Die Goldenen #Blogger2015 – die Gala in Berlin

by Thomas Knüwer on 25. Januar 2016

So langsam steigt die Nervosität – denn heute um 18.30 startet die große Gala anlässliche der Goldenen #Blogger2015 im Basecamp Berlin.

Basecamp Goldene Blogger

Wenn Ihr es nicht schafft, in die Mittelstraße 51 in Berlin-Mitte zu kommen, der kann natürlich auch den Stream verfolgen. Wir versprechen neben den Preisvergaben interessante Interviews mit digitalen Persönlichkeiten des vergangenen Jahres.

Ach ja: unser Hashtag: #Blogger2015.

IMG_6246Nicht nur die Stadt und die Örtlichkeit sind neu. Nein, wir haben richtige Preise – aus Kohlenstoffpartikeln! Doch die neue Größe der Goldenen Blogger erfordert auch ein neues Vergabeverfahren. Weiterhin werden viele Rubriken live und ohne doppelten Boden während der Show entschieden – per Live-Voting.

Doch wäre es schlicht zu viel (und nur schwer erträglich), würden wir alle derart vergeben. Deshalb gibt es auch eine Reihe Jury-Entscheidungen und drei Saal-Votings.

Und damit Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich vorbereiten können, hier noch einmal die Shortlist der Nominierten: [click to continue…]

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Gesucht: Hilfe bei den Goldenen #Blogger2015

by Thomas Knüwer on 22. Januar 2016

Der Countdown läuft für die Goldenen #Blogger2015: Am Montag ab 18:30 senden Frau Bluhm, Frau Link, Herr Fiene und ich aus dem Basecamp in Berlin.

Basecamp Goldene Blogger

Wer kommen möchte, den bitte wir um eine kurze Anmeldung. Entweder unter diesem Link bei Herrn Fiene oder unter diesem bei Facebook.

Doch wir suchen auch noch eine Hilfe.

Für eine wichtige Funktion auf der Bühne benötigen wir eine zuverlässige, vertrauenswürdige Person, die in der Lage ist, ein Handy zu bedienen. Keine Sorge: großartige Reden müssen nicht geschwungen werden. Als Dankeschön wartet ein schöner Abend, ein garantierter Sitzplatz und ein kleines Präsent.

Voraussetzung: Der Bewerber müsste ab 18 Uhr am Montag im Basecamp sein. Unsere Show dauert zwei Stunden (wenn alles klappt, aber das weiß man ja nie).

Lust?

Dann bitte unten in den Kommentaren kommentieren, jemand aus dem Team antwittern (Kontakte in diesem Artikel ganz oben) oder auf einem anderen Social Media-Weg anfunken.

Wir freuen uns auf eure Bewerbung… 😉

 

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Digital Detox

by Thomas Knüwer on 21. Januar 2016

Ja! Genau so geht Digital Detox!


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Was Mediendeutschland braucht, ist Perspective Daily

by Thomas Knüwer on 18. Januar 2016

Gestern platzierte die Falcon-Rakete aus dem Projekt Space X (das von Tesla-Gründer Elon Musk finanziert wird) einen Satelliten im All. Nicht erfolgreich war der zweite Teil der Mission: Die Landung auf einem Drohnenschiff, damit die Rakete wiederverwendet werden kann: Sie kippte um und explodierte.

Mashable packt diese beiden Informationen in die Schlagzeile:

SpaceX Mashable

Im Artikel erläutert Mashable, welchen Zweck der Satellit erfüllt und dass es SpaceX bereits gelungen ist, eine Rakete sicher zu landen. Diesmal habe man höheren Wellengang, doch das hätte eigentlich kein Problem sein dürfen. Das alles ist sachlicher und erklärender Journalismus, wie man ihn von einer oft boulevardesk arbeitenden Medienmarke vielleicht gar nicht erwarten würden, sondern – imagetechnisch – vielleicht eher von der “Welt”.

