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#roflcopter 2017: Danke für den Spendenrekord!

Das Schöne an dem, was viele von uns im Internet treiben ist: Man kann Spaß haben und etwas tun, was sinnvoll, wertvoll, hilfreich, gewinn- oder nutzenbringend ist. Zum Beispiel kann man eine Wette auf Twitter verlieren und mit einem Mal Teil einer Marathonstaffel sein, die zur Tradition wird und in vier Jahren fast 10.000 Euro für gute Zwecke einsammelt.

So passiert ist es Roland Schweins, dem Gründer und Chef der Mode-Community Styleranking. Am Sonntag liefern wir zum vierten Mal gemeinsam die Bloggerstaffel #roflcopter (diesmal mit Thorsten Firlus und Christian Kirchner) beim Düsseldorf Marathon. Endlich war mal gutes Wetter, endlich waren mal mehr Leute an der Strecke dieses leider zu stimmungsarmen Rennens.

Roland lernte dabei eine der simpelsten Regeln des Laufens kennen: Wenn Du trainierst, läufst Du schneller. Tat er. Und pulverisierte seine Bestzeit: Die letzten fast 10 Kilometer wollte er in 8 Minuten pro 1000 Meter laufen – und schaffte es in einer Pace von 7 Minuten. Hammer. Und da auch Christian inzwischen sauschnell geworden ist, stand am Ende eine Zeit von 4 Stunden und 8 Minuten – mit Platz 1629 unter 3.000 Staffeln sind wir zum ersten Mal im Mittelfeld platziert.

Auch eine andere Marathonregel griff: Je bescheuerter Du aussiehst, desto mehr Unterstützung bekommt Du. Weshalb die Idee, mit Rotorkappen (roflCOPTER) zu laufen, eine gute war. Beim nächsten Mal erhält jeder, der „Hallo, Karlsson!“ ruft noch eine Karte mit Spendenhinweis.

Denn da waren wir vorne dabei, bei den Spenden – und wir sind geschockt und dankbar. Denn mit aktuell über 2.500 Euro haben wir nicht nur unseren eigenen Rekord geknackt, sondern haben auch mehr als 3 Mal so viel für den Kinderhilfsverein Froschkönige gesammelt als der gesamte Marathon für das SOS Kinderdorf in Bolivien. Und dort kamen von den aktuell 750 Euro auch noch 500 allein von der Unternehmensberatung Höveler Holzmann.

Danke an unsere Spender!

Und wer noch nicht dabei ist… Also, ich will Sie da von nichts abhalten:

Natürlich geht es hier nicht einen Wettbewerb, wer mehr Spenden einsammelt. Die Differenz zeigt aber ein Problem der gesamten deutschen Marathonszene. Eigentlich müssten die Läufe im Social Web richtig rocken. Läufer sind eine begeisterungsfähige Community, die zur Euphorie neigt. In den entsprechenden Facebook-Gruppen und anderen Orten der Diskussion, ist ein großes Entgegenfiebern vor und ein großes Beglückwünschen und Mitfreuen nach den Läufen zu beobachten.

Leider machen die Veranstalter daraus praktisch nichts. Die meisten Digitalpräsenzen selbst großer Läufern sind handwerklich schlecht geführt oder erreichen nur im besten Fall das Mittelmaß. Das betrifft sogar finanzstärkere Läufe wie Berlin.

Nicht anders im damit verbundenen Bereich der Wohltätigkeit. Bei den meisten Läufen gibt es Spendematten. Läufer haben die Möglichkeit darüber zu laufen und so 1 Euro für die unterstützte Organisation zu geben. Das wirkt putzig verglichen mit dem was in London los ist. Der London Marathon ist eine gigantische Charity-Veranstaltung. Der Lauf ist gnadenlos überbucht, doch haben wohltätige Organisationen Startplätze. Wer einen davon erhalten möchte, muss eine bestimmte, vierstellige Summe an Spendengeldern aufbringen. Den Marathon läuft er im Trikot der unterstützten Organisation. Warum? Weil jede von ihnen mehrere Stände an der Strecke unterhält. Und sobald die Standbesatzung einen ihrer Läufer erspäht, geht die Meute steil wie ein Haufen Teenager beim Anblick von Justin Bieber (meine Erlebnisse 2015 gibt es hier).

Diese gesamte Gemengelage führt aus meiner Sicht auch zu den stagnierenden Läuferzahlen, obwohl gefühlt immer mehr Menschen laufen. Sie werden einfach nicht heiß genug gemacht auf dieses tolle Erlebnis. Das gleiche gilt für die Zuschauer: Den meisten Veranstaltern gelingt es nur unzureichend, die Menschen an die Strecke zu bekommen. Dabei kann so ein Marathon zu einem schönen Nachbarschaftsfest werden, wie zum Beispiel Hamburg oder Münster demonstrieren.

Und bei all dem könnte das Social Web eine gehörige Rolle spielen, würde man seine Möglichkeiten nutzen.

Unsere Bloggerstaffel #roflcopter wird auf jeden Fall im kommenden Jahr wieder beim Düsseldorfer Marathon antreten, Roland Schweins hat heute morgen schon den Termin für das Orga-Treffen im Februar 2018 rumgeschickt.

Wobei ich mich fragen: Ließe sich daraus nicht auch mehr machen? Mehr Staffeln von Menschen, die Texte ins Internet schreiben und für einen guten Zweck laufen? Vielleicht haben die hier mitlesenden Blogger Lust, das mal anzudiskutieren…

Final hier noch ein paar Eindrücke, die wir über Facebook live übertrugen:



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