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Langsam sickert auch in die Öffentlichkeit, was manches klassische Medium bisher versucht, unter der Decke zu halten: Die Medienbranche ist mit am Schlimmsten von der Wirtschaftskrise betroffen, denn bei ihr wird eine Strukturkrise durch das ökonomische Umfeld drastisch verschärft.

Erschreckend ist es, zu beobachten, wie manches hohe Tier nun versucht ein Gegenmittel zu finden. So jüngst bei der US-Talkshow „Charlie Rose“, eine Produktion von PBS. Ich habe in diesen Tagen ständig Déjà-vus. Und wieder dreht es sich um jene bunte, wirbelnde Zeit der New Economy. Diesmal jedoch geht es nicht um die abend- und magenfüllenden Partys, sondern um die Zukunft der Medien. Jene Rezepte,nämlich, mit denen Verlage und Sender das herannahende Internet damals stoppen wollten, sind praktisch deckungsgleich mit den Lösungsvorschlägen, die nun zur Rettung der Medien ins Spiel gebracht werden. Man könnte auch sagen: Seit 1998 dreht sich die Diskussion im Kreis.

In jener „Charlie Rose“-Ausgabe vom 11. Februar (gefunden beim Silicon Valley Watcher, Abschrift beim Poynter Institut) gibt es einen deprimierenden Moment. Da versucht Mort Zuckerman, Besitzer der „New York Daily News“, eine Zukunftsperspektive für sein Blatt zu finden. Und Charlie Rose fasste dies brutal zusammen:

„CHARLIE ROSE: But you’re saying maybe the only thing that your new business model has in it is a better printing press and a cheaper printing press?

MORT ZUCKERMAN: Well, it’s not — yes, well, it’s more efficient. We don’t like to call it cheaper.“

Da wird einem Zeitungsmann vor Augen gehalten, wie schlimm es um sein Geschäft steht. Denn all die sonstigen Ideen drehen sich immer nur um eine Frage: Wie schaffen wir es, dass Leser für das Gelesene zahlen – und nicht nur Anzeigenkunden für das Abbilden ihrer Werbung?

Robert Thompson, Managing Editor des „Wall Street Journal“, bringt auf den Punkt, warum das mit dem Bezahlen von Inhalten auch weiterhin fast unmöglich sein wird:
„You have to make a distinction between general newspapers, where you’re seeing creative destruction digitally compressed and a commoditization of content. And that’s why people aren’t paying, because they can’t make a distinction.“

Oder um es klarer zu sagen: Bezahlte Inhalte online stehen in direktem Widerspruch zu einer Zeitung, deren Ziel die Gewinnung möglichst vieler Leser ist. Denn je breiter meine Zielgruppe, desto austauschbarer werden meine Inhalte.

Natürlich hat auch eine breit angelegte Zeitung exklusive Nachrichten. Nur: Diese werden ungezielt weiterverbreitet um für den Kauf des gedruckten Objektes zu werben. So gehen Zusammenfassungen der Exklusivgeschichten jedes Mediums an Nachrichtenangenturen und andere Medien, die dann darüber berichten sollen. Somit aber erfüllen sie das Informationsbedürfnis eines Großteils der Menschen – der dann nicht für das Häppchen mehr, dass er hinter einem Bezahlvorhang geboten bekommt, zahlen will.

Paid Content, wie der Niederrheiner sagt, ist durchaus im Web möglich – aber eben nur bei speziellen, sehr tief gehenden Inhalten, zum Beispiel im Rahmen von juristischen Datenbanken.

Ebenfalls bei „Charlie Rose“ zu Gast war Walter Isaacson, der Chef des Aspen Institut. Er zieht in einem langen Artikel für „Time“ einen höchst merkwürdigen Vergleich: Wenn Verbraucher für Musik über Itunes zahlen – dann könnten sie das doch auch für einen Zeitungsartikel.

