullshitter den Eindruck gemacht, dies sei nun mal ihre Sprache. Doch das Gegenteil war der Fall: Verhaspelt und verstottert wirkte das Management, als bewege es sich in einem Terrain, das nicht das seine ist. Oder kurz gesagt: Wer Fachsprache verwendet, ohne in dieser sicher zu sein, wirkt nicht kompetent.

Genau diese Ausstrahlung betrifft auch die neue Kampagne mit dem wolkigen Slogan: „Es ist Deine Zeit“. Dort tauchen Menschen auf, die durch ihre Netzaktivitäten aufgefallen sind.

***Einschub für die Blogger-Fraktion: Ich finde es nicht verwerflich, bei solch einer Werbekampagne gegen Geld aufzutreten. Von Haus aus bin ich Marktwirtschaftler und deshalb freue ich mich für jeden, der mit seinem digitalen Hobby Geld verdient, ohne andere über diese Geldquellen zu täuschen oder andere zu betrügen.***

Diese Gruppe als Werbe-Figuren zu installieren ist eine gute Idee, denn sie hält die Waage zwischen Prominenz in gewissen Kreisen und Menschen aus dem Alltag. Nur: Der Grund-Spot, der ja eigentlich neugierig machen soll, ist ein Ausbund an Beliebigkeit. Da trällern Menschen ein Lied, wer sie nicht kennt, wird sie nicht kennenlernen und auch nicht kennenlernen wollen. Unterlegt ist das mit einem David-Bowie-Song aus dem Jahr 1977, was die Zeitgemäßigkeit auf ein Minimum reduziert.

Das ist ein Spot aus dem 08/15-Repertoire der Werber. Garniert wurde er gestern mit grandiosen Erkenntnissen wie: Bestandskunden sind wichtiger als Neukunden. Das habe ich schon mal gehört. Es war in einem Hörsaal, die Veranstaltung hieß „Absatzwirtschaft“, es war das zweite Semester meines Studiums im Jahr 1990. In die gleiche Innovationsstufe fällt die Ankündigung, Vodafone stelle künftig den Kunden in den Mittelpunkt.

Hätte es auch anders laufen können? Ja. Zum Beispiel so, wie Johannes Kleske es imaginiert.

Als Sahnehäubchen gibt es dazu eine Pressemitteilung. Eine, die ich künftig bei Vorträgen über das Verhältnis von Journalisten und PR-Leuten verwenden werden. Weil sie so heißluftig ist wie selten etwas, was ich von einem Großkonzern gelesen habe. Sie beginnt so:

„Vodafone Deutschland mit neuem Markenversprechen – Kunden werden zu Helden des Alltags“

Echt? Ich schließe nen Vertrag ab und die garantieren mir, dass ich Held werde? Mit Orden? Und Urkunde?

„Ein-Marken-Strategie stellt Kunden in den Mittelpunkt“

Ach, ich dachte das Unternehmen tut es. Oder die Serviceabteilung. Ist aber nur die Ein-Marken-Strategie.

„Mit einem völlig neuen…“

Nicht nur neu – völlig neu!

„…Markenverständnis schreibt Vodafone künftig…“

Morgen, Morgen, nur nicht heute…

„…ein neues Kapitel…“

Epochal! Historisch! Für die Ewigkeit!

„…der erfolgreichen…“

Was sonst?

„…Unternehmensgeschichte.“

Obwohl: Wenn die so erfolgreich ist, braucht man dann eine epochale Kampagne?

„Der nahezu abgeschlossenen…“

Aber fast haben wir es schon geschafft.

„…Integration von Vodafone und Arcor und einer einheitlichen Organisation und Struktur folgt konsequent der einheitliche Außenauftritt mit einer Marke gegenüber Kunden und Partnern.“

Also ich finde die Vorstellung von Marken, die sich gegenüber ihren Kunden aufstellen ja eher nicht so erfreulich.

„…Damit legt Vodafone Deutschland die Basis für weiteres Wachstum und schafft die Voraussetzung, das beste Kommunikationsunternehmen Deutschlands zu werden.“

Interessant: Zum einen sieht Vodafone sich nicht als Nummer eins, zum anderen garantieren sie Wachstum.

Den vollständigen Heißluftballon lesen Sie hier.

Der Spot nun soll die Marke „emotionalisieren“ mit besonderem Blick auf die „Generation Upload“. Womit wir bei den nächsten zwei Ebenen wären, auf denen Vodafones Vorgehen für mich verfehlt ist.

Da wäre zum einen schon der Begriff der „Generation Upload“. Denn hochladen – das ist einseitig. Die Titulierung verschweigt, dass jener Vorgang des Dateneinstellens in das WWW für viele nur der Anfang ist. Sie tun das nicht um des Selbstzwecks wegen, sondern um Kommunikation zu erzeugen. Die „Generation Upload“ ist in Wirklichkeit eine Generation Kommunikation.

Somit aber läuft sie einem bequemen Konzernalltag entgegen. Das zeigte sich auch bei der Pressekonferenz. Rund 2000 Kommentare sollen aufgelaufen sein, die meisten ware lästerlich bis böse. Die Redner der PK bekamen, wie die Journalisten, nichts mit von diesem Kommunikationsstrom. Sie konnten gar nicht reagieren. Am Ende wurde nicht mal eine Hand voll Fragen beantwortet.

