Angela Merkel auf einem neuen, widerlichen Tiefpunkt

by Thomas Knüwer on 16. Juli 2015

Gestern Nacht packte mich Wut. Wut beim Betrachten dieses Videos:

Da fällt das Leben eines jungen Mädchens in ein Loch. Sie bricht in Tränen aus. Und woran denkt Angela Merkel? Dass dieses Mädchen weint, weil es auf seine Außendarstellung bedacht ist, auf die Rolle, die es in Rahmen einer Fernsehsendung spielen soll.

Widerwärtig ist ein Wort, das nicht stark genug ist für diese Reaktion. Wie weit von dem, was wir Menschlichkeit nennen, muss man sein, wie verblendet, wie elfenbeintürmig?

Gern jammern Politiker, dass sie es so schwer haben. Dass man sie nicht so hart kritisieren soll. Dass ihre Arbeit so hart sei und das ganze Leben auffresse.

Warum sollen wir Bürger den “Volksvertretern” mehr Empathie entgegen bringen, wenn die Kanzlerin ein Flüchtlingsmädchen tröstet wie Heidi Klum eine gescheiterte GNTM-Kandidatin?

Diese Kanzlerin ist eine Schande für ihr Amt und für die deutsche Gesellschaft.

Nachtrag: Und natürlich geht es immer noch ekliger, als man denkt. Auf ihrer Pseudo-Kommunikationsplattform “Gut leben” berichten die Presseschergen der Kanzlerin nämlich über die Begegnung. Und wie toll die war. Zitat:

“Vor lauter Aufregung musste das Mädchen schließlich weinen und wischte ihre Tränen mit einem Taschentuch weg. Angela Merkel ging auf die Schülerin zu und tröstete sie mit den Worten: “Du hast das ganz toll gemacht”. Daraufhin gab es großen Applaus für die junge Libanesin.”

Die Libanesin? Hier muss gelogen werden, denn Libanesen haben es schwerer, Asyl zu bekommen. Im Gegensatz zu Palästinensern. Nur: Das Mädchen ist Palästinenserin, die über den Libanon geflüchtet ist.

Und weiter:

“Nach rund 90 Minuten endete eine lebhafte Diskussion. Alle Teilnehmer applaudierten einander und gingen mit vielen Anregungen nach Hause.”

Alle applaudierten. Vielleicht bis auf das Mädchen mit der Angst, dass ihr Leben bald in Trümmern liegt und die zur Beruhigung der Öffentlichkeit ihrer Nationalität beraubt wird.. Wie fühlt man sich als Regierungskommentator, wenn man so etwas schreibt. Mein Verdacht: Man fühlt sich braun.

Nachtrag II: Die Presseleute der Nonempathin lesen anscheinend Twitter und Blogs:

Nachtrag III: “Handelsblatt” und “FAZ” versuchen sich in Merkel-Klitterung und springen der Kanzlerin im Shitstorm bei. Behauptung: Wenn man sich die gesamte Sendung ansieht, gibt es vorher schon ein Gespräch mit dem Mädchen. Wer das sehe, für den ändere sich die Sicht auf die Dinge. Allein: Das stimmt nicht. Es macht die Sache nur noch schlimmer, weil wir mehr von ihrem Schicksal erfahren. Aber immerhin verdienen sich die Redaktionen Fleißsternchen in der Presseabteilung der Regierung. Das gesamte Video gibt es unter diesem Link zu sehen. 

 

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