Eine bizarre Analogie. Denn zum einen hört man gemeinhin Songs weitaus häufiger, als man einen Artikel liest. Zum anderen ist ein Song eben ganz klar differenzierbar von einem anderen: Es ist ein großer Unterschied, ob „Thunder Road“ von Bruce Springsteen gespielt wird, oder von einer Coverband aus dem Münsterland. Bei Zeitungsartikeln ist die Qualitätsdifferenz bei der Berichterstattung über einen Sachverhalt aber weit geringer als zwischen Springsteen und dem Hobby-Guitarero.

Nein, bezahlte Inhalte über Micro Payment werden kein Verlagshaus halten können. Es wird auch niemand die anderen Konsequenzen der Bezahlinhalte hinnehmen wollen. Zum einen sinken die Zugriffszahlen auf einen Text dramatisch – und somit die Werbeeinnahmen. Gleichzeitig sinkt die Verlinkung von außen, dadurch finden weniger Leser zum entsprechenden Angebot. Wer seine Inhalte online honorieren lassen möchte, muss gleichzeitig auf Werbung dort verzichten – und das mögen dann doch die wenigsten.

Noch irrwitziger als Isaacsons Vision vom Itunes für die Zeitung ist bei der „Rose“-Show eine weitere Idee:
„At least people should pay for it if they’re going to point to it or aggregate it or use it in their blogs or whatever.“

Bezahlen fürs Verlinken und Bewerben – was für eine absurde Vorstellung, was für eine Ignoranz gegenüber der Funktionsweise des Internet.

Die brauchbaren Ideen sind rar gesät in der halbstündigen Diskussion, der Druck zu Handeln aber groß. Und weil wir Menschen eben so sind, versucht die Runde einen Sündenbock zu finden. Der lautet, wie so oft: Google.

„WSJ“-Mann Thomson:
„…Google devalues everything it touches. Google is great for Google, but it’s terrible for content providers, because it divides that content quantitatively rather than qualitatively. And if you are going to get people to pay for content, you have to encourage them to make qualitative decisions about that content.“

Isaacson springt ihm bei:
„And also, what Google does is it allows ads to be spread all over the Web. You can go to Google ad servers and put ads on any site there is. So you have a huge inventory of advertising sites, I mean places where people can place ads, and the declining amount of ad dollars.“

Es ist schon bemerkenswert, wie Menschen, von denen vernünftiges Denken zu erwarten wäre, alle Hemmungen verlieren, geht es um Google. Die Behauptung, Google entwerte etwas, ist ja nur unter einer Vorbedingung zutreffen: Wenn der Wert zuvor korrekt bestimmt worden ist.

Nur: Ist er das?

Klassische Medien hatten eine Art Monopol im Zugang zu ihren Konsumenten. Jedes der Medien ermöglichte für sich eine Art Sendung in Richtung des Lesers/Zuschauers/Zuhörers, die es nirgends anders gab. Und dafür haben die Medien eine ordentliche Monopolrendite abgeschöpft. Nun aber kommt das Internet und ermöglicht es wesentlich einfacher und vielfältiger jene Verbraucher zu erreichen. Aus dem Monopol wird ein Oligopol. Wer nun behauptet, Google entwerte diese Mittlerfunktion zwischen Wirtschaft und Werbeziel, der behauptet gleichzeitig, in einem Monopol finde eine treffendere Preisfindung statt, als in einem Oligopol. Der gemeine Ökonom wird dies als „Minderheitenmeinung“ bezeichnen – wenn er höflich ist.

Ebenso merkwürdig ist Isaacsons Behauptung, dass die Möglichkeit Google-Werbung überall zu platzieren in Kombination mit sinkenden Werbeausgaben ein Grund für den Abstieg der klassischen Medien. Denn wenn es hier explizit um Google geht, muss natürlich ergänzt werden, dass Werbung nur dann bezahlt wird, wenn sie geklickt wird. Wird sie aber geklickt, so dürfte das Ziel des Werbetreibenden erreicht sein: Er hat jemand mit seiner Anzeige angesprochen. Isaacson also hält das Erreichen des Ziels eines Werbetreibenden für falsch.