Und jetzt, einen Tag später, wäre ja noch Zeit zur Reaktion. Zeit, für eine Stellungnahme zum sauber argumentierten Vorwurf, Vodafones Angebot vertrage sich nicht mit den bunten Bildern von netzaktiven Menschen.

Kommunikation aber ist allein gewünscht, wenn Vodafone den Kanal freigibt. Nur: So tickt sie nicht, diese Generation.

Vodafone scheint davon auszugehen, dass der Grund der Internet-Aktivität die Selbstdarstellung ist. Deshalb auch die Behauptung, nun werde man jedermann zum Star machen im Sinne Andy Warhols. Nur ist der Antrieb für viele im Web eben kein Star-Sein-Wollen.

Das spielt hinein in eine Fehlwahrnehmung von vielen in Wirtschaft und Politik. Sie orakeln von einer „Internet-Community“ und es schwingt „Geheimbund“ mit. Tatsächlich aber sind Internet-Anwender keine Gemeinschaft und kein Geheimbund. Sie haben nur einfach eine Technik in ihren Alltag aufgenommen. Damit sind sie so sehr eine einheitlich anzusprechende Community wie es Autofahrer, Fernsehzuschauer oder Buchleser sind – nämlich gar nicht. Es zeugt von einer großen Distanz jener, die glauben dort eine Gemeinschaft auszumachen, und der gewaltigen Masse Menschen, für die das scheinbar Geheimnisvolle längst Alltag ist.

Für mich stellt sich aber auch die Frage, ob all die Kampagnen – egal ob von Vodafone, Telekom oder O2 -, die versuchen aus Telefonleitungen, Datenverbindungen und Handynetzen etwas Cooles zu machen, komplett an der Realität vorbei gehen.

Telefonleitungen werden ökonomisch und politisch ähnlich eingeordnet wie Stromleitungen. Sie sind Infrastruktur. Kann Infrastruktur emotional sein? Fühle ich mich tatsächlich cool, wenn ich mit Vodafone telefoniere? Vor allem aber: Werde ich meinen Mobilfunk-, Telefon- oder DSL-Dienstleister wechseln, weil ein anderer besser meine Emotionen anspricht?

Ich behaupte: nein.

Die Crux dieser Branche ist, dass der Kunde sich seines Kundenseins nur bewusst wird, wenn etwas nicht funktioniert. Wenn die DSL-Leitung nicht funktioniert, die Handy-Abrechnung zu hoch ist oder das Telefon schweigt. Dann sucht er Kontakt, er will kommunizieren – und läuft vor die Wand. Denn die Betreuungs-Telefone, auf vodafonisch „Hotline“, kosten nicht nur Geld. Häufig sind sie überlastet. Weil aber lange Wartezeiten nicht erwünscht sind, wird der Hilfesuchende im Moment, da er hoch emotionalisiert ist, häufig abgewiesen. Alle Plätze seien besetzt heißt es dann – man möge zu einem undefinierten, späteren Zeitpunkt anrufen. Hey, es ist Deine Zeit, verbring sie mit der Wahlwiederholung. Und wenn Du dann durchkommst, kriech selbst unter denen Computer und bastel es mit dem Hörer am Ohr wieder hin – einen Techniker gibts nur in Ausnahmefällen und gegen Geld ins Haus.

Natürlich können auch Telekom-Konzerne Produkte verkaufen, die in gewisser Weise emotional sind. Zum Beispiel das Iphone oder den Blackberry. Nur: Dies sind eben Produkte anderer Hersteller. Die Telekom bekommt von der Iphone-Coolness nur ein Stück ab, einen kleinen Brocken.

Man möge mir etwas anderes nachweisen. Aber ich behaupte: Die meisten Menschen wählen ihren Kommunikationsdienstleister nach dem Preis oder den Endgeräten aus. Ihr größter Wunsch ist technische Leistung zu einem angemessenen Preis.

Und deshalb sind Kampagnen wie die von Vodafone oder die der Telekom verbranntes Geld. Eine Chance aber hätte das Unternehmen, das die Vodafone-Sprüche in die Tat umsetzen würde. Das einen Technikerdienst anbietet, der in die Wohnung kommt. Der Hotlines gebührenfrei macht. Der bei Überfüllung der Hotlines Rückrufe anbietet. Kurz: Der kein Produkt verkauft, sondern eine Dienstleistung erbringt.

Das aber hat weniger Glamour. Denn Dienstleistungen werden meist nüchterner verkauft, mit weniger bunten, aufregenden Bildern. Und Dienstleistungsqualität zu steigern und hochzuhalten ist ein hartes Geschäft.

Also verlegt sich mancher Manager lieber auf die bunte Welt der Bilder. Und geht dann der Absatz nicht nach oben, kann wenigstens ein Teil der Schuld auf die verfehlte Werbekampagne geschoben werden – also auf die ausführende Agentur. Außerdem ist es doch für das eigene Ego viel toller mal so eine richtig schöne Kampagne zu fahren, jeder Werbespot ein Streicheln des Egos. Aus diesem Denken ist damals auch Mix-it-baby enstanden. 22,5 Millionen Euro hat sie angeblich gekostet. Zahl der Kunden, die sich für das Produkt begeisterten: 1.100.