Doch Welt Online geht das Thema ganz anders an:

SpaceX Welt Online

Der Vorspann kotzt Häme. Wieder ist es nicht gelungen zu landen, schreibt Gerhard Hegmann und vermittelt so natürlich den Eindruck, dass dies noch nie gelungen sei (im Text wird die erfolgreiche Landung erwähnt). Und dann “blamiert” die Ingenieure ein “Klapper-Teil”, was insofern bemerkenswert ist, als dass der Leser ja nicht damit rechnet, dass in eine Rakete überhaupt Klapper-Teile verbaut werden.

Tatsächlich ist der Artikel dann ein ähnlich sachliches Stück Text wie bei Mashable. Niemand ist dort blamiert, vielmehr merkt Hegmann an: “In der Technikszene gilt das Zurückholen der Raketenstufe aus dem All auf die Plattform zwar schon als technische Glanzleistung. Doch erst mit dem sanften, senkrechten Aufsetzen lässt sich das Konzept einer kostengünstigen Recyclingrakete umsetzen. Mit jedem Landeversuch steigt aber auch die Erfahrung der erst 2002 gegründeten Firma, heißt es in der Branche.”

Und das “Klapper-Teil”? Taucht nie wieder auf. War ja auch keines, die Rakete kam vermutlich nicht ganz gerade auf. Mutmaßlich hat hier boulevardfanatischer Redakteur vom Dienst den guten Artikel von Gerhard Hegmann versaut.

Wer nun allein Überschrift und Vorspann konsumiert, weil er sich nur einen Überblick über die Nachrichtenlage verschaffen will, verpasst diese sachliche Berichterstattung. Er bekommt den Eindruck, SpaceX sei eine Lachnummer.

Dabei handelt es sich hier um einen Glücksfall, schließlich ist der Artikel ja von guter Qualität. Ich habe dieses Beispiel nur deshalb herausgehoben, weil mir am selben Tag begegnete, an dem ich Ihnen ein Projekt vorstellen möchte, dem ich in den vergangenen Wochen versucht habe, ein wenig zu helfen: Perspective Daily.

Perspective Daily Team Foto: Marvin Kronsbein

Bei der wunderbaren TEDx Münster hörte ich den Vortrag von Mit-Gründerin Maren Urner, den Sie unter diesem Link nachgucken können. Sie übertrug Erkenntnisse der Neurowissenschaften, der Disziplin, in der sie promoviert hat, auf unseren Nachrichtenkonsum. Und um es kurz zu machen: Wenn wir ständig News mit überkritischem, zynischen oder hämischen Ton konsumieren, wirkt sich das auf die Wahrnehmung von Nachrichten aus, die nicht so überkritisch, zynisch oder hämisch sind – wir glauben ihnen nicht oder suchen überkritische, zynische oder hämische Ansatzpunkte.

Und deshalb brauche es eben jenen Konstruktiven Journalismus, über den die journalistische Branche im vergangenen Jahr schon ein wenig debattierte. Dabei geht es nicht darum, nur positive News zu berichten, sondern an Themen unvoreingenommener und faktengetriebener heranzugehen, vielleicht gar mit einer tendenziell positiven Grundhaltung. Nun bin kein Neurowissenschaftler, aber dieser gefühlte Zusammenhang war der Grund, warum damals bei der “Wired Deutschland” die Parole ausgab, sie müsse fortschrittsoptimistisch sein.

Urner belässt es aber nicht bei der Theorie. Gemeinsam mit Bernhard Eikenberg (promovierter Physikochemiker) und dem Niederländer Han Langeslag (Wirtschaftswissenschaftler) startet sie Perspective Daily, ein Ort für Konstruktiven Journalismus, finanziert durch Crowdfunding.

Diese Idee begeisterte auch zwei bekannte Namen: Nora Tschirner und Klaas Heufer-Umlauf, die beim Vorstellungs-Video mithalfen: [click to continue…]

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Die Goldenen #Blogger2015 – hier sind die Nominierten

by Thomas Knüwer on 15. Januar 2016

Hach, so langsam steigt auch bei uns die Spannung. Am 25. Januar werden Franziska Bluhm, Christiane Linke, Daniel Fiene und meine Wenigkeit zum ersten Mal die Goldenen Blogger in Berlin vergeben.

klatschkritik blogger 2010

Wer live dabeisein möchte, der möge sich bitte unter diesem Link anmelden – danke!

