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Der Grimme Online Award (wer hat in Marl eigentlich Anglizismen frei gegeben?) hat einen besonderen Klang. Denn Grimme heißt eben auch, ja, eben Grimme. Selbst wenn der Fernsehpreis zu einer Selbstbelobigungsarie der Öffentlich-Rechtlichen degeneriert ist. Die Online Nominierungen also sind da. Fröhliche Geister sagen: „Da sind ein paar dicke Überraschungen dabei.“ Pessimisten fragen: „Hä?“ Wieder einmal ist die Auswahl der Nominierten höchst bemerkenswert. Fast so bemerkenswert übrigens wie die Tatsache, dass auf der Homepage der Online-Äwords die Nominierten noch nicht online sind (Stand 2.5. 15:46 Uhr). Eben weil Namen auftauchen, mit denen niemand gerechnet hat.

Zum Beispiel das Medien-Blog Wortfeld: Optisch finde ich es sehr hübsch. Aber mehrmals habe ich Anlauf genommen in den vergangen Monaten und habe meist nur knappe Nachrichten gefunden, ohne Kommentar, ohne neue Einordnung, ohne Unterhaltungswert. Die geringe Zahl an Kommentaren und Verlinkungen erscheinen mir als Signal, dass ich nicht der einzige bin, dem das so geht. Aber vielleicht haben die Grimmerianer ja etwas entdeckt, was mir verborgen blieb. Immerhin: Der Autor ist freier Mitarbeiter einer öffentlich-rechtlichen Anstalt, das freut das Grimme-Institut.

An mir vorbei gegangen ist auch die Plattform IRights. Macht einen guten Eindruck und ist thematisch ohne Frage nötig.

Dass Jetzt.de nominiert wird finde ich auch überraschend – nicht wegen der Nominierung, sondern wegen des Zeitpunktes. Warum nicht schon längst? Da mit Neon ein fast gleichwertiger Konkurrent entstanden ist?

Tja, und dann gibt es Kandidaten bei denen ich mich frage, ob Kunst um der Kunst willen einen Medienpreis erhalten sollte. Wie zum Beispiel die Seite des Medienkunstnetzes, die nur mit intensivem Studium zu begreifen ist.

Aber sehen wir das Positive: Es gibt zwei Nominierungen, die es definitiv verdient haben zu gewinnen. Zum einen Ehrensenf – auch wenn mancher angesichts des Erfolgs und der zweifelhaften nach außen dringenden Erfolgsmeldungen skeptisch ist.

Und zum anderen der Punk-Doyens der deutschen Blog-Szene Johnny Haeusler mit seinem Spreeblick, dem ich meine Stimme bei der Publikumswahl gerade gegeben habe.


Kommentare


marcc 2. Mai 2006 um 16:28

Unterschiedet der GOA mittlerweile zwischen Websites mit Budget und in der Freizeit unentgeltlch gestalteten Websites? Mit Redaktion im Hintergrund – wie beispielsweise damals bei \“Planet Wissen\“ sollte guter Content nämlich keine Kunst sein.

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johnny 2. Mai 2006 um 16:36

Herzlichen Dank dafür! Für die Stimme, ja, aber vornehmlich dafür, dass ich jetzt erstmal nachschlagen musste, was Doyen bedeutet… bin aber nach der Recherche für feierliche Anlässe jeder Art gerne zu haben! 😉

Die Nominierungen waren aber Mittags online, soweit ich das gesehen habe…?

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Fabian Mohr 2. Mai 2006 um 18:45

>> Der Autor ist freier Mitarbeiter einer öffentlich-rechtlichen Anstalt, das freut das Grimme-Institut.

Bei allem Respekt – das ist einfach Unsinn.

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fhu’s Weblog v2.1 :: Selent 2. Mai 2006 um 21:36

Wieder mal ist der GRIMME ONLINE AWARD – der Grimme Preis für publizistische Qualität im Netz vergeben.
Mir waren von den diesjährigen Preisträgern Ehrensenf und Spreeblick ein Begriff (hin und wieder schaue ich rein).
Als Bereicher…

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marcc 2. Mai 2006 um 22:17

Was ist Unsinn? Die freie Mitarbeit oder das erfreute Grimme-Institut?

So wie ich das sehe, ist das Wortfeld-Blog von Alexander Svensson. Und \“Alexander Svensson (29) lebt in Hamburg und arbeitet als Onlinejournalist, vor allem für NDR Online, das Internetangebot des Norddeutschen Rundfunks.\“ Steht so auf svensson.de.

