UMTS-Handys sinken im Preis – offensichtlich ist der Erfolg limitiert. Der Hinweis auf einen technischen Vorteil könnte das ändern – ein Auftrag für PR-Man!
Seit dem Wochenende habe ich ein UMTS-Handy. Nein, ich bin kein Mega-Technikfrickler, aber einer dieser Typen, die gelegentlich hormonellen Schüben unterliegen, die zum zwanghaften Aufstocken des Technik-Equipments führen. So steht seit einem Jahr auch eine X-Box im Wohnzimmer (auch wenn es die Leserinnen unter uns nicht glauben wollen: Doch! Echt entspannend!). Vom Kauf eines Flachbild-TV mit 107er Durchmesser konnt ich nur mühsam abgehalten werden.
Diese fieberhaften Anwandlungen treten ungefähr alle 1,5 bis 2 Jahre auf und sind nur mit dem Kauf mindestens eines Gerätes zu lindern, das auf der Höhe seiner technischen Zeit liegt. In diesem Fall ein Nokia 6630.
Nun gehöre ich, auch dies gebe ich freimütig zu, zu den wenigen Menschen, die regelmäßig wappen, also ihr Mobiltelefon einsetzen um im weltweiten Datennetz Informationen abzurufen. Zumindest in meinem Bekanntenkreis kenne ich kaum jemanden, der überhaupt weiß, was sich hinter Handy-Menü-Punkten wie "Netz" oder "Web" so genau verbirgt, oder wie man auf andere Seiten gelangt, als denen, die von T-Mobile, Vodafone, o2 oder E-Plus mit vorgehaltenem Provider-Vertrag aufgezwungen werden.
UMTS soll das ja ändern. Sagen alle. Na ja, zumindest die Mobilfunkfirmen. Oder deren Berater. Und ganz ehrlich: Ist super zum Angeben, wenn man die einminütige Zusammenfassung eines Bundesligaspiels auf das Handy bekommt. Auch die Qualität ist wirklich erstaunlich. Macht Spaß. Aber braucht man dafür ein neues Handy? Der gemeine Haus- und Hoftelefonierer eher nicht. So wird das nix mit der Refinanzierung der UMTS-Milliarden.
Gestern jedoch war ich beim Länderspiel Deutschland – Argentinien in der frisch gebauten LTU-Arena. (Lieber Leser, Sie merken, das wird gerade ne Geschichte mit langem Anlauf, und ich hoffe, ich springe dann nicht zu kurz und enttäusche Sie…). Wir waren eine größere Gruppe, reisten aber getrennt an. Und da zeigte sich der Vorteil von UMTS: Während die anderen mit ihren verstaubten Alt-Telefonen keinen Empfang hatten, weil die Antennen in Stadionnähe sich heiß liefen, konnte ich problemlos telefonieren – auch mit Anschlüssen, an deren Ende Oldtimer-Handys warteten. Ich bin relativ häufig bei Belustigungsveranstaltungen mit großen Menschenmengen. Dort vernünftig telefonieren zu können um die Leute, die mal wieder die Bahn verpennt haben, zusammentrommeln zu können, ist für mich ein echter Vorteil und ich glaube, da bin ich nicht der einzige.
Doch die Mobilfunker werben lieber mit Till Schweiger als 007-Tom-Cruise-Verschnitt. Nachts verfolgt er eine Einbrecherin oder ist er selbst der Einbrecher, ist auch egal, denn Sinn soll dieser Spot ohnehin nicht machen, sondern nur zeigen, wie die tolle mobile Zukunft aussieht. Und weil Einbrecher in der Regel nicht zu geschäftsoffenen Zeiten arbeiten, ist weder Till Bond noch der Kommunikationsabteilung aufgefallen, dass sie einen großen Vorteil von UMTS vergessen. Aber vielleicht reichen ja männliche Hormonschübe um das Projekt 3G in die schwarzen Zahlen zu kriegen.
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Und funktioniert UMTS im Stadion noch, wenn alle UMTS haben? Ist dann das Netzt nicht wieder dicht? Wenn alle aufstehen sieht auch keiner mehr was.
Ich habe das mit dem Wappen damals ganz schnell bleiben lassen, da mal eben schauen wie das so ist, irre teuer war bei Null Nutzen.
Und leider führt das Verhalten der Mobilfunkanbieter (falsche Beratung, geschickt gentrennte Veranwortungsstrukturen wie bei T-Punkt und T-Online, Provisionsinteressen scheinneutraler Anbieter wie Kaufhaushandyabteilungen, fehlerhafte Rechungen, Pseudo-Angebote wie im Law Blog berichtet) und die ganze Abzocke von Serviceanbietern (teure SMS-Chats und Klingeltöne) bei mir dazu, dass ich dieser Branche nicht mehr vertraue.
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Warum soll ich also glauben, dass ausgerechnet UMTS mir soviel mehr bringt ausser ein leereres Konto? Wo doch die Firmen schon so jammerten wie teuer die Lizenzen waren. Nur weil sie damals im Hype dem Rausch erlegen waren soll ich nun deren damaliges unternehmerisches Unvermögen bezahlen?
ich liebäugele schon seit zwei jahren mit dem kauf eines grossen flatscreens für zuhause und kenne dieses jucken und zucken nur zu genau – hab mir trotzdem als mobile “nur” ein oldtimer handy (7610, wg. der kamera) gekauft. hätte ich das nur eher gewusst – also spätesntens zur cebit brauchen ALLE ein umts gerät.
Die Beschreibung des ersten Artikels ist superb.
Endlich mal jemand der aus der Erfahrung schildert.
Nicht immer dieses theoretische gebabele.
Das Leben erlebt man mit Tatsachen nicht mit Wuensche.