Wie schon beschrieben sind dabei ein paar Änderungen gegenüber den bisherigen Modalitäten nötig. Um die im Saal Anwesenden nicht zu langweilen, werden nicht mehr alle Rubriken per öffentlichem Voting vergeben. Bei einigen wird die Jury entscheiden, bei einigen das Saal-Publikum – doch natürlich gibt es weiterhin auch Preise, bei denen die Zuschauer des Livestream entscheiden.

Aus einer vierstelligen Zahl von Vorschlägen hier also – taaataaaaa – unsere Nominierten für die Goldenen #Blogger2015! [click to continue…]

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Die Goldenen Blogger 2015 – neue Details

by Thomas Knüwer on 13. Januar 2016

Goldener BloggerWarum vergesse ich eigentlich jedes Jahr, wieviel Arbeit die Goldenen Blogger machen? Schon im vergangenen Jahr hatten Sie Frau Bluhm, Herrn Fiene fast 2.000 Vorschläge überreicht, dieses Jahr laufen wir auf eine ähnlich stattliche Zahl zu.

Immerhin haben wir ja noch jemand, der in diesem Jahr auswertet: die geschätzte Christiane Link wird als vierte Moderatorin extra aus London nach Berlin anreisen.

Denn da werden wir – und auch das ist neu – ja erstmals sein, in Berlin. Im Basecamp. Am 25. Januar ab 18.30.

Der Livestream wird natürlich das Zuschauen von der Ferne ermöglichen, wer jedoch live vor Ort sein möchte – und wir hoffen, dass viele, viele kommen – den möchten wir bitten, sich unter diesem Link zu registrieren. Danke!

 

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Meine persönlichen Bücher des Jahres 2015

by Thomas Knüwer on 8. Januar 2016

“Blog die doch mal, kann ja auch kurz sein”, forderte mich die geschätzte Franziska Bluhm im vergangenen Dezember auf, “du liest doch so viel”.

Wir sprachen über Bücher und sie traf jene Beurteilung, die ich gar nicht so sehr nachvollziehen kann. Denn im Gegensatz zu anderen Menschen, die ich kenne, lese ich gar nicht so viele Bücher, ein Dutzend sind es vielleicht im Jahr. Die allermeisten lese ich dabei auf dem Kindle, hier kann ich in Sachbüchern leichter markieren, außerdem ist er im Bett leichter zu halten. Meine Ambivalenz, als ich vor drei Jahren den ersten E-Reader kaufte, ist voller Überzeugung gewichen.

Nun denn, liebe Franzi, auf deinen Wunsch hin also mein Jahr 2015 in Büchern:

Tom Standage – Writings on the Wall

Gleich zum Jahreswechsel mein Sachbuch des Jahres (wenn auch schon erschienen 2013). Der Online-Chef des “Economist” beschreibt darin “die ersten 2000 Jahre von Social Media”. Nein, kein Science Fiction, ganz im Gegenteil. Standage zeigt wie menschliche Verhaltensweisen im Social Web keineswegs als neu anzusehen sind, sondern ihre Wurzeln in der Geschichte haben (was so ein wenig meiner Tante Therese-These entspricht). Was Römer auf Wände schmierten liest sich da wie Hasskommentare auf Facebook, am Hof Heinrichs VIII. wurde gebloggt und die französische Revolution wäre ohne Offline-Foren nur ein lauer Wind gewesen.

Das alles beschreibt Standage nicht nur kundig, sondern auch höchst unterhaltsam – ein herausragend tolles Buch.