Ironischer Nachtrag: Und für die Web-Vielnutzer wäre dieser Spot vielleicht ja treffender gewesen – ebenfalls aus dem Hause Vodafone:

(Gefunden im Twitter-Feed von Julius Endert)

Nachtrag II: Es gibt auch ein Vodafone-Blog. Und das ist ein Musterbeispiel, wie unauthentisch, platt und unkommunikativ Unternehmen bloggen können. Der Text über die Dschänneräschen Aploht lässt mich fragen, ob der Autor (Gustav Gründgens?) vor dem Tippen bewusstseinserweiternde Halluzinogen konsumierte.


Kommentare


Jens 9. Juli 2009 um 15:41

@Thomas:
Du schreibst, dass es sich eigentlich nur um eine Infrastruktur wie Strommasten handelt die keinerlei Emotionen weckt. Da möchte ich Dir dann doch widersprechen:

Sie kann negative Emotionen wecken. Ich meine da jetzt nicht umfallende Strommasten in Ochtrup, sondern Telekommunikationsanbieter die durch ihr Agieren für schlechte Stimmung sorgen. Die Gründe hierfür hast Du ja aufgezählt.

Ich beispielsweise bin sicherlich nicht Kunde bei T-Mobile geworden, weil ich das Unternehmen hipp und toll finde – sondern weil T-Mobile exklusiv ein Gerät anbietet, was ich unbedingt haben wollte. Hätte mein alter Anbieter ePlus das auch in einem vernünftigen Angebot gehabt, dann wäre ich dort geblieben. Nicht weil ich ePlus super toll fand – sondern weil ich schlicht und ergreifend zufrieden war und keinen Grund für einen Wechsel.

Habe ich ja bei Strommasten auch eher selten. Außer die Stadtwerke Münsterland bringen demnächst das iPhone heraus. 😉

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Jochen Hoff 9. Juli 2009 um 15:58

Ich als Teil der Bloggerfraktion finde es schon verwerflich, wenn man sich auf der einen Seite über Zensursula aufregt und dann Werbung für die Firma Vodafone macht, die ohne Not sofort ihre tiefste Bereitwilligkeit für Netzsperren erklärt hat. Das ist nicht Marktwirtschaft, das ist einfach nur dämlich.

Aber auch ich fühle nichts besonderes wenn ich über Vodaphone (handy) und Arcor (Dsl, Festnetz) telefoniere. Vodafone war einfach schlecht beraten. Scholz & Friends sind einfach Mist. Sie haben das Netz nicht annähernd verstanden.

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Thomas Knüwer 9. Juli 2009 um 16:11

@Jens: Ich glaube, wir sind da auf der gleichen Seite. Mit der Emotionalisierung meinte ich eine positive Emotionalisierung.

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sven 9. Juli 2009 um 16:14

\“Garniert wurde er gestern mit grandiosen Erkenntnissen wie: Bestandskunden sind wichtiger als Neukunden.\“

Leider ist das in der Mobilfunkbranche eine sehr neue Erkenntnis und darum wirklich erwähnenswert. Jahrelang war nur der Neukunde in guter Kunde, dem massiv Geld entgegen geworfen wurde. Langsam setzt ein Umdenken ein mit Vorteilen für Bestandskunden. E+ und o2 haben da erste Anfänge gemacht. Mal schauen was Vodafone damit meint.

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Roland 9. Juli 2009 um 16:26

Ich hab das Video erst zu 50% durch, aber meine Begeisterung für die verklärte Marketing-Romantik ist jetzt schon grenzenlos. Generation Upload, Vodafone 2.0, Can-Do-Spirit, Dominantes Rot.
Alleine die Alibi-Bloggerin am linke Rand ist schon sehenswert. Es ist Deine Zeit.

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Julia 9. Juli 2009 um 16:26

Ich setze einen Punkt unter diesen Text.
Als Teil der Zielgruppe dieser Werbung fühle ich mich absolut nicht angesprochen; Der Film hat null Aussage, meiner Meinung nach.

Außerdem sollte ein Telefonanbieter nicht ausschließlich versuchen, mir ein Lebensgefühl zu verkaufen – sondern sich lieber um guten Service und bezahlbare Preise kümmern, oder?

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Carsten Schulz 9. Juli 2009 um 16:28

Hallo Thomas, ein sehr schöner Artikel, der das ganze Debakel der \“PK\“ trotz des Mutes zur multidirektionalen Kommunikation von Vodafone mit Facebookintegration, Zuschauerfragen, Livestream etc. verdeutlicht. Vor allem ist mir aber eine Aussage von Dir aufgefallen:
\“Werde ich meinen Mobilfunk-, Telefon- oder DSL-Dienstleister wechseln, weil ein anderer besser meine Emotionen anspricht? Ich behaupte: nein.\“
Damit leistest Du Deinen Beitrag, eine Mär, die uns die Werbebotschaften täglich aufdrängen wollen, zu zerstören. Dafür danke ich Dir!

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Schoschie 9. Juli 2009 um 16:31

Ich setze ein virtuelles √ unter jeden Absatz da oben.

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Wittkewitz 9. Juli 2009 um 16:32

Also. Wer sich selbst erklären will, kann das tun. Wer eine Pressekonferenz einberuft, sollte eine Nachricht in petto haben. Was eine Nachricht ist? Etwas, dass einen hohen Neuigkeitswert hat oder etwas Bekanntes in ein andere Licht rückt. Nun haben Firmen früher Produkte oder Dienstleistungen verkauft. Werbeagenturen haben ihnen aber eingeredet, dass das beste Produkt ihr Firmenname sei. Daher gab es dann solche Dinge wie eon, agravis, veolia. Wortmarken, die noch keinerlei Auftreten in der Googlewelt erlebten.