Google ist in beiden Fällen also nur der Überbringer einer schlechten Botschaft: Im Internet ist Qualität ein wichtiger Faktor. Und diese Qualität bemisst sich nicht an den Ansprüchen der Redaktion oder des Verlagsmanagement – sondern an denen der Leser.

Genau hier liegt die Chance für Zeitungen. Denn es trifft ja zu, was Thomson in der TV-Diskussion sagt über das Verhältnis der Leser zur Zeitung und die Folgen für die Werbung:
„…the idea of spending 30 minutes with any medium, with — and the only multitasking you’re doing is drinking a cup of coffee, that does make newspapers unique. And actually if you talk to ad people, they’re starting to recognize that.“

Eine logische Schlussfolgerung: Wenn ich länger einen Artikel in einer Zeitung lese, steigt die Wahrscheinlichkeit der Wahrnehmung einer Anzeige.

Es gibt nur einen Haken. Zeitungen und Zeitschriften haben in den vergangenen Jahren ja gerade daran gearbeitet, die Zeit zu senken, die ein Leser mit ihrem Produkt verbringt. Die Länge von Artikeln wurde gesenkt, die Zahl der Grafiken ging nach unten, der Umfang ebenfalls. Statt einen Kontrapunkt zum Web zu setzen, versuchten die Verlage, das Internet auf Papier zu imitieren.

Das traurigste Beispiel bei diesem Versuch liefert ausgerechent „Time“, das Magazin, dessen Gründer Henry Luce von Isaacson als Zeuge zitiert wird: Luce habe immer betont, dass die Abhängigkeit vom Anzeigenkunden nicht zu groß werden dürfe, dass journalistische Produkte nicht verschenkt werden dürften.

Nun bin ich seit meiner Schulzeit Abonnent bei „Time“ und weiß deshalb zu gut, wie Luce‘ Nachfolger seine Vorgabe missachten. Wer sein – ohnehin im Vergleich zum aufgedruckten Preis – stark vergünstigtes Abo nicht sofort verlängert, bekommt immer neue, lockende Angebote. Höhepunkt: ein zweites Jahresabo für jemand anders, faktisch also eine Preissenkung um nochmal 50 Prozent. Und da sollen Leser das Gedruckte wertschätzen? Noch dazu, wenn es verstärkt aus Winz-Geschichten und reduzierter Optik besteht, die verdächtig aussieht wie manches Blog?

Es muss das Ziel von Print-Verlagen sein, die Zeit zu erhöhen, die ihre Leser mit dem Produkt verbringt. Doch dafür braucht es – und auch das ist überhaupt nicht neu – die Besinnung auf die Sinne. Nüchterne Nachrichten gibt es im Web schneller, breiter gestreut und günstiger. Was Zeitungen und Zeitschriften liefern können, sind saubere Analyse, Verständlichmachung durch elegante Grafiken, emotionale Optik und Lesespaß. Das klingt einfach. Doch ist es eben unter steigendem Kostendruck fast unmöglich, dies zu erreichen.

Nachtrag: Und wieder einmal findet Jon Stewart die richtigen Worte, als Isaacson bei ihm auflief:


Kommentare


Lukas 17. Februar 2009 um 16:18

Isaacson fehlen vermutlich die letzten zehn Jahre Mediengeschichte, um die Situation korrekt beurteilen zu können, aber ich finde den Gedanken an sich gar nicht schlecht: Warum sollte ich nicht zumindest auf freiwilliger Basis die Möglichkeit haben, einen Artikel, der mir gut gefallen hat, hinterher mit 5 Cent, 10 Cent oder auch einem Euro zu entlohnen? Dafür fehlen eben die technischen Möglichkeiten.