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Haruki Murakmi – Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede>/h5>

Eigentlich kann ich mit Murakami nicht viel anfangen. Dieses Buch aus dem Jahr 2007 ist aber kein gewöhnlicher Murakami. Denn der Japaner läuft Marathon und hier hat er ein Essay über das Laufen verlängert in ein Buch. Vieles, was er beschreibt, kann ich nachempfinden, wenn ich selbst trainiere oder bei einem Marathon unterwegs bin. Zwar wirken manche Passagen sehr selbstverliebt, insgesamt aber ein unterhaltsames Werk. Gutes Präsent für alle, die einen Läufer zu beschenken haben.

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Hillary Mantel – Falken

“Seine Kinder fallen vom Himmel.” Ein Buch, das mit solch einem ersten Satz beginnt, kann nicht schlecht werden. Wird es auch nicht, es ist so grandios wie sein erster Teil “Wölfe”. Mit diesem Biographie-Roman über Thomas Cromwell, den wichtigsten Berater Heinrichs VIII., wurde aus der zuvor nur Feuilleton-Liebhabern bekannten Autorin Hillary Mantel die einflussreichste britische Schreiberin nach JK Rowling. Das war 2009 und Mantel war bereits 57 Jahre alt. Drei Jahre später erschien der zweite Teil, eben “Falken”.

Mantels Sprache ist gewaltig, bunt, wogend, wer Sprache liebt, muss Mantel eigentlich auch lieben. Allerdings: Unanstrengend ist die Lektüre nicht. Denn Cromwells Geschichte ist komplex und ebenso die Verhältnisse am Hof. Das Organigram der handelnden Figuren ist eine sinnvolle Beigabe. Doch das ist es wert, um einen Blick auf eine der spannendsten, historischen Epoche der Menschheitsgeschichte zu bekommen, deren Orte und Momente einem bei England-Besuchen ständig begegnen – eine absolute Leseempfehlung.

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Jeff Jarvis – Geeks bearing gifts

Ein E-Book für Interessierte am Medienwandel und am Journalismus. Jarvis, Professor für unternehmerischen Journalismus an der City University New York, zeigt wie digitale Technik den Journalismus auseinandergenommen hat – und was nötig ist, um ihn neu zusammenzusetzen. Dabei arbeitet er sich vor bis zu den grundlegenden Fundamenten der Journalismus-Branche, ja, sogar zur Frage, was Journalismus überhaupt sein sollte.

Und dann erzählt er aus den Ergebnissen des Studiengangs, den er leitet. Die Studenten müssen dabei auch ein Journalismus-Startup entwerfen und durchrechnen. So entstehen kleine, spannende, neue Ideen, fernab von dem, was in Deutschland so passiert. “Geeks bearing gifts” hat ein paar längliche Momente, doch trotzdem ist es Pflichtlektüre für alle, die in den Medien tätig sind.

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Oskar Roehler – Mein Leben als Affenarsch

Manchmal ist das Feuilleton nur schwer zu verstehen. [click to continue…]

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Kleine Neuerung: Flipboard

by Thomas Knüwer on 5. Januar 2016

Für gewöhnlich beginnt mein Wochentagsmorgen am iPad. Neben Rivva, Mediagazer und Techmeme habe ich in den vergangenen Jahren den Newsfilter Zite genutzt, um mir einen Überblick über die Nachrichtenlage zu verschaffen.

flipboard logo

Nur leider: Zite existiert nicht mehr. Es wurde vor geraumer Zeit vom Konkurrenten Flipboard übernommen und Ende 2015 eingestellt. Das ist schade, weil zumindest für mich der Zite-Algorithmus bessere Ergebnisse lieferte.

Fun Fact: 2011 beschrieb ich mal Zite und Flipboard. Zu dieser Zeit versuchte Axel Springer den beiden mit einem eigenen Angebot namens My Edition gestartet, ausschließlich jedoch mit eigenen Inhalten. Zum Start gab es viel Aufmerksamkeit – das in meinem Blogpost prognostizierte Aus scheint in aller Stille begangen worden zu sein. 