Nun geht man soweit, dieses Branding als Nachrichtenwert darzustellen. Scholz&fFriends haben keinerlei Erfahrung im Bereich Public Relations. Insofern waren sie auch nicht in der Lage, zu erkennen, worin der Unterschied zwischen awareness (Währung der Werbewelt) und Nachricht (Währung der Öffentlichkeit) zu erkennen.
In der Folge konnten Sie vodafone auch nicht erklären, dass Web 2.0 auf dem dialogischen Prinzip basiert. Auch der junge Türsteher, der als Web 2.0 Strategieberater hausieren geht, kann das nicht verstehen, weil auch er das Web noch sehr einsnullig auffasst, nämlich um ein männliches Boxenluder der Werbe-Formel1 zu werden.

Man kann das auch dem Vorstand nicht vorwerfen, dass das Gefasel, dass die Eigentümer und Claqeure beeindruckt, bei den Einheimischen des Web wenig Verständis findet.

Die Verantwortung trägt einfach derjenige, der die falschen Berater zur richtigen Entscheidung eingeholt hat.

Vielleicht ist es der Controller. Vielleicht aber auch wurde einfach das genommen, was so gerade am meisten kreischte. Die neue Website von JungundMatt deutet darauf hin, dass sie sich jetzt auch bewerben um den nächsten Auftrag des nächsten Marketingvorstands. Der Berater wird dann wohl Sixtus sein und die Werbeikone könnte dann das schöne Fräulein Bauerfeind werden.
Allein ihretwegen würde ich mir alle Plakate der tollen Firma von den Straßen reissen. Aber irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass keine der dollen Agenturen schon im 3. Jahrtausend angekommen ist…

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Alf 9. Juli 2009 um 16:42

> Mit einem Mal wurde mir, wie dem Kollegen Björn
> Sievers, klar: So hast Du auch schon dagesessen,
> Dutzende Male. Und es ist so, wie Du nicht sein
> willst.

Und? Keine Eier bei sowas einfach aufzustehen und zu gehen? Das ist es, was \“wir\“ (diese Netztypen) Journalisten vorwerfen: Keine Eier zu haben.

Wie viele Journalisten saßen da, und haben das Hervorgebrachte kommentarlos geschluckt, wie eine Hafenhure bei der Verrichtung einer Dienstleistung?

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Node 9. Juli 2009 um 16:52

@Roland: FYI: die \“Alibibloggerin\“ ist Carmen Hillebrand, Pressesprecherin von Vodafone. 🙂

Ansonsten spricht mir der Artikel (leider) aus der Seele.

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Christoph 9. Juli 2009 um 17:07

Warum guckt der Lobo so böse?
Warum wackelt \“Äff Emm Schmidt\“ beim Reden? Was ist ein \“Klehm\“?

Antworten

Thomas Knüwer 9. Juli 2009 um 17:26

@Alf: Solche zwei Veranstaltungen haben zwei Haken. Der erste ist: Einfach gehen wäre zwar möglich, aber wie bei Kongressen auch, gibt es hinterher Interessantes – nämlich die informellen Gespräch.

Der zweite Punkt ist ein trauriger: Viele Kollegen werden sich hinterher fragen, was sie nun gehört haben. Häufig realisiert man das aber erst hinterher, beim Durchschauen der Notizen. Detailliert hat das Stefan Niggemeier jüngst anhand von Dieter Gorny beschrieben:
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/understanding-dieter/

Und dann entschließt sich mancher einfach dazu, irgendwie die Pressemitteilung umzuformulieren. Traurig, aber wahr.

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Paul Neuhaus 9. Juli 2009 um 17:29

Grundsätzliche Zustimmung.
Aber kleine Ergänzung am Rande, die Vodafone-Hotline ist seit ich mich zurückerinnern kann kostenfrei:
0800-1721212

Ändert natürlich nicht viel am großen Ganzen.

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Chris 9. Juli 2009 um 18:29

Solche Artikel schreibt Niggemeier auch, nur sind die meistens etwas interessanter.

Was ist schlimm daran, wenn der Vodafone-Chef vier Parkplätze hat und gleich auf dem ersten ein Porsche steht?

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Thomas Knüwer 9. Juli 2009 um 18:38

Es ist eine Frage der Außendarstellung. Wer Menschen führen will, wird automatisch zum Vorbild. Gerade in Krisenzeiten.

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buhmel 9. Juli 2009 um 18:41

Mein ganz persönliches Highlight war \“Eff-Ähm\“, ein wie ich finde treffender Spitzname für \“Frank-Michael\“ Schmidt, CEO Scholz & Friends, der Folgendes bekundete:
\“[…] Und ein Punkt war schon zu sehen, was bringt Vodafone aus der Historie mit und da bringt es natürlich etwas mit, Herr Joussen hat es angesprochen aus der D2-Historie das war damals in der Wiege des Mobilfunks in Deutschland natürlich schon die Privatversicherung etwas besonderes für die Kunden und für aktive Kunden, für Macher und die anderen, das war eher die AOK. Was bringt Vodafone noch mit…\“

Soweit keine schlimme, vielleicht sogar verständliche Äußerung, wäre da nicht Herr Gründgens gewesen, seines Zeichens Director Brand & Marketing Communications von Vodafone.

