Skip to main content

Es ist ja nichts Neues, dass die CDU sicherlich die deutsche Partei ist, die am weitesten davon entfernt ist, den Weg in das 21. Jahrhundert zu finden. Erst jüngst drückten sich die wenigen Digital-Renegaten, die sich in der Interessenvereinigung C-Netz tummeln, um eine Ablehnung des Leistungsschutzrechtes herum.

Es muss aber die Frage erlaubt sein, ob der niederrheinische Flügel der Partei, möglicherweise geprägt durch die nie enden wollende Lustigkeit des Karnevals, nur noch Narren in das Parlament entsendet. Wir erinnern uns noch alle an den bizarren Kommentar des Hinterbänklers und Musikindustrie-Interessenvertreters Ansgar Heveling. Heveling besitzt den Bundestag für das Örtchen Korschenbroich.

Zehn Autominuten westlich von Korschenbroich liegt Mönchengladbach. Und auch dort regiert die geistige Pappnase in den CDU-Reihen. Denn einen weiteren Tiefpunkt in der Gestrigkeit der CDU markiert, wie Netzpolitik ausgegraben hat, der örtliche Bundestagssitzbesetzer und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag, Günter Krings. Er behauptet allen Ernstes:

„Die ACTA-Ablehnung ist angesichts massenhafter Produktfälschungen ein falsches Signal und daher auch ein schwarzer Tag für die deutsche Wirtschaft. Das europäische Parlament hat gestern den Anti-ACTA-Protesten nachgegeben und ist damit der finanzstarken Lobby großer Internetkonzerne auf den Leim gegangen. Mit gezielten Desinformationskampagnen wurden junge Menschen aufgestachelt und für deren monetären Interessen benutzt.“

Günter Krings sitzt übrigens für Mönchengladbach im Bundestag. Und wir hoffen, dass in der Region keine Wähler mehr mit der gezielte Desinformationskampagne aufgestachelt werden, die behaupten, Ansgar Heveling und Günter Krings seien ernstzunehmender Politiker.


Kommentare


JPaudio 5. Juli 2012 um 14:58

Allein der Satz

„Das Abkommen wäre wichtig gewesen, damit deutsche Patente und Marken auch in anderen Ländern den gleichen Schutz wie in der EU genießen.“

disqualifiziert ihn in meinen Augen als ernstzunehmenden Gesprächspartner, zumindest was das Thema IP betrifft. Denn deutsche Patente und Marken entfalten außerhalb unserer Staatsgrenze keine Wirkung – egal, ob in der EU oder außerhalb. Diese Unsicherheit zu bemängeln mag man jetzt als kleinkariert abtun, meinetwegen. Bei der Diskussion eines Themas, bei dem es auf feinste Nuancen ankommen kann, ist so eine Äußerung (dazu noch schriftlich, also wohl überlegt) aber doch ein Schnitzer. Da scheint jemand nicht zu verstehen, wie das so funktioniert mit den Patenten und den Marken.

Antworten

sascha 5. Juli 2012 um 15:17

Bestimmt alles von ausländischen Mächten gesteuerte Agenten. Das es selbstständig denkende Menschen gibt, scheint in den Hirnen von Diktaturen nicht in Betracht gezogen zu werden.

Antworten

Mittel-ständler 5. Juli 2012 um 16:06

Sorry, dritter Versuch. Das Posting wurde nicht geändert.

Ich als Kunde will keine Fälschungen kaufen.
Ich will nicht, das mir ein Handy geklaut wird und es nicht innerhalb eines halben Tages gesperrt und unbrauchbar ist so das dem Dieb oder Finder nichts übrig bleibt, als es für 5 Euro Standard-Belohnung beim Fundamt abzugeben.
Usw.

RFIDs und QR-Barcodes würden das bewirken.
Stattdessen beklagen sich diese Schalter-Hersteller über böse Raubkopien während ich als Kunde gar keine Möglichkeit habe, bequem die Legalität zu überprüfen.
1999 unter Rot-Grün und AOL hätte man das schon machen können.