Und: Für die \“New York Times\“, den \“Guardian\“ und NPR würde ich auch monatlich ein paar Euro online latzen, wenn das technisch ganz einfach (wie eben bei iTunes) wäre. Unter den deutschen Medien fielen mir da zugegebenermaßen nicht mehr ganz so viele Bezahlkandidaten (außer vielleicht das \“Zeitzeichen\“ auf WDR 5) ein …

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Ponscho 17. Februar 2009 um 16:41

Hallo Journalisten. Ihr habt noch bis 24.00 Uhr heute Nacht Zeit, die Online-Petition zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens zu unterschreiben. Ich schätze, das wäre die Lösung Eures Problems.

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weltherrscher 17. Februar 2009 um 16:58

\“..Eine logische Schlussfolgerung: Wenn ich länger einen Artikel in einer Zeitung lese, steigt die Wahrscheinlichkeit der Wahrnehmung einer Anzeige… Es gibt nur einen Haken. Zeitungen und Zeitschriften haben in den vergangenen Jahren ja gerade daran gearbeitet, die Zeit zu senken, die ein Leser mit ihrem Produkt verbringt. Die Länge von Artikeln wurde gesenkt, die Zahl der Grafiken ging nach unten, der Umfang ebenfalls. Statt einen Kontrapunkt zum Web zu setzen, versuchten die Verlage, das Internet auf Papier zu imitieren…\“

klingt aber auch etwas der zeit hinterher.
user benutzen heute \“ablock plus\“ oder andere ähnliche browserhelferlein.
ich sehe schon lange keine werbebanner mehr auf seiten. und wenn doch, sind sie nur einen klick vorm löschen entfernt.

von daher: die zukunft wird echt düster für verlage und natürlich auch für die journalisten.
egal was ihr euch einfallen lassen wollt, funktionieren wird vermutlich nur ein geringer promilleanteil, wenn überhaupt.

selbst wenn die verlage in einer konzertierten aktion alle an einem strick ziehen würden und z.b. sämtliche nachrichtenseiten nur noch gegen bezahlung im web halten würden (zugangskontrollen, nur wer zahlt, kann dann z.b. spon.de usw. öffnen) wird nichts bringen, wäre höchstens für die blogger nett, die dann nach wie vor kostenlos im web anbieten.

ergo: die zukunft für journalisten wird mager werden. ihr solltet heute unbedingt für die einführung von mindestlöhnen partei ergreifen (siehe @ponscho) und eben nicht die gekauften lobbybeiträge der neocons unterstützen. die sägen nur an eurem gehalt.

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geheim 17. Februar 2009 um 17:12

Für Micropayments gibt es genau zwei Probleme: Zum einen steht die Infrastruktur immer noch nicht. Das Thema ist zwar schon seit Jahren heiß, aber bis jetzt gibt es für kleinere Beträge eigentlich nur PayPal. Und selbst da muss man sich erst anmelden, Daten übermitteln, Geld überweisen etc. Und Kreditkarten hat in Deutschland keiner und EC-Karten haben zu hohe Gebühren. Ohne die nötige Technik kann auch keiner Artikel kaufen.
Zweitens: Bisher waren die Preise immer überzogen. Bei der FAZ kostet ein Artikel aus dem Archiv von von 8-20 Uhr 2€ und von 20-8 Uhr 1€. Ein Artikel kostet also soviel wie eine ganze Zeitung. Und da fühlt man sich verarcht.

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Thomas Knüwer 17. Februar 2009 um 17:28

@Weltherrscher: Mit der längeren Beschäftigung meinte ich das Print-Objekt. Ist die Formulierung in dem Part missverständlich?

