Keiner kann was dafür. Weder die Berufskommunikatoren, noch das Unternehmen. Unvermeidbar also, aber trotzdem bleibt ein hübscher Schmunzler in Sachen: Man soll das Desaster nicht heraufbeschwören. Gestern Nachmittag, Ortszeit, fiel in San Francisco der Strom aus. Das könnten auch nächtliche Internet-Nutzer in Deutschland gespürt haben. Denn es passierte, was nicht passieren darf: einer der wichtigsten Host-Dienstleister, also die, in deren Speicher Internet-Unternehmen Daten ablegen, verabschiedete sich.
Und mit den Datenspeichern von 365 Main erloschen vorübergehend auch Craigslist, Technorati, Typepad und noch eine Menge anderer – aus dem Web 2.0 wurde das Web 0.0.
Besonders hübsch beschrieben hat das Blogger John Paczkowski:“I felt a great disturbance in Web 2.0, as if millions of start-ups cried out in terror and were suddenly silenced.”
Nun ist es schlimm genug, dass es einem Unternehmen, das nicht nur über Notstrom-Generatoren verfügt, sondern auch vertraglich festhält, diese im Fall von Stromausfällen einzusetzen, nicht gelingt, weiterzuarbeiten. Besonders peinlich wird die Sache durch eine Hach-unser-Kunde-liebt-uns-so-Pressemitteilung, die 365 Main kurz vor den Ausfällen herumschickte:
“Two years ago we decided to move our servers to 365 Main because we believed its San Francisco facility could accommodate our expected growth better than any other, and for a comparable price. And that’s exactly what has happened. 365 Main has fulfilled its brand promise of ‘world’s finest data centers’ by delivering the reliability and uptime that attracted us in the first place.”
Man soll es halt nie beschreien…
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Vielleicht hat einer die Pressemitteilung gelesen und saß am richtigen Schalter um zu testen, ob\’s so ist?
\”…aus dem Web 2.0 wurde das Web 0.0.\”
Das ist dann aber doch etwas übertrieben.
Das Web 2.0 besteht schließlich nicht nur aus amerikanischen Angeboten.
Ich gruebel jetzt schon ne halbe Stunde rum.. woher kenne ich das (leicht modifizierte) Zitat von Herrn Paczkowski?
@Woo: Star Wars (Allererster Teil): Obi Wan Kenobi spürt eine Erschütterung der Macht, als der Planet Aldebaraan vom bösen Imperium gelasert wird.
Wer hat eigentlich das Wort \”Berufskommunikator\” geprägt? Das ist ja furchtbar…
PR-Praktiker sind also \”Berufskommunikatoren\” – von ihnen gehen Informationen bzw. ein Kommunikat aus an die Rezipienten (so ist Kommunikator ja wohl definiert) und verdienen damit ihren Lebensunterhalt…
Da kenne ich noch weitere Berufsstände, auf die diese Beschreibung zutrifft… Journalisten in Redaktionen kommerzieller Medien z. B. oder Buchautoren…?
Mein Vorschlag als Alternative: \”Organisationskommunikatoren\”.
Das Wort stammt von mir (zumindest habe ichs einfachmal vor langer Zeit im Affekt niedergeschrieben). Organisationskommunikator ist nicht so übel – darf ich es verwenden?
Gerne! Aber nur, wenn ich demnächst wieder eine neue Folge der \”kleinen PR-Agentur\” lesen darf ;-?
Fragen Sie aber bezüglich der verwendung des Begriffs \”Organisationskommunikator\” nochmal bgei den zahlreichern Forschern nach, die sich damit im Rahmen einer Wissenschaftsdisziplin beschäftigen…
http://de.wikipedia.org/wiki/Organisationskommunikation
dr gono
der bezug ist hinreissend, trotzdem erschreckend, wie man sich verkauft und was dann wirklich fakt ist
gruss r.l
So als Anregung für die kleine Agentur:
Ein Mitglied der sogenannte Expertenkommission von Vattenfall, die Vattenfalls Probleme in Kernkraftwerken untersuchen soll, ist auch der [s]international bekannte Nuklearwissenschaftler[/s], ähm halt nein, der Kommunikationsberater Richard Gaul, früher als [s]Sicherheitsexperte[s], ähm nein, als PRler beim bekannten [s]Reaktorsicherheitsunternehmen[/s], ähm halt nein, Autobauer BMW tätig.
Das wird ein Spinndoctoring der Sonderklasse, wenn diese unabhängigen, von Vattenfall bezahlten, Experten ihren Bericht vorstellen. Freude am Fahren.