Weil es Zite nicht mehr gibt, nutze ich seit einigen Wochen Flipboard. Der Dienst ist nicht neu, doch wer ihn nicht kennt: Auf Flipboard kann man seine Interessen angeben und bekommt eine Auswahl von Artikel, vor allem aus englischsprachigen Quellen. Die kann man mit einem Herz liken, thematisch bitten, zu einzelnen Aspekten mehr oder weniger geliefert zu bekommen, oder die einzelnen Quellen generell ausschließen. Stück für Stück entsteht so eine persönliche News-Lage, dargeboten in einer sehr appetitlichen Optik.

Jeder Nutzer kann dabei auch selbst Magazine starten, in denen er gefundene Artikel eingruppiert. Diese können von jedem gelesen werden, man muss nicht einmal bei Flipboard ein Konto eröffnen.

Womit wir bei einer kleinen Neuerung sind: In der rechten Spalte hier in der Indiskretion sind die drei Magazine verlinkt, die ich wochentäglich befülle. Eines sammelt Neuigkeiten aus dem digitalen Marketing, ein zweites Artikel zum Wandel der Medienwelt und eines dreht sich um geekige Themen. Alle drei haben nicht auf Aufgabe einer vollständigen News-Abdeckung oder der Gerüchte-Kolportage. Mein Ziel ist es, Artikel teilen, die sich mit Trends beschäftigen und/oder kluge Gedanken transportieren.

Wie finden Sie diese Idee? Und die Magazine? Über Resonanz in den Kommentaren – und natürlich dem Folgen auf Flipboard (so Sie Mitglied sind) würde ich mich sehr freuen!

View my Flipboard Magazine.
View my Flipboard Magazine.View my Flipboard Magazine.

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Die Goldenen Blogger 2015 – in Berlin

by Thomas Knüwer on 3. Januar 2016

Goldener BloggerEs begann im Wohnzimmer von Daniel Fiene mit einer Webcam, angeklippt auf der Kabelführung seines Bügelbretts.

Von dort übertrugen Franziska Bluhm, Daniel und ich 2008 zum ersten Mal die Goldenen Blogger, eine Preisverleihung zwischen hohem Respekt gegenüber Menschen, die wundervolle Texte ins Internet schreiben, und einem hohen Maß an Unernsthaftigkeit.

Das bewies auch der damalige “Bild”-Chef Kai Diekmann, als er 2009 ein Dankesvideo produzierte. Damals siegte er in der Kategorie “Newcomer des Jahres”:

kai diekmann Goldene BloggerVon Daniels Wohnzimmer wanderten wir vor ein paar Jahren in den wundervollen Vintage-Modeladen “Elementarteilchen“, bei dessen Chefin Christiane Koch wir uns nicht genug für die Gastfreundschaft bedanken können.

Nun ist es Zeit für eine erneute Veränderung. Sicherlich auch, weil unser wunderbarer Fotograf Ronny Hendrichs im vergangenen Jahr verstarb. Jedes Jahr schoss er absurd-großartige Fotos von uns in immer wechselnden Kostümen – danke, Ronny.

Goldene Blogger Foto: Ronny Hendrichs

Die Veränderung wird größer, als wir zunächst dachten. Und, Medienstadt Düsseldorf, Du musst jetzt tapfer sein:

Die Goldenen Blogger ziehen nach Berlin!

Am 25. Januar steigt unsere Gala um 19 Uhr im BASECAMP in der Mittelstraße, in das uns Telefónica Deutschland eingeladen hat. Schon einmal waren wird mit dem Digitalen Quartett dort – und es hat riesig Spaß gemacht.

Das Digitale Quartett im Basecamp Berlin

Diese Örtlichkeit eröffnet ganz neue Möglichkeiten: Noch mehr Menschen können live vor Ort sein – der Eintritt ist frei und wir würden uns riesig freuen, viele von Euch zu sehen.

Gleichzeitig würde in diesem Rahmen unser chaotisch-spontanes Abstimmungsverfahren eher nicht funktionieren. Wir haben uns deshalb entschlossen, mehr Preise als bisher in Form eines Jury-Preises zu vergeben. Im Gegenzug werden wir mit interessanten Menschen über das Digital-Jahr 2015 und das anstehende 2016 sprechen.

