Das Handelsblatt – der Boulevard-Troll

by Thomas Knüwer on 30. Januar 2012

In diesem Moment, da ich diesen Artikel schreibe, ist Ansgar Heveling, ein Hinterbänkler der CDU im Bundestag, der Lieblingsprügelknape des deutschsprachigen Internet. Er hat für das “Handelsblatt” (Disclosure:mein langjähriger Arbeitgeber) einen Kommentar über die digitale Gesellschaft geschrieben, der in seinem Duktus irgendwo zwischen Kalter Krieg und Ein-paar-Jahrzehnte-davor changiert, der trieft vor Lobby-Liebe zur Entertainment-Industrie, Verachtung bürgerlicher Werte und dem Hass auf Fortschritt. Es ist legitim, die CDU für unwählbar zu erklären angesichts solcher Figuren wie Heveling.

Aber: Der Abgeordnete aus Korschenbroich ist gleichzeitig eine arme, vom Handelsblatt missbrauchte Sau.

Auch der geschätzte Christian Stöcker bei Spiegel Online bezeichnet ihn als Troll. Denn es war ja absehbar, was passieren würde, ginge der Artikel online: Das deutschsprachige Internet würde vor Wut platzen. Das bringt viele Klicks und viele Kommentare, über 100 sind es schon auf HB.com – das ist für diese Seite wahrscheinlich jetzt schon Ganzjahresrekord. Außerdem sammelt die Seite gerade Links ein, wie nix gutes, generische Links, noch dazu – also so richtig wertvolle in Sachen Google.

Und ich behaupte: Genau das war so kalkuliert. Der Abdruck des unfassbar dummen Textes von Heveling ist nichts anderes als der Versuch des Handelsblattes, die Klick-Zahlen nach oben zu treiben und einen leider absehbaren Shitstorm zu erschaffen. Aus diesem Grund habe ich die Links hier übrigens als No-follow-Links gesetzt, die von Suchmaschinen nicht gezählt werden (sollte ich da einen HTML-Fehler gemacht haben, bitte ich um Kommentar unten).

Deshalb auch bindet das Handelsblatt unter dem Artikel Twitter-Kommentare ein – hat es das jemals zuvor gegeben? Ich glaube nicht. Schon längst geht nur noch ein geringer Teil der Print-Texte online. Dieser aber ist ins Web gewandert. Und natürlich gibt es bei HB.com eine Zusammenfassung mit den Reaktionen aus dem Netz. Prompt gibt es auch eine zustimmende Meinung zu Hevelings Machwerk. Sie kommt via Twitter von Axel-Springer-Manager Christoph Keese, der in seinem Blog genau solch ein Troll-Verhalten an den Tag legt. Und “Handelsblatt”-Chefredakteur Gabor Steingart pflegt ja gute Kontakte zu Axel Springer, wir erinnern uns an seinen dackelesken Blick gen Matthias Döpfner.

Einst suchte sich das “Handelsblatt” seine Gastkommentatoren aus. Es waren Menschen von zumindest hohem Rang, besser noch hatten sie eine sachlich fundierte Meinung vorzubringen. Es war eine Auszeichnung, auf den Kommentarseiten als Nicht-Redakteur schreiben zu dürfen.

Und heute? Schreibt CDU-Hinterbänkler Heveling über das Internet. Nicht, weil er einen tollen Text geliefert hat – sondern weil er missbrauchbar ist. Er ist das Troll-Opfer auf dem Altar der IVW-Zahl.

Ein wohlmeinender Medienkenner hätte Heveling vor sich selbst beschützt, gerade weil er offensichtlich keinerlei Ahnung vom Web hat. So etwas gehört auch zur journalistischen Integrität. Er hätte ihm gesagt, dass sein Google-Eintrag auf immer versaut sein wird, dass seine Homepage gehackt wird – was prompt geschah.

Es hätte zum Dienst am Leser gehört, solch einen schwachsinnigen Text gar nicht erst abzudrucken. Was kommt als Nächstes? Kim Jong-un über Menschenrechte? Der Papst über guten Sex?

Solch eine Form des Anstands und der Integrität mag das “Handelsblatt” heute wohl nicht mehr ausstrahlen. Es agiert damit keinen Deut besser als “Bild” oder “Express”. Ansgar Heveling ist das willige Opferlamm, dessen Schlachtung den blutigen Content liefert. Vermutlich wird es bald noch einen krokodilstränigen Text von Gabor Steingart geben, in dem er den Hass des Netzes betrauert. Dies ist, alles in allem, ein weiterer Schritt des “Handelsblatts” in Richtung Boulevard.

Randgedanke: Wenn Heveling am Ende schreibt “Natürlich soll niemandem verboten werden, via Twitter seine zweite Pubertät zu durchleben.”, was denkt dann eigentlich die frisch angestellte Social-Media-Redakteurin des “Handelsblatt”?

Nachtrag: Einige der Kommentatoren behaupten, Heveling sei kein Hinterbänkler. Dies wird unter anderem damit begründet, er sei Mitglied der Internet-Enquete-Kommission. Nun ist das ja immer so eine Sache mit den Titulierungen. Aber ich kann bei Heveling kein einziges Amt entdecken, dass ihn zu mehr macht als einem Hinterbänkler. Da mag er noch so sehr knallharter Lobbyist sein: Der Mann hat in seinem Leben bisher nichts erreicht – und ich vermute schwer, daran wird sich auch nichts mehr ändern.