Dieser intervenierte nach langen Minuten voller Floskeln der anderen drei (!) Personen am Rednerpult… ähm -tresen:

\“Eine Sache muss ich aber richtig Stellen: Die AOK ist auch ein Kunde von Vodafone, ein sehr geschätzter Kunde, die wir auch als Exponenten oder Beispiel für die tolle Telekommunikationslösung die wir integriert im Geschäftskundenbereich anbieten in Zukunft kommunikativ nutzen möchten.\“

\“Eff-Ähm\“:
\“Dazu darf ich auch noch ein Satz sagen – die AOK 2009 ist auch was anderes als die AOK von 1985.\“

Gründgens:
\“Gut – hallo AOK.\“

So viel zum Thema \“gut vorbereitet\“. Spätestens jetzt sollte man überlegen, ob S&F die richtige Wahl war.

Übrigens, der \“nerds go wild\“-Spot wurde auch schon weitergereicht und zwar zur Konkurentin Telefonica bzw. Fonic: http://www.youtube.com/watch?v=DCcde-0Ngq4

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Bocklos 9. Juli 2009 um 18:57

Eigentlich finde ich es lustig, daß schon wieder ein Unternehmen mit \“Web 2.0\“ und \“Social Media\“ und blabla spielt und sich mal wieder auf die Fresse legt. Was die da abziehen, hält meine Oma für zeitgemäß. Aber die ist auch ´ne Oma und Wechselfaul. Der braucht vodafone kein T-Com-Produkt mehr zu verkaufen. Hatt Sie nämlich schon.
Was mich aber neidisch bis traurig stimmt, ist daß irgentwelche Web2.0 Spakkoletten-Berater bei der ganzen Show eine stattliches Honorar kassieren und dann so eine Arbeit abliefern.
Dieses Pseudo-Geduze und Phrasengekloppe ist eine Schande. Können die sich keine guten PR-Leute leisten und Berater, die wirklich Plan von der Materie haben? Aber wahrscheinlich lassen sich die Herren bei Vodafone vom flippigen Web-Experten-ich-hab-ganz-viele-twitter-follower-Gedudel und bunten T-Shirt an mit funky Frisur-Scheiss einlullen… Was geht mir Web2.0 auf den Sack. Ich glaub ich sattel um auf Fleischer oder Holzfäller. Da gibts kein Twitter und Networking heisst Weihnachtsfeier, ist einmal im Jahr und man säuft bis zum kotzen. Irgentwie eine idyllische Vorstellung.

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Reiner 9. Juli 2009 um 19:55

Es muss natürlich \“…über das Verhältnis von Journalisten und PR-Leuten verwenden WERDE.\“ heißen.

Ohne \“N\“ am Ende von \“WERDEN\“.

Ansonsten ganz okay.

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Alex 9. Juli 2009 um 20:54

> Garniert wurde er gestern mit grandiosen
> Erkenntnissen wie: Bestandskunden sind wichtiger
> als Neukunden.
Ach so, darum werden diese bei Festnetz/Internetangeboten mit 24 Monatsverträgen versklavt?
– Auch bei Umzug hieß es: \“Entweder hat ihre neue Adresse schon einen Arcor-Anschluss oder wir können ihr Dorf nicht anschließen oder der Vertrag läuft weiter.\“ Ach so? Und wenn ich zu Freund/Freundin ziehe, die bisher auch schon einen (Nicht-Arcor-)Anschluss haben? Darf ich noch 18 Monate Grundbebühren weiterzahlen.
– Vertragsänderungen, die zu geringeren Grundgebühren führen, sind angeblich \“technisch\“ nicht möglich, so der Verzicht auf mehrere Anschlüsse.
– In der Vergangenheit erlebt: Ein für Neukunden attraktives Angebot für Telefonflat und Internet war zu diesem Preis für Bestandskunden erst ein halbes Jahr später zu buchen.

Sobald ich nur kann, will ich aus diesem Vertrag nur heraus! Saubande, elende!

Wundert mich gar nicht, dass das alles mit Blubber-Bla-Rhetorik versteckt wird.

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Mugros 9. Juli 2009 um 21:42

Auch sehr lustig die \“Versprecher\“:
\“…unsere Nu… äh.. User\“
Ja, Nutzer klingt irgendwie alt, oder?

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Claudia Sommer 9. Juli 2009 um 21:52

Lieber Thomas,

ich finde es gut, dass Unternehmen überhaupt den Schritt wagen. QAlso nicht immer gleich die Keule auspacken, auch wenn der Spot mega langweilig ist

@nico schönen Gruß an die Kreativ-Abteilung.

Web 2.0 taugt nicht für die Hochglanz Werbung, sondern für\’s CRM – Direkte Kommunikation mit seinen Kunden eben. Leider sind ja die, die direkt mit dem Kunden sprechen nicht in der Kommunikationsabteilung angesiedelt, sondern zu 90% outgesourced und arbeiten für 7,50 als sogenannte Call Center Agents.