Und: Unsere Goldenen Blogger wird es tatsächlich als Kohlenstoff-Statuen geben! (Danke Telefónica!)

Nominiert Eure Lieblings-Blogs! 

Natürlich aber sind wir auch auf Euch angewiesen. Bitte nominiert Eure Lieblings-Blogs und -Blogger. Bei den Kategorien haben wir, wie in jedem Jahr, ein paar Anpassungen an den digitalen Alltag vorgenommen. So gibt es diesmal die Kategorie “Fachblog” ebenso wie “Bester Blogger ohne Blog aber mit Newsletter” und angesichts der netzpolitischen Entwicklungen in Deutschland auch den “Bremsklotz des Jahres”.

Nominieren könnt ihr im Formular unter diesem Link bei Herrn Fiene. 

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Glaskugelige Kaffeesatzlesereien 2016

by Thomas Knüwer on 30. Dezember 2015

In der zehnjährigen Existenz von Indiskretion Ehrensache habe ich in keinem Jahr so wenig gebloggt wie in diesem.

Das ist erschreckend und muss sich wieder ändern, ist aber ein Abbild von 2015: Es war ein ereignisreiches und vor allem beruflich anstrengendes Jahr, in dem kpunktnull einen weiteren Schritt nach vorn gemacht hat (und auch endlich eine neue Homepage bekam). Und wenn man selbständig ist – erst recht mit Mitarbeitern – geht Geld verdienen eben vor.

shutterstock_2016 Foto: Shutterstock/Lovethewind

Andererseits fühlte ich oft genug eine gewisse Müdigkeit. Denn vieles von dem, was in diesem Medien-Jahr passierte war nur das immer schnellere Abgleiten in die hier seit Jahren beschriebene Spirale aus Leserverlust, Umsatzabsturz und darauf folgenden Kostenkürzungen, an deren Ende der Tod bekannter Medienmarken steht.

Trotzdem lautet mein Vorsatz für das Neue Jahr: wieder mehr bloggen, sowohl hier als auch bei Gotorio. Und dass Vorsätze und Zukunftswünsche etwas bringen können, erlebte ich ja im Herbst: Nachdem ich mir im Sommer in der Geburtstagsrubrik von Turi2 für das beginnende Lebensjahr einen Marathon unter 4:30 wünschte, klappte das tatsächlich (mein zweiter Wunsch war der Aufstieg für Preußen Münster – das aber ist ein… komplexeres Thema.).

Traditionell gilt der letzte Blogartikel des alten Jahres (oder der erste des neuen) den glaskugeligen Kaffeesatzlesereien, also einem Nachdenken darüber, was in den 12 frischen Monaten so passieren könnten in Medien und Marketing.

Fester Bestandteil dabei ist auch immer die Rechenschaft darüber, wie die Kaffeesatzlesereien des Vorjahres sich mit der Realität decken. 2013 und 2014 hatte ich ziemliche Volltreffer. Schauen wir mal, ob die Serie hält… Vor einem Jahr glaubte ich, dass folgendes passieren würde:

1. Corporate Publishing wird als Content Marketing verkauft.

Yup, Volltreffer. Es gehörte zu meinen ernüchterndsten Erlebnissen des Jahres, auf dem Podium einer “Horizont”-Veranstaltung in Berlin mit Vertretern von Allianz und Nestlé zu stehen, die allen Ernstes glaubten, dass alles mit Content auch Content Marketing sei. Und das mit Definitionen von Fachbegriffen, das müsse man nicht so ernst nehmen. Ich ergänzte, dass ich dies für doch eher unprofessionell hielt und dass jede Berufsgruppe Definitionen bräuchte, um ihre Arbeit zu verrichten. Unsere Definition von Content Marketing können Sie unter diesem Link sehen.