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1 ring2 30. Januar 2012 um 18:32

“Aus diesem Grund habe ich die Links hier übrigens als No-follow-Links gesetzt, die von Suchmaschinen nicht gezählt werden” – nun, Google scheint auch “no-follow” Links für sein Ranking zu nutzen. Dann zitiere besser ohne Hyperlink, wenn Du garkeinen “Juice” übertragen willst.

Ansonsten: starker Text!

2 Ulrike Langer 30. Januar 2012 um 18:32

Sehr gut formuliert. Die ganze Aktion war vorsehbar und von vornherein durchkalkuliert. Um Heveling tut es mir allerdings nicht leid. Wer sich umschmeicheln läss / sich dazu hergibt / sich als nützlicher Idiot missbrauchen lässt / sich selbst aufdrängt (wer weiß das schon?) einen solchen Schwachsinn abzusondern, der hat auch den Pawlowschen Shitsorm verdient.

3 ker0zene 30. Januar 2012 um 18:37

Heveling ist ein offensichtlich extrem verbohrter Ewig-gestriger. Aber in seiner Funktion als ranghohes CDU-Mitglied der Enquete-Kommision für Internet und Digitale Gesellschaft auch nicht irrelevat, egal wie trollig er ist. Von daher begrüße ich es, wenn man diesem Mann Gelegenheit gibt, sich so gründlich wie es nur geht zu blamieren. Was dazu noch ins Bild passt: Der HErr MdB macht gerade eine nette Lobbyistentour ins um die Jahreszeit vermutlich recht angenehme Cannes – http://www.mediabiz.de/musik/news/midem-begruesste-deutsche-delegation/315072

4 Torst 30. Januar 2012 um 18:37

Fyi: seine Seite wurde nicht gehacked. Die Zugangsdaten waren einfach zu erraten (Vor- und Nachname). Das verbreitete sich blitzartig und wurde ausgenutzt.

5 Nicole Simon 30. Januar 2012 um 18:41

Komplett richtig, das ist Klickvieh. Und ganz ehrlich, auch wenn man die Gastautoren machen läßt, ist das ein Stil der absolut nicht zum HB paßt – und deswegen schon nicht hätte erscheinen sollen.

Ich bin durchaus bei seiner (tief im Text versteckten) Meinung daß es nicht angeht, einfach nur ‘alles anders’ einzufordern; wir müssen auch irgendwo von a nach c kommen. Angesichts bestehender Verträge und Gesetze geht das nicht so einfach, und deswegen liest sich auch der Enquetebericht zum Thema Urheberrecht sehr zahnziehend. Wer mag: http://bit.ly/wn2Y54 [nein das war kein Spaß]

Die Projektgruppe ist durch, aber es gibt ja auch noch eine wirtschafltiche Auseinandersetzung mit dem Thema, diese wird gerade in der Gruppe Wirtschaft, Green IT behandelt. Momentan reichen 7 Stimmen um an die “Spitze” der Handlungsempfehlungen zu kommen: https://wirtschaft.enquetebeteiligung.de/proposal

Sieben.

Während sich die gesamte Netzgemeinde hoch und runter tweetet und facebook und lacht und schreit passiert dort, wo man Einfluß nehmen könnte genau – gar nix.

Ergebnisse aus dieser Plattform werden, zur einfacheren Bearbeitung in den Sitzungen, vom Sekretariat gesammelt und allen Mitgliedern vorgelegt. Jedes Mitglied (wobei das realistisch nur die Sachverständigen sein werden) kann eigene Texte in den Endtext einbringen. Hier könnte man sich aktiv beteiligen, wie auch in den anderen Gruppen. Kommt aber nicht, weil ist ja Arbeit.

Stattdessen sehe ich lange ausführliche Artikel über ‘den Troll’. Bald, in ein paar Jahren, wenn die Ergebnisse umgesetzt werden sollen gibt es dann die nächste Aufregung, so wie momentan rund um Acta.

Anstatt sich also zu beteiligen, wenn es etwas bringt, überläßt man das Feld anderen. Anders formuliert: Die Mitarbeit dort hat mir klargemacht, warum Brot und Spiele funktioniert.

Jeder sollte sich fragen, ob es daß ist, was man möchte …

6 Steffen Greschner 30. Januar 2012 um 18:42

Bei den meisten Punkten ist die Ausführung absolut richtig. Falsch finde ich aber den Ansatz einen Politiker, der Mitglied der Enquete Kommission “Internet” ist, in diesem Zusammenhang vor sich selbst zu schützen. Ist es Aufgabe des Handelsblatt, sich um die positive Darstellung eines Berufspolitikers zu kümmern?

Dienst am Leser ist es für mich zu zeigen, was für unfähige Menschen an wichtigen Stellen sitzen und über Themen entscheiden, die sie nicht im Ansatz verstanden haben.

7 Berta 30. Januar 2012 um 18:46

Mal angenommen, die Aktion war vom HB bewusst aus den im Text genannten Gründen lanciert.

Dann könnte es dennoch sein, dass Heveling Recht hat. Und man müsste ihn INHALTLICH widerlegen.

Es gibt aber hier keine inhaltliche Auseinandersetzung mit diesen Thesen.