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sherpa.twoday.net 3. Mai 2006 um 0:11

Zu den Nominierungen f

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marco 6. Mai 2006 um 23:12

marcc: manchmal will man einfach auch nur das falsche nicht verstehen, oder?

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marcc 7. Mai 2006 um 9:39

Klar, besonders wenn sich einige kyptisch ausdrücken und nicht sagen was sie eigentlich sagen wollen. 😛

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Fabian Mohr 8. Mai 2006 um 15:01

Ich vermute mal, es hat außer dir jeder verstanden.

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marcc 8. Mai 2006 um 20:51

Deppen.

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marco 9. Mai 2006 um 0:00

selber. so! immer einmal mehr wie du!

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marcc 9. Mai 2006 um 7:26

😀

So, nachdem nun die Freundlichkeiten ausgetauscht wurden können wir ja mal vielleicht aufklären was ich nicht verstanden habe.

Von mir gibt es zwei Kommentare, die nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben. Geht es um meinen ersten oder zweiten Kommentar? Und was verstehe ich denn falsch? Bin ja lernfähig, wenn man aber nur andeutet, dann fühle ich mich halt verar…

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marco 9. Mai 2006 um 22:32

ok, ….

du schriebst: \“Was ist Unsinn? Die freie Mitarbeit oder das erfreute Grimme-Institut?\“

Es ist Unsinn, dass das Grimme-Institut nach Anstalts-Zugehörigkeit nominiert. Dass Alex ein Mitarbeiter des NDR ist, kann jeder auf seiner Seite nachlesen.

Alles klar?

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Thomas Knüwer 10. Mai 2006 um 9:20

So, nachdem hier Klartext geredet wird: Vielleicht gilt dies für den Online-Award. Dann Hut ab, man hat dazugelernt. Aber Sie werden nicht ernsthaft behaupten wollen, dass Grimme bei seinem TV-Preis nicht Öffentlich-Rechtliche drastisch bevorzugt?

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F.S. 10. Mai 2006 um 14:45

Dass die Öffentlich-Rechtlichen bei beiden Grimme-Veranstaltungen immer wenig private Konkurrenz zu fürchten haben, sieht in der Tat etwas komisch aus. Andererseits ist es auch eine Frage der Masse der Klasse, sprich, die Privaten haben meiner unmaßgeblichen Meinung nach einfach weniger zu bieten, was den Kriterien der Preise entspricht … Welche privaten Produktionen sind denn in den letzten Jahren im Vergleich zu den Preisträgern ungerechtfertigterweise leer ausgegangen?

F.S.

(arbeite selbst frei für ö-r)

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Fabian Mohr 10. Mai 2006 um 16:36

Was den Grimme Online Award angeht (und um den geht es hier doch, oder?), kann ich nur aus persönlicher Perspektive sagen, dass öffentlich-rechtlich oder nicht beim Auswahl-Prozess einfach keine Rolle spielt. Ich weiß, das hört sich nicht spektakulär an. Aber so ist es nun mal.

Tipp: Ein Blick in die Lebensläufe der Mitglieder der Nominierungskommission. Von denen bin ich noch am ehesten jemand, dem man Nähe zu und Abhängigkeit von öffentlich-rechtlichen Angeboten nachweisen könnte, mithin einen sicher kaum zu bremsenden Drang, diese auch zu nominieren. Wenn das jemand glaubt – bitte.

Noch eine ergänzende Information zum Nominierungsprozess: Wer mit einem der zu diskutierenden Angebote irgendwie \“verbandelt\“ ist, nimmt weder an der Debatte noch an den Abstimmungen darüber teil. Beispiel: Meine Fotogalerie, die ich für das Projekt leben.ard.de geschossen habe. Das ist ja alles eine Selbstverständlichkeit, aber offenbar (siehe oben) kann man nicht oft genug darauf hinweisen.

Kann man die Auswahl der nominierten Angebote kontrovers diskutieren? Es wäre ja arm, wenn es nicht so wäre. Ich kenne keinen halbwegs bekannten Preis, der nicht polarisiert. Aber egal, wie man zu den Nominierten steht – es ist Unsinn, dem GOA eine sinistre Agenda gegen kommerziellen Rundfunk zu unterstellen. Fakt ist: Jeder würde sich aufrichtig wünschen, dass aus dieser Ecke mehr kommt. Aber es muss dann bitte auch kommen.

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