Denn ein Madonna- oder ICE-Sitzplatz-Ticket kann nur einer haben und wenn es Fälschungen gibt, fällt die Kollision schnell auf.
Wenn also eine Packung Winterreifen bei Auto-Teile Unger vom Kunden-Handy gescannt wird und als „schon verkauft in Libyen“ vermerkt ist, muss eins von beiden (das in Lybien oder das im Auto-Shop= Fälschung sein.
Digitaler Besitz und Übertragung wären mit der Umsatz-Steuer beglichen. Diebstal und Fälschung gäbe es quasi nicht mehr. Als adidas-Kleinaktionär will ich das und die Asia-Kopien bezahlen mir 10% oder so und ich spare Kapital, Risiko usw. und muss nur handgenähte Schuhe an Sportler verkaufen und die Asiaten machen den Rest und zahlen Lizenzgebühren welche über die Handy-Apps problemlos gemessen und an den China-Containern eingetrieben werden können. Technisch ist das trivial. Aber ausser mir scheint niemand an Ersatzteilen oder gebrauchten Smartphones interessiert zu sein und ständig alles neu kaufen zu können. Ebay-Käufe meide ich, weil ich nicht weiss ob sie nicht geklaut sind. Bleibt also nur Amazon und das ist nicht immer optimal und wieso darf man gebrauchte Autos kaufen aber bei Handies mit diversen Mac-Adressen als Identifizierung ist das Diebstahlsrisiko zu hoch weil die Versicherungen keine kostenlosen Besitz-Melde-und-Übertragungs-Sites dafür organisieren.
jeder hat ein Handy am Mann. Die Karrosserienummer kann am Automarkt problemlos gecheckert werden und man sieht die Alternativ-Angebote in der Region und ob das Auto überhaupt von Opa Willi per Anruf bei seiner kostenlosen Versicherungs-Hotline zum Verkauf freigegeben wurde und wie viele Schäden schon daran repariert wurden.
Der Tüv würde mit RFID-Checker-Stangen das Auto abklappern und in der App würde man sehen ob die Teile geklaut, zurückgerufen oder legal sind und man sähe z.b. welche Teile wo liegen und noch nicht gescannt wurden „Bremsscheibe vorne noch nicht gescannt“. D.h. die Stückliste des Autos ist jederzeit bekannt und automatisch erstellt und man sieht die ausgetauschten Teile und ob der Auto-Schrauber einem falsche oder gebrauchte Teile von einem anderen Modell als neuteile verkauft hat. Was man allerdings mit den RFID-Nummern auf der Rechnung gleich meist merken würde.

Das Problem hätte 1999 schon gelöst sein können und wir würden davon profitieren weil es keinen Diebstahl und Fälschungen mehr gäbe. Wenn ich auf dem Asia-Markt gefälschte Adidas-Schuhe kaufe, würde ich beim Import nach Deutschland beim Zoll (der alle Produkte realtime schredder welche kein RFID haben) den Kaufpreis outen und ein paar Euros für Adidas bezahlen. Ich als Adidas-Kleinaktionär würde die geschrumpfte Kapital-Menge begrüssen: Denn das ROI steigert man durch mehr Return oder auch weniger Investment.
Wenn ich bei Aldi Aktionsware scanne sehe ich gleich das jemand in der Nähe den Aldi-Rasenmäher vor 6 Monaten gekauft hat und ihn gebraucht anbietet…
Der Nutzen ist unendlich. Ausser mir will es leider keiner machen. Politiker braucht man nicht. Weil ja jedes Handy die freien Barcodes mit denen IBM Werbung für ungefälschte Medikamente macht, benutzen kann.
Ersatz-Teil-Listen (+Preise), Handbücher, Firmwares usw. sollten problemfrei per Barcodes und Apps erhältlich sein. Wenn eine Firma anfängt, müssen die anderen nachziehen. Elektro“schrott“ wäre länger verwertbar weil man Kunden dafür fände.
Die meisten Sachen die als Renner aus den USA kommen, hätte man 1999 unter AOL und Rot-Grün schon machen können. Das Iphones die Kompassrichtung und Neigung bei Fotos nicht speichern ist einfach nur armselig und könnte man auch schon ewig haben.
Echte Innovation kommt nicht von Politikern sondern Firmen wie NEC mit USB3-Chips als Intel das Thema nicht interessierte oder diese Firma mit der Barcode-Library für Handy-Kameras oder Square die nur das machen, was Paypal schon 1999 hätte machen können und sollen.