Bislang sehe ich also nur: Shitstorm triggered. Arguments still unchallenged.

Das ist dürftig. Zerlegt Heveling inhaltlich, wenn ihr könnt. Alles ande ist billig.

8 AndreasP 30. Januar 2012 um 18:52

Der Mann ist erwachsen, gewählter Volksvertreter und anscheinend halbwegs zurechnungsfähig, den muss und darf man nicht vor sich selbst schützen. Was ist denn das für eine Auffassung von Journalismus? Hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut, Herr Knüwer. Dann dürfte man auch gleich gar nicht mehr investigativ recherchieren, es könnte ja irgendeiner CDU-Dumpfbacke schaden.

9 Thomas Knüwer 30. Januar 2012 um 18:54

Einerseits gebe ich Ihnen Recht. Andererseits – was gibt es da zu widerlegen? Der Text hat ja selbst keine echten Argumente. Das ist ungefähr so, als wollte man mit jemand diskutieren, der an den Maya-Kalender glaubt.

10 Kiki 30. Januar 2012 um 18:55

Grundsätzlich volle Zustimmung, allerdings kriege ich etwas Bauchweh bei diesem Punkt:

„Ein wohlmeinender Medienkenner hätte Heveling vor sich selbst beschützt, gerade weil er offensichtlich keinerlei Ahnung vom Web hat. So etwas gehört auch zur journalistischen Integrität. Er hätte ihm gesagt, dass sein Google-Eintrag auf immer versaut sein wird, dass seine Homepage gehackt wird – was prompt geschah.“

Ernsthaft? Das wäre sicherlich die Aufgabe von Hevelings Manager, PR-Berater, Pressesprecher, Familie gewesen, sofern vorhanden. Aber nicht die des Mediums. This is a business, after all.
Und wer es geschafft hat, in den Bundestag einzuziehen, und sei es auch nur auf die letzte Bank, der hat sich für ein Leben in der Öffentlichkeit entschieden und muß damit leben, wenn seine in dieser Funktion geäußerte Meinung ihm Gegenwind beschert. Grundsätzich finde ich es ja schon begrüßenswert, wenn einer von denen überhaupt eine erkennbare Meinung hat.

11 Thomas Knüwer 30. Januar 2012 um 18:59

Da gibt es schon noch einen Unterschied. Man könnte einen Artikel über die Netz-Unkundigkeit von Figuren wie ihm machen. Aber ein Gastbeitrag ist eben etwas anderes – und um zu erkennen, was für einen Schwachfug der Mann schreibt, muss man dem Leser ja auch ausreichende Kompetenz zugestehen. Also: Recherchierter Text – super. Gastbeitrag – falsches Format. Und das ist schon ein Punkt, an dem eine seriöse Redaktion einfach mal ablehnen sollte.

12 vera 30. Januar 2012 um 19:09

@Nicole Simon
Es gibt ein paar Ausnahmen, die beides tun.

13 Hans-Gerd Maus-Trauden 30. Januar 2012 um 19:12

Auf jeden Fall zeigt diese Lawine jetzt, dass die Diskussion über ein – wie auch immer geartetes – Recht auf’´s Vergessen auch solchen Unfugs ernsthaft geführt werdenb MUSS. Es ist mit Sicherheit kein Trost, zu wissen, dass demnächst die nächste Sau durch Twitter & Co. gejagt wird, wenn eine Redaktion, die doch Wert auf Seriosität legt (Ich vermute das jedenfalls mal.) gezielt den Anlass für die Jagd liefert.

14 tauss 30. Januar 2012 um 19:17

Widerspruch, Euer Ehren! Heveling ist keine “arme Sau”.

Er ist knallharter Lobbyist für die Contentbranche im Deutschen Bundestag. Er ist Sprecher der Union im Rechtsausschuss für die Themenbereiche Urheberrecht und Kriminalität im Internet. Er ist Mitglied in der Enquete und macht dort Urheberrecht.

Als DER Fachpolitiker vertritt er die Union nach außen. Insofern ist der Versuch, seine Person als unbedeutend zu diskreditieren zugleich ein Reinwaschversuch für die Netzpolitik der Union.

Da aber gibt es nur 2 Möglichkeiten: CDU/CSU ziehen ihn aus seinen Funktionen zurück. Dann ist er in der Tat Mönchengladbacher Hinterbänkler. Oder er bleibt. Dann ist er weiterhin auf diesem Gebiet ein federführender Politiker, der deshalb auch zu RECHT von Redaktionen als Ansprechpartner gesucht wird.

15 Raoul 30. Januar 2012 um 19:18

Insgesamt hinterläßt dieser artikel auf HB einen bitteren Beigeschmack bei mir. Lanciert und Herrn Heveling ins offene Netzmesser laufen um ein wenig mehr Traffic zu generieren. Das ist schon sehr dürftig. Ich würde ja auch gerne argumentativ auf die Aussagen antworten, aber da gibt es nichts wo ich einhaken könnte. Also nehme ich es als Anekdote des heutigen Tages und stelle alles inhaltlich auf eine Stufe mit dem “Blumenkübel-Vandalismus” in Neuenkirchen aus dem August 2010.