Leider ist Content Marketing dabei nur ein Symptom für eine fehlende Bereitschaft, sich intensiver mit Digitalthemen zu beschäftigen. Egal ob Unternehmen oder Klassik-Dienstleister: Zu viele deutsche Entscheider in Digital-Feldern sind noch immer nicht bereit, sich tiefer einzuarbeiten, weshalb jedes Online-Video ein “Viral” ist und die Einschränkung auf die Altersklasse von 18 bis 49 bei Facebook-Anzeigen schon als Targeting durchgeht.

2. Influencer Marketing wird der nächste heiße Scheiß

Kein Treffer. Die Arbeit mit digitalen Multiplikatoren stagniert. Das liegt vor allem daran, dass es Unternehmen und Agenturen in Deutschland schwer fällt, kreative Lösungen im Einklang mit diesen Multiplikatoren zu erarbeiten, was eben auch bedeutet, ein gehöriges Stück kreative Hoheit abzugeben.

Möglicherweise beruht dies nicht nur auf der Beharrung, das letzte Wort über alles zu haben, was mit der Marke passiert, sondern auch auf jener Unwissenheit über digitale Zusammenhänge, die ich oben schon schilderte. Denn wer die Arbeit von Influencern nicht ständig beobachtet, dem fehlt vielleicht auch das Vertrauen in deren Qualität und überhaupt Wissen über das, was diese Youtuber, Blogger oder Snapchatter auszeichnet.

3. Youtuber am Scheideweg

Daneben prophezeit… 2015, glaubte ich, würde sich entscheiden, wie es mit Youtubern weitergeht: Werden die Multichannel-Netze weiterhin als ihre Agenten fungieren? Oder würden sich die Videoproduzenten emanzipieren?

Tatsächlich ist es eher still geworden um jenen Konflikt, der sich vor allem rund um Mediakraft entzündete. Wie es weitergeht in diesem Feld ist aus meiner Sicht vollkommen offen.

4. Invective Marketing

Wie bin ich denn auf dieses schmale Brett gekommen? Marken würden zu Trollen werden und sich gegenseitig härter angehen, glaubte ich. Was für ein Unfug aus heutiger Sicht. Hab ich aber wirklich so geschrieben.

5. Hassobjekt des Jahres: Apple Watch

Ok, das war nicht so schwer, die Berichterstattung über die Apple Watch vorherzusehen. Der Hype Cycle der Medienberichterstattung funktioniert in Deutschland einfach zu schematisch. Natürlich wurde die Apple Watch heftig kritisiert, wie immer setzten sich zu wenige Autoren mit der Frage auseinander, ob sie etwas im menschlichen Alltag verändert. Apple ist halt ein Großunternehmen und verdient viel Geld – zwei Eigenschaften, die es in deutschen Redaktionen zur Pflicht machen, es zum Reich des Bösen zu erklären.

6. Widerstand gegen die Analog-Regierung

Noch eine Niete. Es war keineswegs so, dass der Protest gegen die technophobe Bundesregierung rund um Angela “Neuland” Merkel anschwellen würde. Im Gegenteil: Gefühlt nahm sogar die Lautstärke von Initiativen wie der Digitalen Gesellschaft ab, was möglicherweise auch daran lag, dass die Affäre um die Zensurversuche gegenüber Netzpolitik.org (deren Gründer Markus Beckedahl eben auch eine treibende Kraft der Digitalen Gesellschaft ist) zu viel Energie absog.

Sicher, der Spott gegenüber der Inkompetenz von EU-Digitalkommissar Günter Oettinger ist Folklore geworden. Doch fühlte ich 2015 weitaus weniger Widerstand gegen die Ruinierung des Digitalstandortes Deutschland als im Jahr zuvor.

7. Aufstieg der Hacker

Ja und nein. In Deutschland blieb es bemerkenswert ruhig. In den USA gab es keinen zweiten Sony-Fall mehr, dafür einige, die gute Geschichten lieferten: das Seitensprungportal Ashley Maddison, zum Beispiel, oder der CIA-Direktor. “Wired” hat da mal eine Liste gemacht. 

