Wie Verlage im Internet Geld verdienen – Update

by Thomas Knüwer on 14. Juli 2010

Im November vergangenen Jahres habe ich mir mal angeschaut, welche Zahlen es zur wirtschaftlichen Lage von Online-Inhalteanbietern gibt. Das Ergebnis war für manchen überraschend: Verlage verdienen im Internet Geld. Natürlich: Nicht so viel wie mit Print. Aber die Mär von den dauerhaft roten Zahlen entpuppte sich als genau das: ein Märchen.

Nun ist ein halbes Jahr vergangen und es ist mal wieder Zeit einen Blick in den Bundesanzeiger zu werfen. Siehe da: Es gibt ein paar neue Bilanzen. Leider immer noch sehr veraltet. Verlage verlangen zwar von anderen Unternehmen gern mal Transparenz, vermeiden diese selbst aber tunlichst.

(Foto: Shutterstock)

Schauen wir also mal…

Spiegel Online: Glückwunsch! Der Marktführer bleibt profitabel. im schwierigen Jahr 2008 stieg der Umsatz leicht auf rund 21 Mio. Euro, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank allerdings von 2,6 auf rund 1 Mio. Euro. Klingt zwar gut – doch die Ankündigung 2008 besser dazustehen als 2007 wurde deutlich verfehlt.

RP-Online: Dicke Überraschung – das Online-Angebot der “Rheinischen Post” ist profitabel. Mehr noch: Der Jahresüberschuss stieg 2008 von 110.000 auf 345.000.

Berlin Online: Das Gemeinschaftsunternehmen der “Berliner Zeitung”, Landesbank Berlin und Volksbank Berlin hat seine Berichterstattung erweitert. Und siehe da: 2008 stieg der Umsatz von 4,2 auf 5,1 Mio. Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftsätigkeit kletterte von 863.00 auf 1,07 Mio. Euro – 20% vom Umsatz: das kennt man sonst nur aus Print.

FAZ.net: Das Online-Angebot der “Frankfurter Allgemeinen” wird zwar laut Impressum “realisiert” von der F.A.Z. Electronic Media GmbH. Und die hat es immerhin geschafft, 2008 ihre Verbindlichkeiten von 745.000 auf 112.000 Euro abzubauen.

Wenn noch jemand interessante Zahlen im Ebundesanzeiger findet, darf er die behalten – so er in den Kommentaren darauf hinweist.

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