16 Brett 30. Januar 2012 um 19:37

Ich finde, einer musste das Zug doch veröffentlichen. Es istein Dokument für Allerlei, vor allem auch für ein Sentiment. Wenn einer so etwas schreibt, kann man das hochrechnen auf einige Tausend, die dieses Gefühl teilen: Das Internet zerstört unsere bürgerliche Gemütlichkeit. Unsere Autoritätsstrukturen. Unsere heimelige Kindererziehung etc. Dieser Riss ist vermutlich bislang nicht richtig sichtbar, weil die Sphären logischerweise ja getrennt sind. Die Internet-Kritiker trifft man eben selten im Internet. Das heißt aber nicht, dass es sie nicht gibt, und wie man z.B. bei ACTA sieht, gibt es Konterrevolution bzw. resturative Bestrebungen sehr wohl und ihre Fäden reichen möglicherweise (ich ahne es wirklich nicht) viel tiefer in Politik und bestimmte Milieus hinein, als man ahnt. Ob das HB dadurch irgendwelche Klick-Erfolge erzielt, ist mir eigentlich egal. Immerhin ist das HB das Risiko eingegangen, dass sich der Sturm auch gegen das Medium richten könnte. Ich glaube die ZEIT hätte nach dem Shitstorm wegen des Interviews mit Gutti zum Beispiel bei diesem Text gekniffen. Durchaus wichtig, dass diese seltsamen Meinungen formuliert werden. Da wird ja mal eine richtige Frontlinie sichtbar (so unfreiwillig komisch das alles ist – Harald Schmitt müsste eigentlic den Ball dankbarst aufgreifen).

17 JUICEDaniel 30. Januar 2012 um 19:39

Wie? Kommentare einfach löschen? Hätte ich hier nicht vermutet… tsts

Anmerkung von Thomas Knüwer: Hinweise auf Schreibfehler lösche ich nach Fehlerbeseitigung immer.

18 Besim Karadeniz 30. Januar 2012 um 19:42

Eine “vom Handelsblatt mißhandelte Sau”? Pardon, der Herr Heveling ist Abgeordneter des Deutschen Bundestages, sicherlich mit einem gewissen Intellekt ausgestattet und so lange er nicht dazu gezwungen wird, ein solch unsäglich schlechtes Pamphlet wissentlich als Gastautor zu schreiben, hat er die Konsequenzen in Sachen Echo – auch aus dem Internet und auch von vielleicht unqualifizierten Leuten – zu ertragen. Was grenzwertig ist, ist das Hacking seiner Website, das ist sicherlich nicht in Ordnung. Allerdings kann es grundsätzlich nicht schaden, für eine Abgeordneten-Website Leute zu beauftragen, die etwas von ihrem Handwerk verstehen.

19 Kommentare Neue 30. Januar 2012 um 19:45

Angeblich pusht RTL im Januar so, damit sie entsprechend den Zuschauerzahlen hohe Anteile an den Werbebudgets für den Rest des Jahres kriegen. Gilt das auch für die Presse ?

” 7 Berta 30. Januar 2012 um 18:46″ würde ich beipflichten.
Inhaltlich tut sich nichts.
Verbesserungsprogrammierer werden von niemandem (Gewerkschaften, FSF, EFSF, Piraten, digiges,…) geschützt, so das sie (wie die ZDF-Briefe-Schreiber) ihre Arbeitsplätze behalten wollen und die Verbesserung ausbleibt. Ausnahmen wie Plag-Wiki beweisen die Wirksamkeit verbessernder Programmierung.

Für 1000 Euro bei Crowd-Plattformen oder einen kostenlosen Aufruf per Twittern bekämen die Piraten 100-400 wirksame legale demokratische Vorschläge die man dann nur umsetzen müsste wenn sich Piratengruppen dazu zusammenfinden.

Denn in den ACTA-Hinterzimmern machen sie weiter wie bisher. Die Blogger jammern nur.

Keiner veröffentlicht z.B. eine Liste von Total-BuyOut-Verlagen. Total-BuyOut wurde vom BGH anscheinend als unzulässig eingestuft. Wissen die Sparkassen der Verlage das und haben es in der Bilanz einkalkuliert für die Bank-Kredite und Rückforderungen der Autoren ? …
Da könnte man mehr machen als nur zuzuschauen und zu jammern.

Kurzfilme muss man als Diplomarbeit an der Filmkunsthochschule machen. Ein Lizensierungs-Server dafür ist ratz-fatz aufgesetzt und dann würden auch selbstgedrehte Dokus und Lokalsender ihre Filme darüber vermarkten.

Usw. Es gibt viele Möglichkeit, diese Branchen zum Besseren zu konvertieren. Rot-Grün haben dabei ja versagt.

20 Björn-Lars Kuhn 30. Januar 2012 um 19:54

Schöne Zusammenfassung!
Keine Ahnung vom Netz und Sicherheit, Hosting bei Strato…
und der Mann ist in der ‘Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft’ . Wie hat er das denn geschafft?
Dem nofollow kann ich nur zustimmen, war auch mein erster Gedanke.
Passend übrigens der Text aus dem Enquete-Blog von Axel E. Fischer:

“Zum ersten Mal in der deutschen Parlamentsgeschichte können Bürgerinnen und Bürger Vorschläge, Ideen und Wissen in die laufende Arbeit eines Bundestagsgremiums einbringen. Es ist eine Beteiligung auf Augenhöhe, die bereits erste Ergebnisse zeitigt [...]”