Bis dieser Paradigmenwechsel stattfindet werden leider noch Jahre vergehen

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annemarei 9. Juli 2009 um 21:56

Aus PR- und marken-strategischer Sicht ziemlich fragwürdig. Den Mut zum \“live\“ zu haben, entschuldigt nicht die fehlende Dramaturgie. Eine PK hat die Zielgruppe Journalisten und nicht \“alle\“. Eine PK ist dazu da, um News und Inhalte anzukündigen. Die Marken-DNA, und sei sie noch so (gefühlt?!) neu, gehört nicht dazu. Damit sollen (und können) die Markenführer etwas anfangen, und nicht \“das Internet, hallo übrigens da draußen\“…

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Lobotomisiert Sascha Lobo! 9. Juli 2009 um 23:43

Schon lustig: Einerseits der deutsche \“Klähm\“ -auf der anderen Seite munteres Denglischen… passt hervorragend
Und Nico Lumma war im Lummaland anstatt als Social Media Director auf der schwer Zwo-Nulligen PK seinem Chef FM die Stange zu halten…

Antworten

Ruprecht Frieling 10. Juli 2009 um 12:00

In 30 Berufsjahren habe ich wohl tausendundeine Pressekonferenz miterlebt und gelegentlich auch veranstaltet. Die Vodafone-PK-Comedy ist aber die mit Abstand grottigste Veranstaltung, und ich betrachte sie deshalb als Krönung eines Schreibknechtlebens, denn tiefer geht es nimmer.

Danke Vodafone, und special thanks to Mister Download, der Gülcan des deutschen Onlinebusiness! Ihr habt tolle 15 Minuten gehabt, in denen Ihr Euch wie ein Star fühlen konntet!

Antworten

Michael Finkenthei 10. Juli 2009 um 13:09

Soweit ich das mal gelernt habe, ist es eine der hohen Leistungen des Journalismus, Informationen zu bewerten und einzuordnen.

.
Gut, in diesem Artikel wurde die inhaltliche Leere der PK ausführlich beleuchtet. Aber tut es wirklich not, lausige Werbespots per youtube einzubinden? Als ob es dafür Geld gäbe… Mit ein bis zwei Absätzen zum Thema \“Generation Upload – aber nur bis 5 GB per Monat, und eher download\“ hätte das Thema doch sehr viel prägnanter ad Acta gelegt werden können. Allerdings weniger unterhaltsam.
.
Mein Fazit: wer für so ein Produkt sein Gesicht – oder auch nur sein Blog – hinhält, sollte wirklich gut von der Bezahlung leben können, für den Rest seiner Tage. Und nicht mehr bloggen müssen, denn der Glaubwürdigkeit hilft so etwas nicht.

Antworten

ralf schwartz 10. Juli 2009 um 13:28

Thomas, bin ich jetzt (nur trackback-technisch, bitte) zu blöd oder nur zu ungeduldig?
Denn im Grunde kann ich es ja 😉
(ist ein anderer Link als der gestrige!)

Also wieder auf diesem Wege: http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2009/07/vodafone-wir-haben-nichts-verstanden.html

(schließlich benenne ich Dich dort als Profi, dann sollst Du das auch wissen)

Antworten

Thomas Knüwer 10. Juli 2009 um 13:52

Ralf, Trackbacks funktionieren hier leider nicht – zu viel Spam. Mehr Spam, als ohnehin schon…

Antworten

ralf schwartz 10. Juli 2009 um 14:04

Ah, gut zu wissen. Und genauer? Hier (Post) oder hier (Blog)? 😉
Dann kann ich konstruktive Konsequenzen ziehen …

Antworten

Thomas Knüwer 10. Juli 2009 um 14:38

Hier im Blog…

Antworten

ralf schwartz 10. Juli 2009 um 14:54

Grazie. Nice weekend … und bis die Tage an dieser Stelle …

Antworten

Frank 11. Juli 2009 um 0:39

Ich habe nur eine Anmerkung zu diesem Gedöns: vodafon sendet und sendet und sendet (ohne Inhalt), und wendet sich an Leute, die senden und senden und senden (egal was) – natürlich denkt niemand daran, daß es da ja noch Empänger geben sollte, damit das Senden überhaupt Sinn macht. Aber vor lauter Senden und Senden und Senden bleibt natürlich niemand mehr über zum Empfangen.
Traurige Welt.

Antworten

Michael Finkenthei 11. Juli 2009 um 10:57

@ Thomas Knüwer:
> Und dann entschließt sich mancher einfach dazu, irgendwie
> die Pressemitteilung umzuformulieren. Traurig, aber wahr.

Wäre es dann nicht besser, den dafür vorgesehenen Platz für irgendwelche Nachrichten freizugeben, die es tatsächlich verdienen, gemeldet zu werden? Man kann doch auch einfach seinem CvD sagen, \“sorry, war nur heisse Luft.\“ – oder klappt dann die Spesenabrechnung nicht mehr?

Antworten

Roald 11. Juli 2009 um 19:13

Ungenau. Eine Generation, die keine Generation ist. Weil Alle dürfen sollen können. Keiner soll ausgeschlossen sein. Alte, Junge … alle Generationen eben. Muss es dann nicht richtig heissen … Alle zusammen upload? Oder Unsere Kunden Upload. Stammkunden und Neukunden Upload. Vodafone Kunden und Neukunden zusammen Upload? Und warum nur Upload? Wird hier bewusst eine andersdenkende Minderheit vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt?
Das ist doch alles halb und reichlich kurz gedacht. Wie mein Kommentar auch. Denn es gäbe noch weitaus mehr zu bemängeln. Ich halte es daher sehr kurz:
Schwache Leistung, Scholz und Freunde. Setzen. Sechs.

