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Eva Herman und der Kopp-Verlag – die Könige der Trolle

Seit gestern passiert etwas, was nicht passieren dürfte: Ernsthaft an Medien interessierte Menschen reden allen Ernstes wieder über Eva Herman.

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Herman ist zurück. Sozusagen. Irgendwie. Sie ist inzwischen bei einem Verlag namens Kopp gelandet, zu dessen Spektrum fröhlich und höchst seriöse Werke zählen wie „Logenmord Jörg Haider“, „Die letzten Jahre des Euro“ oder „Unzensiert – Was die Massenmedien verschweigen!“ Sie merken schon: Größere Verlage hätten an diesen Werken mutmaßlich unterdurchschnittliches Interesse.

Dort also darf sich nun Eva Herman austoben, jene Nachrichtensprecherin, die mit ihren recht konservativen Ansichten zu Familie und Autobahnen medial in Ungnade fiel. Wer den Eindruck hatte, dies sei vielleicht ein Fehler, sie habe Schwierigkeiten, selbst zu formulieren und das ganze sei ein Komplott gegen sie (eine These, die sie jüngst zurück in einige Medien brachte), der könnte Zweifel haben, seit Hermann beim Kopp-Verlag angeheuert hat. Zumindest ich frage mich angesichts der Texte, wie sie es überhaupt geschafft hat eine Form von ernsthafter Anerkennung im Rahmen eines Systems wie der ARD zu erlangen.

(Symbolbild eines Trolls , stellt nicht Eva Herrman dar – Shutterstock)

Erst recht kommt das große Staunen auf seit ihrem Artikel zur Loveparade. Die ist für sie keine Party sondern „Sodom und Gomorrha“ und die Katastrophe von Duisburg sei deshalb möglicherweise der Eingriff einer „anderen Macht“, die dem schamlosen Treiben endlich ein Ende setzen wollte.

Der, ähm, sagen wir, erstaunliche Text lockte dann – zahlreiche Verlinkungen, Twitter-Nachrichten und Facebook-Weiterreichungen sei Dank – einen zweiten aus Herman empor. In diesem nun reagiert sie auf die Kritik von „jungen Menschen“ (wie alt Blog-Autoren sind, scheint sie nicht so richtig zu realisieren): Es gehe ihr nicht darum, alle Teilnehmer der Loveparade als drogensüchtige Vielvögeler hinzustellen – aber es seien eben sehr viele darunter. Sodann gleitet sie ab in einen Traum einer Traumgesellschaft und droht, der Kopp-Verlag werde sich weiter mit dem Thema beschäftigen.

Derzeit nun sieht Rivva, ein guter Gradmesser für die meist diskutierten Themen in der Blogszene so aus:

Ein Troll ist in der Sprache der Internet-Vielnutzer eine Person, die nur deshalb Kommentare auf Blogs oder in Foren hinterlässt, um Reaktionen zu erzeugen. Auf Dauer töten sie die Diskussionskultur an den Orten, an denen sie auftreten. Deshalb gilt der Rat: Don’t feed the Trolls – einfach ignorieren und löschen.

Eva Hermann und der Kopp-Verlag arbeiten nicht anders. Sie wollen provozieren um Leser auf ihre Seiten zu locken. Füttern wir sie einfach nicht weiter: Hören wir auf, sie zu verlinken.

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