Es passiert selten, dass ich Großverlage für ihre Internet-Aktivitäten lobe. In diesem Fall aber schon. Und vielleicht noch überraschender: Es handelt sich um Axel Springer. Vielleicht hat jemand bei Axel Springer einfach – verzeihen Sie die Wortwahl – die Schnauze voll gehabt. Voll von all den deutschsprachigen US-Startup-Imitationen, voll von all den Ssoschäl Nättwörks, voll von den Mini-Dienstleistungen im Netz ohne Geschäftsmodell.
Auf jeden Fall sei dem Erdenker des Business-Plan-Wettbewerbs der Axel-Springer-Akademie zunächst mal Lob und Preis. 500.000 Euro tut sie raus für ein journalistisch geprägtes Online-Projekt (gefunden bei Turi2). Das ist doch mal was anderes, als Millionen für abgehalfterte Ex-Startups auszugeben, deren Preis von den halbseidenen Gründern hochmanipuliert wurde.
Ein interessanter Anfang also – seien wir gespannt auf die Umsetzung. Nicht, dass am Ende das reißerischste Boulevard-Projekt das Geld kassiert. Und, wo wie dabei sind, jagen wir gleichmal den offensichtlichsten Witz hinterher: Das Bildblog kann sich ja mal bewerben…
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\”Das ist doch mal was anderes, als Millionen für abgehalfterte Ex-Startups auszugeben, deren Preis von den halbseidenen Gründern hochmanipuliert wurde.\”
Genau, es reicht doch eine halbe Million für halbseidene Ex-Journalisten, die dann wahrscheinlich von Springer manipuliert werden.
Sorry, Thomas, aber der Vorlage konnte ich jetzt nicht widerstehen.
und wieviel der rechte werden mit dem geld übertragen?
gruss r.l
500.000 in zwei Jahren?
100.000 die Dienstwägen, 300.000 das GF-Gehalt, 50.000 Fixkosten IT, Einrichtung, so Zeug, bleiben 50.000. Das ist nicht viel.
Hallo?
Bitte das Kleingedruckte lesen:
\”Die Akademie unterstützt das Gewinner-Konzept mit bis zu einer halben Million Euro\”
Bis zu.
Alles klar
To-do-Liste: Dienstwagen-Überlegungen in Richtung Fahrrad verändern.
Naja und dann sollte man nicht überlesen, dass die Rechte für die Realisierung bei Springer liegen sollen. Schöner Ideenstaubsauger!
Von Dons 50.000 gehen rund 45.000 für Frau Anja-Tanja drauf. Bleiben 5.000. Davon werden drei Praktikanten bezahlt, einmal Grafik, einmal Contentmanager, einmal Vertrieb. Pro Monat 100 EUR – in zwei Jahren, also 24 x 3 x 100 = 7.200. Der Scoop endet mit 2.200 EUR Verlust, sowie klüger gewordenen Personal (mit Ausnahme des GF, der bei SPRINGER unterkommt).
Ich will ja nicht schlecht reden über Leute, die Ihr Geld für die Umsetzung guter Ideen ausgeben. Aber hier frage ich mich, ob es gut ist, Springer alle guten Ideen, die die Leute so haben, mal zuzuschicken.
Gut: Eine Idee davon wird mit Springers Hilfe realisiert. Aber was passiert mit den anderen? Wenn ich in der Springer-Akademie säße, würde ich die Sachen daraufhin prüfen, ob nicht die eine oder andere für ein Hausinternes Projket geeignet ist.
Die Boocompany will sich bewerben. Was für ein Spaß.