Antworten

moldo 11. Juli 2009 um 23:05

Überraschung, Überraschung; Mephisto hats gesagt: Wir alle sind die Generation Upload und – hahaha – für F.M. sind sogar die schon Generation Upload, die gar nix uploaden – es ist schon dabei, wer sich nicht versteckt .. Oh Gott, was für ein Gelaber. Das ist ja nicht mal Marketing 1.0.
Wie waren eigentlich die Häppchen hinterher, Herr Knüwer?

Antworten

Paul 12. Juli 2009 um 0:15

Köstlich, diese Slapstick-Nummer. Nur den Vodafone-Aktionären dürfte das Lachen im Halse stecken bleiben, wenn sie sehen, mit welchen Argumenten diese Manager ihre Werbekohlen verbrennen. So toll laufen die Geschäfte nämlich auch nicht.

Angst und bange wird einem, wenn man bedenkt, für wie unwiderstehlich sich diese Figuren halten müssen. Wer mit Zahlen umgehen kann, muss von Kultur noch keine Ahnung haben. Das zumindest bestätigt diese peinliche Aktion. Also einfach mal ein gutes Netz zu günstigen Preisen bauen – mit 200 Millionen kommt man da sicher ein ganzes Stückchen weiter. Und die Kunden kommen von allein. Oder ist das Gefasel vielleicht nur Ausdruck des Unglaubens ins eigene Produkt?

Antworten

Henry 12. Juli 2009 um 12:21

Für mich die bislang beste Zusammenfassung dieses Klammauks! Großartig geschrieben.

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Gerold 12. Juli 2009 um 14:23

Vodafone: .. Okay, wir machen das mit den Fähnchen!

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cypher 12. Juli 2009 um 14:46

\“Gülcan des Onlinebusiness\“
DANKE
*notier*
Auch der Artikel ist lesenswert .. auch hier DANKE

Zu den Werbefutzis hab ich ja eh noch nie nen Bezug gehabt …
Produktwerbung könnte für mich aus schwarz auf weiß geruckten, tabellarisch aufgeführten technischen Daten bestehen. Mehr will ich doch von denen nich wissen.
OK bei Hardware dann noch farbige Bildchen von allen Seiten. Nen \“hipper\“ Typ der da als Beispiel das neue Gerät in die Kamera hält hilft bei meiner Kaufentscheidung nich weiter.
Was ich ich damit mache und wie ich es benutze und wie es mein Leben verändert, brauchen die mir nich zu erklären.

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Bolfo 14. Juli 2009 um 20:46

Die Generation Golf ist jetzt also die \“Generation Upload\“? Aha. Hauptsache man kann das Ganze abwracken und bekommt Entschädigung vom Staat dafür.

Diese ganze Kampagne ist schließlich nur eins: Schrott.

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Joe 15. Juli 2009 um 9:59

Hi Zusammen,

über Markenstrategie/-versprechen und der damit vielleicht verbundenen Emotionalisierung kann man wie immer streiten. Wer sich auch immer dadurch angesprochen fühlt?! So muss es ja auch sein um Blogs und Foren am Leben zu halten.

Meinungen und Emotionen zu äußern macht auf alle Sinn, aber jeder Beitrag lebt auch von einer guten Recherche. Z.B.: Die Betreuungs-Telefone (Hotline) sind bei Vodafone kostenlos.

Das war meine Zeit. 😉
Joe

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mark.two 16. Juli 2009 um 13:39

Ich glaube es war schon vermerkt worden: Die Vodafonis haben eine kostenlose Hotline. 😉

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Frank Didszuleit 17. Juli 2009 um 13:21

LOLLL… !!! … erst fragte ich mich \“C64-Optik\“??? Aber es gibt tatsächlich keine bessere Bezeichnung!!! :-))) Danke Thomas, für den Lacher des Tages!!

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wumbaba 19. Juli 2009 um 11:48

Erinnert sich von euch noch jemand an die zeit, als wir anfingen aus dem meer ans land zu gehen? Die fischschwarmkönige fanden das alles ganz spannend und haben sich am ende auch einen frosch zur pressekonferenz geladen und von der tollen welt da draussen an land gesprochen. Allein, ihnen gehörte die zukunft nicht.

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B.Esser 19. Juli 2009 um 13:06

Tja, da fragt man sich natürlich schon, warum sich vodafon nicht vorher bei den einzigen Typen, die das web 2.0 voll & ganz verstanden haben (= die werten Kommentatoren dieser Seite), erkundigt hat, ob das auch \“richtig\“ ist, was sie sich da haben zusammenschrieben lassen. Ach so, ihr glaubt, Werbung sei \“Produktinformation\“! Ist ja süß. PS: Schon mal daran gedacht, das ihr gar nicht die Zielgruppe seid?

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Jan 20. Juli 2009 um 2:35

> PS: Schon mal daran gedacht, das ihr gar nicht die
> Zielgruppe seid?

