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Deutsche Blut-Hochdruckliga warnt vor sich selbst

Die grassierende Technophobie deutscher Institutionen-Besitzer treibt doch immer wieder besonders absurde Blüten. Das heutige Beispiel für besonders IQ-arme Maschinenstürmerallüren liefert Professor Dr. med. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga.

Im Mediendienst Meedia warnt er vor der neuen Health-App von Apple: Ihr Einsatz im Rahmen einer Hochdruck-Therapie sei nicht zu empfehlen. Denn die App besitze noch keinen Anschluss an Messgeräte (das soll laut Apple ja noch kommen), so dass die daheim gemessenen Werte von Hand eingegeben werden müssten. Das aber berge eine angebliche Gefahr: „Nutzer sollten sich der Gefahr bewusst sein, dass die eingebenden Werte noch nicht plausibilisiert werden und auch noch nicht auf die international anerkannten Grenzwerte hingewiesen wird.“

shutterstock lautsprecher clown

Selbstverständlich unterscheidet sich die App damit in ihrer Funktionalität von Blutdruck-Tagebüchern, bei denen Patienten die Messergebnisse auf Papier aufschreiben. Was kaum jemand außer Professor Dr. med. Martin Hausberg, dem Vorstandsvorsitzenden jener Hochdruckliga, weiß: Papier warnt sofort vor dem Überschreiten von Grenzwerten und nimmt auch eine entsprechende Plausibiltätsprüfung vor.

Das muss so sein. Schließlich empfiehlt die Hochdruckliga selbst ja: „Schreiben Sie Ihre Blutdruckwerte auf und vergleichen Sie diese regelmäßig.“ Also muss Papier das doch können, ansonsten müsste die Hochdruckliga vor der Nutzung solcher Blutdruck-Tagebücher doch warnen!

Natürlich ist das Quatsch. Genauso ist es aber Quatsch, vor einer App zu warnen, die nicht mal vorgibt, etwas zu können, was sie nicht kann.

Doch in Deutschland will eben jeder mal seinen Technologiehass rauskotzen, sich einmal feiern als Google- oder Apple-Angreifer. Selbst wenn die von ihm vertretene Organisation dasteht wie ein Haufen Volltrottel.

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