Pass doch zum Hack.

21 Michael 30. Januar 2012 um 20:03

Herr Heveling ist nicht ein harmloser Dorftrottel, den man vor sich selbst schützen muß. Er trägt politische Verantwortung und sitzt in Gremien, die Einfluß auf die Zukunft des Landes haben. Daß dieser Mann inkompetent ist, ist absolut berichtenswert. Wenn HB an der Aufklärung der Öffentlichkeit noch Geld verdient, umso besser, vielleicht gibt es ja in der Zukunft mehr davon.

22 Hans-Jörg Friedlein 30. Januar 2012 um 20:03

Wenn Ansgar Heveling eine Weinsorte wäre, würde ich meinen Lieblingswinzer zitieren: “Der Sieg derRübe über die Traube!”

23 Timo Reitz 30. Januar 2012 um 20:05

Völlig unabhängig von den tatsächlichen Beweggründen des Handelsblattes – der Mann ist Bundestagsabgeordneter und stimmt somit über Gesetze ab, auch solch, die Angelegenheiten im Internet regeln. Damit ist es im Interesse der gesamten Gesellschaft, dass jeder weiß, welche Kompetenz und Ansichten er in diesem Bereich besitzt. Den Willen, sich dort einzubringen, hat er wohl bewiesen.

24 Ralle 30. Januar 2012 um 20:21

“Der Text hat ja selbst keine echten Argumente. Das ist ungefähr so, als wollte man mit jemand diskutieren, der an den Maya-Kalender glaubt.”

Der Maya-Kalender funktioniert 1a!

Was Sie, werter Herr Knüwer, wohl meinen ist diese “2012 geht die Welt unter”-Sache.

Dummerweise sag(t)en die Maya dazu gar nichts, das sind alles neuzeitliche Eso-Interpretationen, die (wie es sich gehört) Fakten weg lassen und den Rest zurecht biegen. Für die Maya endet demnächst (wenn wir jetzt mal die ganzen Kalenderkorrekturen der letzten Jahrhunderte außer Acht lassen) einfach ein Zeitalter und ein neues beginnt. Keine Kometen, UFOs, obskure Planeten.

Dieser Vergleich hinkt also. Mindestens.

Und was Herr Heveling schrub (und u.a. mit den Zugangsdaten zu seinem Webspace erschreckend erneut belegte): Er hat KEINEN PLAN von dem, wofür er, warum auch immer, in div. Gremien zuständig ist.

Nehmen Sie solche Menschen nicht in Schutz. Jene haben es verdient, mal so behandelt zu werden, wie man es früher mit Hundewelpen tat, die auf den Teppich gepullert haben.

25 a. k. 30. Januar 2012 um 20:22

“Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!” und dann folgen Kriegsmetaphern, ich habe sie mal rausgeschrieben:
Kampf, Schlachtordnung, Endkampf, Kämpfer, “Netzgemeinde”, [wieder] Kampf, Blut … vergossen, Schlachtennebel,
die totale Freiheit, [geht auf die Barrikaden], wehren, die Masse Mensch, diesem Treiben Einhalt gebieten.
Das ist derart widerlich, das es mich wundert, dass Sie darauf gar keinen Bezug nehmen. Dazwischen ein paar Schnipsel aus dem Brockhaus abgeschrieben und fertig. Und jetzt lassen Sie mal bitte bei diesem Vokabular Ihren Assoziationen freien Lauf.

26 Spinnzessin 30. Januar 2012 um 20:22

Das ist bestimmt das Werk der Popcorn-Mafia um den Absatz in ungeahnte Höhen zu treiben. *mampf* ;-)

27 MichaelD 30. Januar 2012 um 20:51

Wer so mediengeil ist und so einen geistigen Unsinn blubbert, verdient den Zorn derjenigen die mit dem Netz aufgewachsen sind, damit Geld verdienen, dadurch einen Standortvoteil sichern ….
und wer dann seine Homepage mit seinem Namen als username und passwort “schützt” hat sich wohl für die Enquette-Kommision disqualifiziert – bitte umgehenden Rücktritt und die Suche nach einer “passenderen” Kommision.
Wenn eine Zeitung eine Bühne dafür bereitet, macht sie auf Dauer unlesenswert

28 egghat 30. Januar 2012 um 20:52

Ich genau die gleichen Gedanken:

a) Die Nummer war kalkuliert. Knallhart. Ich würde mich nicht wundern, wenn das HB den Text sogar (mit Zustimmung des Autoren) noch “verschärft”, “pointiert”, zugespitzt hätte.
b) Dann dachte ich: Ups, der arme Troll, ob der weiss, wie’s dem geschieht?