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Jojo 17. Februar 2009 um 17:32

\“Was Zeitungen und Zeitschriften liefern können, sind saubere Analyse, Verständlichmachung durch elegante Grafiken, emotionale Optik und Lesespaß.\“
Ich würde doch mal behaupten wollen, dass die ersten 3 Punkte genauso im Internet möglich sind. Emotionale Optik und Lesespaß sind letztlich eine sehr individuelle Sache. Das Lesen einer Zeitung ist sicherlich nicht vergleichbar mit dem Lesen am Monitor. Aber retten wird dies die Zeitungen auch nicht …

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weltherrscher 17. Februar 2009 um 18:16

\“..Mit der längeren Beschäftigung meinte ich das Print-Objekt. Ist die Formulierung in dem Part missverständlich?..\“

nein nicht wirklich. ich hatte es nur im falschen kontext gelesen. ich meinte herausgelesen zu haben, du würdest meinen, dass grafiken im web (werbebanner) irgendeine sinn machen würde.
liegt an mir, ich hatte gerade vorher hier gelesen:
http://turi-2.blog.de/2009/02/17/heute2-burda-vermarkter-schuh-sieht-banner-werbung-ende-5593520/

und dachte, du würdest indirekt auch dazu stellung nehmen.
also: mein fehler. sorry.

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dogfood 17. Februar 2009 um 18:31

(BTW: Exzellenter Blogeintrag)

>> Bezahlte Inhalte online stehen in direktem Widerspruch zu einer Zeitung, deren Ziel die Gewinnung möglichst vieler Leser ist. Denn je breiter meine Zielgruppe, desto austauschbarer werden meine Inhalte. > Mikropayment

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dogfood 17. Februar 2009 um 18:32

(Nochmal das Ganze, da der HTML-Filter einiges verschluckt hat…)
(BTW: Exzellenter Blogeintrag)

### Bezahlte Inhalte online stehen in direktem Widerspruch zu einer Zeitung, deren Ziel die Gewinnung möglichst vieler Leser ist. Denn je breiter meine Zielgruppe, desto austauschbarer werden meine Inhalte. ###

Konsequent weitergedacht, stellt sich auch die Frage nach dem zukünftigen Berufsbild von Journalisten. Das scheint doch für ein Aufkommen von freiberuflichen Spezialisten statt festangestellten Pauschalisten zu sprechen, oder?

### Mikropayment ###

Mikropayment im Zusammenspiel mit der \“Ware\“ Information sehe ich nur für sehr spezielle, spitze Informationen, ansonsten eher ein \“Tip Jar\“-Modell (\“Trinkgeld\“ nach Lesen des Artikels) oder Abo-Modell.

Informationen nach dem iTunes-Modell kann schon deswegen nicht funktionieren, weil ich beim Kauf von Musik/Videos/Filmen/Spiele zu einem Großteil weiß, was mich erwarte. Es gibt Rezensionen, es gibt eine Preview/Vorschau/Trailer.

Alles Mittel die auf \“Informationen\“ nicht angewendet werden können. Man kann keine Vorschau auf \“Informationen\“ leisten, da sie dann die Info selber schon enthält.

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Urs E. Gattiker 17. Februar 2009 um 18:35

Super ARtikel vielleicht 2 Kommentare:

a) Newspapers welche was kosten haben auch Konkurrenz von Gratiszeitungen – manchmal sogar im gleichen Verlag (z.B. TA Medien – Schweiz)

Wenn die Gratiszeitung mit wenig eigenen Inhalten dann auch noch Geld verdient, wird es noch schwieriger fuer die Abo-Zeitung – Beispiel ist der Tages-Anzeiger – wo der Verlag sich fraegt warum Resourcen freimachen wenn der Gratisanzeiger mehr Geld einbringt als die tradionelle Tageszeitung dank Werbung?

b) Die 2te Herausforderung ist das Recherchieren und die Fachkenntnis der Journalisten. Wenn gut Arbeit auf gutem Wissen aufbaut, dann gibt es mehr als ein Artikel der vorallem auf einer Pressemitteilung basiert.