8. Lauter Paid Content-Jubelmeldungen

OK, der war auch leicht. Paid Content funktioniert total super, egal ob bei Lokalblättern wie der “Rhein Zeitung” oder bei Großen wie der “Bild”. Sie alle wollen uns weismachen, dass so viele Leser für ihre Inhalte zahlen, dass die Redaktion sich nicht um ihre Arbeitsplätze sorgen muss. Und auch Blendle fällt in diese Kategorie: Der Dienst ist gut gemacht, die Gründer sympathisch und überzeugend – doch ich bin skeptisch ob das Volumen reicht, um daraus ein Geschäftsmodell zu machen. Und Geschäftszahlen gibt es von den Niederländern auch keine konkreten.

Egal. Wenn das stimmt, was so gejubelt wird: Wunderbar, die Medienkrise ist beendet. Allein: Warum sterben trotzdem Zeitungen, warum werden Redaktionsstellen abgebaut und warum gibt es so oft Paid Content-Zugänge als Geschenk oben drauf, wie zum Beispiel den zur “Welt” als Mitglied von Xing? Sicher, weil es so gut läuft.

9. Mehr kostenlose “Bild”

Yup, das stimmte. Den Grund dafür habe ich nicht (wie versprochen) im Januar beschrieben, sondern erst im November: ich glaube, es wird eine bundesweite Gratis-“Bild” geben. 

10. Neue News-Angebote

Und ob das richtig war. Dass allerdings Deutschlands Verlage wie im Wahn gemeinsam auf das stürzen, was sie für “junge Angebote” halten, das war nun wirklich so nicht zu erwarten: Bento, Orange, Ze.tt und Co. gingen an den Start. Warum ich sie skeptisch sehe, habe ich im September aufgeschrieben. 

Fazit also: 5 von 10 Prognosen waren Treffer, eine ein halber. Das ist ganz OK, aber deutlich unter den Vorjahren.

Versuchen wir es also aufs Neue – hier sind die glaskugeligen Kaffeesatzlesereien für 2016:

1. Marketing und Werbung verändern sich radikal

Noch immer wird so getan, als seien jene Generation Y oder die Millennials die Generation der aktuellen Jugendlichen, als könnte man also ihre Interessen und Bedürfnisse noch ein paar Jahre beobachten, bevor man darauf reagieren muss.

Das ist grundlegend falsch. Millennials sind im Jahr 2016 mindestens 18 und bis zu 39 Jahren alt – bestes Werbezielgruppenalter, also. Trotzdem beachten Werbung und Marketing bisher nur in Form von Studien, was diese Generation tatsächlich anders und diskutierenswert macht.

Millennials sind aufgewachsen mit einer täglichen Flut von Werbebotschaften und Markenlogos – und deshalb haben sie die Schnauze voll davon. Sie misstrauen dem Marketing nicht generell und sind nicht konsumfeindlich, aber eben kritisch gegenüber den Botschaften von Marken.

Angesprochen fühlen sie sich immer, wenn sie das Gefühl haben, Teil einer Gemeinschaft sein zu können oder ihrem Leben und Tun einen Sinn zu geben.

edeka heimkommen weihnachten

Ob sie deshalb so Social Media-affin sind, oder ob Social Media diesen Wunsch mit geprägt hat, darüber dürfen Psychologen debattieren. Das Marketing aber hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker in die genau andere Richtung entwickelt: Es will und soll knallhart verkaufen, hat kurze und im besseren Fall zumindest unterhaltsame Botschaften, erschreckend oft geht es aber nur um aggressiven Vertrieb.

Diese Schere zwischen den Interessen der wichtigsten Verbrauchergruppe und dem Agieren der Marken muss und wird sich schließen. Schon jetzt sind beispielsweise Unternehmen erfolgreicher, wenn sie Verbrauchern den Eindruck vermitteln, dass ihr Handeln einem Sinn folgt, der mehr ist als Umsatz- und Gewinnerzielung. Das ergab die lesenswerte Trendstudie “Insights 2020″ von Millward Brown Vermeer.

Wir werden deshalb in Marketing und Werbung drei Stoßrichtungen ausmachen können: [click to continue…]

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