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Blogs sind so unrelevant, dass Sueddeutsche.de sie nur als Quelle verwendet

Zu den journalistischen Sorgfaltspflichten gehört es, seine Quellen zu nennen. Oder wenigstens zu umschreiben. Der Online-Auftritt der „Süddeutschen Zeitung“ scheint das nicht nötig zu haben. Eigentlich wäre dies hier keinen Artikel wert. Weil es Alltag ist. Sueddeutsche.de berichtet gleich zwei Mal über ein Antwortpapier des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der SPD in Sachen Online-Durchsuchungen. Das Papier, heißt es, liege der Süddeutschen vor, sie verlinkt es sogar.

Auch wir, der Online-Auftritt der „Frankfurter Rundschau“ und Spiegel Online berichten.

Eines aber unterscheidet den Artikel bei Sueddeutsche.de: Dort wird nicht die Quelle erwähnt, die das ganze ausgegraben hat. Und von der mutmaßlich auch die Datei stammt, die bei den Münchenern abzurufen ist: Es ist das Weblog Netzpolitik.

Ein Weblog also. Ich bin jetzt mal böse: Es wäre natürlich auch echt blöd gewesen, ein Blog als Quelle zu nennen, wenn das eigene Print-Feuilleton gerade diese Form der Online-Publikation als irrelevant und inhaltslos abgetan hat.

(Vielen Dank an Farlion für den Hinweis. In der Sekunde, da ich diesen Artikel online gestellt habe, weist mich auch Florian Treiß darauf hin, dass er darüber geschrieben hat.)

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