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Das Internet ist für Sie, lieber Leser, Teufelszeug? Ein Beweis, dass es mit unserer Kultur bergab geht? Sie halten Journalisten, die Videos für das Internet produzieren für eitle Selbstdarsteller? Und Weblogs drehen sich nach Ihrer Meinung nur um sich selbst? Dann bitte, lesen Sie weiter… Zunächst ein Blick auf einen Artikel aus der „Süddeutschen Zeitung“, der so pseudointellektuell-platt war, dass ich keine Lust hatte, ihn auseinanderzunehmen. „Brummen vor Selbstgenuss“ handelt von Journalisten-Videoblogs und wurde verfasst von Ijoma Mangold. Und wenn Mitarbeiter der Feuilletons von „Süddeutscher Zeitung“ oder „FAZ“ anderen Selbstreferentialität vorwerfen, dann ist das schon heftiges Werfen von Gläsern im Steinhaus.

Harald Martensteins Videoblog wird auch erwähnt. Und er antwortet mit einer stellenweise brillanten Replik, die hier als Wochenausklang empfohlen sei:


Kommentare


Marc | Wissenswerkstatt 8. Dezember 2007 um 12:29

Was den Selbstreferentialitätsvorwurf anlangt, so liegt Ijoma Mangold in seinem Artikel natürlich meilenweit daneben. Das ist Quark, logo. Es wäre ein leichtes, diese Eigenart für jedes beliebige Medium nachzuweisen.

Insgesamt finde ich den SZ-Artikel aber keineswegs für so unsäglich oder \“pseudointellektuell-platt\“, man kann über einzelne Thesen streiten, aber er beinhaltet auch richtige Feststellungen.

Danke dennoch für den Link auf Martensteins-Replik, die zugegebenermaßen auf die 1-2 Schwachpunkte in Mangolds Text hinweist.

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Harald 8. Dezember 2007 um 19:10

Martensteins Videoblog hat die selbe Intromelodie wie Oliver Gehrs Spiegelkritik? Seltsam, oder soll das die Erkennungsmarke von watchberlin a la Dadadadáda-T-lekom sein.

Was die Parallelen die Martenstein zwischen Videoblogs und Zeitungen mit dem Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm zieht angeht, würde ich sie eher mit dem Aufkommen des Privatfernsehens vergleichen: Anfangs eher unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit (\“fragmentiert\“, wie es Mangold nennt) und wegen einiger technischer und inhaltlicher Mängel belächelt, aber dann durch innovative Konzepte (heute leider selten) und hohen Mittelzufluss durch die Privatwirtschaft immer stärker und wichtiger.

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Ute 10. Dezember 2007 um 9:54

Also ich muss zugeben, die Dame hat völlig recht! Matussek und Martenstein sind wirklich bisweilen unerträglich. Auf der anderen Seiten offenbaren diese beiden V-Logs sehr eindrucksvoll und ungeschminkt, was für eitle, selbstverliebte Fatzkes jene Kulturjournalisten sind.

Wobei das mit dem Video Bloggen in der Tat eine schwierige Angelegenheit ist, sowas hat ja irgendwie vorher noch keiner vorher gemacht. Insofern finde ich es schon mutig, dass sich selbst gestandene Männer in das Mäusekino \“trauen\“. Und alles, was derzeit im Netz an kreativen neuen Ideen passiert, ist gut, und sei es, dass andere es dazu nutzen, es genau so nicht zu machen.

Insofern agiere ich frei nach dem Internetmotto: Suum cuique – man muss es sich ja nicht ansehen.

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The Stig 10. Dezember 2007 um 15:00

Inzwischen sieht man ein Video von Michel Friedman…

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Anschluss 12. Dezember 2007 um 20:15

@Stig:
Ich seh nach wie vor das Martensteinvideo…

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