Warum erzählt mir Vodafone dann, ich wäre es? Ich will ja gar nicht, aber wenn die so ankommen …

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Frank W. 22. Juli 2009 um 16:17

Bei Manifestation der Kundenbevorzugung, Enkomplexität, Dekomplexität etc. fällt mir Goethes Faust ein:
Geschrieben steht: „Im Anfang war das Wort!“
Hier stock’ ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
Ich muss es anders übersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.

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Der Fahnder 23. Juli 2009 um 6:57

Das Management von Vodafone und von Hinz und Kunz und Friends zeigt nur öffentlich, wie Manager arbeiten und wofür so hohe Gehälter und Bonis bekommen, damit sie nicht in die Öffentlichkeit treten und keinen Schaden anrichten. Das hat sich jedoch noch nicht rum gesprochen. Der weiße Riese bleibt ein Symbol, während man schon sehr schnell demnächst fragt, wo der rote Riese abgeblieben ist. Wo davon ist Vodfone ?

Der Beitrag hier ließ mich ein bischen recherieren über wirklich alle Beteiligten in diesem Schauspiel. So habe ich mich dann mit den Bloggern befasst, denn wer für Rot stimmt, hat irgendwas im Keller liegen, was keiner sehen soll.

Mein Job ist es zu kombinieren und recherieren und mit den richtigen Stichworten, trifft man mit Google und Yahoo sehr oft in ein Wespennest. So fand ich bei einem Held des Alltags u.a. Zeichnungen von nackten Kindern – da viel Wert auf das Erkennen des Geschlechtsteils gelegt wurde und die Possen auch als breitbeinig bezeichnet werden können, hat dies nichts mit Kunst oder Karikaturen zu tun, sondern zeigt eine gewisse Geisteshaltung.

In Zeiten, wo das Thema Kindesmißbrauch durch alle Medien geht und in denen auch immer mehr aktive Pädophilie gefasst werden, könnte man wohl etwas diskreter mit diesem Thema umgehen, besonders wenn man selbst plötzlich im Rampenlicht steht.

Dieser Held hat dies jedoch nicht nötig, da genug Rückendeckung besteht, als Referent in der CDU und die Familienangehörigen, die im gleichen Haus wohnhaft sind, finden man in gewichtigen Positionen bei der Deutschen Bank und bei Westlotto wieder.

Es kommt alles ans Licht und die Helden ins Rampenlicht und im Licht wird man nicht nur im Internet plötzlich durchsichtig. Der gläserne Mensch kann nichts mehr verbergen oder geheim halten. Es lebe Web 2.0 und mit einer schnelleren Internetverbindung spart es ZEIT – meine Zeit.

Es ist meine Zeit, es ist unsere Zeit, es ist die Zeit der Fahnder und der Pressefreiheit, damit was ans Licht kommt, auch dauerhaft erhalten bleibt – schwarz auf Weiß !

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js 26. Juli 2009 um 17:54

Ich finde die tolle Vodafone-Kampagne genial. Da waren Top Kreative am Werk, die eine innovative und starke partnerschaftliche Marke wie Vodafone neu und spannend inszeniert und damit den Kunden die Produktvorteile nahebringt. Die starke internationale Marke Vodafone trumpht hier mit Topstars der Szene auf und spricht genau die Sprache der Kunden. Vodafone spricht damit auf Augenhöhe der Kunden und ist ein starker und trendsicherer Partner rund um die digitale Kommunikation von heute und von morgen. Vodafone bedient die komplette Klaviatur der digitalen Welt. Web 3.0. Ein Top-Treffer für die Kreativen von Scholz und Friends. Die hohe Resonanz spricht klar für sich. Natürlich hat so ein starker interdisziplinärer Auftritt Neider.

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Alexandra 30. Juli 2009 um 9:45

Also der Mut den Vodafone hier gezeigt hat, ist wirklich auch das einzige, was man an dieser Kampagne bewundern kann. Alles andere wirkt doch für meinen Geschmack extrem übers Knie gebrochen und sieht nach einer ganz großen Hauruck-Aktion aus. Ich bezweifel, dass Unternehmen, mal eben einfach so die Vorteile des Web 2.0 nutzen können. Ich glaube sie müssen sich zumindest mal ein paar Web 2.5 Strategien aus denken, um die Kunden auf eine innovative Art und Weise zu erreichen.

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Helge 1. August 2009 um 0:16

Unsinnige Sätze von Sprachpanschern. Ob die eigentlich darüber nachdenken, was sie sagen? Das ist unterste Gosse, jeder Kneipengeast nach 22 Uhr bringt noch inhaltsreichere Sätze rüber.
Und Sascha Lobo musste (wollte?) das für seine zwei Sätze sehr lange aushalten.

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Netter Versuch, aber „Dialog“ sieht anders aus! o2 und die Behinderten « Not quite like Beethoven 26. November 2009 um 0:18

[…] mit Kunden sieht anders aus. Aber im Unterschied zum als Vodafail bekannt gewordenen Versuch eines Mitbewerbers sehe ich hier einigermaßen gute Möglichkeiten, das Ganze […]

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Ze.tt, Byou, Bento – Wie Verlage Assistenzärzte für dumm verkaufen 24. September 2015 um 18:27

[…] die “Generation Hashtag” (Wortschöpfung von Spiegel Online, die mich an Vodafones missratene Generation Upload erinnert)  oder halt die Millennials. Diese neuen Angebote tragen dann Namen, die alte Menschen […]

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