Aber dann – und das war mein größter Aha-Effekt: Der Mann ist in der Internet-Enquete-Kommission?!? OK, Mitleidsgedanken (siehe b) verworfen, aber mich dann trotzdem lieber spannenderen Themen gewidmet …

29 Laszlo Riedl 30. Januar 2012 um 21:01

Es ist nur leider nicht ganz vergleichbar wenn eine Zeitung einen Kommentar von Kim Jong-un über Menschenrechte oder einen des Papstes über guten Sex veröffentlicht oder wie geschehen von Ansgar Heveling über das Internet. Kim ist nicht Vorstandsmitglied bei Amnesty und der Papst nicht Chefredakteur beim Playboy. Angar Heveling ist aber Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages. Eigentlich sollte man erwarten, dass die Unionsfraktion da jemanden hin schickt, der etwas Ahnung von der Sache hat. Es muss den Damen und Herren doch aufgefallen sein, dass ihr Kollege mit dem Thema -wie soll ich das jetzt diplomatisch formulieren?- ein wenig überfordert ist? Dem Handelsblatt mag es um billige Klickzahlerhöhung gegangen sein, aber was hat die CDU geritten?

30 Christian S. 30. Januar 2012 um 21:05

Heveling ist doch kein Idiot. Der hat gewusst, was er macht. Das war ein Versuchsballon, um zu testen, wie die Reaktionen seiner Leute sind. Sein Ziel war nicht, “uns” zu überzeugen, sondern in der CDU/CSU-internen Debatte Duftmarken zu hinterlassen. Das ist ihm gelungen. Altmaier hat klar gesagt: mehr Gelassenheit. Ein klarer Punktsieg für Heveling.

31 Michael Rieß 30. Januar 2012 um 21:25

Interessante Gedanken, aber ich halte sie an ein paar Stellen für gefährlich:
1) Menschen “vor sich selbst zu beschützen” kann und darf nicht Ziel der Medien sein. Das nennt man Zensur. Wenn der Mann diese Meinung hat, niederschreibt und irgendein öffentliches Interesse an seiner Meinung besteht, dann kann man es drucken. Eigentlich sollte man es tun, besonders wegen
2) “Hinterbänkler” beschönigt die Lage: Der Mann ist studierter Jurist, Ranghöchster CDUler aus Sachsen, Urheberrechtsexperte der Union UND Mitglieder der Internet-Enquète. Was er über das Internet denkt wird in großem Ausmaß in das Vorgehen seiner Partei hineinspielen.

32 Skinny Norris 30. Januar 2012 um 21:39

Wir sind hier nicht bei DSDS, wo naive Jugendliche vor laufender Kamera verarscht werden. Heveling ist kein dahergelaufener Dorftrottel, der ist Bundestagsabgeordneter einer Regierungspartei und zu allem Überfluss Mitglied der Enquete Kommission Internet und digitale Gesellschaft. In dieser Eigenschaft hat er – im Namen der Unions-Bundestagsfraktion – vergangene Woche eine höchst behämmerte Pressemitteilung verfasst, die leider ausserhalb interessierter Kreise kaum wahrgenommen worden ist. Erstens denke ich, dass das Handelsblatt nicht nur das Recht hatte, sondern sogar die journalistische Pflicht, diesem Mann ein Forum zu geben. Gar nicht auszudenken, wenn der weiter im Schutze seiner Anonymität Unheil angerichtet hätte. Und zum zweiten kann Heveling auch keinen Welpenschutz in Anspruch nehmen, oder auf seine Ahnungslosigkeit verweisen. Er hat sich aus der Deckung gewagt in seinem ureigensten Arbeitsfeld. Mitleid ist da nicht angebracht. Wenn solche Leute in Entscheidungspositionen rücken, hat die Presse darüber aufzuklären. Versagt hat nicht das HB, versagt haben die anderen, die nach der PM geschwiegen haben.

33 Tharben 30. Januar 2012 um 22:46

Guter artikel, aber am lustigsten an der Sache finde ich den Kommentar von Nicole Simon weiter oben. Bei genau jeder abstimmung in der Enquete hat Frau Simon mit heveling gestimmt. Ist ihr das nicht ein bisschen peinlich jetzt?
Oder fällt es schon gar nicht mehr auf, weil sie nämlich immer mit der fraktion gestimmt hat, als wäre sie klickvieh?

34 Trollfresser 30. Januar 2012 um 22:48

@ Berta

Ich verstehe Ihren prinzipiellen Einwand, nur wo sind denn die Argumente in Hrn. Hevelings Text? Er stellt Behauptungen auf, ja, nur eben ohne Argumentation und genau das ist das Problem.

Ich könnte hier und jetzt sagen:
Im Jahre 3090 geht die Welt unter. Würde ich jetzt Ihrer Logik folgen, dass die Gegenseite in der Beweislast ist, hätte ich – Ihrer Logik folgend – also Recht und meine Kritiker Unrecht, da diese unmöglich einen Beweis führen können, der besagt, dass es nicht so ist.

Daher ist es in der Wissenschaft üblich, dass derjenige der eine Aussage trifft, diese auch belegt.

Argumente hat Hr. Heveling allerdings nicht eingebracht, nur Aussagen, gerne kann er diese nachreichen, dann ist auch ein sachliche Diskussion möglich.

Ps:
In der Mathematik hätte er damit übrigens nicht einmal eine Argumentation geführt, da diese eine Serie von logischen Schlüssen ist, die dann das zu zeigende BEWEISEN. NIEMALS wird eine Aussage als Beweis akzeptiert.

