Erst Musik, jetzt Film: Die Unterhaltungsindustrie scheint "1984" zum Idol des Jahres gewählt zu haben.
Vor einigen Tagen erwähnte ich die Drangsalierung von Fotografen bei Konzerten von Bands wie Coldplay. Nun tut sich ähnliches in der Kino-Branche.
Journalisten wurden angehalten/ermahnt/gewürgt, vor der Premiere von "Krieg der Welten" keine Kritiken zu veröffentlichen. Gerne verweise ich hier nochmal auf die zehn Gebote der PR und darin auf die Nummer fünf: "Covet thy customer". Zum einen sind Journalisten die Kunden der Berufskommunikatoren, zum anderen sind sie die Mittler zum Endverbraucher.
Letztendlich aber folgt die Strafe für die Negierung der Meinungsfreiheit auf dem Fuße. Ein Filmproduzent, der über sein Werk keine Vorabkritiken lesen möchte, weiß warum: Das Werk ist einfach schlecht, so die logische Schlussfolgerung. Und es wird genügend intelligente Menschen geben, die sie auch ziehen.
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Dass es genug intelligente Menschen gibt, die diesen Schluss ziehen, lieber Herr Knüwer, das hoffen wir zwar alle, mit der Realität wird es leider wenig zu tun haben. Schon jetzt rennt die Menschheit doch wie eine große Schafherde immer dahin, wo die Marketingstrategen der globalen Medienplayer sie gerne haben will. Und spätestens die Auswertung auf DVD wird derart gehypt werden, dass die Produktionskosten doppelt und dreifach wieder drin sind. Das alles scheint mir schlicht und ergreifend ein weiterer Auswuchs des weltweiten Kapitalismus zu sein, der sich vornehmlich dem Profit und nichts als dem Profit verschrieben hat. Und dass es neben den Menschen auch mal die Journalisten trifft…nun, das wird den Medienmogulen auch egal sein
Dass der Film schlecht ist – damit haben Sie aber wahrscheinlich trotzdem recht. Nur: Viele Blätter, die von den Anzeigen der produzierenden Firma abhängig sind, hätten das in dieser Deutlichkeit nicht geschrieben.
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