Ein Beispiel ist sicherlich die New York Times die es immer wieder schafft in der Druckversion und spaeter dann auch Online Artikel zu publizieren die auf guter Recherche und Fachwissen aufbauen.

http://ad.vu/ciaj

Differenzierung durch gute Qualitaet ist ein guter Anfang.

Danke fuer den guten Blog Post.

http://Twitter.com/ComMetrics

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Chat Atkins 17. Februar 2009 um 18:37

Die Zeitungsverleger erinnern mich an die brasilianischen Kautschukbarone …

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Michael Finkenthei 17. Februar 2009 um 20:08

Exzellente Analyse:
### Bezahlte Inhalte online stehen in direktem Widerspruch zu einer Zeitung, deren Ziel die Gewinnung möglichst vieler Leser ist. Denn je breiter meine Zielgruppe, desto austauschbarer werden meine Inhalte. ###

Vielleicht ein wesentlicher Schritt zur Lösung des Problems, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, dass eine – eventuell Wochen dauernde – gründliche Recherche von Hintergründen ermöglicht, für deren Ergebnis der Leser dann auch gerne bezahlt.

Mit dem \“Rundlutschen\“ von Pressemitteilungen wird dies auf keinen Fall gelingen.

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Michael Finkenthei 17. Februar 2009 um 20:11

sorry, zu früh die Maus geklickt. Was ich noch loswerden wollte:

Der nächste Schritt besteht vermutlich darin, sich auf ein zeitgemäßes Copyright und Urheberrecht zu einigen. Und das dann weltweit auch durchzusetzen…

Nu aber…

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Georg Schneider 17. Februar 2009 um 23:06

mir fällt in diesem Zusammenhang als mögliches Lösungsmodell der Ansatz der Economist Group ein, mit dem Economist als Flaggschiff für den B2C-Bereich und für die tiefergehenden Informationen entweder European Voice oder Roll Call, oder noch weitergehend das Economist Intelligence Unit mit seinen Prognosemodellen und der Newsplattform Viewswire.com – hier hat man für jede Ebene etwas, und hat auf jeder Ebene einigermaßen klare Bezahlmodelle…

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s.schumacher 18. Februar 2009 um 8:26

Printmedien werden doch deshalb gekauft, damit man möglichst frühzeitig möglichst gut informiert ist – und die Informationen in der Hand hält.

Im Internet funktioniert dies nur mit exklusiven (Insider-) Informationen meist bei einmaligem Abruf oder damit man unter den Ersten ist, die die Nachricht lesen können. Sofern hier Qualität vorliegt.

Doch während die meisten Artikel online kostenfrei zu lesen sind, schadet dies dem Verkauf der Printausgaben und weiterführenden Medien keineswegs. Darüber hinaus haben Verlage weitere Vorteile in der Kundenbindung (und -gewinnung) durch Online-Medien.

Was außerdem nicht vergessen werden sollte: auch \“herkömmliche\“ Tageszeitungen und Zeitschriften existieren durch Anzeigen und nicht durch den Verkauf allein …

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Claudia Klinger 18. Februar 2009 um 9:51

Der Trackback scheint nicht zu funktionieren, also händisch mal eine Idee:

* Wie klassische Medien online mehr Geld verdienen könnten
http://www.webwriting-magazin.de/wie-klassische-medien-online-mehr-geld-verdienen-koennten/

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Max 18. Februar 2009 um 10:12

Sehr schöner Artikel. Ich gebe dir vollkommen recht, Zeitungen und Zeitschriften sollten nicht das Web imitieren, sondern die Grenzen des Web erkennen und sich darauf ausrichten. Ausführliche Hintergrundartikel zu einem Thema sind IMHO besser in einem Printmedium untergebracht als im Web (ist jedenfalls für mich so). Deswegen lese ich z.B. Le Monde Diplomatique, die sehr ausführlichen und sehr anspruchsvollen Artikel dort würde ich im Web wahrscheinlich nicht zu Ende lesen.