35 Michael P. 30. Januar 2012 um 22:56

Herr Heveling wurde doch nicht geschlachtet, sondern hat sich mit seinem Unsinn allenfalls selbst auf die “Schlachtbank” gelegt und den Shitstorm mit seinen blutrünstigen Kriegserklärungen selbst hervorgerufen. Zeitungen dienen der Abbildung politischer Positionen – völlig unabhängig davon, wie klug sie sind. Das ist sogar ihr Informationsauftrag. Politiker wie Unmündige vor sich selber schützen? Ich bitt Sie, ein journalistisches wie netzpolitisches Armutszeugnis.

36 murry 31. Januar 2012 um 09:23

Ich kann dem Text hier nicht zustimmen. Schließlich sitzt Herr Heveling in der Enquetekommission “Internet und digitale Gesellschaft”. Er ist vom deutschen Bundestag beauftragt die Auswirkungen des Internets auf Politik und Gesellschaft zu untersuchen. Außerdem stimmt er als Mitglied des Bundestags über alle Gesetze die das Internet betreffen mit ab.

Er ist Politiker und kein Schüler der für die Schülerzeitung einen Artikel geschrieben hat. Ihn als jemanden darzustellen der vor sich selbst geschützt werden muss, geht an der Sache vorbei.

Im übrigen kann man wohl kaum sagen daß jemand der für seine Partei im Bundestag sitzt in seinem Leben nichts erreicht hat.

37 tauss 31. Januar 2012 um 09:27

Kommentar zum Nachtrag zum Thema “Hinterbänkler”:

Es geht nicht nur um die Enquete. Heveling ist als Mitglied des Rechtsausschusses der offizielle und quasi “ranghöchste” CDU/CSU- MdB in Sachen Urheberrecht und Kriminalität im Netz. Er ist zuständig für das Thema Abmahnungen, um nur wenige Beispiele zu nehmen. Im Berliner Politikbetrieb sind diese Berichterstatter auf ihren jeweiligen Gebieten äußerst einflussreich und vertreten dieFraktionen thematisch nach außen wie nach innen.

Jörg Tauss
MdB von 1994 . 2009

38 arne 31. Januar 2012 um 10:18

Ich fühle mich wie ein alter Sack. Einmal pro Jahr tummle ich mich für 1-3 Monate intensiv im Netz, wie man heute sagt. Es wird immer schlimma.

Das Schlimmste aber ist, dass die Leute mit dem Beissreflex nicht merken, dass der Haken im Köder steckt. Das Zubeissen ist das Bejahen des Angelns. Z.Zt. werden tatsächlich unsere Zukunft, der Euro, der Dollar, die Weltwirtschaft, die Zukunft der Contentindustrie, die Zukunft der hochqualifizierten aber arbeitslosen Jugend, und viele andere Sachen mehr, hinter verschlossenen, aber auch ganz öffentlich verhandelt.

Ich war recht früh im Internet, das damals noch BTX hiess, hatte grosse Hoffnungen auf eine bessere Welt. Aber es nützt nichts, Ihr jungen Wilden, ohne Einfluss und die Spielregeln zu kennen, wird das ganze unreflektierte Schimpfen morgen schon verhallt sein. Ich stehe nicht auf Eurer Seite und auch nicht auf der anderen. Das ist ja genau das, was sie wollen. Und bei Euch schreiben sie “Fisch” drauf, um im Bild zu bleiben.

Als mich der Wulffscheiss fast enthirnt hatte, fielen mir folgende Zeilen ein:

“Dieser ganze Clusterfuck geht mir so auf die Nüsse, dass ich schon Gewaltphantasien entwickle. Diese Glamourscheisse, die unsägliche Rolle der Medien, die Metaonanisten, die Fakedoctors, Angela, die bei mir komplett verschissen hat, die Lügen, die Angst des kleinen Mannes, die wirkliche Katastrophe, die auf uns zurollt und wie von interessierter Seite alles medial Mögliche getan wird, dass keiner merkt, dass der Kahn gerade wegblubbert.

Nicht nur, dass Wulff zur größten Herausforderung, der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise kein Wort gesagt hat, nein, jetzt wird diese Flitzpiepe noch als Ablenkungsmanöver inszeniert. Seine Pension kann er vergessen. Nach dem Knall gibt es weder Pensionen noch Renten noch Sparguthaben. Und seine Klinkerhütte werden wir als erstes verstaatlichen.

So, jetzt geht es mir besser.”

Das liesse sich auf die Knallcharge Heveling und alle Empörten und kommentierenden Blogger übertragen. Zur gleichen Zeit werden in Brüssel, London, Peking und Washington Weichen gestellt.

Nur damit das klar ist: Es ist nicht verkehrt, sich von Google Geld geben zu lassen, um Lobbyarbeit zu machen. Es ist aber wichtig, das transparent zu tun. Und unabhängig zu sein. Wie das letztere gehen soll, kann mir vielleicht mal jemand erklären.

39 Gast 31. Januar 2012 um 11:22

Gibt es doch noch Hoffnung?
Heveling Kommentar einer bayerischen CSUlerin:
http://www.dagmar-woehrl.de/standpunkt/statements/its-the-internet-stupid/

40 KUh 31. Januar 2012 um 13:05

Er IST ein Hinterbänkler und hat von nichts eine Ahnung!