Wer Analog-Käse und Pressfleisch nicht vom Markt verdrängt, braucht auch kein ACTA. Wenn ich digiges oder Piraten wäre, würde ich mir von Dr. Oetker bestätigen lassen und offen verkünden, das sie kein Analog-Käse benutzen. Die anderen Hersteller melden sich dann schon von selber. Woanders gibts dann eine Liste aller Lebensmittelhersteller die man per Mash mit der Non-Analog-Käse-Firmen-Liste abgleichen könnte und dank expliziter CC-Lizenzen auch dürfte oder dank Tags die Mash-Plugins für Firefox das selber machen und anbieten.
Und schwupp wäre ohne einen Steuercent Analog-Käse zurückgedrängt und Piraten würden aus Dank gewählt, weil sie clever Probleme steuerfrei lösen und wie echte Männer (und Frauen) und Kapitalisten keine Subventionen brauchen sondern verachten.
Das mir Bahnautomaten Geld auswerfen oder auf die Geldkarte überweisen wenn ich mein verpätetes Zug-Ticket drunterhalte, sollte von Piraten auch schnell per öffentlicher Meinung erzielbar sein. Da gibt es tausend Sachen für die man keinen einzigen Steuercent sondern nur Ehre und den Willen bräuchte statt wie Neo-Adel auf Kosten der Gemeinschaft leben zu wollen.
Aber lieber warten bis Merkel uns bis zur nächsten Wahl (Ende nächstes Jahr glaube ich) den Euro rettet… .
Aber ich lebe in einem Land das keine Lohnsteuerkarte programmiert bekommt… . Von technischen Lösungen verdienen Juristen ja auch weniger. Wie viel kostet ein UMTS-Chip ? m.W. $30-$50 mehr für Handies oder PADs als Wifi-Only-Pads. Wie viel davon geht an Patente und Juristen ?
Die regierende Klasse lässt das Geld in die eigenen Taschen fliessen. Früher waren Beamte die Mehrheit im Bundestag. Heute dominiert welches ehrbare Berufsbild ?
Die Japaner wurden als Kopierer verächtet, bis sie überlegen niedrige Fertigungs-Toleranzen und eigene Ideen entwickelten und damit viele Märkte (Autos, Computer, Fernseher, Spielekonsolen,…) regierten. Bald machen dasselbe die Chinesen und ACTA spielt ihnen in die Hände. Aber lieber schnell noch für ein paar Milliarden auf meine Kosten dicke Stromleitungen bauen weil die Haushalte immer weniger Strom brauchen und immer mehr selber produzieren.
Vorausschauende Politik hätte die Euro-Krise, den neuen Markt und Solarpleiten verhindert und daraus auch noch Profit fürs Volk geschöpft.

Antworten

BC 5. Juli 2012 um 18:22

Ich bin dafür, daß der Herr Krings per Gesetz dazu verpflichtet wird, sich nur noch mit Aluminiumhut in der Öffentlichkeit zu bewegen; nur um zu verhindern, daß eine weitere wichtige Persönlichkeit der Politik den Gedankenmannipulationsstrahlen der finanzstarken Lobby ausgesetzt wird…

Antworten

teekay 5. Juli 2012 um 19:40

‚Formal‘ gesehen ist das ja kein Dummer (http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/K/krings_guenter.html): u.a. ‚Studium des US-amerikanischen und internationalen Rechts an der Temple University in Philadelphia, Fulbright-Stipendiat; 1997 bis 2002 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Staatsrecht der Universität Köln; Dozent an der Kölner Journalistenschule; 2002 Promotion Dr. jur. Rechtsanwalt in Mönchengladbach seit 1998, seit 2004 Lehrbeauftragter an der Universität Köln.‘ Ok, er ist auch Verlagslobbyist ‚Verlag C.H. Beck oHG, München, Mitglied des Beirates‘. Aber was mich am meisten nervt: Seit 2002 kriegt der ca. 45% der Erststimmen des Wahlkreises und sitzt richtig fest im Sattel (http://www.guenter-krings.de/M%C3%B6nchengladbach/Bundestagswahlen.aspx). Und der Bundestag ist voll mit diesen old-school Damen und Herren denen ein bisschen Internetprotest kaum etwas anhaben wird…

Antworten

Entsetzen | Thomas Diehl Punkt E U 9. Juli 2012 um 14:33

[…] Günter Krings. Der Vertreter Mönchengladbachs im Bundestag und Vize-Vorsitzende der dortigen CDU-Fraktion wurde […]

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*