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Hans Bayartz 18. Februar 2009 um 20:46

Aus meiner Erfahrung gebe ich Herrn Knüwer recht. Die wichtigsten Aufgaben, die Tz-Verlage vor sich haben, sind:

1) Welchen Inhalt finde ich für meine Print-Ausgabe, damit ich dafür noch Geld kassieren kann?
2) Wie kann ich im Zusammenspiel Online-Print (zu bezahlenden) Content für beide finden, die den Leser holen, binden und von einem Medium ins andere führen?
3) Wie kann ich Mehrwerte schaffen, die mir vlt. aus der (Ertrags-)Krise helfen?

Dazu braucht es wohl auch mutigere Verlags- besser Medien-Macher als in der Vergangenheit – und sicher auch ein neues Bewußtsein bei Journalisten. Qualität ist ebenso wichtig wie Flexibilität. Offenheit gegenüber Bürgerjournalismus genauso wie Kreativität und der Neugier zu testen, was der Markt an Chancen bietet (dazu auch demnächst mein Artikel bei w&vMedia).

Kostenreduktion kann nicht die Option für die Zukunft sein. Damit einhergehender Qualitätsverlust ebenso wenig. Nachrichten sind nun einmal im Zeiten des Internets \“social\“ und müssen nicht unbedingt über den Schreibtsich der heutigen Verleger gehen.

Hans Bayartz

Antworten

Macsico 19. Februar 2009 um 15:33

Medienkrise? Für mich persönlich ist das eine Vertrauenskrise, ausgelöst durch handwerklich schlechten Journalismus.

Früher habe ich selbst fachliche Pressemeldungen zugeliefert und fand sie entweder komplett übernommen oder inhaltlich fehlerhaft auch in den Leitmedien wieder. Das fand ich schon damals handwerklich wenig überzeugend, vor allem wenn nachweisliche Übernahme-Fehler nicht berichtigt wurden.

Mittlerweile ist es ein beliebter Sport geworden, den traditionellen Medien ihre nicht wenigen öffentlich gewordenen Fehlleistungen nachzuweisen. Echte Skandale braucht es aber nicht mehr, seitdem schon beim einfachen Lesen von \“Qualitätspresse\“ billigstes Abkupfern von Wikipedia-Abschnitten oder freundliche Themenübernahme erkennbar wurde – für Vielleser und Cross-Media-Informierte.

Um auch mal positiv zu werden – vor mir liegt die Jahres-Rechnung einer handwerklich exzellenten 14-tägigen Fachzeitschrift. Arbeitet journalistisch sauber, spürt neue Trends frühzeitig auf und unterstützt mich im Alltag einfach klasse. Bevormundet mich nicht und hängt ihre Fahne nicht in den jeweiligen Wind. Ist als Fachzeitschrift oft politischer als viele Zeitungen und schreibt gerne mal ellenlange Artikel.

Für so ein gutes Medienprodukt zahle ich gerne, weil es mir was wert ist. Und dafür nehme ich mir auch Zeit, denn sie haben sich auch ausreichend Zeit genommen, sie herzustellen.

Gutes Handwerk hat seinen Preis und braucht seine Zeit.

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Laura Zwirg 18. Juli 2009 um 20:05

Der nächste Schritt besteht vermutlich darin, sich auf ein zeitgemäßes Copyright und Urheberrecht zu einigen. Und das dann weltweit auch durchzusetzen…

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Hey, 13. August 2014 um 18:28

[…] Form von Inhalt. Tatsächlich zahlen Nutzer ständig und in wachsendem Umfang für mediale Inhalte. Nur eben nicht für Zeitungsjournalismus. Vielleicht haben sie früher einfach gezahlt, weil sie die physische Wertschöpfung des […]

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