41 Jeeves 31. Januar 2012 um 13:50

Mal was ganz anderes und vielleicht sinnvolles:
Anstatt “Disclosure:…” könnte man doch ehrlich deutsch schreiben: “Zugegeben: …”

42 Alex 31. Januar 2012 um 14:21

Sollte man Mitleid mit Herrn Heveling haben? Sicher wurde er vom Handelsblatt für eine – wie wir sehen, gelungene – Werbekampagne missbraucht. Die Textchefs dort werden beim Redigieren wahrscheinlich das Lachen gar nicht mehr aus ihren Gesichtern bekommen haben. Doch Herr Heveling hat sich auch missbrauchen lassen. Ihm hätte dieses Echo bewusst sein müssen – vielleicht war es das sogar.
Mein Rat an Herrn Heveling: Anstatt dem Handelsblatt süchtig nach Aufmerksamkeit auf den Leib zu gehen, sollten Sie sich lieber mit den Problemen der Menschen in Ihrem Wahlkreis auseinandersetzen – und ich bezweifle, dass man in Krefeld zuvorderst einen “Clash of Civilization” fürchtet.
Ansonsten gilt auch hier mal wieder: Die Geister, die ich rief …

43 Bastian Himberger 31. Januar 2012 um 14:55

@38: Noch besser: Offenlegung. Las ich beim Niggemeier.

44 weisshaupt 31. Januar 2012 um 15:01

die trollrede wunderbar vertont von mario sixtus: Der Film zur Kampfschrift: “Ansgar Heveling erzählt vom Krieg”
http://sixtus.cc/der-film-zur-kampfschrift-ansgar-heveling-erz

mitleid muss man mit keinem dieser CD/SU-schergen haben – ich vermute so langsam hinter kamerad ansgar einen eingeschleusten discordianer…
HAIL ERIS ;-)

45 cargath 31. Januar 2012 um 15:44

Ich glaube kaum, dass das Handelsblatt so weit gedacht hat. Warum muss man hinter allem gleich eine Verschwörung vermuten? Hevelings Text wurde abgedruckt, weil er eben ins Handelsblatt passt. Es ist eine Wirtschaftszeitung, natürlich sind die auf Seiten der Content-Industrie und haben Angst vor den Piraten. Und als ich den “Artikel” gelesen habe waren viele der anderen Schlagzeilen am Rand auch nicht besser.

46 Handelsblatt-Online-Redaktion 31. Januar 2012 um 16:47

Auch wir möchten uns noch kurz zu Wort melden, um ein, zwei Dinge klarzustellen.

1. Wir haben schon öfter Twitter-Kommentare in Artikel eingebaut, das erste Mal am 10. Januar unter einem Artikel über Christian Wulff, außerdem bei den US-Vorwahlen und der Schlecker-Insolvenz.

2. Jeden Tag gehen zahlreiche Stücke aus dem gedruckten Handelsblatt auf http://www.handelsblatt.com online, mal mehr, mal weniger bearbeitet. Print-Gastkommentare werden in der Regel online gestellt – so geschehen auch bei dem Stück von Ansgar Heveling.

Viele Grüße aus der Handelsblatt-Online-Redaktion!

47 JJ Preston 31. Januar 2012 um 18:36

Soso, Ansgar Heveling soll also ein Troll sein…

Ich bin mir da nicht so sicher, und ganz ehrlich: Ich halte es für schädlich, alle mit einer provokativen Meinung als Troll abzuqualifizieren, nur weil sie ihre Meinung im Internet (auch via handelsblatt.com) kund tun. Es gibt da hübsche Beispiele aus der Realwelt, deren Meinungsmache – hätte es damals das Internet schon gegeben – als Getrolle zu bezeichnen höchst gefährlich gewesen wäre. Erinnern wir uns nur mal an Nikita Chruschtschow. Walter Ulbricht. Harry S. Truman. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und auch mindestens einen aktuellen Fall kann ich nennen: Mahmud Ahmadinedschad – ist das auch ein Troll im Realleben? (Auf die Erfüllung von Godwin’s Law habe ich verzichtet.)

Die Gefahr dabei ist nämlich, den vermeintlichen Troll zu unterschätzen. Und dabei kommen dann eben Dinge raus wie ACTA, SOPA, PIPA oder Schlimmeres.

48 Prüfer 31. Januar 2012 um 19:01

Immerhin wurde Herr Heveling bei der Wahl 2009 von reichlich 60.000 Wahlberechtigten gewählt. Die machen ihr Kreuz beim nächsten mal sicher bei den Piraten damit hier wieder alle zufriedengestellt sind.
Mal ehrlich, gibts sonst keine Probleme?

49 f.luebberding 31. Januar 2012 um 20:16

Interessante Debatte. Das Web 2.0 hat es geschafft aus einem sogenannten Hinterbänkler einen Politiker mit Profil zu machen. Außerdem war diese Philippika gut geschrieben.

50 Michael P. 31. Januar 2012 um 22:17

Ich halte es ausserdem für Unsinn, dem Handelsblatt vorzuwerfen, dass es diese “Geschichte” gebracht hat. Wo kommen wir denn hin, wenn wir Zeitungen vorwerfen, dass sie Geschichten veröffentlichen. .. Was sind denn das für seltsame Vorstellungen von Journalismus. Das ist schlicht der Job von Medien, Geschichten zu bringen – gute wie schlechte gleichermaßen. Klar haben sie sich in journalistischer Hinsicht höchstwahrscheinlich über diesen “Scoup” gefreut. So wie sich jeder über Erfolge im Beruf freut.

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